1828 / 331 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Beide Antworten scheinen uns peremtorisch zu seyn. Das Ninisterium hat durch Thatsachen erwiedert; diese gelten mehr als Worte und wir halten sie so lange fuͤr gegruͤndet, als uns nicht das Gegentheil bewiesen seyn wird. Wir sind immer der Meinung gewesen, daß die zweite Verordnung vom 16. Juni kein todter Buchstabe und daß das Sieges⸗ geschrei einiger oͤffentlichen Blaͤtter sonach mindestens zu voreilig sey. Alle Bestimmungen der gedachten Verordnun⸗ gen gehen allmaͤhlig in Erfuͤllung. Die Jesuiten⸗Anstalten destehen nicht mehr, wie alle Welt solches weiß. Die kleinen Semi⸗ narien zu Lyon, Rouen und Toulouse, welche sich dem Gesetze nicht unterwerfen wollten, sind geschlossen worden. Wollten andere Metropolen dem gegebenen Beispiele folgen, so wuͤrde sie dasselbe Loos treffen. ch Gewissen, daß die Verordnungen vollstandig in Ausfüͤhrung kommen, und dieser Glaube wird nur Tharsachen weichen. Bei alle dem lassen die Zeitungen, die schon vor acht Tagen ihren Sieg verkuͤndigten, sich durch die amtliche Erklaͤrung des Monikeurs nicht irre fuͤhren, sie behaupten nichts desto⸗ weniger, daß das Schlachtfeld ihnen verblieben sev. Sollte dies nicht eine kleine Verstellung von Leuten seyn, die nach einem verlornen Spiele ihren einzigen Trost noch darin su⸗ chen, daß sie sich nicht fuͤr geschlagen bekennen? Oder ver⸗ bergen jene Zeitungen hinter ihrer Freude und Lust wirklich irgend ein großes Geheimniß? Warum strafen sie alsdann aber den Moniteur nicht durch Anführung von Thatsachen Lügen? So lange sie sich darauf beschränken, mit dem non ossumus der Bischöͤfe zu prahlen, hat es nichts weiter zu deuten. Sollte aber hinter ihren Einsluͤsterungen irgend et⸗ was Wahres stecken, so wuͤrden wir die ersten seyn, die von den Ministern neue und vollstaͤndigere Aufschluüsse verlangten, um diese ganze Angelegenheit klar ans Tageslicht zu bringen.“ Der Courrier francais enthält Folgendes über die Organisation Griechenlands: „Was die Gaͤzette de France esstern uͤber die Begränzung des nenen Griechischen Staates see. daß dieser naͤmlich nur aus Morea und den Eykladen bestehen werde, war eine schon laͤngst von uns geaͤußerte Vermuthung, die sich heute, nach den uns neuerdings zuge⸗ kommenen Nachrichten, zu bestaͤtigen scheint. Man versichert naͤmlich, daß die Unabhängigkeit Griechenlands durch einen, von den Botschaftern Frankreichs, Rußlands und Englands unterzeichneten Act, feierlich garantirt worden ist; daß diese drei Maͤchte sich gegenseitig anheischig gemacht haben, ihr Werk zu beschuͤtzen, und daß die Graͤnzen des Landes in der Art, wie die Gazette solches meldet, festgesetzt worden sind. Die Griechenfreunde werden mit dieser engen Begränzung nicht zufrieden seyn; in der That haͤtte das Volk von At⸗ tika und von den Haupt⸗Inseln des Archipels, als Hydra, Psara, Samos, Kandien u. A. wohl die Ehre der Emanci⸗ pation verdient, als Lohn fuͤr das in einem achtjaͤhrigen Kampfe mit den Feinden des Christenthums vergessene Blut. Nur wenn man diese heldenmuͤthigen Vöͤlker zu vergessen sucht, darf man sich daher zu der, durch Eurppas Dazwi⸗ schenkunft herbeigefuͤhrten Lo sang einer Frage, die so lange zweifelhaft gewesen war, Gluͤck wuͤnschen. Für die Griechen auf Morea bricht in der That ein schoͤner Tag an. Unter dem Schutze der Europaͤtschen Maͤchte werden ste schnell die erlittenen Unfalle wieder gut machen koͤnnen, und ihre Halb⸗ insel wird ein Zufluchts Irt fuͤr diejenigen von ihren Lands⸗ leuten werden, welche der Freiheit und Unabhängigkeit nicht theithaftig geworden sind. Traurig bleibt es aber immer, daß man Menschen, die ein Recht auf ein Vaterland hatten, nur eine Preistaͤtte anbietet.“

Die Gazette de France giebt unter der Rubrik: „Politische und historische Irrthuüͤmer des Herrn Consin“ eine Uebersicht des Planes, den dieser Professor vor einigen Tagen fuͤr seine diesjährigen Vorlesungen entwickelt hat. Folgendes sind die Stellen, welche die Gazette als ganz be⸗ sonders tadeinswürdig daraus hervorhebt: „Die Reforma⸗ tion hat die weltliche Macht der Geistlichkeit vernichtet;“ „das 18te Jahrhundert hat das mittägliche Europa ernie⸗ drigt, das nordliche erhoben; warum? weil das mitraͤgliche die Welt und der Schauplatz des Mittel⸗Alters, das Mittel⸗ G Albe aber verworfen war, und mithin sein Geist dieses Loos 8 LS mußte; „Spanien und Italten haben ein jedes 18 dem G en geose Mans bervorgebracht, den

so hartnäckigen und Ciemens XIV., der einer eben eine Geseaschaf schmiegsamen Gesellschaft ein Ende machte, abgestorben en 22 die im 18ten Jahrhundert fuͤr immer Phantom ders in gleich in unsern Tagen ein unbeseeltes

4 ugenblicke aufs Neue zeigte I1“ auf den ersten Wink 2 Enircedon wie ker zuen we 52 %„Die absolute A reih durch Hie Verachtung, in ich

Wir glauben daher nach Pflicht und

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worden;“ „Damit die Revolution allgemein, damit sie mäch⸗ tig, damit sie siegreich sey, mußte sie von Frankreich ausge⸗ hen.“ Nachdem die Gazette diese Stellen in ihrem Sinne ausgelegt und commentirt hat, schließt sie ihren Aufsatz in folgender Art: „Dies sind die Grundsatze, in welchen die Minister Carls X. die gegenwärtige Generation erziehen lassen! Auf solche Weise empfehlen sie sich Frankreich, Europa, der Nachwelt! Welch entsetzliche Rechnung werden sie einst abzulegen haben! Welche große Verantwortlichkeit lastet auf War es nicht hinlaͤnglich, daß die Ausschweifung der

Keinungen, die Entartung des Geistes, die Verderbniß des Herzens sich allein auf tausendfache Weise verkuͤndigten; mußte der boͤse Saamen dazu auch noch von den Haͤnden der Verwaltung jelbst ausgestreut werden und dadurch das An⸗ sehn bekommen, daß die Regierung ihn füͤr ersprießlich halte?“

In den ministeriellen Salons ist man allgemein der Meinung, daß die naͤchste Sitzung der Kammern am 27. Ja⸗ nuar werde eröffnet verden. Das Journal du Commerce glaubt, daß einer der ersten Gesetz⸗Entwuͤrse, welcher den Kammern vorgelegt werden wird, die Verhaftung der Schuldner betressen werde, und daß, nach dem Inhalte des⸗ selben, Kaufleute allein wuͤrden gesetzt werden koͤnnen; allein auch fuͤr diese wuͤrde die Einsperrung sich nicht uͤber 3 Jahre hinaus erstrecken duͤrfen; Auslaͤnder wuͤrden den gebornen Franzosen gleich gestellt werden und die Verhafteten wuͤrden monatlich von ihren Glaͤubigern 45 Fr. fuͤr ihren Unterhalt bekommen.

Man versichert, daß in einer Versammlung der Action⸗ nairs der hiesigen Bank, welche vorgestern stattfand, der Direktor derselben, Herr M. J. Laffitte, vorgeschlagen habe, den Disconto von 4 auf 3 pCt. herabzusetzen, und daß die Gesellschaft einstimmig dahin uͤbereingekommen sey, den Vorschlag in Erwaͤgung zu ziehen.

Die Notare des Seine⸗Departements haben zur Er⸗ richtung eines allgemeinen Armenhauses, um der Bettelei zu steuern, eine Summe von 6000 Fr., und die Adpocaten an den Köͤnigl. Gerichts⸗ und am Cassationshofe 1200 Fr. zu⸗ und an die Polizei⸗Praäͤfektur gelangen assen.

Die Bevölkerung des Departements des Nordens be⸗ steht nach den letzten Zaͤhlungen aus 962,648 Seelen. Acht⸗ zehn Städte haben mehr als 5000 Einwohner; stadt Ryssel zaͤhlt deren 68,860.

Großbritanien und Irland.

London, B. Nov. Der Koͤnig hat, der fruͤheren Ab⸗ sicht entgegen, am letzten Montage die Staats⸗Zimmer im Schloß von Windsor noch nicht bezogen; es ist uͤbrigens Alles zum Empfange Sr. Majestaͤt bereit. Wie es t, ist es des Koͤnigs Wunsch, daß die Einwohner von Wind⸗ sor bei Seinem Umzaͤg in's Schloß keine öͤffentlichen Feier. lichkeiten veranstalten moͤchten, und man schreibt diesem Um⸗ stande das Stillschweigen zu, das bisher uͤber diesen Gegen⸗ stand beobachtet ward.

Seit einigen Tagen wird hier ein praͤchtiger Landau⸗ Wagen öͤffentlich gezeigt, der fuͤr die junge Koͤnigin von Por⸗ tugal verfertigt worden ist.

Der Times zufolge geht im Publikum ein, jedoch wenig Glauden verdienendes, Geruͤcht von einer Vetänderung im Ministerium, die noch vor Eroͤffnung des Parlaments statt finden solle. Lord Lowther, heißt es, verlaͤßt das Forst De⸗ partement, um einen Sitz im Cabinet einzunehmen. Seit⸗ dem, sagt das genannte Blatt, sich derselhe als Geschäfts⸗ mann gezeigt hat, duͤrfte es vielleicht gicht üͤberraschen, ihn vorwaͤrts schreiten zu sehen. Er ist kein Redner; und was das Cabinet betrifft, wenn dort ein Freund der Katho⸗ liken ausscheiden soll, um ihm, der ein Anti⸗Katholik ist, Platz zu machen, wie will man eine solche Maaßre l mit den gegenwaͤrtigen Bestrebungen und Ansichten a zeesr von Wellington in Uebereinstimmung bringen? J. en hat Lord Lowther vielleicht seine Meinung uͤber die kathol Angelegenheit geaͤndert; wenn das der Fall ist, so e einen neuen Beweis vor Augen, daß er sich richtigere An sichten in der Politik erworben hat. Ferner sagt man, ed Melville werde die Admiralität mit dem Controll Amt tauschen. Dagegen haben wir durchaus nichts, da n 8 neswegs wuͤnschen, wieder einen Dundas in der Admiralitäͤt se sehen. Bei Allen, die zum Seewesen gehören, findet die⸗ ses Geruͤcht Glauben.“

Der Globe sagt gleich alls: „Es geht die Rede, daß Lord Sidmouth wieder eine Stelle im Cabinet erhalten und der Marquis von Salisbury wahrscheinlich in’s Amt treten wird. Die Stelle, welche dem Lord 22 zennetesen * * die des Siege er ohne Zweifel so gut,

2 een sind, behaupten wird; öopp“

die beis an 1