1828 / 319 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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ie, Ihre Arbeit so viel als moͤglich zu beschleu⸗ 2668 Kaiserlich⸗Russische Linienschiff „Ezechiel“ ist mit dem Kaiserl. Russischen Staatsrath und Kammerherrn, Grafen Bulgari, am Bord, in Poros angekommen. Der⸗ selbe hat uns ein Schreiben des Vice⸗Kanzlers, Grafen Nesselrode, eingehaͤndigt, wodurch er im Namen seines Kai⸗ sers bei der Griechischen Regierung accreditirt wird, um die aus dem Londoner Vertrage hervorgehenden Beziehungen zwischen Rußland und Griechenland einzuleiten. Ich fuͤhle mich gluͤcklich, hinzufuͤgen zu koͤnnen, daß die zuverlaͤssigsten Nachrichten mich berechtigen, Ihnen anzuzeigen, daß in Kur⸗ zem auch ein im Namen Sr. Großbritanischen Maj. bei der Griechischen Regierung accreditirte Agent in unserer Mitte ankommen wird. Lassen Sie uns, meine Herren, durch das Resultat unserer Anstrengungen das wohlwollende Interesse rechtfertigen, womit die alltirten Maͤchte Griechenland beehren.

Poros, 19. Sept. 1828. E“

üzs Der Präsident J. A. Capodistrias. g Der Sinats⸗Secretar . f om 2. Oet. wird (in demselben 8 atte) „I Cechrane ist auf deim Dampfboot „Mereury’ in Poros angekommen; es gehoͤrt zu denen, welche Griechen⸗ land so theuer hat bezahlen muͤssen, und die ec seit drei Jahren erhalten sollte. Man versichert, der edle Lord habe Iober gebracht, um die Vollendung des Schiffes zu beschleu⸗ nigen, und es zu einem der vollkommensten dieser Gattung

zu machen. Einem

Geruͤchte zufolge, stehen die in Poros versammelten Botschafter der drei Maͤchte im Begriff, die Inseln des Archipel zu besuchen. In diesem Falle, hoffen wir, wird Se. Excellenz der Praͤsident Griechenlands bald nach ina z kehren.“ 21 de Smyrne meldet aus Alexan⸗ drien vom 20. September: „Die Franzoͤsische Kriegsbrigg „Risus“ hat im Anfange dieses Monats die Herren St. Leger und Legros hiehergebracht, deren Auftrag, wie man sagt, darin befteht, dem Vice⸗Koͤnig officiell die Sendung Franzoͤsischer Truppen nach Morea anzuzeigen und ihn mit dem Zweck dieser Expedition bekannt zu machen. Die Pforte hat von Sr. Hoheit eine bedeutende Getreide⸗Sen⸗ dung nach Konstantinopel verlangt. Man beladet die Fahr⸗ zeuge schon damit und sie werden in Kurzem abgehen.” 6 Ein Schreiben aus Alexandrien vom 30. September [ebenfalls im Courrier de Smyrne) enthaͤlt noͤchst der von uns bereits gegebenen) Meldung von der Ankunft der ersten Abtheilung der aus Morea zuruͤckkehrenden Truppen die Nachricht, daß ein Theil der Transport⸗Schiffe nach Morca zuruͤ* schickt worden ist, um den Rest der Truppen einzu⸗ A— Sie werden durch dieselbe Fregatte escortirt wer⸗

ü ein Officier Ibrahim s, Baki Effendi, die Uebermn,

dacht hat. Jenes Schreben 2 .S ern von St. Leger und Legros hat die Die nntunc deh se Sklaven zum Zweck, welche sich in Privatleuten verschiedener Nationen besin⸗ dem Bis jetzt sind deren 80 in Freiheit gesetzt worden; eine *& groͤßere Zahl, besonders Frauen, hat es vorgezo⸗ * nn den Tuͤrken zu bleiben, indem sie die Freiheits⸗An⸗ gen, bei ausschlugen. Die Herren von St. Leger und Le⸗ nach Kairo abgereist, wo sie mit ihren Bemuͤhun⸗ 25 fortfahren werden. Zwei Algierische, im hiesigen Ha⸗ nn g 8 Kriegsschiffe werden von der Franzoͤsischen Cor⸗ jen Fes und von den Kriegsbriggs Acteon und Ni⸗ 7 fortdauernd beobachtet. Eine betraͤchtliche Anzahl von sus, f rlern ist mit dem Bau eines großen Arsenals be⸗ Handwer der vom Vice⸗Koͤnig angeordnet ist, welcher nach schaftic⸗ uft seines Sohnes Ibrahim seine Residenz fort⸗ 8e 2 2 Alexandrien nehmen will, welches jetzt der Mit⸗ dauernd ir Aegyptischen 9 andels geworden ist. telpunkt eet „. dieses Blatt meldet aus Syra vom & 8 4 Der Präsident hat endlich in die Zusammenbe⸗ 2. Oectober: Mational⸗ ersammlung gewilligt; nach seinem rufung einer 8- Poros statt finden, aber alle Griechen zie⸗ Willen soll ste i weil die Meinungen dort weniger durch hen Damala vor, remden Kriegsschiffe beschraͤnkt werden. ire Gegenwart dee äftigt sich hier viel mit der Antwort Das Publikum bes tschafter; sie weiset das Princip der der Pforre an die Vot urüͤck, und bestreitet das Recht Interhentton hartnaͤckig 5e fter von Frankreich und England dazu, ladet aber die Boischaf n nach Konstantinopel ein, 49

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der Citadelle und 6000 unregelmäaͤßige halten die wichtigsten 8

dort die Griechische Sache

he vt peenischen vree⸗Zeitung Nr. 310.

friedlich beizulegen. Nach Poros will sie keinen Bevollmaͤch⸗ tigten schicken. Das sind ihre letzten Beschluͤsse, die sie in entschiedenen Ausdruͤcken ausgesprochen hat. Die Botschaf⸗ ter, welche schon am Bord ihrer Schiffe Conferenzen hatten, werden sonach, wie man sagt, bald nach Korfu zuruͤckkehren. Der Praͤsident hat das Panhellenion versammelt, und ihm die Antwort des Sultans mitgetheilt, zugleich erklaͤrend, daß

er mit ihnen, als den Repraͤsentanten der Griechischen Na⸗ tion, uͤber die zu treffenden Maaßregeln berathen werde. Der Praͤsident des Panhellenions, Petro⸗Bey, erwiederte im Na-⸗ men seiner Collegen: „Wir sind keinesweges die Repraͤsen⸗ tanten der Nation; die Wahl, welche Euere Excellenz in uns getroffen, hat nicht die Sanction unserer Mitbuͤrger er⸗ halten. Wenn Sie daher die Gesinnungen der Nation ge⸗ nau kennen lernen wollen, so wie ihre Wuͤnsche und wahren. Interessen, die bis jetzt verkannt worden sind, so berufen Sie die National⸗Versammlung zusammen, welche Ew. Excellenz aus * 1 eigenem Antriebe den Griechen versprochen und augenblicklich wird die Nation Ihnen ihr Vertrauen wieder zuwenden.“ Der Praͤsident antwortete, er werde mit seinen Ministern bera⸗ then, was das Wohl der Nation unter den gegenwaͤrtigen Umstaͤnden erheische, und man befuͤrchtet die nahe Auflösung des Panhellenions, das ohnehin in seinem jetzigen Zustande unnuͤtz ist. Ibrahim ist nach

Aegypten abgegangen, und man behauptet, die Truppen des Nikitas wuͤrden, im Ein⸗ verständniß mit der Franzoͤsischen Militair⸗Behoͤrde, die Garnison von Modon und Koron bilden. Der ehemalige Secretair des gesetzgebenden Koͤrpers, Pappadopulo, wird Gouverneur einer dieser Festungen werden. Nach allen Anstalten in Attika und auf der Insel Negroponte zu schlie-e ßen, ruͤstet sich Omer⸗Pascha zu einem kraͤftigen Widerstande „. gegen einen etwanigen Angriff. Er hat die ganze Erndite in den Umgebungen Athens gekauft und in die Akropolis gebracht. Die Befestigungen der Citadelle werden ausge⸗ bessert und vermehrt, der Philopagus, der sie auf einer Seite beherrscht, ist befestigt und mit Artillerie besetzt wor⸗ den. 4000 Mann regulairer Truppen bilden die Garnison

88 Stellungen der Umgegend besetzt. Ein Corps von 500 aus⸗ erlelenen, Reitern steht in einem Dorfe, einz; Stunde von Athen. Das Fort Carababa, das auf der Seite von Attik

die Bruͤcke nach Negroponte vertheidigt, wird befestigt, so wie die Stadt gleichen Namens und Caristo. ie ganze

Tuͤrkische Bevoͤlkerung von Attika und Eubda ist unter den 5 8.

Waffen und erwarret Verstaͤrkung aus West⸗Griechenland. Lord Cochrane ist vor drei Tagen in Poros auf einem Dampfschiffe angekommen, welches eines der schoͤnsten von dieser Bauart seyn soll. Die Ruͤckkehr dieses edlen Helfers hat unter den Griechen allgemeine Verwunderung erregt; man fraͤgt sich, ob Griechenland noch Seekaͤmpfe fuͤhren soͤll, und ob ein kleines Land, das ohne Huͤlfsquellen, ohne Ge⸗ setze, ohne innere Organisation ist, darauf Anspruch machen koͤnne, seine Marine auf gleichen Fuß mit der Englischen zu stellen; endlich fraͤgt man, ob Lord Cochrane seine Dienste den Griechen unentgeltlich widmen werde und zum zweiten 8 Male kommen, um zu dem neuen gesellschaftlichen Gebande, das man hier errichten will, auch seinen Tribut beizutragen ?2 Seit einigen Tagen geht hier das Geruͤcht, daß in Malta vierzig Segel, von Russischen und Englischen Schiffen escor⸗ tirt, angekommen seyen, und daß man die Zahl der Franzoͤ⸗ sischen Truppen auf 30,000 Mann bringen wexde.“

In seinem neuesten Blatte vom 18. Oct. giebt der Courrier de Smyrne ein Schreiben aus Napoli di Ro⸗ mania vom 6. Oct., woraus wir Nachstehendes mittheilen: *)

„Saͤmmtliche in dem nenen Fort von Poros gefangen gehaltene Piraten sind entsprungen, nachdem sie die Wache entwaffnet und vier Soldaten von der Besatzung des Forts, die im Ganzen 13 Mann stark ist, verwundet hatten; sie wuͤrden alle niedergemacht haben, und das war die Meinung eines bei der Seerauberei grau gewordenen Pappas Prie⸗ ster), wenn nicht jeder weitere Aufenthalt gefaͤhrlich gewesen waͤre. Der Commandant dieses Postens, ein ehemaliger Französischer Offizier, hatte mehrmals vorgestellt, daß sein

*) Wir glauben zwar unsern Lesern obigen Auszug nicht vorenthalten zu duͤrfen, muͤssen dagegen unsere fruͤhere Bevor⸗ wortung bei Mittheilungen aus dieser Quelle auch hier er⸗ EEEEIIö6” 8

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