1828 / 308 p. 8 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

reide einzukaufen, im Anfange

dem Peloponnes, aus

Moͤsten bildet einen Theil der heutigen Bulgarei, Ober⸗Moͤ⸗ sien war das heutige Servien. Ohne Zweifel gehoͤrte Odes⸗ sus zu den Handels⸗Staͤdten, welche in der Mitte des sie⸗ benten Jahrhunderts vor der christlichen Zeitrechnung von Milesischen Pflanzern gegruͤndet wurden. Ueberall, wo die

reichen und thaͤtigen Milesier Colonieen anlegten, faßten

Handel und Gewerbfleiß bald Wurzel und machten in we⸗ nig Jahren ungeheuere Fortschritte. Eine lange Zeit hin⸗ durch fuͤhrten Odessus, Tomos, Istropolis, Anchialos und mehrere andere Haͤfen des Thracischen Meeres einen vor⸗ theilhaften Handel mit der Mutterstadt Milet, der beruͤhm⸗ testen Stadt Joniens, in welcher Thales, Anaximander, He⸗ cataͤus, Pittacus, Aeschines und der Historiker Aristides, Verfasser der Milestaca, geboren wurden, so wie mit allen

* des Taurischen Chersonnes, besonders aber mit

rdauda oder Theodosia, der bluͤhendsten und volkreichsten Stadt am Schwarzen Meere, vornehmlich unter dem Koͤnige

Leucon, der um 393 v. C. lebte. Demosthenes, Lysias, Isokrates

und lange Zeit nach ihnen Strabo, berichten diese That⸗ sachen auf die glaubhafteste Weise. Die Sitopolen“*) oder

8₰ Getreide⸗Haͤndler, welche aus allen Gegenden zu den Maͤrk⸗

ten im Piraͤeus herbeistroͤmten, schickten jaͤhrlich uͤber 3000 Schiffe nach den Haͤfen des Schwarzen Meeres, um Ge⸗ gegen gemuͤnztes Gold und Silber, spaͤter, als ihre Handels⸗Verbindungen fester be⸗ gruͤndet waren, stellten sie auch Wechsel auf ihre Gastfreunde und Handels⸗Genossen in den Staͤdten des Schwarzen Mee⸗ res aus, und so bildete sich allmählig ein aͤhnliches Verhäͤlt⸗ niß, wie zwischen heutigen Großhaͤndlern. Die Griechen aus Attika und den Klein⸗Asiatischen In⸗ seln standen zu derselben Zeit in bedeutendem Verkehr mit

läaallen Haͤfen des Schwarzen Meeres und der Taurischen

Halbinsel, am meisten die Athenienser, welche durch Geschenke

die Könige jener Länder an ihr Interesse zu knüuͤpfen such⸗

en; sie schickten jedes Jahr eine Anzahl von Bildsäulen aus schoͤnem Pentelischen Marmor dorthin, von denen einige zum Geschenke fuͤr jene Fuͤrsten, andere zum Ver⸗

keauf bestimmt waren. Als Griechenland mit seinen Colo⸗

eindrangen.

lichen Tribut zu zahlen; Trajan, gluͤcklicher als seine

nieen in Klein⸗Asien unter die Roͤmische Herrschaft kam,

zerfiel dieses Zauberwerk des Kunstgeschmackes, des Geistes

und der Industrie, und die einst so bluͤhenden Städte ver⸗ armten und wurden entvöͤlkert. Noch schlimmer war ihr Loos unter den Bpzantinischen Kaisern, als die Hunnen Unter Theodosius II. trankte der furchtbare At⸗

tila Thracien und Möͤsien mit Blut, und nur mit Gelde

konnte der junge Fuͤrst die Geißel des Himmels entfernen.

In Varna selbst wurde 442 der Frieden zwischen dem Hun⸗

Fen, Könige und dem schwachen Theodosius abgeschlossen.

Moöoͤsten, Thracien, Dacien, alle jene reichen Landschaften,

welche der Ister (Donau) bespuͤhlt, hatten noch einen kurzen

Zeitpunkt des Glanzes unter den Antoninen. Domitian war genoͤthigt, dem Koͤnige von Dacien, Decebalus, einen Pöe⸗ or⸗

gaͤnger, besiegte die Dacier, und ließ auf seinem zweiten Feldzuge gegen sie durch Apollodorus von Damascus die be⸗ ruͤhmte Bruͤcke uͤber die Donau bauen, deren Truͤmmer noch vorhanden sind und dem Bewunderung abnoͤthigen. Aber schon unter den Nachfolgern Konstantin des Großen, kamen diese Laͤnder in Verfall. Buͤrgerkriege, Ge⸗

walt⸗Herrschaften, Einfäͤlle der Hunnen, Alanen, Gepiden,

und anderer Vöͤlkerschaften, die aus den weiten Ebenen Hoch⸗

. Asiens herabstroͤmten, richteten diese schoͤnen Provinzen vollends

KAnder.

der andern an die Osmanen, den Griechischen Kaiser Thracien, dann Gallipolis und Adria⸗ naopel, das er zum Sitze seines Reiches machte.

Niieder⸗Moͤsien.

zu Grunde. Seitdem erwaͤhnt die Geschichte nur selten jene Das Griechische Reich verlor eine Provinz nach Amurat I. nahm gegen 1365

Er unter⸗ warf sich die Servier und Bulgaren, und eroberte 888 Bajazet I., sein Sohn, unterjochte 130

*) In Atben war ein eigener Beamter, Sitophylar,

. Getreide⸗Aufseher genannt, der daruͤder wachte, daß Niemand

mehr Getreide kaufte, als fuͤr seinen Bedarf hinreichend war.

I den noch uͤbrigen Theil der Bulgarei und Macedonien nebst Thessalien. Mohamed I., eben so unternehmend als seine Vorgänger, brachte Ordnung in die Finanzen, und befestigte sein durch innere Kriege, und die Tamerlan's erschuͤttertes Reich. Im Jahre 1418 suchte er die Wallachen und Moldauer sich tributair zu machen; sein Enkel, Moha⸗ med II., zwang jene Voͤlker von Neuem zu einem jaͤhrlichen Tribut von 10,000 Piastern, den sie bis 1460 entrichteten, Der Sohn und Nachfolger des Letzteren, Amurat II., dehnte seine Eroberungs⸗Zuͤge bis nach Ungarn aus; der Krieg mit dem Koͤnig von Polen und Ungarn, Wladislaus, ward durch die fuͤr Letzteren so ungluͤckliche Schlacht bei Varna im Jahre 1444 *) zum Vortheil Amurats entschieden, und seitdem war von dieser Stadt keine weitere Rede mehr. (Schluß folgt.)

Haes e

Konigliche Schauspiele.

Sonnabend, 15. Nov. Im Schauspielhause: Der Blitz, Spiel in Versen, in 1 Aufzug, von A. Muͤllner. (Neu ein⸗ studirt.) Hierauf: Der Kammerdiener, Lustspiel in 1 Auf⸗ zug, nach dem Franzoͤsischen, von der Koͤnigl. Schauspielerin F. Krickeberg. Und: Ein Stuͤndchen vor dem Potsdamer Thore, Vaudeville⸗Posse in 1 Akt.

Sonntag, 16. Nov. Im Opernhause: Donna Diana, Lustfpiel in J Abtheilungen, nach dem Spanischen des Don Augustin Moreto, von C. West. Hierauf: Der Schiffsca⸗ pitain, Vaudeville in 1 Aufzug, von C. Blum.

Im Schauspielhause: öö Posse in 1 Auf⸗ zug, von Kotzebue. Hierauf: Die Schleichhaͤndler, Possen⸗ spiel in 4 Aufzuͤgen, von E. Raupach.

In Potsdam: Tancred, heroische Oper in 2 Abtheil.; Musik von Rossini. (Dlle. Hoffmann: Tancred.)

Montag, 17. Nov. Im Schauspielhause: Christinen’s Liebe und Entsagung, Drama in 2 Abtheilungen. Hierauf:

Das Ritterwort, Lustspiel in 4 Abtheil. von C. Raupach.

Kanigsstadtsches Theater. bge

Sonnabend, 15. Nov. Zum Erstenmale wiederholt: Des Sohnes Rache. Melodramatische Scene von K. von Holtei; Musik von A. Freund. Hierauf: Der Schneider und 8 R. tze D 4

Sonntag, 16. Nov. Die weiße Dame, komische Ope in 3 Akten; Musik von Boyeldieu. 2 che Oper

Berliner Börse. Den 14. Nov. 182 Fs 8 22 ,

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Amtl. Fonds- und Geld-Cours-Zettel. (Preuss. Cour.) Emman memmnmgäam

Si.-Schuld -Sch.] 4 91,2991 ¾ [Pomm. r.] 4 103 ½ Pr. Engl. Anl. 18 5 103 102 ¼ [Kur- u. Neum. do. 4 104 Pr. Engl. Anl. 2 5 [102 ¾ 102 Schlesische do. 4 105 ¼¾ B0.0 b incl.Lit. HI 2 99 [pPomm. Dom. do. 5 106 ¾ Kurm. Ob. m. I. C. 4 89 ½ Mzark. do. do. 5 106 ¾ Neum. Int Sch.do. 4] 90 ½ 89 [Oupr. do. do. 5 1056 m— Berlin. Stadt-Ob. 5 102 ½ [Rückst. C. d.Kmk- —] 54 ½ 54

ditio dito 4 100 99 ¾ [10. 40.ü. Nmk —]† 54 ½ 54 Königsbg. do. 4 91 [Zine-Sch. d. Kmb—- 55 % 54 ¾ Elbinger do. 5 101 diio d. Rmkt. 55 ½ 5342 Danz. d*. in Th. Z. 32 312 Wezstpr. Pfdb. A. 4 94 ½

dio duno B. 4 93 1 [Holl. vollw. Duc. —- 19 ½ Grosahz. Pos. do. 4 991 ⁷¹s Friedrichad'or. 13 ½ 13¼ Ostpr. Pfandbrf. 4 94 4 [Disconõio.

** Auswartige Börsen.

78 -4 St. Petersburg, 4. Nov.

Hamburg, 3 Mon. 9 ⁄. Silber -Rubel 309 ½,. Sprosenüge

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S. Nr. 302 dieser Zeitung.

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Gedruckt bei A. W. Hayn.

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