1829 / 3 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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rigen und wichtigen Geschaͤften gebraucht, und auch von Ihnen unausgesetzt neue Beweise Ihres Eifers und Ihrer Ergebenheit fuͤr das Reich und fuͤr Meine Person erhalten. Ihre Handlungen sowohl als Ihre Gesinnungen geben Ih⸗ nen ein gleiches Recht auf Mein Zutrauen und auf Mein besonderes ungetheiltes Wohlwollen. Zum Zeichen desselben, wie auch zum Beweis Meiner Erkenntlichkeit, verleihe Ich Ihnen die diamantenen Insignien des Ordens des heiligen Erstberufenen Aposteks Andreas. Indem Ich Ihnen dieselben hier beifolgend uͤbersende, befehle Ich Ihnen, sie anzulegen und nach der Verordnung zu tragen.

Verbleibe Ihnen wohlgewogen. St. Petersburg, den 5. (17.) December 1828. Nikolas. Ihre Majestaͤt die Kaiserin haben unterm 18ten d. an ie Gemahlin des Verwesers des Justiz⸗Ministeriums, Ge⸗ heimenrathes, Senateurs und Ritters Fuͤrstin Alexei Alexe⸗ jewitsch Dolgoruki, folgendes Rescript zu erlassen geruht:

Fuͤrstin Warwara Nikolajewna! Zum Zeichen Unsres besondren Wohlwollens fuͤr, Sie, und Unserer Achtung fuͤr die Verdienste Ihres Gatten haben Wir Sie, mit Geneh⸗ migung Sr. Majestaͤt des Kaisers, Unsers vielgeliebten Ge⸗ mahls, in die Zahl der Damen vom kleinen Kreuze des Or⸗ dens der heiligen Groß⸗Maͤrtyrerin Katharina aufgenommen, dessen Insignien Wir Ihnen hiebei uͤbersenden, um sie anzu⸗ legen. Verbleiben Ihnen wohlgewogen.

Se. Majestaͤt der Kaiser haben unterm 17ten v. M. die Feier eines allgemeinen Klage⸗Tages im Großherzogthum Finnland, zur Erinnerung an Ihre Maj. die Hochselige Kaiserin Maria Feodorowna angeordnet; in dem diesfaͤlligen Kaiserl. Placat heißt es:

„Ein Jeder, der Gefuͤhl fuͤr das Goͤttliche, der lautere Begriffe von Wahrheit und Tugend, und die Willenskraft besitzt, sie im Leben zu verwirklichen, muß es anerkennen, daß alle edleren Neigungen, die sein Wesen beseelen und ihn zu sittlicher Anstrengung, zu Opfern fuͤr Menschheit und Va⸗ terland staͤrken, urspruͤnglich aus der Wachsamkeit hervorge⸗ hen, mit der eine fromme, zaͤrtliche, liebevolle, bedaͤchtige und verstaͤndige Mutter, durch Sorgfalt, Ermunterung, Rath und Beispiel, schon in des Kindes unverdorbenem Gemuͤth die Keime niederleg te, die im reiferen und noch im spaͤtesten Alter oft die wohlthaͤtigsten Fruͤchte bringen. Gluͤcklich darum, wen die Vorsehung von einer Mutter geboren werden ließ, die mit Herzensguͤte, kluger Bedachtsamkeit, ernster Gesin⸗ nung, und einem durch Wissenschaften bereicherten Verstande, eine lebendige Liebe verbindet, ihre vielfachen Mutterpflich⸗ ten, oft unter zahllosen Entbehrungen, zu erfuͤllen. Tiefge⸗ ruͤhrt fuͤh½len Wir Uns veranlaßt, den Allguͤtigen zu preisen, der Uns dieses unschaͤtzbare Gluͤck verliehen hat, und Wir erkennen dankbar, daß Wir Dasjenige, so Wir bei Ausuͤbung Unse⸗ res glorreichen aber verantwortlichen Berufes, zum Wohl der verschiedenen unter Unserem Scepter vereinigten Voͤlker auszurichten vermoͤgen, naͤchst Gott, einer Mutter zu verdan⸗ ken haben, die, mit ungewoͤhnlichen und erhabenen Eigenschaf⸗ ten ausgerüͤstet, durch Ihre Gottesfurcht, Ihre muͤtterliche Liebe, Ihre Sitten⸗Wuͤrde, Ihr ungeschminktes herzliches Wohlwollen, Ihre milde Anmuth und Ihre Wohlthaͤtigkeit eine Zierde Ihres Geschlechtes und ein Vorbild aller haͤus⸗ lichen Tugenden war. Auf Ihrer langen, ereignißreichen Lebensbahn widmete Sie, mit immer gleicher, unermuͤdeter Wirksamkeit, Ihre edlen Kraͤfte der Befoͤrderung des Gu⸗ ten. Die Fruͤchte davon werden stets das Andenken Ihres Ruhmes seyn, und die wohlthaͤtigen Stiftungen, denen Ihre Sorgfalt fuͤr ein aufbluͤhendes Geschlecht Daseyn und Er⸗ haltung gewaͤhrte, verbleiben ein Gegenstand der Verehrung spaͤter Nachkommen und der Dankbarkeit des Vaterlandes.“

Am 12. Dec. wurde im Departement der Manufacturen und des innern Handels der Manufactur⸗Rath eroͤffnet; der Finanz⸗Minister und alle Mitglieder waren zugegen. In der Versammlung wurde zuerst der Vortrag, welchen der

inanz⸗Minister dem Reichs⸗Rathe uͤber die Ursache und den

weck dieser Gruͤndung gemacht hatte, verlesen; ferner das am 11. Juli d. J. Allerhoͤchst bestaͤtigte Gutachten des Reichs⸗Rathes und das Verzeichniß der Mitglieder des Ma⸗ nufactur⸗Rathes. Hierauf verlas man eine, von dem De⸗ partement der Manufacturen abgefaßte kurze Beschreibung, uͤber den Zustand der Russischen Fabriken im Allgemeinen, nebst einem Berichte uͤber die Privat⸗Fabriken und Sa⸗ wodden, deren Anzahl, nach den letzten eingelaufenen Anga⸗ ben, sich auf 6000 belaͤuft; auf welchen gegen 300,000 Ar⸗ beiter angestellt sind. 8 m

Die Handels⸗Zeitung enthaͤlt ein Verzeichniß der Haupt⸗ Waaren⸗Artikel, welche bis zum 13. Nov. bei den Europaͤi⸗ 1 Zollaͤmtern des R iches eingefuͤhrt oder ausgefuͤhrt wor⸗

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den sind. Unter den Einfuhr⸗Artikeln stehen die wollenen Stoffe mit 6,232,982 Rubel; Seidenzeuge mit 5,680,871 Rubel; Baumwollenzeuge mit 5,335,327 Rubel; an Salz über 2 ½ Millionen Pud; 991,719 Pud Candis⸗Zucker u. s. w. Unter den Ausfuhr⸗Artikeln stehen 1,421,386 Tschetwerts Weizen, Roggen, Gerste und Hafer; fuͤr Millionen Ru⸗ bel Holz; 3,977,881 Pud Talg; 2 ½ Millionen Pud Hanf; 2,316,428 Pud Flachs; 1,031,607 Pud Eisen, 90,357 Pud Kupfer u. s. w. 1

Aus Astrachan schreibt man unterm 20. Nov., daß der groͤßte Theil der Stoffe von Persien und Chiva, welche ge⸗ woͤhnlich von Astrachan nach Nachitschewan spedirt werden, wegen der niedrigen Preise und der Concurrenz Russischer Fabrikate unverkauft geblieben sind.

Dr. Fischer, Präsident der medicinischen Akademie zu Moskwa, beschreibt Ein seinem Werke uͤber Perlfischerei in Rußland) eine Perle, die im Besitze eines Griechischen Kaufmanns zu Moskau, Namens Zosima, war, und die vielleicht nicht ihres Gleichen mehr harte Sie soll aus Ost⸗ indien stammen und ward in einer dreifachen bohepan Buͤchse aufbewahrt. Die unschaͤtzbare Perle wiegt n K. 1 rat, oder fast eine Viertel⸗Unze, ist vollkommen sphärisch von einem Glanze, der den des hochpolirten Silber⸗ ncs trifft, voͤllig durchsichtig und so glatt, daß sie, auf Papier gelegt, wie Quecksilber einherrollt.

. Frankreich.

Paris, Dec. Der Moniteur vom 25sten ent⸗ haͤlt den nachstehenden Bericht des Kriegs⸗Ministers an den Koͤnig: „Sire, die durch das Finanz⸗Gesetz vom 17 August d. J. vorgeschriebenen Ersparnisse in den Ausgaben des General⸗Stabes machen es nothwendig, die Zahl der activen Stabs⸗Officiere zu vermindern. Einer Verordnung vom 6 Nov. 1817 zufolge, wurden bei jeder Militair⸗Diviston, mit Ausnahme der 1sten, nur zwei General⸗Majors beibehalten Andererseits geht indessen aus einem bei dem Obersten Kriegs⸗ Rathe wegen der neuen Eintheilung der Unter⸗Militair⸗Di⸗ visionen eingereichten Tableau, die Moöglichkeit einer noch groͤßeren Reduction hervor. Hiernach habe ich die Ehre, Ew. Majestaͤt einen Organisations⸗Plan vorzulegen, wonach die Gesammtzahl der, die Unter⸗Divisionen commandirenden General⸗Majors, auf 46 herabgesetzt werden wuͤrde. Ew. Majestaͤt werden Sich ohne Zweifel uͤberzeugen, daß bei einer Maaßregel, deren einziger Zweck eine Verminderung der Ausgaben ist, die Aufhebung der Commando's allein die

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Entlassung der gegenwaͤrtigen Inhaber derselben auf den

disponiblen Fuß motiviren konnte. Sind Ew. Majestaͤt

mit der Maaßregel einverstanden, so bitte ich um die Voll⸗

ziehung des beifolgenden Tableaus.“ Nach diesem, von dem Koͤnige am 17ten d. M. vollzogenen Tableau be⸗ stehen jetzt in Frankreich 21 Militair Divistonen mit 46 Un⸗ ter⸗Divisionen, naͤmlich: 1) Paris, mit 4 Unter⸗Divisionen (in Paris, Versailles, Soissons und Chartres); 2) Cha⸗ sons, mit deren 2 (in Verduͤn und Méezisres); 3) Metz, mit 2 (in Metz und Nancy); 4) Tours, mit 2 (in Tours und Angers); 5) Straßburg, mit 2 (in Straßburg und Colmar); 6) Besangon, mit 2 (in Besangon und Lons⸗le⸗Saulnier); 7) Grenoble, mit 2 (in Gay und Valence); 8) Mar⸗ seille mit 3 (in Avignon, Marseille und Toulon); 9) Montpellier, mit 1 (in Nismes); 10) Toulouse, mit 5 (in Toulouse, Perpignan, Montauban und Tarbes) 11) Bordeaux, mit 2 (in Bayonne und Bordeaux); 12) Nant mit 3 (in Nantes, Poitiers und la Rochelle); 13) 2 mit 3 (in Rennes, Lorient und Brest); 140) Casn, mit 4 (in Caen und Saint⸗Loö); 15) Rouen, mit 2 (in Rouen und Amiens); 16) Lille, mit 2 (in Lille und Arras); 17) Bastia, mit 1 (in Ajaccio); 18) Dijon, mit 2 (in Dijon und Auxerre); 19) Lyon, mit 2 (in Lyon und Clermonk)⸗ 20) Périgueux, mit 1 (in Périgueux); 21) Bourges, mit 2 (in Nevers und Limoges). Die Zahl der Unter⸗Militair⸗Divistonen betrug bis jetzt 72; sonach 8 . 2 In demselben Blatte des Moniteurs befind 1 eine öö folgenden Inhalts: „Art. 1. In Etaich Ober⸗ und sonstigen Officiere, welche zu den Organisations⸗ Staͤmmen der Armee gehoͤren, zugleich aber ein von dem Kriegs⸗Ministerium unabhaͤngiges und mit einem Gehalte aus Staats⸗Fonds verknuͤpftes Civil⸗Amt entweder schon jetzt bekleiden oder in der Folge erhalten, sollen in diesem Falle hinfuͤhro keinen Sold irgend einer Art mehr durch das Bud⸗ get des gedachten Ministeriums beziehen. Art. 2. So lange jene Officiere zu den Staͤmmen des activen Heeres gehoͤren, soll ihnen die Zeit, wo sie das obgedachte Amt ausgeuͤbt ha⸗ ben, als wirkliche Dienstleistung in der Armee hinsichtlich

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