1828 / 286 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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son des Monarchen enthielten; hier ist aber bloß von einem Briefe an einen Minister die Rede. Das Ministerium hat sich sonach des Namens des Königs bedient, um sich in seinen eigenen Streitigkeiten zu raͤchen. Wenn ein Ministerium auf solche Weise die persoͤnliche Autoritat 8 des Kaͤnigs in seine Maaßregeln verflicht, so darf man dar⸗

aus schließen, daß es nicht mehr uͤber die Mittel, das Staats⸗

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Zies erinnert lebhaft an jene Zeiten bedauernswerthen An⸗ sdenkens, wo der Herzog Decazes, in seinem Zorne gegen die pornehmsten Personen, kurze Zeit vor seinem Falle ein aͤhn⸗

llliches Verbot gegen den Herzog von Fitz⸗James erhielt.“ Sb Das Betragen des Erzbischofs von Toulouse giebt dem Courrier frangais Anlaß, an den Stolz und die Eitel⸗ keit eines Groß⸗Onkels desselben, welcher im Jahre 1661 Bischof von Noyon wurde und dieses Bisthum 36 Jahre laug verwaltete, zu erinnern. Als er den Krummstab nie⸗ derlegte, dictirte naͤmlich der Graf Franz von Clermont⸗ Tonnerre seinem Secretair, dem Abbé Lucas, eine Denkschrift, welche noch im Drucke existirt und worin er zu seinem eige⸗ nen Lobe unter andern sagte: „die Geistlichkeit ruͤhme sich, ihn zum Praͤsidenteu, der Hof ihn zum Grafen, der Senat ihn zum ichter und Frankreich ihn zum Pair zu haben; der Staat ehre ihn als Rath, der Orden des heiligen Gei⸗ tes als Commandeur, die Franzoͤsische Academie als deren rakel und die ganze Welt als ein Wunder.“ 2 Der Constitutionnel enthaͤlt unter der Rubrik: Leitende Ausschuͤsse“” Folgendes: „Die wahren leitenden Ausschuͤsse sind die sogenannten religioͤsen Corporationen, wo man uͤber Gegenstände der Politik verhandelt und Netze usspannt, aus denen sich selbst einige unsere ersten A noch immer nicht ganz haben losmachen koͤn⸗ 8 nen. Jene in der Einbildung beruhenden Ausschuͤsse sind bloß ersonnen worden, um die oͤffentliche Aufmerksamkeit von diesen eigentlichen Ausschuͤssen abzuziehen. Die Quotidienne ind die Gazette de France glauben an die Existenz der so⸗ enannten leitenden Ausschuͤsse ebenso wenig, als an die Un⸗ ehlbarkeit des großen Lama; aber sie stellen sich, als ob sie aran glaubten, weil solches zu Declamationen und Ver⸗ laäumdungen Anlaß giebt, und von diesen doch immer etwas

2 heäͤngen bleibt.“

Der Moniteur giebt eine Uebersicht des Ertrages der edre Steuern waͤhrend der neun ersten Monate des laufenden Jahres, im Vergleich zu demjenigen woͤhrend der neun ersten Monate des Jahres 1825, welches dem Budget pro 1829 zur Grundlage gedient hat, und des Jahres 1827. Es erhellt daraus, daß das Jahr 1828 im Vergleich zu 1825 eine Mehr⸗Einnahme von 22,194,000 Fr. und im Ver⸗ gleich zu 1827 eine Mehr⸗Einnahme von 21,233,000 Fr. darbietet, worunter die Zoͤlle allein einen Mehr⸗Ertrag von resp. 12 und 11 Millionen gewaͤhren. ¹ Das letzte Heft der Bérangerschen Lieder ist vorgestern, zuf Ansuchen des Koͤniglichen Procurators, bei den bensigen Buchhaͤndlern in Beschlag genommen worden. Die liberalen Blaͤtter geben ihr Mißfallen daruͤber

X u erkennen, daß die Normal⸗Schule bei der Universttaͤt noch nicht wiederhergestellt worden sey. Auch das Journal des Dobats befürchtet, daß man den Plan dazu aufgegeben habe. Die Auotidienne schlaͤgt den Waͤhlern des Departe⸗ ments der Aude zum Nachfolger des Generals Andréossy, siatt des Generals Clausel, den die liberale Parchet ihnen be⸗ hatte, den General Grafen von la Tour⸗d'⸗Auvergue in

or, welcher vor mehreren Jahren schon einmal Mitglied der sogenannten unfindbaren Kammer war.

—In Marseille hat man am 9ten d. M. um 3 Uhr 0) Min. Morgens eine kleine Erderschuͤtterung verspuͤrt, elche einige Secunden anhielt; die Richtung, welche die nahm, ist jedoch noch nicht genau zu ermitteln

ewesen. 5 een glaubt, daß Herr Esmangart, Praͤfekt des Nieder⸗ heins, welcher kürzlich hier war, jetzt aber wieder nach Straßburg zuruͤckgekehrt ist, sich im Auftrage der Regierung nach Haiti begeben, und daß Herr Pichon, fruüher diesseitiger landter bei den Vereinigten Staaten, ihn dorthin beglei⸗ ten werde. veac. Die Taxe für das zpfuͤndige Brod ist fuͤr die zweite Hälfte des laufenden Monats auf 183 Sous 7.½ Sülber⸗ groschen) festgesetzt worden. FSee nernien Sund Irland. 2* London, 17. Oct. Vorgestern hatten der Russtsche und Franzoͤsische Botschafter, gestern der Preußische, Spa⸗ ische und e eesesche Gesandte Zusammenkuͤnfte mit

ddem Grafen Aberdeen. 8

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ev we das Beleivigendes fuͤr die Königl. Autoriraͤt oder bie Per⸗

Ruder zu fuͤhren, gebiete und daß seine Macht zu Ende gehe.

und Krr von Montezuma mit seiner Gemahlin sind der jungen Koͤnigin von Portugal vorgestellt worden.

4 Dr Herzog von Wellington haͤlt sich gegenwärtig zu Sudbitz, dem Landsitze des Marquis von Hertford, auf Auch Hrr V. Fitzgerald, Herr Croker und Herr Planta be⸗ finden ch daselbst. 4 -

Di Commissaire fuͤr die Reduction der National⸗

Schuld machten am Dienstag ihre ersten Kaͤufe fuͤr das lau⸗ fende zahr. Es sollen, der in der letzten Parlaments⸗ Sitzun durchgegangenen Acte zufolge, jährlich nur 3,000,000 Pfd. zr Unterstuͤtzung des Sinking⸗Fonds verwendet werden. IVn Lord Heytesbury und Lord Stuart de Rothsay Dpeschen eingelaufen. Her Brougham soll vollkommen wieder hergestellt seyn. De hier ansaßigen Portugiesen haben voͤn Neuem eine Versamnlung gehalten, um das Nähere uͤber den Scepter und der Abdruck der Charte, welche der jungen Koͤnigin uͤberreiht werden sollen, zu verabreden.

An Montag haben die Portugiesen zu Plymouth zur Feier des Gebirtstages Dom Pedros ihre Haͤuser erleuchtet. Mehrere Transmrente stellten die Landung der jungen Koͤnigin von Portugtl, ihre Kroͤnung durch den Koͤnig von England, die Bechuͤtzung der Portugiesen durch Britanien dar. Am 13ten nurde von einigen Portugiesischen Officieren im Bei⸗ seyn zahlreicher Zuschauer eine theatralische Darstellung auf⸗ gefuͤhrt. Die Hauptscenen waren die Begebenheiten der Por⸗ tugiesischen Flüͤchtlinge bei der Bruͤcke San Martenno de Adagno in Spanien. Ein Vorspiel, welches sich auf den jetzigen Zustand der Portugiesen bezieht und worin Dom Pedro's Bildniß, und die Buͤste der jungen Koͤnigin ange⸗ bracht ward, ging vorher. Nachdem der Vorhang gefallen war, recitirte einer der Portugtesischen Studenten, welche als Freiwillige gedient hatten, mehrere Oden und Sonnette, die an die Koͤnigin, Dom Pedro und General Pizarro ge⸗ richtet waren, wofuͤr sich letzterer verbindlichst bedankte. Zwi⸗ schen den Akten wurde die Portoer Hymne und God save tue Kuig gesungen.

Der Kanzler der Schatzkammer ist nach seinem Landsitze bei Dorking abgegangen.

Der Courier fordert die Briten auf, zur Unterstuͤtzung der ungluͤcklichen Einwohner Gibraltar, weiche sich, um die Krankheit zu vermeiden, im neutralen Grunde gelagert ha⸗ ben, und fuͤr welche eine Subscription eroͤffnet werden soll, schnell Beitraͤge zu liefern, indem sonst der Mangel der Krankheit zu Huͤlfe kommen werde, um Englands dortige Unterrhanen wegzuraffen.

In der naͤchsten Woche soll eine Versammlung zu P nenden⸗Heath stattfinden, um uͤber eine dem Parlamente ei zureichende Bittschrift, Behufs der Beschuͤtzung der prot⸗

sind

stantischen Kirche gegen die Katholiken, zu berathschlagen.

Der Graf von Winchelsea, die Lords Berley, C. Despence Sydney und Andere werden mit ihren Paͤchtern zugegen seyn. Da auch mehrere Katholiken⸗Freunde sich einfinden werden, so laͤßt sich erwarten, daß die Versammlung sehr stuͤrmisch seyn werde.

Der Courier bemerkt daruͤber Folgendes: Da der Tag herannaht, an welchem die Maͤnner von Kent ihre An⸗ haͤnglichkeit an die Constitution aussprechen sollen, so wendet sich die Aufmerksamkeit des ganzen Koͤnigreiches auf das Re⸗ fultat ihrer Verhandlungen. Auf der einen Seite steht die Integritaͤt der protestantischen Sache auf dem Spiele, auf der andern Seite werden die verbuͤndeten Katholiken erfah⸗ ren, ob ihre Heftigkeit die Protestanten eingeschuͤchtert, oder zum Widerstande angefeuert habe. Hieruͤber werden sich die Maͤnner von Kent im Namen threr protestantischen Mitbruͤ⸗ der enkscheiden. Sie moͤgen diese Entscheidung in einem Tone abgeben, welcher weder mißverstanden noch unbeachtet bleiben kann. Sie haben sich einer edlen, aber ernsthaften Verantwortlichkeit unterzogen, ste moͤgen sich erinnern, was sie sich und ihrem Lande schuldig sind. Jede Eigenschaft, welche eine Gesellschaft von Engländern ehrwuͤrdig machen kann, besitzen die Männer von Kent in so hohem Grade, daß sie dadurch zum Sprichwort geworden sind. An Reich⸗ thum, Einstuß und Intelligenz steht die Graffchaft Kent keiner andern nach, die sich unter der Herrschaft eines Bri⸗ tischen Koͤnigs befindet. Wollen ihre Bewohner diesen Ruhm dadurch verwirken, daß sie einen Plan vernachlaͤssigen, wel⸗ cher, wenn er nicht auf eine wuͤrdige Weise erfuͤllt wird, ih⸗ nen zur Schande v. Die Sache, welche zu, ent⸗ wuͤrbigen sie kein Recht haben, giebt uns ein Recht,

sie zur Anwendung ihrer besten Kraͤfte und Grundsütze

anzüfenern. Sie haben versprochen, den Protestanten von Engkand em Beispiel zu geben. Ist es ein fehlerhaftes, ver⸗

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F.

D Fuͤrstin Lieven, der Graf und bi⸗ Graͤfin Münster 89