1828 / 310 p. 8 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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2 ür das kuͤnftige Jahr auf mehr als 1,200,000 Fr. an. Der Accise⸗Tarif von Paris ist ohnehin schon sehr herabgesetzt: ddeer Hektoliter Wein, der sonst 17 Fr. 50 Cent. zahlte, giebt 8. heute nur 11 Fr. 55 Cent. Die neue Verpachtung der Spielhaͤuser giebt auch einen Ausfall in den staͤdtischen Ein⸗ nahmen, so sehr man sich in moralischer Hinsicht daruͤber zu 8 freuen hat. Bei dieser Lage der Dinge wird eine Reduc⸗ dtion der Ausgaben dringend noͤthig. Die begonnenen “] werden unterbrochen oder doch langsamer

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betrieben werden. Der Präfekt beabsichtigte, dem Municipal⸗ Rathe vorzuschlagen, 500,000 Fr. fuͤr die allgemeine Ver⸗ besserung der Hospitäler anzuwenden; er verschiebt diesen Voeorschlag. Die geistlichen Anstalten werden, wie es scheint, 1 von den allgemeinen Einschraͤnkungen nichts erfahren. Die fuͤr Ausbesserung der alten und Beendigung der neuen Kir⸗ ger in diesem Jahre bewilligten Summen werden auch fuͤr 8 das kommende verlangt. Die Pfarrer⸗Wohnungen sollen noch vermehrt werden. 1820 gab es deren nur 10; jetzt sind 22 vorhanden. Gegen den reformirten Cultus zeigt sich der Mlunicipal⸗Rath nicht so freigebig; voriges Jahr verwarf ss den Vorschlag, ein neues Hans fuͤr den Praͤsidenten des CSConsistoriums der Augsburger Confession zu erbauen, und fewilligte dem Prediger nur eine Mieths⸗Entschaͤdigung. Seit 6 Jahren sind mehr als 100 Gemalde und über 30 8* Feen den verschiedenen religioͤsen Anstalten geschenkt

woorden; fuͤr den Erzbischof ist ein Lustschloß gekauft wor⸗ den,. Der Bericht uͤber die Verbesserungen der Straßen enthaͤlt eine interessante Angabe uͤber die Terrain⸗Theile, die Straßen seit 12 Jahren durch Hauserbauten ge⸗ woonnen haben, indem hier und dort von den Grundstuͤcken Theile abgeschnitten werden mußten, um gerade Linien her⸗ voorzubringen. Es ergiebt sich daraus, daß die Straße von 1816 bis 1821 3542 Metres, von 1821 bis 1827 21,148 Metres, im Ganzen 24,690 Quadrat⸗Motres (ungefähr 1730 Rheinländische Quadrat⸗Ruthen) gewonnen hat. Man hat berechnet, daß, wenn die Länge jeder Straße doppelt ge⸗ rechnet wird, Paris eine Ausdehnung von 180 Lieus in sei⸗ nen Mauern umschließt. Die Verwaltung von Paris woill einer Gesellschaft die Unternehmung des Transports des Wassers in die Haͤuser uͤbergeben. Das Wasser soll theils aaus dem Bassin der Villette, theils aus der Seine genom⸗ mmen werden; die Ausgaben werden auf 20,000,000 Fr. ge⸗

schaͤtzt. Die Stadt uüberlaͤßt der Gesellschaft den Gebrauch seaͤmmtlicher hydraulischen Anstalten, Röhren und Maschinen, mwelche sie gegenwärtig besitzt; aber nach 99 Jahren fallen diese Anstalten und Geraͤthe, so wie das ganze Geschaͤft nebst seinem Ertrage, ungetheilt und ohne Threg zc an die

tadt zuruͤck. Die Stadt behäͤlt sich fuͤr die Zeit, daß die Gesellschaft das Unternehmen betreibt, die Erhebung von we⸗ nigstens 10 pCt. auf die Brutto⸗Einnahme vor. Unter den entworfenen oder schon begonnenen Bauten sind beson⸗ ders zwei Holzkohlen⸗Maͤrkte und drei Futter⸗Maͤrkte zu be⸗ merken. Die letzteren werden von einer Gesellschaft erbaut, welche siebzig Jahre lang den Ertrag dieser drei Märkte bezieht. Sie nehmen eine Flaͤche von mehr als 9000 Toisen ein, und werden im nächsten Jahre beendigt wer⸗ den. Die Gebaͤude bestehen aus ungeheuern Remisen, über welchen Magazine, mit einer ununterbrochenen Bal⸗ ken⸗Reihe versehen, angebracht sind. Die Kosten dieser Bauten werden auf 1,200,000 Franken angeschlagen. Den Haus⸗Eigenthuͤmern scheinen die Trottoirs von AQeauuadersteinen, mit welchen die Stadt auf ihre Kosten einen Versuch gemacht hat, zu gefallen, und sie folgen diesem Bei⸗ spiele. Am 1. Januar 1827 waren in Paris nur 4000 Ms⸗ eAres Trottoirs vorhanden, im vorigen und im Anfange die⸗ ses Jahres sind noch 5000 Métres hinzugekommen (im Gan⸗ zen also etwa 630 Rheinländische Auadrat⸗Ruthen). Jetzt hat Paris 2 ¾ Lieues Trottoirs, es fehlt also noch viel an den 180 Lieues, welche die vaßzanger in Paris zu durchlau⸗

fen haben. Paris ist eine schöͤne und reiche Stadt, sie he⸗

2 8 wo die Kün te d 2 drei Kanäaͤle bringen Reinlichkeit und Gesundheit in die

Ein Strom und

Straßen, und werden in Kurzem die höͤchsten Stockwerke der Haͤuser mit frischem und klarim Wasser versehen. Die Straßen werden vergroͤßert und gesunder gemacht. Es ist im Werke, unterirdische Kanäͤle statt der Rinnsteine anzule⸗ gen. Der geraͤumigste Spatziergang der Stadt, die Elisat⸗ schen Felder, wird Verschoͤnerungen erhalten, welche nicht weniger als 22,00,000 Fr. kosten werden. „Dies ist,“ schließt das Journal du Commerce, „eine Seite des Gemäldes. Auf der anderen angesehen, bestreitet Paris diese Ausgaben durch eine Abgabe, welche auf den aͤrmsten Einwohnern lastet, und deren Ertrag nicht immer ausreicht; so daß Anleihen gemacht werden müͤssen. Paris muß unter seine Einnahmen noch die Pacht der Spielhaͤu⸗ ser rechnen. Die beiden Invasionen kosten der Stadt 57 Mil⸗ lionen. Paris hat mehr als 53 Millionen Schulden, wovon

38 Millionen zu bestimmten Terminen bis 1853 abgezahlt

werden muͤssen. Und Paris hat einen Municipal⸗Rath, des⸗ sen Fehler das Budget in einem Jahre mit 6 Millionen be⸗ lasten. Welche Stadt moͤchte um diesen Preis Paris seyn?“

Koͤnigliche Schauspiele.

Montag, 17. Nov. Im Schauspielhause: Christinen's Liebe und Entsagung, Drama in 2 Abtheilungen, nach dem Franzoͤsischen: La Reine de seize aus. von Th. Hell. Hier⸗ auf: Es ist die rechte Zeit, Lustspiel in 2 Abtheilungen, von 52 Und: Die drei Sklavinnen, Divertissement in 1 Akt.

Dienstag, 18. Nov. Im Opernhause: Koöͤnig Lear. * 82 5 xv,—

m Schauspielhause; Vorstellu der Franzöͤsischen Theater⸗Gesellschaft. Peenh

Mittwoch, 19. Nov. Im Opernhause: Olimpia, große

Oper in 3 Abtheilungen; Musik von Spontini.

Koönigsstädtsches Theater. E

Montag, 17. Nov. Hofmeister in tausend Aeng⸗ sten. Hierauf: Die Theaterprobe. Zum Beschluß, zum Er⸗ stenmale wiederholt: Der neue Gutsherr, komische Oper in 8 82 nach dem Französischen von Castelli; Musik von Bo⸗ veldieu. 2

Dienstag, 18. Nov. Lenore. Amsterdam? 11. Nov. 8 2.

Qesterr. 55 Metalliq. 91 ⅞. Bank -Actien 1310. Loose au 100 Fl. 187. Partial-Oblig. 375. Russ. Eugl. Anl. 85 ½. Russ. Anleihe

Hamb. Certisic. 84 ¼ 8 rls 88* .,

London, 8. Nov. iea Cons. 86 ½. Schatakamwmer-Scheine 76. Russ. 93½. 2. Part. 552.56. Braszil. 64 ½. DBuecnos-Ayres 47.48. Meaic. 341., ½2. Co⸗

lumb. 18 ¼. 1

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Auswartige Börsen.

Hamburg, 14. Nor. 1 Oewerr. Metalliq. 95 ½. Ruas. Engl. Anl. 90 ⅞,. Rum. Anl. Ha Cerüf. 85 ⅛.

St. Petersburg, 7. Nov. Hamburg. 3 Moan. 9 ¹. Süber-Rubel 309]‧. Amign. 107.

6procentige Pask-

Wien, 11. Nor. 4 5pCt. Metall. 95 %. Bank -Actien 1085. Pgeenee

Ber tigung. 28

Im gestrigen Blatte, unter: Vermischte Nachrich ten, in der vierten Zeile v. c., I. „Ximenis,“ st. Xi. meriei,“ und in der 7. Zeile lI. „Jonson,“ st. „Jenson.“

sitzt praͤchtige Kirchen und

Gedruckt bei A. W. Hayn.

öͤffentliche Gebäude, Kirchhöͤfe, ¹ e5. 8 3

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Reedacteur John. 2

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