1828 / 286 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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legen fuͤr gut find 2 Gildde hat beschlossen, Se. Maj. zu ersuchen, den Anspruͤchen

rsacht es eine Entfernung von der Constitution so wird die Schande auf diejenigen fallen, welche die Vordeten beim Angriff, und die Ersten bei der Flucht gewesen nd. Zu Penendenheathe hoffen wir das herrliche Schauspielzu sehen, daß sich Adel, Herrenstand und Yomanry ohne interschied des Ranges einer gemeinsamen Sache widmen. leine Hef⸗ tigkeit eines Schwaͤtzers moͤge sie aus ihrer Ruhe vescheuchen; sie moͤgen sich erinnern, daß sie die staͤrkere Prthei sein werden, und daher auch als Maͤnner die gemäßztern seyn

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83 muͤssen.

In demselben Blatte findet sich folgender Arikel: Die katholische Association hat den Vorschlag gethan daß die Katholiken nicht laͤnger mit Protestanten in Verehr stehen sollten. Dies ist eben so thoͤricht als verabscheuugswuͤrdig. Erstens werden die armen Katholiken, welche dadirch, daß sie fuͤr Protestanten arbeiten, ihren Unterhalt erweben, ein⸗ sehen, daß jene Maaßregel ihnen schaden muß, und daß sie dies wirklich empfinden, ersehen wir aus einer von Hrn. De⸗ joncourt am letzten Montage zu Dublin gehalteien Rede. Außerdem aber ist es auch leicht moͤglich, daß eine Viederver⸗ geltung von Seiten der Protestanten erfolgt, und daß, wie die Dublin⸗Evening⸗Mail bemerkt, kein Protestant mehr in einen Laden treten und von einem Katholken etwas kaufen werde; ein Zustand, der Tausenden Verdeben berei⸗ ten wuͤrde.

Der Morning⸗Herald wundert sich daruͤber, daß sich Hr. O Connel, welcher fruͤher ausdruͤcklich geaͤäußent habe, er sey ein Aufwiegler, so wie seine Genossen, welche offenbar das Volk in Irland zum Aufruhr gereizt haͤtten, sich jetzt den Titel des Befriedigers gäben.

„Temp ra mutantur, et nos mutamur in illis!“* Ruft er hierbei aus. „Was ist, faͤhrt er fort, das Resul⸗ tat aller ihrer Bemuͤhungen, uns in Schrecken zu setzen, gewesen? Die Regierung hat Truppen und Artillerie in die aufgeregten Bezirke geschickt, und die Protestanten ver⸗ einigen sich in Braunschweig Clubs, daher die Furcht, welche die Verfechter des Aufruhrs zu Befriedigern bekehrt.“

Aus Cork vom 14ten meldet man Folgendes: Vor eini⸗ len Tagen rief ein Fuhrmann in Gegenwart eines kuͤrzlich dier angekommenen und einquartterten Soldaten laut aus;

„er verdamme den Koͤnig, seine Fahne und seine Truppen,“

worauf er sich thaͤtlich an dem Soldaten vergriff. Er wurde zwar festgenommen, allein auf gestellte Buͤrgschaft bis auf Weiteres entlassen, was den Orangistischen Blaͤttern zu gro⸗ ßem Aergerniß gereicht. Am Abend des 9ten trat eine Bande von Unruhestiftern zu dem Waͤchter des im Bau begriffenen Pfarr⸗

auses von Wallstown, und befahl ihm, unter Androhung des 22₰ sich nicht von der Stelle zu ruͤhren. Darauf steckten sie

das erwahnte Haus und 19 Haufen Heu auf einem benachbarten

Pachthofe in Brand. Dem Cork⸗Adpertiser zufolge vergeht selten eine Nacht in Irland, ohne daß aͤhnliche

Gräͤuel geschehen. Einige der katholischen Edelleute haben eine

Declaration unterzeichnet, worin sie ihre Absicht aussprechen, nur die politische Emancipation unter solchen Beschraͤnkun⸗ gen nachsuchen zu wollen, als die Gesetzgebung ihnen aufzu⸗ v zut sfinden wuͤrde. Die Dubliner Kaufmanns⸗

der Katholiken nicht nachzugeben. Einige Freunde der Bischöflichen Kirche gehen daͤmit um,

. in London eine Kirche zu eroͤffnen, in welcher der Gottesdienst strenge nach den Vorschriften der Englischen Kirche gehalten

3 werden soll. Alles was fruͤher abgesungen ward, soll aufs

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Neue gesungen, und Alles aus den Gebetbuͤchern ausgeschal⸗ tet werden, was sich den irrigen Meinungen der Katholiken naͤhert, u. s. w. Man will mit der Englischen Kirche eben so vereint bleiben, wie es mit der Bischöflichen Kirche in Schottland der Fall ist, und zu Geistlichen junge Maͤnner waͤhlen, die in Oxford oder Cambridge studirten.

Die Dardanellen, welche man gewoͤhnlich fuͤr so furcht⸗ bar haält, sagt der Morning⸗Herald, köͤnnen leicht von einer Flotte passirt werden, so wie die Schloͤsser ohne Muͤhe auf der Kuͤste errichtete Batterien, oder von Schiffen aus, die von dem schweren Geschuͤtz nicht zu erreichen sind, in Grund und Boden geschossen werden koͤnnen *). Auf je⸗ der Seite des Wassers sind 14 große Kanonen, welche mit

*) Der Morning⸗Herald scheint das Schicksal der Engli⸗ schen Flotte, welche 1807 durch die Dardancyen segelte, ganz vergessen zu haben, und er mag sich erinnern, daß dieselbe be⸗ deutenden Schaden erlitt: Ein Schiff Koͤnig Georg von 110 Kanonen) erhielt cine jener ungeheuren Kugein in das Vorder⸗ theil und war nahe daran, zu sinken. Eine Kugel zerschmetterte den großen Mast des Windham, eine andere riß die ganze Wand zwischen zwei Stügpforten des Donnerers weg, und eine dritte traf das Steuerra

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d des Republic und schlug 24 Mann nieder. 2*

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8 8. 8 —.

1₰ u1 2. Diese Kanonen sind

von Erz, Engl. Fuß lang und von einem Kaliber von 28. Zoll im

Granit⸗Kugeln feuern. 22 Durchmesser. Sie liegen à fleur d'eau (die Oberflaͤche des Wassers bestreichend) und die Kugeln gehen von einer Seite zur andern. Die Geschuͤtze, welche saͤmmtlich nicht auf laf⸗ 5* Wagen⸗Gestellen, sondern auf dem einer gemauer⸗ ten Bettung liegen, koͤnnen von den Artilleristen nicht ge⸗ richtet werden; sondern diese muͤssen warten, bis das Fahr⸗ zeug, auf welches sie zu schießen gedenken, der Muͤndung der Kanonen gegenuͤberstehn, und zum Laden brauchen ste wenig⸗ stens eine halbe Stunde. Alle von Constantinopel kommen⸗ den Fahrzeuge sollen eigentlich bei den Schloͤssern anhalten und ihren Firman zeigen, doch sind schon viele vorbei gese⸗ gelt, ohne Schaden zu leiden, obgleich die Tuͤrken auf sie feuerten. Nach der Meinung eines Reisenden wuͤrde eine Flotte, wie die Engländer sie haben, wenn sie von gutem Winde beguͤnstigt wird, auf diese furchtbaren Waͤchter der Tuͤrkischen Hauptstadt wenig zu achten brauchen. Außerdem sind zwar noch andere Batterieen von guten Kanonen in der Nahe, allein auch diese sind nicht gefaͤhrlich. Einige lie⸗ 4 en sehr entfernt auf hohen Huͤgeln und haben durchaus einen Nutzen. 1 Der Courier sagt: Unter den vielen gluͤcklichen Bege⸗ benheiten, welche die Regierung Georgs des Vierten verherr⸗ lichen, wird die Geschichte als eine der glaͤnzendsten die Ein⸗ fuͤhrung der Geschwornen⸗Gerichte in seinen Indischen Be⸗ sitzungen aufzeichnen. Die Geschwornen⸗Gerichte sind der Ruhm und Seegen jedes Englaͤnders; aber, stolz und gluͤck⸗ lich, wie er im Besitz derselben seyn mag, wuͤrde er nur schwer im Stande seyn, den Werth des Geschenks einzuser hen, welches durch jene Institution dem emancipirten Indier zugekommen ist. Der Werth besteht nicht bloß in der Ueber⸗ tragung des Geschenks, sondern hauptsachlich darin, daß er zu dessen Empfange erst gebildet, von einem barbarischen Gesetzbuche, welches die Klassen der Gesell⸗ ft zu eben so vielen Stufen des Elends umwandelt, entwoͤhnt, mit eir Wort, daß er civilisirt und fahig gemacht worden ist, ihm zu verleihende Wohlthat nicht zu mißbrauchen. buͤrgerliche Zustand, von welchem wir den Indier a lig emporheben, wird Verwunderung erregen, wenn er nicht mehr existiren, sondern eine Sache der Tradition seyn wird. Die Erscheinung eines Volkes, welches durch ein starkes Gesetz in Kasten getheilt ist, von denen jede 82% niederere druͤckt, gleich als wenn ihr Gesellschafts⸗Vertrag. kein besserer waͤre, als der der Thiere des Waldes m ches dennoch ein eigenthuͤmliches Gesetzbuch, eine Philos⸗ phie und eine eigene Religion, feste Sitten und Gebraͤ hat solche Erscheinung steht in der Geschichte der Ba rei als einzig da und legt den Bemuͤhungen um die Ce sation keine geringe Schwierigkeit in den Weg. Diese ternehmung muß natuͤrlicher Weise nicht nach Jahren be⸗ net werden. „Der hat“ sagt ein großer Philosoph „nur ein microscopisches Auge, welcher bei einem Werke Civilisation die Symptome der Verbesserung bei einem . schen beobachtet: er muß auf Generationen blick⸗ Durch eine vorsichtige Befolgung dieser Maxime haben die Vorurtheile der Hindus so wirksam untergraben, daß sis A⸗

binnen wenigen Generationen zusammengestuͤrzt sind. halb haben wir es immer getadelt, wenn man sich, sey aus Unwissenheit oder Gutmuͤthigkeit, in Indiens Angel genheiten mischte, und wir hoffen, die dortige Regieru werde mit eben der Festigkeit wie bisher, beides durch das herrliche Gelingen ihrer kluͤgeren Politik in Bezug auf die Jury⸗Bill unterdruͤcken. Demnaͤchst macht der Courier auf ein von ihm mitgetheiltes Document aufmerksam, welchem die Hindus von Bombay die Regierung um näͤher Regulation des Rechtes der Eingebornen, in Geschwer

Gerichten sitzen zu koͤnnen, und um ihre Befreiung von Pflcht⸗ Geschworne zu seyn, in Bezug auf gewisse Fäll itten. So wuͤnschen sie, bei keinem Coroner's Inquest z gegen seyn zu muͤssen, da sie die Beschauung eines To als eine Befleckung betrachten, und sich erst reinigen muͤüssen, vor sie wieder weltliche Geschafte verrichten. Auch wollen sie v Criminal⸗Untersuchungen, die gegen Braminen gefuͤhrt n den, entfernt seyn, weil es ihre religiose Pflicht ist, ne

2— Tode eines Braminen 1ehune-—. ben ühen e lollen, ihren Verlangen gemaͤß, nur vr Kasten Bran 809b Senoys, Goldschmiede, Banians Bhaktas, und nach zuruͤckgelegtem 20. Jahre und nicht ger wie dis zum Alter von 60 Jahren gewaͤhlt werden von ihren Pflichten befreit seyn, sobald sie selbst oder nahen Verwandten gefährlich krank sind.