1828 / 327 p. 8 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

auf wel Beobachtung der Hitze in Berg⸗ werken und Quellen gebracht ward. Wir sagen ühnlich, weil sie nicht identisch, wohl aber zu combiniren sind. Cordier, der in dem Erdkoͤrper den Ursprung des Feuers fand, schloß daraus, daß die Hitze gegen den Mittelpunkt zunehmen, und daß das Ganze mit einer geschmolzenen Masse angefuͤllt seyn muͤsse, ohne daran zu denken, daß die Wirkung eines Prin⸗ cips, dessen Existenz ihm unbekannt war, in einem solchen Falle zu Resultaten haͤtte fuͤhren muͤssen, die sich mit der anerkannten Dichtheit der Erde nicht vereinigen lassen. Des Professors Leslie Theorie nach, ist der ausgehöhlte Mittel⸗ punkt der Erde nicht der schwarze und schauerliche Abgrund,

dern im Gegentheil die

s uͤberstrahlenden Licht⸗

wie ihn die Poeten schilderten, son Region eines hellglänzenden und Alle meeres.

Vorlesungen uͤber die neuere Geschichte, gehalten * zu Paris im Sommer 1828, von Guizot. [Zweite Vorlesung.] (Fortsetzung.) In diesem Rescript (der Kaiser Honorius und Theo⸗ zosius vom Jahre 418) heißt es ausdruͤcklich, daß sich Be⸗ vollmaͤchtigte sowohl, als Deputirte aus einer jeden Pro⸗ vinz, und besonders auch aus jeder Stadt nach Arles bege⸗ ben sollen, um entweder Rechenschaft abzulegen, oder uͤber Sachen zu verhandeln, welche sich auf das Wohl der Be⸗ wohner beziehen; diese Versammlung solle alle Jahre statt⸗ finden, die Deputirten der verschiedenen Provinzen Galliens sollen sich in der Metropole versammeln, stand ihrer Verhandlungen sollen sowohl die Angelegenheiten des Ganzen, als auch die des Einzelnen seyn. Aber die⸗ ser erste Schritt zu einer repraͤsentativen Verfassung, denn so ist das Ganze doch nur erst zu nennen, da das Verhaͤlt⸗ niß, in welchem die Regierung zu der ganzen Einrichtung stehen sollte, keinesweges schon auseinandergesetzt ist, wurde von den Provinzen nicht angenommen oder benutzt. Nie⸗ mand wollte Deputirte ernennen, und auch Niemand wollte als Deputirter nach Arles gehen. Der Grund davon liegt in dem, was schon fruͤher uͤber das ganze gesellschaftliche Princip dieser Zeit gesagt ist. Die in einer repräsentativen Verfassung nothwendigerweise entstehende Einheit in den Bestrebungen der verschiedenen Theile des Staats lag dieser beit und diesem Volke fern, von den ein jeder Theil seine ndividualitaät bewahren wollte und es auch that, aber auf Kosten des Wohls der Gesammtheit. Das Reich fiel, weil die Buͤrger nicht dem Reiche, sondern ihrer Stadt angehd⸗ ren wollten. So hat dasselbe Streben, welches Rom ins Leben rief, seiner Weltherrschaft auch den Tod gegeben, die Roͤmische Welt war zu dem Zustande, welchen sie bei ihrer Entstehung hatte, zuruͤckgekommen; aus Staͤdten ging sie hervor; als sie sich aufloͤste, blieben Staͤdte uͤbrig. Und dies Princip ist es auch, welches die alte Roͤmische Welt Europa bei ihrem Hinscheiden hinterlassen hat, doch nicht dies allein war ihr Vermaͤchtniß an die neue Zeit, wun⸗ derbarer Weise hat sie auch gerade das Gegentheil von diesem Allen uns hinterlassen; die Idee des Kaiserthums, naͤmlich die Idee der Kaiserlichen Majestät, einer absoluten und geheiligten Macht, die mit dem Namen des Kaisers verbun⸗ den war. Doch hatte sich zugleich ein ganz anderes Prineip in der Mitte des Roͤmischen Reichs gebildet, weit verschieden von dem, was bis jetzt als dessen Eigenthuͤmlichkeit bildend erkannt ist, und welches in die Civilisation der neuern Zeit ganz andere Elemente brachte, als es das ganze Alterthum zu thun im Stande gewesen war. Es ist dies die christ⸗ liche Kirche. Wohl zu bemerken, die christliche Kirche, nicht das Christenthum uͤberhaupt. Gegen das Ende des vierten und um den Anfang des fünften Jahrhunderts war das Christenthum nicht mehr Glauben der Einzelnen im Staat, sondern es war in demselben foͤrmlich constituirt, und dar⸗ aus war als eine nothwendige Folge hervorgegangen, daß es seine Regierung hatte, die von der des Staats sich unter⸗ schied, eine bestimmte Hierarchie (noch ist das Wort im gu⸗ ten Sinne zu verstehen), fuͤr alle Functionen seines Clerus, es hatte Einluͤnfte, Mittel eines freien unabhaͤngigen Han⸗

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und der Gegen⸗

11“ 74 6 delns, es hatte Versammlungen der Provinzen, der Natio⸗

Voͤlker, welche es in seinen war das Christenthum mit Religion, sondern es war

nen und der Gesammtheit aller Schooß aufgenommen hatte; so einem Worte nicht nur noch eine auch eine Kirche geworden.

Und wie nothwendig war grade dies geworden. Wenn das Christenthum in der Mitte dieser ungeheuern Stuͤrme und Bewegungen weiter nichts als ein Glaube, eine indivi⸗ duelle Ueberzeugung gewesen waͤre, so häͤtte es moͤglicherweise somit in den Fall und die e verwickelt werden koͤnnen; daß es moͤglich gewesen waͤre, zeigt sein Unterliegen in andern Theilen der Roͤmischen Welt, welche das Meer von dem Mittelpunkt des ganzen Reichs von Rom trennte, in dem ganzen Umfange des noͤrd⸗ lichen Afrika's naͤmlich und in dem groͤßten Theile von Asien. Es unterlag obgleich schon eine Kirche bildend.

Ein andrer Grund, warum die Existenz der Kirche, wenn auch erst in ihren Grundzuͤgen, nothig wurde, lag darin, daß sie um diese Zeit das einzige Institut war, von dem ein Einwirken auf die Bildung des Geistes ausgehn konnte. Diese Einwirkung war aber nicht möglich, ohne den Kampf gegen die große Barbarei des Geistes, welche mit dem Einbruch der Barharen die Voͤlker des Suͤdens uͤber⸗ schwemmte. Um den Kampf zu bestehn, um als Sieger aus ihm hervorzugehn, bedurfte es einer bestimmten und Organisation, einer starken und sichern Regierung. darf nicht fuͤrchten, zu viel zu sagen⸗ daß es die christliche Kirche gewesen sey, welche das Chri⸗ stenthum am Ende des 4ten und beim Beginnen des öten Jahrhunderts gerettet und bewahrt habe.

Bundiag ist auch die Kirche mit ih

Man

rer geistigen Macht

baren, sie hat das Princip der schwierigsten Uebergange, aus der stande der Bildung Roms auf die tet und uͤbertragen. Man muß Kirche als den der Religion im ten, um das aufzufinden, was das Christenthum eigentlich auf die Civilisation und ihren Fortgang gewirkt hat, was diese demselben verdankt. diese Zeit die christliche Kirche. sichtspunkte aus betrachtet, muß man sie durchaus als eine Gesellschaft ansehen, und wenn man nun die Geschichte die⸗ ser Gesellschaft in Betracht zieht, sentlich verschiedene Perioden, welche diese Gesellschaft mit allen ihren Verhaͤltnissen durchlaufen hat. (Schluß folgt.)

Koönigliche Schauspiele.

Donnerstag, 4. Dec. Im Schauspielhause: Donna Diana, Lustspiel in 3 Abtheilungen, nach dem Spanischen von C. A. West. Hierauf, zum Erste rer in Venedig, metrisches Schauspiel in 1 Schenk.

Freitag, 5. Dec. Elfen, romantische Feen⸗Oper in lets; Musik von C. M. v. Weber. als Huͤüon, hierin wieder auftreten.)

Koͤnigsstaͤdtsches Theater. Donnerstag, 4. Dec. Elodie, oder: Der Klausner auf dem wuͤsten Berge, Oper in 3 Akten; Musik vom Ritter Caraffa. (Dlle. Gehse; Elodie.) Freitag, 5. Dec. Therese, oder: Die Waise aus Genf⸗ (Dlle. Mar. Herold: Therese. Herr Wegener: Waller.)

3 Abtheilungen, mit Bal

v goe 8 Auswärtige Börsen.

82 QOesterr. 53 Metalliq. 92 ⅛. Bank-Actien 1328. Partial-Oblig. 377. Ruas. Engl. Anl. 80 ¾. Russ. Anleihe Hamb. Certiße- 85¹

FüHjien ,2 Porv. .6 5Ct. Mewll. 953. Hank- Acüen 10900t.

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Auflösung des Roͤmischen Reichs

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wenn man behauptet,

das Bindungsmittel geworden zwischen Rom und den Bar⸗ 7 Civilisation auf seinem alten Welt, aus dem Zu- Barbaren gluͤcklich gelei- daher mehr den Zustand der 5ten Jahrhundert betrach⸗

Es fräͤgt sich nur, wie war um Vom rein menschlichen Ge⸗

so ergeben sich drei we⸗

nmale: Albrecht Duͤa⸗ Akt, von E. v.

Im Opernhause: Oberon, Koͤnig .

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(Herr Stuͤmer wird