1828 / 335 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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den diese Zeitung liefert das nachstehende Document zur Snate Beleuchtung des Ursprungs und der Aus⸗ dehnung jener Unruhen, welche vor Kurzem auf der Insel

ira stattgefunden: Tereaes, esgea⸗ Ich gebe mir die Ehre, Ewr. Excellenz meinen Bericht uͤber die Vorfälle seit meinem letzten Schrei⸗ ben zu uͤbersenden. Leider sind sie von der Art, daß, wenn man nicht schleunig Vorkehrungen trifft, sie die nachtheilig⸗ sten Folgen fuͤr diese Insel*) haben muͤssen und zugleich die Bande zerreißen, welche uns an unsern legitimen Souverain

uͤpfen. b itai bne en, enigte Jehann Mont Cote eal, Captzan de Infanterie⸗Regiments Nr. 22, hat mit Huͤlfe eines Joachim

de Almeida Armon eine zahlreiche Guerilla zusammengebracht, welche aus ungefähr 5000 Personen der zweiten und dritten Volks⸗Klasse besteht, und wohl mit Waffen versehen ist, die von der Insel Tayal durch den wenig besuchten Hafen von Biscoutos in das Innere der Insel transportirt worden sind. Von diesem Unternehmen durch eine Person unter⸗ richtet, welche die Rebellen*“) belauscht, schickte ich noch in derselben Nacht 50 Mann vom 5ten Jaͤger⸗Bataillon dort⸗ hin, um sich von der Wahrheit dieser Angabe zu uͤberzeugen. Dieses Detachement traf am folgenden Tage auf die Rebel⸗ len, welche in bedeutender Anzahl, nach kurzer Vertheidigung, dasselbe ganz zu Gefangenen machten. Kaum eereichte diese Nachricht das Volk, als nas ne. 9 auch auf allen Punk⸗ 1 ebellen vereinigte.“ 1

88 1 koͤnnen sich leicht vorstellen, in welcher druͤckenden Lage sich meine bekannte Treue befand. Zwar ab ich augenblicklich Befehle, das Castell in Vertheidigungs⸗ and zu setzen, aber leider waren nur wenige Soldaten des 5ten Jäager⸗Bataillons auf ihrem Posten. iele waren dem Beispiele ihrer Kameraden, jener 50, gefolgt*). Indessen richtete ich schnell eine Proclamation an das Volk, welches ungefähr 3 Leguas von der Stadt Halt gemacht hatte, um Dom Miguel zu proclamiren. In der folgenden Nacht er⸗ hielt ich einen Brief von dem Capitain des 5ten Bataillons Jäger, in welchem er mir anzeigte, daß er und seine Sol⸗ daten, 150 Mann, ebenfalls Dom Miguel gehuldigt hatten.

Ich gab daher am nächsten Tage Befehl, daß 120 Mann

von der Garnison nebst 4 8 anie ; 5 fficieren, die si eegenwaͤrtig hier au gegen die 55 ene soleen, und uͤbergab den Ober⸗Befehl hieruͤber dem tapferen †) Cavallerie⸗Oberst José Antonio de Silva Torres tt). Dieser schickte mir gegen 3 Uhr Mor⸗ . s am 5ten einen Bericht, daß er mit seinen 120 Mann mtliche Rebellen zerstreut und einige Todte auf dem Kampfplatz gelassen haͤtte. Um 4 Uhr Nachmittags desselben Tages kehrte er selbst zuruͤck, indem er 5 Gefangene gemacht, ohne einen einzigen Mann zu verlieren †). Indessen e⸗ schwoͤre ich Ew. Excellenz, so schleunig als moͤglich mir die noͤthigen Verstaͤrkungen zu üͤbersenden, weil ich sonst nicht laͤnger im Stande bin⸗ die Insel unserem Souverain zu er⸗

halten. 5 0 828 5. October 1828. Angra, den eae) Diocleciano Ledo Cabreira, General.

*) Soll heißen: „fuͤr die auf derselben befindlichen Rebel⸗ len” (Anmerk, der Lissaboner Hofseitung). kbrn

Du selbsi bist es! (Anmerk der Lissaboner Hofzeitung.)

.*) Nun was will denn der eifrige Herr mehr? er sah wie das Volk den König Dom Pedro IV. anbetet Wann werden ndlich jene Verraͤther und ihre Anhaͤnger aufbdren, es Rehel⸗ t zu schelten, wenn eine ganze Nation seinen Willen maͤch⸗ * nsspricht. Ader nein; fahrt nur so fort! bald werdet ihr 8ige ir Segel streichen muͤssen (Anmerk der Lissaboner Hof⸗

zeitung) —. th sich der verehrte Herr General, also jene 80 89 1— Rebellen uͤbergegangen, aber nicht —2 genommen worden. (Anmerkung der Lissaboner Hof⸗

neee za, so tapfer wie ein Stier. (Anmerkung der Lis⸗

saboner Hofzcitung.) dz wie waͤre es, wenn wir unscren veferh Ei⸗ —— Gazeta vom 14 Juni 1823 mach⸗ ten Den 2— pferkeit wuͤrde dann im hellsten Lichte frahlen eertung der Lissaboner Hofteitung)

Pvon 5000 Rebellen 5 Gefangene gemacht, unb 8 De Pfanmn u1 wie veimt sich das nun Fol⸗ gende damit (Anm

öö * 5 2

Das Journal des Déebats schreibt aus Lissabon vom 19. Nov.: „Das tiefste Geheimniß liegt noch immer uͤber Allem, was sich im Pallaste von Queluz zutraͤgt: Die Gazeta enthaͤlt folgende amtliche Buͤlletins: „Am 16ten d. M. b S

um 10 Uhr Morgens. In dem Gesundheitszustande Secet. Maj. und Ihrer Koͤnigl. Hoheiten hat sich nichts Neues .“ etragen.“ Das Buͤlletin vom Abend desselben Tages autete eben so. „Am 17ten, um 10 Uhr Morgens. Mit * 8 Sr. Maj. geht es fortwaͤhrend gut; in Betreff der Prinzes⸗ sinnen hat sich nichts Neues ereignet.“ Die beiden Buͤlle⸗ tins vom 18ten sind woͤrtlich dieselben und von dem ersten Leibarzt Dom Miguels, dem Baron von Queluz, unterzeich, net. Die Geruͤchte uͤber den Zustand des Prinzen tragen ganz das Gepraͤge der Partheien, von denen sie verbreitet werden; Einer sagt, er sey todt oder liege im Sterben, wäͤhh-. rend der Andere versichert, Dom Miguel sey in voller Gene.. sung. Folgendes sind zuverlaͤssige Nachrichten uͤber seinen Zu⸗ 8 stand: Die Kraͤmpfe sind nach einer Zwischenzeit von etwa vier. zig Stunden, am 17ten gegen 8 Uhr Abends, wieder eingetreten, und zeigten sich noch gestern Morgen; seitdem war nichts mehr aus dem Pallaste von Aueluz zu erfahren. Das Blutspeien hat agge-. nommen, aber die Fieberanfaͤlle haben sich waͤhrend der Kraͤmpfe verdoppelt. Außer dem Geheimnisse, das im Pallaste herrscht, 8 verraͤth auch der zweideutige Ton der Gazeta den gefaͤhrlichen 1 8 Zustand Dom Miguel's und die Angst seiner Anhaͤnger; und das Benehmen der Provinzial⸗Behoͤrden verstaͤrkt noch diese Vermuthungen. er Gouverneur von Tras⸗os⸗Montes, 8 8 D. Alvaro de Mesquitella, und der Gouverneur von Porto fordern in Proklamationen die Beamten und Buͤrger auf, die Waffen zu ergreifen, um jeden Versuch der Revolutio⸗ nairs im Innern oder von Außen zuruͤckweisen zu koͤnnen. Die Gouverneurs der andern Provinzen werden äͤhnliche Aufrufe ergehen lassen. Die verwittwete Koͤnigin ist maͤch, tiger geworden; ihr Pallast ist fortwaͤhrend mit Hofleuten angefuͤllt, welche ihr Beileid bezeugen, aber zugleich E““ Complimente gegen die Koͤnigin uͤber die kuͤnftige Groöße, welche dies Ereigniß ihr bereite, einfließen lassen. Die Mit,. theilungen zwischen unserem und dem Madrider Cabinet sind lebhafter als jemals, und enthalten nicht bloß die Ge⸗ sundheits⸗Buͤlletins uüͤber Dom Miguel, sondern hauptsaͤchlich Unterhandlungen uͤber die Maaßregeln, welche man in Lissaa, bon ergreifen soll, wenn derselbe sterben sollte.“ Dase selbe Blatt giebt folgenden Auszug aus einem andern Schreiben: „Der Polizei war es anfaͤnglich gelungen, die Bewohner der Hauptstadt uͤber Dom Miguel's Zustand zu taͤuschen; man glaubte, das Uebel beschränke sich auf 1 den Bruch des Schenkels. Jetzt weiß man aber zu⸗ verlaͤssig, daß der Zustand des Gewalthabers beunku⸗ higend ist. Die lakonische Sprache der Bülletins be⸗ stͤtigt dies. Am 18. d. um 10 Uhr Morgens meldet man, Se. Maj. befinde sich fortdauernd wohl, und um 6 Uhrxr Abends wiederholt man, sein Zustand sey derselbe. Diese 5 Buͤlletins werden von den Buͤürgern paraphrasirt und 8 waͤrmsten Anhaͤnger Dom Miguels, diejenigen, welche das meiste Interesse haben, die Wahrheit zu verbergen, koͤnnen sich die Gefahr nicht mehr verhehlen. Mit Alsnahme der— Koͤnigl. Familie und der Minister darf Niemand dem Schmer,.— zenslager nahen. Man beschaͤftigt sich im Pallaste fuͤr den kommenden Fall schon mit der Thronfolge. Die Koͤnigin Mutter erklaͤrt bestimmt, daß sie die Zuͤgel der Regierung er⸗ greifen werde; aber der Herzog von Cadaval und seine Par⸗ 8 thei stellen ihr die Gesetze ö entgegen, wodurch sie von dem Throne ausgeschlossen wird, und hoffen die Zustim⸗ mung einiger fremden Maͤchte dafuͤr zu erhalten, daß der Spanische Infant, D. Sebastian, Sohn der Prinzessin von Beira und des verstorbenen Infanten Dom Pedro, zum Re⸗, genten ernannt werde. Die Anhaͤnger dieses jungen Prin⸗ zen, der kaum 17 Jahre zaͤhlt, glauben, daß durch seine Ver⸗ mählung mit Donna Maria da Gkorig alle Interessen wer⸗ den verfoͤhnt werden. In diesem Falle wuͤrden die Kronen von Portugal und Spanien in den Händen von Priazean. aus dem Hause Bourbon seyn.“ Die AQuotidienne hingegen meldet aus derselben Stadt und unter demselben Datum: „Um die Ungedulb des Volks zu beftiedigen, werden käglich zwei Bülletines üͤber bs Befinden des Königs ausgegeben, welches höͤchst beruhigend ist; auch der Zustand der Infantinnen ist pollkommen güͤn⸗ 8 stig, wie aus den oͤffentlichen Buͤlletins erhellt. de heuti).

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