1828 / 352 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Kriegs⸗ und Kauffahrteischiffe, welche unter der Bedeckung einiger großen Schiffe des Staats segeln. Das Diminutiv dieses Wortes, Flotille, wird gebraucht wenn die Abthei⸗ lung, statt aus groͤßern, nur aus kleinen Kriegsschiffen besteht.

Die mit der Pruͤfung des Franzoͤsischen Zoll⸗ und Han⸗ dels⸗Systems beauftragte Commission hat unlaͤngst ihre Un⸗ tersuchung uͤber den Eisenhandel geschlossen; in der heutigen Sitzung wollte man sich mit der Einfuhr des fremden Zuckers

schaͤftigen. . 22 F große Anzahl Franzoͤsischer Handels⸗Schiffe bege⸗ ben sich gegenwaͤrtig nach San⸗Sebastian und anderen. Haͤ⸗ fen Biscayas, um daselbst Getreide zu laden und es nach kreich zu fuͤhren.

eeeS. bn. zur Abstellung der Bettelei in der

Hauptstadt hat bereits uͤber 200,000 Fr. eingetragen. Selbst

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die Provinzen steuern dazu bei; so hat kuͤrzlich ein Grund⸗

zer zu Valenciennes 500 Fr. eingesandt. 8 Ppnache von der Aufhebung mehrerer Militair⸗ Divisionen; Rouen wuͤrde zu Paris, Evreux zu Caën, Amiens zu Lille u. s. w. geschlagen werden. 8 Privat⸗Briefe aus Toulon vom 16ten d. M. melden, die dortige Hafen⸗Behoͤrde abermals fuͤr Rechnung der egierung mehrere Neapolitanische und Schwedische Handels⸗ chiffe gemiethet habe, welche zu einer neuen Expedition be⸗ nutzt werden sollten. Zwoͤlf derselben wurden bereits befrach⸗ tet. Einige wollten wissen, daß die Expedition nach Kandien estimmt sey, wohin mehrere Regimenter eingeschifft werden würden (*), andere dagegen behaupteten (und dies ist wahr⸗ scheinlicher), daß auf jenen Schiffen die in Morea uͤberfluͤssige Cavallerie nach Frankreich zuruͤckgefuͤhrt werden wuüͤrde. In der Gazette de France liest man zuweilen lite⸗ rarische, mit dem Namen Colnet bezeichnete Artikel, welche in jeder Beziehung der Beachtung werth sind. Auch heute uthaͤlt sie einen solchen uͤber die kuͤrzlich erschienene Schrift les Herrn von Sevelinges: „Der Herzog von Rovigo in

zus wir uns einen Auszug vorbehalten.

Großbritanien und Irland. London, 19. Dec. In dem (gestern erwaͤhnten) Schrei⸗

een des Ministers des Innern an die Lord⸗Lieutenants in Beziehung auf die Reductionen in der Miliz, wird unter

Adjutant, 1 Sergeant⸗Major, 1 Sergeant 2 1 Trommelschlaͤger fuͤr 2 Compagnieen, it einem zweiten Trommelschlaͤger fuͤr jede Flanken⸗Compag⸗ nie stehen soll; fuͤr Regimenter, die aus 8 Compagnieen und aruͤber bestehen, wird ein Tambour⸗Major bewilligt. Die in der Reduction begriffenen Individuen beziehen ihren Sold noch bis zum 21. Juni des naͤchsten Jahres. . 8

Ein hiesiges Abendblatt enthaͤlt Folgendes: Mit der letzten Post von Rio Janeiro ist ein Brief eines in Dom Pedro's Umgebung befindlichen Portugiesischen Edel⸗ manns angelangt, dessen Einzelnheiten interessant sind. Nach⸗ dem der Verfasser desselben der Ankunft des Lord Strang⸗ ford und des Unwillens gedacht, den Dom Pedro bei den ersten Mittheilungen des Gesandten geaͤußert habe, mneldet er, daß der Kaiser öffentlich an seinem Hofe die Umstaͤnde wiederholt hat, welche seine bedingte Verzichtleistung auf den Portugiesischen Thron zu Gunsten seiner Tochter begleiteten. Er melärh „Als er zuerst von Oesterreich und England aufge⸗ fordert worden, Dom Miguel zum Regenten Portugals zu ernennen, habe er dagegen, wegen des Charakters seines Bruders, große Abneigung gezeigt. Da er indeß von Sei⸗ ten Oesterreichs die Erklaͤrung erhalten, daß es fuͤr Dom Miguels Benehmen buͤrgen zu koͤnnen glaube, so habe er sich bewegen lassen, den Aufforderuͤngen seiner lliirten beizustimmen ein Ent⸗ schluß, den er jetzt ngns bereue.“ Bei dem Abgange des Briefs hatte uͤber die von⸗ ord Strangford gemachten Vor⸗ schlaͤge noch nichts Gewisses verlautet, allein man sagte sich am Hofe, sie seyen von einer Beschaffenheit, welche dem Kaiser zu großer Unzufriedenheit Anlaß gebe; man außerte näͤmlich, es sey vorgeschlagen worden, auf folgende Weise einen Vergleich zwischen den zwei Bruͤdern zu Stande zu

ingen: Dom Miguel solle dem Titel und der Wuͤrde eines Koͤ⸗ belngentsagen, wieder die Regentschaft uͤbernehmen und seine vüsche⸗ heirathen, allein unmittelbar darauf solle Dom Pedro eine Entsagungs⸗Acte publiciren, durch die er den Portugiesi⸗ schen Thron an Dom Miguel, und an Donna Maria da Gloria gemeinschaftlich überlasse. Der Briefsteller bemerkt außerdem: wenn man aus dem Tone der Brasilischen Zei⸗ tungen auf Dom Pedro's Gesinnungen schließen koͤnne, so muͤßte man stuͤndlich eine Kriegserklaͤrung gegen Dom Mi⸗ uel erwarten. Eine Subscription fir die Unterstuͤtzung

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diniatur“ (eine Kritik der Memoiren dieses Letztern), wor⸗

iderm bestimmt, daß kuͤnftig bei jedem in festem Solde ste⸗

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9 Z 112 der Portugiesischen Fluͤchtlinge, welche nicht oder der Armee im Dienst und deshalb ohne sichere Mittel zu ihrer Subsistenz sind, war in Rio eroͤffnet worden, an der Spitze der Unterzeichneten stand der Name des Kaisers.“

Von Ancona nach Korfu soll einmal woͤchentlich ein Dampfboot gehen, was die Verbindung zwischen England und Korfu erleichern wird, da die Briefe von London nach Korfu in 10 Tagen kommen koͤnnen. Auch ist die Rede von einem Dampfboot, das zwischen London und Gibraltar, und von einem andern, das zwischen Korfu und Malta gehen soll.

Man spricht von einer neuen christlichen Secte, die sich in England gebildet haben soll, und als deren Stifter ein Herr Garns genannt wird; ein Hauptgrundsatz derselben ist, daß alle religioͤsen Versammlungen ungesetzlich seyen, wenn sie nicht in einer Scheune gehalten wuͤrden, weil unser Hei⸗ land in einer solchen Scheune geboren sey.

In Beziehung auf den Russisch⸗Tuͤrkischen Krieg besindet sich in Globe ein Aufsatz, der folgendermaaßen schließt: „Die meisten in oͤffentlichen Blaͤttern enthaltenen Kriegs⸗ Berichte sind zwar sehr umstaͤndlich uͤber Ereignisse, die gar nicht statt fanden, aber sehr unbefriedigend, was die wahre Stellung der Armeen betrifft; uns ist indessen kein Bericht vorgekommen, aus dem die Unmoͤglichkeit hervorginge, Varna gegen jeden Angriff schüͤtzen zu koͤnnen. Die Nachrichten von allen nur moͤglichen Arten von Ungluͤcksfaͤllen, welche die⸗ Russen betroffen haben sollen, sind in demselben Geiste ge⸗ schrieben, der vor dem Fall von Varna sein Wesen trieb. Ungluͤcksfaͤlle pfiegen zwar in der Regel nicht allein zu kom⸗ men, indessen uͤbertreiben die Neuigkeits⸗Ersinder in Deutsch⸗ land und Frankreich diese natuͤrliche Eigenschaft des Ungluͤcks etwas zu sehr.“

Aus Hobart⸗Town in Van Diemen’'s Land wird in einem Privat⸗Schreiben vom 19. Juni gemeldet: „Es ist hier jetzt so kalt, daß ich kaum die Feder halten kann. Der Anblick des Landes ist uͤbrigens sehr angenehm, da fast Al⸗ les, Huͤgel und Thaͤler, mit Baͤumen bedeckt ist; es fehlt nichts als Cultur, um eine Landschaft sehen zu lassen, die der schoͤnsten in England gleich kommt. Fuͤr den Augenblick herrscht in der Colonie die groͤßte Unthaͤtigkeit. Gute Schaafe gelten fast nichts, naͤmlich Heerdenweise 724 Shill. (ohnge⸗ faͤhr Rthlr. Pr. Cour.) das Stuͤck, und da die Wolle im Allge⸗ meinen beinahe gar keinen Werth hat, so laͤßt sich erwarten, daß die Schaafe noch wohlfeiler werden. Da bisher die Schaafszucht hier eine Hauptsache war, so leiden die Ein⸗ wohner natuͤrlich ganz außerordentlich; sie hoffen sich indessen durrch den Wallfischfang, fuͤr den eine zu errichtende Gesell⸗ schaft im Vorschlage ist, wieder zu erholen. Alle Mauu⸗ factur⸗Artikel sind sehr theuer und kosten in der Regel noch einmal so viel als in En „land.“

Im Februar 1827 erhielt Capitain Stirling, vom Ko⸗ niglichen Schiff Sueceß, den Auftrag, die Westkuͤste von Neu⸗ holland, noͤrdlich vom Cap Leeuwin, zu untersuchen, und dort eine bequeme Stelle zur Anlegung einer Colonie ausfindig zu machen. In Folge desselben untersuchte er die Kuͤste auf eine Strecke von 500 Meilen und waͤhlte zuletzt die Ufer des Schwanen⸗Flusses in einer Breite von 320 4* fuͤr die beabsichtigte Colonisation. Die dortigen Einwohner waren an⸗ fangs feindselig, wurden aber zuͤletzt der Engländer beste Freunde; sie sind aͤußerst roh und nuwissend, und nur mit Maͤnteln von Kenguru’s⸗ oder Opossum's⸗Haͤuten bedeckt; ihre Waffen sind Speere mit Spitzen von Thierknochen. Das dortige Klima soll außerordentlich gesund seyn, und der Boden se hr zum Ackerbau geeignet; die Vegetation ist im Allgemeinen so

reich, daß Disteln und Farnkraͤuter eine Höhe von 12 Fuß erreichen. Die geologische Gesellschaft hat vom Capitain

Stirling mehrere Exemplare von dortigen Mineralien erhal⸗ ten. Voͤgel giebt es auch in Menge, und besonders zahlreich sind die schwarzen Schwaͤne, von denen der Fluß seinen Na⸗ men hat. An Fischen ist Ueberfluß. Zwei Kriegsschiffe sollen die Colonisten hinfuͤhren; Capt. Stirling ist zum Gouver⸗ neur der neuen Ansiedlung ernannt worden.

Die Morning Chroniele fuͤhrt Beispiele von der Willkuͤhr an, welche zum Theil noch in der Verwaltung der Britischen Besitzungen herrscht. Fairbairn, der Herausgeber des sourh African Advertiser in der Capstadt, wurde von Herrn Huskisson in einem Schreiben vom 1. October 1828 bedeutet, daß er, vor Uebernahme der. Herausgabe einer Zei⸗ tung, sich den Anordnungen unterwerfen muͤsse, welche fuͤr diesen Zweig der Presse auf dem Cap bestaͤnden. Natuͤrlich erkundigte jener sich bei seiner Ankunft daselbst nach diesen, allein der Gouvernements⸗Seeretair erklaͤrte ihm mit der groͤßten Unbefangenheit: allerdings seyen die Absichren der Sr. Maj. G der periodischen Presse in er Colonie in eine epesche 5 r der C 9] I üüits Vorgaͤngers Herra

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