1828 / 315 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

zur Allgemeinen Preußischen

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Staats⸗Zeitung Nr. 31

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lassen. Leider fanden auch hier, wie es gewoͤhnlich bei sol⸗ chen Gelegenheiten der Fall ist, mehrere Ungluͤcksfaͤlle statt.

Ueber die, von dem Archi⸗Diaconus von Nottingham zusammen berufene Versammlung der Geistlichkeit (deren wir gestern erwähnten), aͤußert sich ein hiesiges Morgenblatt olgendermaaßen: „Die Geistlichkeit hat als Zweck dieser Zu⸗ angegeben, daß sie die besten Maaßregeln, um dem Koͤniglichen Collegium zur Huͤlfe zu kommen, in Be⸗ tracht zichen, und zugleich die Gelegenheit benutzen wolle, ihren ühen uah zu erklären, alle ihre Kraͤfte zur Auf⸗ rechthaltung des protestantischen Uebergewichts anzuwenden. Sie giebt diesen Zweck vor, und beschaͤftigt sich in der Ver⸗ sammlung mit ganz verschiedenen Gegenstaͤnden. Wie wir

ichtiget sie nichts anderes, als sich Geld zu 22— Ausfuͤhrung eines an⸗

Ulte dieses etwa zur h * Sollte sie vielleicht Waffen kaufen wollen?

ersammlung der katholischen Association

in Seennel in starken Ausdruͤcken uͤber die gegen die Katholiken gerichteten Anklagen der Pro⸗ testanten aus. Besonders suchte er die Behauptung dersel⸗ ben, als sey die katholische Religion der Freiheit entgegen, zu widerlegen. Er ging vielmehr so weit, 2. aͤußern, daß mehrere Staaten Europas erst dann ihre fruͤhere reiheit verloren haͤtten, als die Reformation in dieselben eingefuͤhrt worden sey. „Die Geschichte wird“, aͤußert die Norning⸗Chroni cle hieruͤber, oin der katholischen Association auf einer und in den Braun⸗ schweig⸗Clubs auf der andern Seite auf hundert Arten ver⸗ dreht und verfalscht. Es mag fuͤr einen uͤber die Ansichten fanatischer Protestanten erzürnten Katholiken erfreulich seyn, zu vernehmen, daß die Freiheit allein mit seiner Religion zusammen bestehen koͤnne. Allein sein Gefuͤhl sich findet, wird sein Verstand in die Irre gefuͤhrt.

wir den engherzigen Geist tadeln, mit wel⸗

chem die Protestanten uͤber die Katholiken sprechen, mißbilli⸗ gen wir eben so sehr die Art, in welcher Hr. O' Connell ge⸗ gen sie auftritt. Hr. O' Connell bezeichnet mit dem unbe⸗ stimmten Ausdruck „frei“ alle Arten der Regierung, ohne die Natur und die Ausdehnung der Freiheit mm. len nannte sich eine freie Republäk, weil die Adligen die Freiheit hatten, ihm Boͤses zuzufuͤgen, waͤhrend der Koͤnig nicht frei genug war, um ihm Gutes zu thun und das Volk

* Se,e. in der Grafschaft —2, eine

nliche Versammlung, wie die zu Penenden⸗Heath und zu demselben Zwecke, zu berufen. 1 Da zu Leeds der Name: „Braunschweig⸗Club’“ in kei⸗

2 unst steht, so hat man daselbst eine anti⸗katho⸗

nschs . unter dem Namen: „Association nach pro⸗ ischen Grundsätzen“ gestiftet. 3

Die Morning⸗Chronicle koͤmmt noch einmal auf

die (küͤrzlich erwähnte) lugschrift uͤber Englands Verhͤlt⸗ nisse zu Rußland zuruͤck und füͤhrt unter andern folgende, auf die Lage und die Fortschritte Großbritaniens im Allge⸗ meinen sich beziehende Stelle aus derselben an: „Was dieses Land betrifft, so kann ich ohne Furcht, widerlegt zu werden, versichern, daß Großbritanien seit der Periode der großen Territorial⸗Vergrößerung Rußlands seit die Tuͤrken ge⸗ zwungen wurden, Bessarabien und die halbe Moldau abzu⸗ treten seit der zweiten Theilung Polens und der Erobe⸗ rung Georgiens, trotz des ungeheuren Capital⸗Aufwandes, . der Französische Revolutions⸗Krieg nothwendig ge⸗ macht hat, im Reichthum und in der natuͤrlichen Folge des⸗ selben, näͤmlich der Macht, Schritte gethan hat, die in der früͤheren Geschichte kein Beispiel finden. Welches Maaß sollen wir fuͤr unser Fortschreiten gebrauchen? Die Ausdeh⸗ nung der che unter dem Pfluge, oder die allge⸗ in der Landwirthschaft, der Wachsthum

auf jedem Meere und in jedem Theile der Welt, wo nur Waaren gegen Waaren umgetauscht werden können; die dewundernswuͤrdige Vermehrung der Manufac⸗ und der mechanischen Erfindungen, die Zunahme von in jeder Ri die fortwaͤhrenden Vergröͤße⸗ rungen der Genüsse und keiten des Lebens, Alles dies sind Zeichen Emporstrebens. Unsere öͤffent⸗ lichen sind von zweimal so großem Um⸗ sange, als vor der ode groͤßer, als die

der Dienst des Staats sie noͤthig

öffentliche Sicherheit

macht; und dennoch werden

Po⸗

gen Zustandes dieser Armen aus: „Der Herzog von Welling⸗

sie mit einer weni ren Anstrengung unterhalten und zeigen Üeea; ieperb⸗⸗ Kostspieligkeit die Groͤße der Huͤlfsquellen, welche sich *₰ einem Falle wirklicher Noth entwickeln wuͤrden.“ Die Morning⸗Chronicle fuͤgt diesen Bemerkungen, mit Beus auf einige Reden der Herren Shiel und O' Connell 8s „Wie Jemand durch England reisen, den Ueberfluß des Reichthums, das Erzeugniß dieser thaͤtigsten und kunstfleißig⸗ sten aller Nationen erblicken, und dennoch zu dem Schlu 2 kommen kann, England sey schwach, das ist uns unbegreiflich.“ Der Globe stellt freudige Betrachtungen uͤber die Fort⸗ schritte der Franzosen in Morea an. „Es war“ (sagt er) „weise von dem Englischen Ministerium, daß es die Expedi⸗ tion nach Morea weder als eine Taͤuschung noch als eine Hintenansetzung angesehen hat. Die Franzoͤsische Regierun oder vielmehr die Franzoͤsische Nation, hat das hohe Verdiens eine groͤßmuͤthige und hoͤchst nuͤtzliche Art des politischen Mit⸗ leids vollzogen zu haben, und unsere Minister sind berech⸗ tigt, auf einen Theil des Ruhms Anspruch zu machen, da sie die Beweggruͤnde zu diesem guten Werke zu schätzen wuß⸗ ten. Die innere Organisation Griechenlands wird, wie wir fuͤrchten, einige Schwierigkeiten verursachen. Viele der mili⸗ tairischen Anfuͤhrer, welche damals untergeordnete Beamte der fruͤheren Regierung waren, sind, in dem schlimmsten Sinne des Worts, durchaus Tuͤrkisch in ihren Sitten und Begrif⸗ fen. Von dieser Seite her wuͤrden wir es vielmehr bedauern wenn die Franzosen Griechenland zu bald verlassen, als wenn sie zu lange daselbst verweilen wollten.“ Niachrichten aus Konstantinopel zufolge waren daselb Anfangs October ungefaͤhr 60 Oesterreichische nach ase bestimmte Schiffe angekommen, die bei ihrer Ankunft Baar⸗ schaft am Bord hatten, um Korn anzukaufen. Wenn gleich ihnen die Durchfahrt nicht verwehrt worden war, so mußten sie doch wegen des Kaiserl. Russischen Verbotes Hinsicht der Weizen⸗Ausfuhr ihren fruͤheren Plan aͤndern, und in Folge dessen jene Summen in Wechsel⸗Briefe umsetzen. Ieses bedeutende und ploͤtzliche Zustroͤmen von baarem Gelde hatte auf alle Europaͤtschen Course Einfluß, und trieb den Engli⸗ schen auf 60. In Smyrna war er einige Tage fruͤher 58 ½. Nach den neuesten kaufmaͤnnischen Nachrichten von Orte, hatten alle dortigen Englischen Schiffe Fruchtladungen bekommen und waren nach Tschesme gesegelt, um Ladungen nach England einzunehmen. Es herrschte dort uͤbrigens voll⸗ kommene Ruhe.

Die Morning Chroniecle und die Times rufen die Mildthaͤtigkeit der Briten fuͤr die ungluͤcklichen Spantschen, Portugiesischen und Italiaͤnischen Fluͤchtlinge an, von wel⸗ chen an 1,000 die haͤrtesten Entbehrungen dulden muͤssen, und jetzt im buchstaͤblichen Sinne des Worts brodlos sind. Das letztgenannte Blatt ruft, nach Schilderung des trauri⸗ ton thut nichts fuͤr sie, oder er will, oder er kann nichts fuͤr sie thun. Wenige tausend Pfund wuͤrden sie saͤmmtli vom Untergange retten; o! wenn das Budget vor das Par⸗ lament kaͤme, wer wuͤrde da eine solche Kleinigkeit diesen huͤlflosen, verarmten, hungernden Fluͤchtlingen verweigern ?7

Der Plymouth⸗Herald sagt: „Diejenigen unserer

Leser, welche die Londoner Blaͤtter ansehen, haben wahrschein⸗

lich einige heftige und niedrige Angriffe gelesen, welche ge gen die Portugiesischen Fluͤchtlinge, die sich gegenwaͤrtig in

unserer Stadt aufhalten, geschehen sind. Sie waren in Blaͤt⸗ tern von einer Ultra⸗Tory und anti⸗katholischer Gesinnung

enthalten, und nicht allein haben diese ungluͤcklichen Emigran⸗ —— Aerger dieser Scribler erregt, sondern auch ihre Bache.

die Sache der Gerechtigkeit, Freiheit und Gesetzlichkeit, ist 8 6 2

Unwillens, wenn

Doch E

so auf die schnöͤdeste Weise angegriffen worden.

staunen tritt an die Stelle des Aergers und sans erwaͤhnen, daß diese Blaͤtter im Sold der Agenten Dom

Miguel's stehen. Eins derselben, wegen seiner Gemeinheit und seiner Vertheidigung

des Sklaven⸗Handels beruͤchtigt, hat, wie wir aus guter Quelle wissen, von einem Englischen —ö

Dom Miguel's, der den Marquis Lavradio von Lissabon be gleitete, 400 Pfd. empfangen.“ Der Globe bemerkt da⸗

bei, daß es doch noch sehr zu bezweifeln staͤnde, ob die Agenten Dom Miguel'’s 400 Pfd. wegzugeben haͤtten. 8

Eins der reichsten Individuen unter dem Adel in Lissa-⸗ bon ist gegenwaͤrtig der Baron von Quintilla, dessen Va⸗

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ter, der fruͤher Kaufmann war, sich das Adels⸗Patent er:.