1828 / 273 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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kanntlich schon seit langer Zeit von England aus mit Kriegs⸗ Vorraͤthen versehen worden seyen, und daß sich Rußland entschlossen habe, diesem Verkehr ein Ende zu machen. Am Schlusse lobt sie das Verfahren des Herzogs von Wellington bei dieser Gelegenheit, in dem sie bemerkt, es sey weise: daß er das Land nicht in Krieg gestuͤrzt habe. , Der Globe außert uͤber die Ankuͤndigung jener Blo⸗

kade Folgendes: Ehe diese Ankuͤndigung erfolgte, spra⸗ chen

die vertheidigen,

Journale, welche den Herzog von Wellington laut die Meinung aus, als werde das Cabinet Rußland den Krieg erklaͤren, wenn es eine Blokade der Dar⸗ danellen versuchte. Nicht die friedliche Stimmung unseres Cabinets ist zu tadeln, sondern die laͤrmenden Drohungen, welche seine Verfechter bei jeder Gelegenheit aͤußern, welche einem solchen Beweise des friedlichen Geistes unserer Poli⸗ kik vorhergeht. Wie nachthellig wirkt der Eindruck welchen ein solcher Contrast zwischen Drohungen und Ausfuüͤhrung hervorbringt! Und der Tadel muß dabei immer bis zu einem gewissen Maaße auf die Mitglieder der Regierung fallen. Es läßt sich hier die Frage aufwerfen: ob die Blokade der Dardanellen eine solche ist, der sich unser Land unterwerfen muß? Die Dardanellen sind kein Hafen und keine bloße Durchfahrt zu einem Hafen, sondern ein Verbin⸗ dungs⸗Canal zwischen zwei großen Meeren. Hier koͤnn⸗ te man die Behauptung aufstellen, es sey eine nicht gewöͤhnliche Ausdehnung des Blokade⸗Rechts, wenn sich eine an sich nicht bedeutende Escadre auf diesen Verbindungs⸗Canal stellen, und dadurch der uͤbrigen Welt dieses Mittel zur Erleichterung des Verkehrs entziehen wollte. Indessen widerlegt sich eine solche Behauptung schon dadurch, daß die Türken selbst sich des Rechts, den Handel durch die Meerenge der Dardanellen zu verhindern, bedient haben, und zwar sowohl im Kriege als im Frieden. Außerdem ist es jetzt für neutrale Maͤchte zu spaͤt, jene Meerenge als eine freie und offene Durchfahrt fuͤr alle Nationen in Anspruch zu neh⸗ men, da sie sich schon seit Jahrhunderten bequemt haben, dieselbe nur mit besonderer Erlaubniß der Tuͤrken zu benutzen. Auch koͤn⸗ nen die Russen mit Fug und Recht sagen, daß sie nur die Zufuhr solcher Vorraͤthe nach Konstantinopel unterbrechen, denen die Tuͤrken selbst den Durchgang durch den naͤmlichen Canal nach Odessa nicht gestattet haben wuͤrden.

Wir finden, sagt dasselbe Blatt, in Blackwood's Magazine einen Versuch, um zu beweisen: daß wir bei dem Krlege Rußlands gegen die Tuͤrkei besonders mit um deswillen we⸗ nig interessirt waͤren, weil die Gefahr, welche man von den Bestrebungen Rußlands in der Tuͤrkei befuͤrchtet, nur eine eingebildete sey. Wir ziehen die Richtigkeit dieser Behaup⸗ tung an sich nicht in Zweifel, und haben haͤufig unsere Mei⸗ nung daruͤber ausgesprochen. Es wuͤrde fuͤr Großbritanien viel leichter seyn, eine Armee um das Vorgebirge der guten Hoffnung nach Indien zu senden als fuͤr Rußland, ein Heer durch die zwischen seinen und unseren Besitzungen lie⸗ genden Wüsten marschiren zu lassen. Aber steht diese An⸗ sicht nicht ganz im Widerspruche mit der, welche die Tory's zur Zeit Canning's aufstellten? Ihnen zufolge drohere da⸗ mals unseren Besitzungen von keiner Seite her so viel Ge⸗ fahr, als von Rußland. Solche Meinungs, Aenderungen duͤrfen wir nicht unerwähnt lassen. Wir muͤssen von Zeit zu Zeit, um Herrn Canning die wohlverdiente Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, daran erinnern, auf wie große Irr⸗ thuͤmer die geringe Klasse der Gegner seiner auswaͤrtigen Politik sich stüͤtzte. 2

Die Minister haben den Tuͤrkischen Kaufleuten angezeigt, daß Kaffee und Zucker fuͤr Provisionen gehalten werden, und nicht die Russische Blokade der Dardanellen passiren

rfen.

ee Morgenblatt sagt: Der Befehl, frische Truppen nach Irland zu senden, hat in manchen Personen den Arg⸗ wohn erregt, als hege der Herzog von Wellington Plaͤne, die keinesweges mit den Ansichten uͤbereinstimmen, welche man ihm in der letzten Zeit allgemein zugeschrieben hatte. In der That ist der Herzog von jeher, was die von ihm zu ergreifende Maaßregeln betrifft, nichts weniger als mitthei⸗ tend gewesen. Seine oͤffentlichen Erklaͤrungen beschraͤnken sich auf eine einzige Rede, die sehr heterogene Gegenstaͤnde in sich schloß, im Allgemeinen aber einen friedlichen Charak⸗ ter an sich zu tragen schien. Was man aus gelegentlichen muͤndlichen Aeußerungen Sr. Gnaden entnehmen konnte, schien eine Neigung zur Uebereinkunft mit den Katholiken anzudeuten; und diese Aeußerungen wurden benutzt wie eine Tradition zur Ergänzung der Luͤcken einer Schrift. Wir

finden uns indessen gegenwärtig mit Sr. Gnaden in dem Fall eines Lie⸗ „, w aus einigen einer mehrfachen Deutung fähigen Zeichen von Seiten seiner Geliebten, große

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um ihn aufzuhalten.

W—“ I . 2 B. 5 8 8 Hoffnungen fuͤr seine Liebe schöpfte, auf einmal zur Besinx nung kommt, und, so viel es ihm moͤglich wird, sich alle Umstaͤnde zuruͤckzurufen trachtet, auf die er seine Hoffnungen 1 stuͤtzte. Einige Personen gehen sogar so weit

zu bel ZI1I1“ daß dem Anscheine von Theilnahme fuͤr die Katholiken dir üb. sicht zum Grunde gelegen habe, die Parthei der Orangex. Maͤnner und der Englischen Kirche hervorzulocken, um, wenn sie sich erheben sollte, einen Vorwand zu der Erklarung zu3 erhalten, daß er, ungeachtet er fuͤr seine Person keinen Grund finde nicht nachgeben zu wollen, doch unter so bewandten Umstaͤnden, wo sich eine so entschiedene feindselige Stimmung zeige, es nicht wagen koͤnne, durch den Versuch der Nacha. giebigkeit die Ruhe des Landes aufs Spiel zu setzen. Der persoͤnliche Charakter Sr. Gnaden ist uns wenig bekannt, als daß wir im Stande seyn sollten, irgend eine jene Be⸗ . hauptung unterstuͤtzende Muthmaaßung zu wagen, Der Courier aͤußert mit Hinsicht auf die (gestern mitge⸗ 1 theilten) neuesten Nachrichten aus Irland: Von Schmerz und Unwillen fühlt man sich ergriffen bei diesen Nachrichten; von 8 Schmerz daruͤber, daß es Menschen giebt, die es dulden koͤnnen, sich durch Priester und Unruhestifter zu Schrecken verleitet .8 8

sehen, die ihnen selbst, ihrer eigenen und der Sicherheit ihres Vaterlandes Gefahr bringen muͤssen; von Unwillen aber ge⸗ gen jene herzlosen Daͤmagogen, die das Volk als Werkzeug . gebrauchen, um es im ersten Augenblick der Gefahr ohne— Scheu im Stich zu lassen. Wir hoffen und glauben, faͤhrt derselbe fort, daß die Proclamation von guter Wirkung seyn wird. Es scheint indessen, als ob der feste Entschluß der Protestanten, sich in den verschiedenen Staͤdten Irlands die Beleidigungen der katholischen Versammlungen nicht gefal⸗ len lassen zu wollen, schon jetzt der Verwegenheit der Aufwiegler Einhalt gethan habe. Hr. Lawleß war im . Begriff, mit seinen Anhaͤngern in Parade durch Monaggham zu ziehen; nachdem sich aber die Obrigkeit versammelt und Herr Hamilton, ein Mitglied derselben, Herrn Lawleß ent.. gegen gegangen war und ihm erklaͤrt hatte, er wuͤrde ihh in's gemeine Gefangniß setzen lassen, wenn er es versuchen wuͤrde, seinen Plan auszufuͤhren, zog er sich schnell zuruͤck, und nahm seine Richtung auf Armagh zu; weil sich aber 8 mehrere Tausend Protestanten dorthin begeben hatten, um sich seinem Einzuge in die Stadt zu widersetzen, sandte man ihm eine Deputation friedlichgesinnter Katholiken entgegen, n 1 Er entfernte sich auch sogleich, und man hat seitdem nichts mehr von ihm gehoͤrt. 3 Einer unserer Zeitgenossen, (sagt der Courier, auf ein hiesiges Morgenblatt anspielend) hat endlich seine Wahl ge⸗ troffesn. Nachdem er lange die polltische Kokette zwischen Katholiken und Protestanten gespielt hatte, hat er sich an die ersteren angeschlossen. Da die Protestanten schon seit langer Zeit keinen Werth mehr auf seine Liebkosungen leg. ten, so werden sie auch jetzt gegen seinen Tadel gleichgultig seyn. Die erste Frucht dieser gluͤcklichen Vereinigung ist eiem Artikel von unvergleichlicher Dummheit, ein Gewebe von Unsinn und Falschheit. anfuͤhren, um zu zeigen, welch ein Geist ihn beseelt. „Die kotholische Assocjation hat keinen Theil der Unterthanen unsers Koͤnigs mit gesetzwidriger Gewalt bedroht. Sie hatbtf nur das Volk vereinigt, damit es zusammen für einen ein, zigen Endzweck wirke.“ Ist denn die Organisation selbst keine Drohung? Ist die Vereinigung keine Drohung? Ist das harmonirende Zusammenwirken von Millionen keine Drohung? Wenn dies alles keine Drohung ist, was ist es 8— denn sonst? Diese Handlungen sind deutlich genug, um je⸗ den vernüͤnftigen Mann zu überzeugen, daß es wenigstengs nichts schaden koͤnne, wenn er sich dagegen zu schuͤtzen sucht. Die Ankunft des Koͤnigsboten Taylor aus Dublin hat An-, laß zu vielen Geruͤchten von Arretirungen und theilweisen Aufstaͤnden gegeben, welchen indessen der Courier widerspricht. 2 Es sind bedeutende Truppen⸗Abtheilungen nach Man⸗ chester beordert worden. In Irland haben mehrere Regi⸗ menter Befehl erhalten, nach Fermoy, Nenagh, Kremallekt und Limerick abzugehen. 2 Es sind Depeschen aus Bermuda, Halifax und Paris eingelaufen. 8 Bei Lloyds ist bekannt gemacht worden, daß das Dampf⸗ schiff „Duke of York,“ bei dem jetzt von der Lissaboner Re⸗ gierung befolgten Systeme, nicht ferner mehr mit Lissabon in Communication stehe. . Oberst Perks, welcher noch vor Kurzem die Armee von Guatimala commandirte, ist verbannt worden. Man sagt, daß der von Dominguez gefangen genommene General Me⸗ rino 27* worden sey. Die Salvato⸗ rianer haben die ihnen angebotenen Friedens⸗ h verworfen. vn .

I.

Wir wollen nur eine seiner Stellemn

2.