1828 / 301 p. 8 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Feldern zwischen dem Alagez und dem linken Ufer des Aba⸗

unterhalb unsers Lagers in dichten Schwaͤrmen umher. Nachmittags schlug General Kraßowskji dem Gouver⸗ neur vor, Augenzeuge der Tapferkeit der Persischen Caval⸗ lerie zu seyn. Zwei Kosaken⸗Rotten und zwei Bataillone mmit 2 leichten Stuͤcken Geschuͤtz wurden gleich uͤber den Aba an gesetzt und folgten dem General an den Fuß des Ber⸗ ges Alagez. In dem Maaße wie unsere Bataillone sich ihr 8 naͤherten, verdoppelte die Cavallerie ihre Bewegungen und * warf sich bald im Trab nach dem Berge zu. Noch ehe wir an einen Bach, der uͤber Steine zwischen ziemlich hohen Ufern G 8 den Fuß des Berges fließt, angelangt waren, hatten die

‚an,

Herser alle Huͤgel, die läͤngs dem nordoͤstlichen Abhange des

lagez, einer hinter dem andern, in die Hoͤhe steigen, besetzt üuunnd wie Heuschrecken bedeckt. Das Bataillon am Bache uruͤcklassend, waren die Generale, in Begleitung der Ko⸗ saken, auf die erste Anhöͤhe geritten, von den folgenden er⸗ oͤffneten die Perser, sich hinter Steinen verbergend, ein Ge⸗ woehrfeuer. Einige ihrer besten Reiter auf muthigen Pferden, critten die Anhoͤhe hinab und plänkelten mit unsern Kosaken. Es endigte damit, daß eine Bataillons⸗Colonne ßer⸗ mit einzelnen vorausgehenden Scharfschuͤtzen, eine Anhoͤhe nach der andern einnahm, zuletzt die ganze seindliche Cavallerie .“ 3 die Bergschlucht verjagte und alsdann zuruͤckkehrte, ohne

einen Soldaten verloren zu haben. Es war 6 Uhr Abends, als das Detachement wieder ins Lager ruͤckte. Den andern Morgen zerstreute sich die gestern von uns verjagte feindliche Cavallerie auf den Feldern und zuͤndete sie an: wir lachten, denn nur das vertrocknete fuͤr uns untaugliche Gras brannte; dodoas gruͤne an den feuchten niedern Stellen blieb unbeschädigt. Um 2 Uhr Nachmittags verließen die Perser die brennenden Felder und zogen sich stolz in ihr Lager zuruͤck, welches schon von Akaran nach dem Dorfe Uschagan versetzt und hart am Ufer des Abaran aufgeschlagen war, in der Nachbarschaft des Berges, der die Form eines Kegels hat.

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- Abbas⸗Mirza, der sich endlich von der Unmsglichkeit, unserm Lager bei Dsingali zu schaden, uͤberzeugt hatte, lagerte sich auf dem Gipfel des Verges Uschagan, der mit Infan⸗

kerie, TCavallerie und Kanonen bedeckt war, von wo er mit Wohlgefallen auf die Großthaten seines Blokade⸗Corps bei Etschmiadzin und auf die um unser Lager brennenden Berge und Felder blickte. Ueberdem erwartete er taͤglich mit Un⸗ geduld freudigere Nachrichten von der Cavallerie, die er ge⸗ len Gumry und unserem Verpslegungs⸗Wege zur Seite zum

erge Bosobdal, ausgeschickt hatte. Ee General Kraßowsksi erhielt unterdessen durch Armenier eaimnen Bericht vom Commandanten von Etschmiadzin und dem Erzbischofe Narzes. Iusluf⸗Chan, Befehlshaber der Artillerie, den Abbas⸗Mirza mit Truppen auf den Feldern des Klosters gelassen, sein La⸗ ger von einer Stelle zur andern versetzend, es endlich hinter einer langen, 2 Werst von Erschmiadzin entfernten Mauer des Kloster⸗Gartens aufgeschlagen habe, daß er, aus den in diesem Garten ausgehauenen Fruchtbäumen und Weinreben, Faschinen und Schanzköͤrhe verfertigt und in der Entfernung vpoon 200 Faden, der östlichen Seite des Klosters gegenuͤber,

eine Batterie angelegt, und daß er schon seit zwei Tagen aus drei. Stuͤcken schweren Geschüͤtzes Kugeln und Granaten schleudere, die indeß bis dahin dem Kloster keinen Schaden doch hatte Jussuf⸗Chan dem Bischof geschrieben;

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8 „Wenn du mir die Thore nicht freiwillig oͤffnest, werde ich

deas Kloster mit der ganzen Artillerie, Kanonen, Moͤrsern umringen und es von Grund aus zerstören; Dann Narzes wirst du die Sunde auf deiner Seele haben.“ Nachdem Suffaf cham vom Bischof eine ihm nicht genügende Ant⸗

seine⸗ ganzen Artillerie gegen Erschmiadzin zu wirken. Den 14. und 15. (28. und 27.) August hörte man von Etschmiadzin her, in den das Lager umgebenden Bergen

wort erhalten, entschloß er sich, am 17. (29.) August, mit

Kanonen⸗Schuͤsse, die den General Kraßowstji beunruhigten. In bestaͤndiger Erwartung des Belagerungs⸗Geschuͤtzes und mit demselben des Kabardinschen Regiments, widerstand er dem sehnlichen Wunsche, mit einer Handvoll Truppen nach dem Kloster und gegen Abbas⸗Mirza zu eilen.“ Endlich am 16. (28.) August höͤrte man von fruͤh Morgens bis gegen Mittag, eine viel heftigere, als die fruͤhere Kanonade, auf der Kloster⸗Ebene. Der General verlor die Geduld: „Das Kloster ist in Gefahr,“ rief er, „wir muͤssen hin.“

Um 4 Uhr Abends, nach gehaltenem Gottesdienst, bei welchem der Prediger des Regiments Sewastopol, in Be⸗ ziehung auf unsern Marsch, den Soldaten eine schöne Rede hieit, und Alle mit Weih⸗Wasser besprengte, zogen 4 Ba⸗ taillons, gegen 3000 Mann stark, 12 Kanonen und 500 Kosaken, laut singend, bergan auf dem Wege nach Ersch⸗ miadzin! Leichte Compagnie Fuhren, mit 10täͤgigem Pro⸗ viant beladen, bildeten unsere Bagage. Auf der Anhoͤhe, dem Dorfe Sagmn⸗Sarang gegenuͤber, angelangt, wurden wir von den feindlichen Patrouillen erblickt, die uns bestän⸗ dig dem ganzen rechten Ufer des Abaran entlang, beobachtet hatten. Alle sprengten in groͤßter Eile nach ihrem Lager, um unsere Bewegung anzuzeigen. In einer halben Stunde sahen auch wir, daß im ganzen auf dem Berge sich befin⸗ denden Persischen Lager und, rund um diesen Berg herum, bei Uschagan ein dichter Staub aufstieg, der sich bestaͤndig vermehrte und auf den Wegen nach Etschmiadzin und Sardar⸗Abad ausdehnte. Wir Alle setzten mit Gewißheit voraus, daß das

Ebene, zur Vereiuigung aller Truppen gezogen habe. (Fortsetzung folgt.)

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Koͤnigliche Schauspiele.

Sonnabend, 8. Nov. Im Schauspielhause: Kabale und Liebe, Trauerspiel in 5 Abtheilungen, von Schiller.

In Potsdam, zum Erstenmale: Christinens Liebe und Entsagung, Drama in 2 Abtheilungen, nach dem Französi⸗ schen von Th. Hell. Hierauf: Solotanz. sche Studien, Schwank in 2 Abtheilungen, von C Lebrun.

* Königsstädtsches Theater. .

Beide benachrichtigten ihn, daß

Sonnabend, 8. Nov. Die Entfuͤhrung, Lustspiel in 3 Akten von Juͤnger. gleur beruͤhmte Herr Carl Rappo, eine Vorstellung Indlants⸗ scher und Chinesischer Kunststuͤcke und Proben seiner selte⸗ nen Koͤrperkraft geben.

Berliner Börse. Den 7. Nov. 1828. 4 Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preuss.

Emmmmmn EEAe St.-Schuld-Sch. 4 91 91 8 sPomm. Pfandbr. 4 103 ½ ¼ Pr. Ensl. Anl. 8 5 102 102 Kur- u. Neum. do. 4 104 Pe. Kangl. Anl. 21 5 102 Schäwsiache 40. 4 105 ½, B0.b inclLit. HI 2.8 —- 99 [Pamn. Dom. do. 5 [106 ½ Kurm. Ob. m. 1.C 4 89 ¾ Dl̃rk. 40. do. 5 tos Neum- Ins. Sch. do. 4 90 ¾ 89 Opr. 40. 4„ 5 106 1 „Berlin. Stadt.0Ob. 5 102 114 [Rücha. G dkmb —-54 ½ 522 o an 4 105 6 98 140. 42 4 1ad 841 5 ½ Konitabg. do. 4 90 ½ Zias- Sch. d Kmlb. 55 ½ 5 ½ Elbinger dao. 5 101 qdno 4. Nmk. 55 ¾ 5 Danz. de. in Th. Z. 313 31½ Weatpr. Pfdb. A. 4 95 ½ 94 ¼ dio diro B. 4 Holl. vollw. Dac - 195 Oupr. Plandbrs. 4 95 [Dwo. 18—

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z ureP. 515“

Lager bei Uschagan aufgehoben sey und sich nach der Kloster,

Und: Humoristi⸗

Hierauf wird der als Athler und Jon⸗