1828 / 282 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

us uggerbruͤcken und Irland ruhig, frei and gbbcklüch utx h——e——85.2—*—

machen. Alle, welche nur im Geringsten einen Einfluß auf die Katholiken ausuͤben, sind von der Weisheit dieses Ver⸗ fahrens des Herrn O Tonnell so uͤberzeugt, daß wir sehr „stark hoffen, man werde seinem Rathe folgen. „Ich er⸗ warte,““ sagt Herr O' Connell unter andern, „„daß die Irlaͤnder jeder Klasse, jeder Secte, jedes Glaubens Freunde und Bruͤder und daß unser liebliches Vaterland der Aufent⸗ halts⸗Ort des Friedens, des Gluͤcks und der Freiheit seyn werde.““ Und warum nicht? (faͤhrt das genannte Blatt fort) Warum soll Irland immer unter eine Nation von Selaven und eine Handvoll Unterdruͤcker getheilt seyn? Das Land besitzt reiche Huͤlfsquellen; seine Bewohner sind stark und tapfer. Die Landleute sind nicht wie die unsrigen von Jugend auf an Fleiß gewoͤhnt, haben aber weit mehr moralische Kraft als die unsrigen. Die katholischen Irlaͤnder wuͤnschen gaͤnzlich und verfassungsmaͤßig mit uns vereinigt zu seyn. Warum will man dies verhindern? Kein vernuͤnftiger Mensch wird in der katholischen Religion Etwas finden, was ihre Anhaͤnger von der Theilnahme an denselben buͤrgerlichen Rechten, welche die Protestanten genießen, aus⸗ schließen koͤnnte. Auch haben wir schon oft gesagt, daß die Religion nicht die Ursache dieser Ausschüeßung, sondern nur ein Vorwand fuͤr dieselbe ist. Die wuͤthendsten Orangisten eeben zu, daß Umstände, welche von der Religion ganz ver⸗ schieden sind, die erste Veranlassung zu der; schen Katholiken und Protestanten gaben. Wenn man Hrn. Seymour glaubt, so wuͤrden sich sogar die Protestanten im Norden von Irland auf das tiefste gekraͤnkt fuͤhlen, wenn die eingebornen Irlaͤnder Protestanten werden wollten, denn Hr. Seymour klagt sie nicht ihres Glaubens wegen an, son⸗ dern er will nur, daß sie hoͤhere Abgaben bezahlen und daß er von Irlaͤndischer Kost leben koͤnne.

Unsere Blätter geben das unverburgte Geruͤcht, die Fran⸗ zoͤsische Regierung unterhandle uͤber eine Anleihe von 7 Mil⸗ lionen Fr. fuͤr die Griechische, wobei die im Umlauf befind⸗ lichen Griechischen Staats⸗Papiere mit in Zahlung angenom⸗ men und ein Tilgungs Fonds errichtet werden werde.

Die letzten Briefe und Zeitungen aus Antigua sind vom

3. Sept. Am 21. August war das gesetzgebende Corps ver⸗ brechung von mehr als 40 Jahren, wieder erneuert. sammelt gewesen. Das Antigua⸗Register spricht von der im⸗ alten in den Befreiungs⸗Kriegen Essr Banner, die man theils in den Kirchen, theils im Arsenal anfbewahrte,

mer zunehmenden Verwegenheit der Seeraͤuber, deren Streif⸗ zuͤge sich von der Kubaschen Kuüste an, bis zu den Leewards⸗ Inseln erstrecken sollen, und beschwert sich uͤber die Sorg⸗ sosigkeit der. Englischen Schiffe, die zwischen den Westindi⸗ schen Inseln kreuzen, die in diesem Augenblick doppelt un⸗ verantwortlich sey.

Nach der Port of Spain Gazette vom 9. August ist in einer oͤffentlichen Versammlung beschlossen worden, dem fruͤ⸗ hern Gouverneur von Trinidad, Herrn Ralph Woodford, als Zeichen allgemeiner Hochachtung, ein passendes Denkmal zu errichten. In den neuesten Briefen von Trinidad klagt man uͤber den gegenwaärtigen Zustand der dasigen Cacao⸗ Pe⸗, welche bei Weitem den groͤßern Theil der dortigen

and⸗Eigenthuͤmer ausmachen. Dieses einst so wichtige Pro⸗

dukt ist von 30 auf 3 Dollars gesunken. Viele, die sich ehe⸗ dem mit seinem Anbau beschaͤstigten, haben ihre Besitzungen verlassen, um in fremden Zucker⸗Pflanzungen zu arbeiten. Das Colonial⸗Parlament von Tabago versammelte sich am 11. Aug.; die Verhandlungen beschraͤnkten sich auf die Re⸗ den des neuen Gouverneurs, General Blackwell, und die Ant⸗ worten und Adressen des gesetzgebenden Koͤrpers.

Deutschland.

Dresden, 15. Sept. Se. Köͤnigl. Hoh. der Prinz August von Preußen ist, nachdem Hoͤchstdieselben vorgestern einem hiesigen Artillerie- Manocuvre beigewohnt, und gestern eine Spazierfahrt auf die Bastey in der Saͤchsischen Schweiz unternommen hat, heute Morgen von hier nach Berlin ab⸗ ereist. 8 8 Der Prinz Leopold von Sachsen⸗Coburg K. H. ist be⸗ reits am 10ten d. M. von hier uͤber Leipzig abgegangen, so wie auch der zeitherige Koͤnigl. Spanische Gesandte am hie⸗ sigen Hofe, Chevalier de Zea Bermudez, gestern von hier abgereist ist. 1

Heute Vormittag hat die hier bestehende Gesellschaft fuͤr Natur⸗ und Heilkunde das Fest ihrer zehnjaͤhrigen Dauer

durch oͤffentliche Sitzung im Saale des staͤndischen Landhau⸗-

ses begangen, desgleichen wird die sich hier gebildete Gesell⸗ schaft „Flora“ in dem ihm Allergnaädigst verwilligten Locale, im Palais des Koͤnigl. großen Gartens, den 21. Oct. ihre Sitzung halten und dabei vom 21. bis 23. Oct. eine Frucht⸗ Ausstellung von den innerhalb Sachsens erbanten Fruͤchten von vorzuͤglicher Schoͤnheit oder Seltenheit und von sonsti⸗ gen merkwürdigen Wald⸗ und Feld⸗Erzeugnissen veranstal⸗ ten, so wie auch die oͤconomische Gesellschaft im Koͤnigreich Sachsen auf den 28. Oct. ihre 21ste Haupt⸗Versammlung im hiesigen staͤndischen Landhause halten wird. Ferner wird den 19. Oct. mit einer Spezial⸗Versammlung der Koͤnigl. Saͤchsischen Weinbau⸗Gesellschaft auf Wackerbarthsruhe auch eine Trauben⸗Ausstellung verbunden werden. 8

Stuttgart, 12. Oct. Seine Koͤnigliche Majestaͤt ha⸗ ben heute dem an Allerhoͤchst⸗Ihrem Hoflager accreditirten Koͤniglich Großbritanischen außerordentlichen Gesandten und bevollmaͤchtigten Minister Eduard Cromwell⸗Disbrowe zu Ueberreichung seines Beglaubigungs⸗Schreibens Audienz zu ertheilen geruht. 8 8

Schweiz. Zuͤrch, 11. Oct. Am 30sten v. M. wurde in Glarus

die Feier des patriotischen Banner⸗Festes, nach einer Unter⸗ Die

wurden in selerlichem Zuge auf das Schlachtfeld von Naͤfels getragen. Der Land⸗Ammann, Hr. Cosmus Heer, gab hier in einer Anrede an das versammelte Volk eine kurze Ueber sicht der Kriege und Schlachten, in denen diese Fahnen ge⸗ braucht wurden. Das aͤlteste der vorhandenen Banner war das in der Schlacht von Naͤfels im Jahre 1388 vom Ban⸗ ner⸗Herrn Ambuͤhl getragene; bei Vorweisung dieser ehrwuͤr⸗ digen Reliquie praͤsentirten die der Rednerbuhne gegenuͤber stehenden Truppen das Gewehr, der General⸗Marsch wurde geschlagen und 6 Kanonen⸗Schuͤsse geloͤst. Aus den Bur⸗

gundischen Zuͤgen ist noch ein rothsammetenes Banner da, en Den Schluß der vorgewiese⸗ nen Banner bildeten das Feldzeichen, welches die Glarner

welches die Glarner fuͤhrten.

im sogenannten Muser⸗Kriege trugen, und das alte Landes⸗

Banner, das zum letztenmale 1789 im Felde war, als das Glarnerische Volk sich den eindringenden Franzosen wider⸗

sehzte.

abgeschlossene Capitulation angenommen.

Bern, 10. Oct. Der große Rath hat in seiner Siz., zung vom 6ten d. M. die mit Reapel fuͤr ein Regiment

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In der Times erscheinen von Zeit zu Zeit Gedichte uͤber diejenigen politischen Gegenstaäͤnde, welche die Aufmerk⸗ samkeit füͤr den Augenblick am meisten fesseln. Die der letz⸗ ten beiden Jahre sind jetzt, in einen Band zusammengefaßt, herausgekommen. Sie betreffen natuͤrlicherweise hauptsaͤchlich die Korngesetze, Irland und die Katholiken. 8

Eine New⸗York⸗Zeitung sagt, daß Bäaͤume, die an der Wurzel von Wuͤrmern angegriffen werden, von Zerstoͤrung eerettet und wieder in ihrer ganzen Kraft hergestellt werden önnen, wenn man 3 oder 4 Gallonen (12 bis 16 Berliner Auart) kochendes Wasser allmaͤhlig und dergestalt auf die Erde gießt, daß es bis zur Wurzel durchdringt.

2 Spanien. 3 Das Journal des Débats meldet aus Madrid, vom 2. Oct.: Die Franzoͤsischen Truppen, welche die Garnison von Cadix bildeten und dermalen bekanntlich in vier Colon⸗ nen nach Frankreich zuruͤckgehen, betragen zusammen 6200 Mann Infanterie nebst 1383 Pserden. Sie werden nach einander in der Umgegend von Nedens am 21sten, 22sten, Zsten und Lästen d. M. ankommen, und also 28 Tage fuͤr den Marsch von Cadix nach Madrid brauchen. Nachdem sie in der Nähe der Stadt einen Ruhetag gehalten, werden zwei Colonnen uͤber Valladolid, und die beiden andern uͤber Burgos und die Berge von Samosterra weiter marschiren. Der Koͤnig von Spanien soll dem Gouverneur von Cadix, General Aymerich, befohlen haben, die Festung unmitteldar nach dem Abmarsche der Franzoͤsischen Trupben zu verlassen, damit derselbe nicht, wie von

seinen exaltirten Ansichten rwar 5 n fr i in⸗ zu erwarten war, Verfolgungen gegen freistunige Em

* Schweden und Norwegen. 1 Stockholm, 10. Oct. Gestern haben sich Se. Maj. der Köͤmg, in Begleitung des Grafen v. Wetterstaͤdt, des von Schulzenheim und mehreren andern Staats⸗ Höchabiet ach dem Lusftschlosse Rosersberg begeben, wo ‚Den bemeinäge Tage zu verweilen gedenken. en nach wird unser im Mittellaͤndischen 8 Geschwader dies Jahr nicht zuruͤckkehren.