1828 / 327 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

* wenigen di. 8 . n es Parlaments⸗Orten unberuͤhrt bleibt, ohnedies eine starke Ver⸗

Anderung erleiden. dden der Herzog von Norfolk, als das Haupt der katholischen Linie Englands und ein achtharer Geistlicher, welchen wir als den Repraͤsentanten ihrer Kirche betrachten muͤssen, ver⸗

halbe Million Unterthanen einer Freiheit berauben wollte,

welche sie so ausgeuͤbt haben, als ihr Gewissen es erheischte?

Waͤrde es nicht schimpflich seyn, wenn man den Freisassen sagen wollte: „Wir nehmen Euch Euer Wahlrecht, weil ihr

eine Macht, die man Euch in Eurer Eigenschaft als Sela⸗ ven hatte, wie freie Maͤnner

gebraucht habt.“ Wahlrecht, wenn es jetzt

8. In Jahren wird dieses von Die Gutsherren werden ihre Macht wie⸗ der erlangen und die Association die ihrige in dem Maaße verlieren, in welchem die Krisis verschwindet. Se. Gna⸗

künden auf die oͤffentlichste Weise, daß sie gesonnen seyen, die Emancipation unter Bedingungen anzunehmen das heißt, solche Sicherheiten zu gewaͤhren, als der Staat von ihnen zu fordern für gut halten moͤchte. Wir koͤnnen nicht

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* 22 zu vermuthen, daß eine solche Erklaͤrung nach vor⸗

hergaͤngigem Einverständnisse mit der Regierung Sr. Maj.

bgegeben worden sey, und wir wuͤnschen von Herzen, daß

dies der Fall seyn moͤge. Wäͤhrend nun der Herzog von Norfolk sagt: „Emancipirt uns, aber sichert Euch, wie Ihr es fuͤr passend haltet,“ so ruft man in Irland aus, die Emancipation muͤsse ohne Sicherheiten irgend einer Art er⸗ theilt werden, oder die Irlaͤnder wuͤrden sie nicht annehmen! So erfahren wir, daß die Regierung den Papst um ein Concordat gebeten, dieser aber es verweigert habe, so lange nicht die politische Emancipation der Katholiken bewirkt seyn wuͤrde. Ueber dieses letztere Factum muͤssen wir zuerst be⸗

merken, daß, wenn die Regierung sich herabgelassen hat, den

Papst zu einer vermittelnden Macht zwischen dem Britischen Parlamente und den Unterthanen des Koͤnigs zu machen, ieselbe ganz nach Verdienst von Sr. Heiligkeit behandelt worden ist. In des Himmels Namen, was hat die Briti⸗ sche Regierung mit dem Bischof von Rom zu thun? Weiß ter Herzog von ehegehe nicht, daß der Papst nichts so sehr scheut, als eine Wieder⸗Vereinigung der Irläandischen Hhrblllen mit dem Britischen Staate? Die letzte Hoffnung des Vaticans ist die Trennung der Katholiken von den Pro⸗ testanten in diesem Koͤnigreiche; weil der⸗ Augenblick, in wel⸗ chem die Britischen und Irlandischen Katholiken einerlei weltliches Interesse mit ihren protestantischen Bruͤdern haben, jeder Vereinigung mit dem Roͤmischen ein Ende macht. Es giebt in Irland. Manche, welche mit der wirklichen Vollendung der Emancipation zu⸗ gleich dem Umsturz ihrer eigenen rigkeit entgegensehen. 1g4. wir uns daher wundern, daß, wenn die Englischen Drotestanten die Bewilligung der Emancipation nur unter Ee fuͤr moͤglich halten, welche die Sicherheiten verwerfen, um die Emancipation un⸗ erreichbar zu machen? Ein solcher Widerspruch mag nun von Iralsentschech esenten oder von Irlaͤndern ausgegangen seyn, ein kuͤhner 1 aufgeklärter Staatsmann hat nur einen Weg zu verfolgen. Er lege dem Parlamente eine Bill vor, nach welcher die katholischen Laien zur Verfassung zugelassen werden, und zwar, wegen der aus den Verhaͤltnissen der Geistlichen zum Staate zu besorgenden Gefahren, nur unter gewissen Vorbehalten; thut er dies, so wird er gewiß nicht weiter beunruhigt werden. Wollte man sich nur einmal der katholischen Laien annehmen, so wuͤrden diese sich wenig um die Priester kuüͤmmern. Man verbinde sich mit jenen und biete dem Priesterthum Trotz. 1b Aber vor allen Dingen moͤge die Britische Regierung sich nicht auf Unterhandlungen mit einem Vereine von Menschen einlassen, von welchen Einige in der Emancipation bloß einen persoͤnlichen Triumph suchen und von denen Andere ihren groͤßesten Triumph in der Ver⸗ werfung der Emancipation erblicken wuͤrden. Wenn ein Katholik sagen sollte, er wolle die Emancipation nur auf seine eigenen Bedingungen annehmen, so glauben wir der⸗ eichen Unsinn nicht. Ist er ein Lord, wird er etwa seinen im Parlamente nicht einnehmen, weil die Geistlichen widerspenstig sind? Gehoͤrt er zum Unterhause, wuͤrde er etwa einen Sitz fuͤr Clare verschmaͤhen? Bis so Etwas wirklich geschicht, wollen wir Nichts von der Nichtannahme der Emancipa⸗ tion wissen, und wenn es geschieht, so brauchen wir bloß die Tho⸗ ren auszulachen, welche die angebotene Wohlthat zuruͤckweisen. Nach dem Leeds⸗Mercurv ist der Versuch der into⸗ leranten Parthei, einen Yorkshire⸗Braunschweig⸗Club zu er⸗ richten, gänzlich fehlgeschlagen, wozu dieses Blatt der Graf⸗ schaft York Glaͤck wuͤnscht, weil dieses Fehlschlagen beweiset, daß sowohl Tory's als Whig's zu gesunden constitutionnellen Grundsaͤtzen zurüͤck ekehrt sind. Fer Demselben Biaae

Individuen vorhanden sind,

Stuhl

e zufolge, versammelten sich in diesen

Tagen einige Freunde buͤrgerlicher und religioͤser Freiheit, um uͤber die Maaßregeln zu berathschlagen, die man zu nehmen haͤrte, damit auf die Stadt Leeds nicht der Verdacht siele, als ob sie an den leidenschaftlichen Gesinnungen einiger we⸗ niger Braunschweiger Theil naͤhme, die sich erdreistet hatten, zu aͤußern, daß Se. Maj. Ihrer Anspruͤche auf den Thren verlustig gehen wuͤrden, wenn die Forderungen der Katholi⸗ ken bewilligt wuͤrden. Es ward in Folge dessen eine Schrift an den Mayor von Leeds aufgesetzt, worin man um seine Einwilligung zur Zusammenberufung der Einwohner von Leeds bittet, um uͤber die Abfassung einer loyalen Adresse an den Koͤnig zu berathschlagen, in welcher die Stadt Leeds ihre Anhaͤnglichkeit an Ihn und Seine Familte, und die Ansicht ihrer Einwohner an den Tag legen wolle, daß eine Ausdehnung buͤrgerlicher Rechte auf alle Klassen der Nation, ohne Unterschied der Religion, das ganze Volk enger verbin⸗ den, Irland beruhigen und Sr. Majestaͤt Regievang befesti⸗ gen wuͤrde. In weniger als 4 Tagen hatten schon 280 der angesehensten Einwohner die Schrift unterzeichnet, welche in der naͤchsten Woche dem Mayor uͤberreicht werden soll. Die erbetene Versammiung wird sonach nicht fruͤher als in den ersten Tagen des naͤchsten Monats start finden koͤnnen.

Es scheint nicht, sagt der Globe, als wenn der per⸗ haͤltnißmaͤßige Geldmangel in der Handelswelt mit einem Fallen der Preise verbunden sey. Die Preise der Hauptpro⸗ dukte des Ackerbaues und der vorzuͤglichsten Artikel der taͤg⸗ lichen Konsumtion sind hoͤher als vor einiger Zeit, und eben so sind die Haupt⸗Artikel der Aus⸗ und Einfuhr theurer als zu der Zeit des Ueberflusses von Geld. Es giebt zwei Arten von Geldmangel, die man wohl unterscheiden muß, die man aber gewoͤhnlich verwechselt findet. Die eine ist die Vermin⸗ derung der Quantitaͤt der klingenden Munze, welche sich in einem Fallen der Preise zeigt, die andre ist die Verminderung unbenutzter Kapitale, welche sich in der groͤßern Schwierig⸗ keit, Geld auf kaufmaͤnnische Sicherheit zu leihen, und in dem groͤßzern Zinsfuße zeigt. In diesem letzten Sinne scheint das Geld jetzt selten zu seyn; der Zinsfuß ist hoͤher, aber das Geld ist nicht im Werthe gestiegen, und im Vergleich mit den Lebensbeduͤrfnissen ist das Geld nicht seltener geworden, als es vor einem Jahre war. Was die Ursache einer solchen Veraͤnde⸗ rung im Zinsfuße sey, ist manchmal nicht leicht zu entdecken; wenn ein Wachsen des Zinsfußes gegen gute kaufmaͤnnische Sicherheit statt findet, so ist die natuͤrlichste Erklaͤrung die, daß die Vortheile, welche man von der Benutzung geliehener Kapi⸗ tale hat oder zu haben erwartet, groͤßer sind, und daß man deshalh mehr Interessen bietet, um diese Kapitale zu erhal⸗ ten. Diese Erklaͤrung mag bei dem gegenwaͤrtigen Falle die einzig richtige seyn. Man spekulirt, wie es scheint, jetzt mehr als vor einiger Zeit; der Gewinn, welcher im Getreide⸗ Handel gemacht werden muß, hat vielleicht zur Vermeh⸗ rung der Hoffnungen beigetragen, auf welchen diese Specu⸗ lationen zum Theil beruhen. g

In der Times liest man Folgendes: „Heute um halb zwei ist eine Versammlung Behufs der Unterstuͤtzung der ungluͤcklichen Spanier anberaumt. 1 wuͤrdigen zu kleiden und zu ernaͤhren ach! um sie halb zu ernaͤhren und halb zu bedecken, braucht man ungefaͤhr 200 bis 250 Pfd. woͤchentlich also 10,000 bis 15,000 Pfd. jaͤhrlich. Wir koͤnnten eine einzige Sinecure nennen, welche mehr als jene Summe jäͤhrlich eintraͤgt. Kann die Britische Nation kann diese große und reiche Hauptstadt es dul⸗ den, daß wir eine so furchtbare Parallele ziehen? Im Na⸗ men des Himmels und fuͤr die Ehre der Menschheit fordern wir die Bewohner der Hauptstadt auf, die gute Sache mit ihrer Gegenwart und Guͤte zu unterstuͤtzen.“

Gestern fand im London Caffee honse eine Versammlung von Fabrikanten und Verkaufern bunter Zeuge statt, um zu berathschlagen, in wiefern es geeignet waͤre, Sr. Maj. eine Bitte um Abkuͤrzung der bisher uͤblichen Dauer einer allgemeinen Trauer vorzulegen. Der Praͤsident äußerte, daß er es sehr wohl fuͤhle, wie etwas Unzartes darin laͤge, sich mit einem solchen Vorschlage an Se. Maj. zu wenden, jedoch glaubte er in den nachtheiligen Folgen, die eine verlaͤngerte. Trauer auf Fabrikanten und Kauflente haben muß, die mit bunten Zeugen Geschaͤfte treiben, eine Entschuldigung fuͤr selbigen zu sinden. Ein Herr Helps meinte, es waͤre gegen⸗ waärtig gerade ein sehr unpassender Augenblick, den beabsich⸗ tigten Vorschlag zur Sprache zu bringen; man muͤsse die Discussion daruͤber auf jeden Fall aufschieben, und die Zwi⸗

Um diese Bejammerns⸗

schenzeit dazu benutzen, sich naͤher uͤber die Ansichten der Re⸗

gierung in dieser Angelegenheit zu unterrichten. Nach lan⸗ gen Debatten ward ,2 Comité ernannt, um Erkundigungen einzuziehen, und daruͤber in einer kuͤnftigen Versammlung Bericht abzustatten. 9 ’B 2

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