1829 / 6 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Steinbloͤcken (Sleepers) von einer breiten Grundflaͤche befe⸗ stigt. Man befestigt die Barren in der en⸗ teist durchgehender eiserner Naͤgel. Die. Steinbloͤcke sind mei⸗ stens 1 bis 1 ½ Centner schwer, und haben eine Basis von wenigstens 16 Zoll breit; der Platz, wo die Bloͤcke zu liegen kommen, wird zuvor fest gerammt und sodann mit einer duͤn⸗ nen Lage Kies oder Sand bedeckt; die Guͤte einer Eisenbahn haͤngt viel davon ab, diese Bloͤcke richtig und fest zu legen. Die Barren von geschmiedetem Eisen werden, weil sie weni⸗ er leicht brechen, 12 bis 15 Fuß lang gemacht, jedoch mit bsaͤtzen auf jede 3 Fuß zur Anbringung der Stuͤtzpunkte. Die Form derselben ist fast ganz denen von Gußeisen gleich, nur werden erstere nicht so dick gearbeitet, auch ha⸗ ben sie zur Ersparung des Materials eine triangulaire prismatische Gestalt, so daß sie unten viel schmaͤler sind, als oben. Ueber den Vorzug der geschmiedeten rails vor den gegossenen ist man noch nicht ganz einig. Der Haupt⸗Vorzug der ersten besteht darin, daß die Barren viel laͤnger gemacht werden koͤnnen, wodurch man die vielen Zu⸗ sammensetzungspunkte vermeidet, die immer mehr oder weni⸗ ger Unebenheiten in der Bahn hervorbringen. Sie sind fer⸗ ner weniger dem Bruch ausgesetzt, als die Bahnen von Gußeisen; dagegen haben sie wieder den Nachtheil, auf der Oberflaͤche durch den Druck sich mehr abzunutzen, als die gegosse⸗ nen Bahnen, auch werden sie weit mehr von der Luft und Naͤsse angegriffen und biegen sich mitunter, wenn sie nicht stark genug gemacht, oder nicht gehoͤrig unterstuͤtzt sind. Die Erfahrung muß es noch lehren, welche von beiden Arten auf die Dauer den Vorzug verdient. (Fortsetzung folgt.),

Das Journal von Odessa enthaͤlt Folgendes: „Die kleine Stadt Batgumi, am Ufer des Schwarzen Meers auf Tuͤrkischem Gebiet gelegen, ist ein Ort, der gegenwaͤrtig von durchaus keiner Wichtigkeit ist, weder in Bezug auf seine Ein⸗ wohner noch auf seinen Handel; demungeachtet ist die Lage derselben vortheilhaft, und wuͤrde sie zu einer bedeutenden See⸗Stadt machen, wenn sie einem Gouvernement angehoͤrte, das mehr darauf bedacht waͤre, die Wohlfahrt seiner Pro⸗ vinzen zu sichern. Batgumi hat eine tiefe Rhede, auf wel⸗ cher die Schiffe vollkommen sicher sind. Sie koͤnnen 10 Toi⸗ ken von der Kuͤste uu und die Ankertaue aufs Land wer⸗

Fen Diese Rhede, welche nach Norden und ordosten zu frei ist, wird gegen die Ostwinde durch eine Landzunge ge⸗ schuͤtzt, welche sich ungefaͤhr 4 Werste hin nach Norden er⸗ streckt. Die Stadt ist durch kein Festungswerk geschuͤtzt; am Eingange des Bazars liegt ein alter Thurm, welcher zur Vertheidigung gedient zu haben scheint. besteht nur aus 2000 Seelen, die kleinen hin⸗ und her zer⸗ streuten Haͤuser, welche sie bewohnen, geben der Stadt das Ansehen jener Doͤrfer des Kaukasus, wo jeder nur die Sorge hat, so weit als moͤglich von seinem Nachbar entfernt zu seyn. Der Bazar besteht aus ungefahr 50 schlechten Boutiquen, welche nur Kleinigkeiten von geringem Werth enthalten. Der Handel beschraͤnkt sich auf die Beduͤrfnisse der Einwohner, welche durch einige Fahrzeuge Eisen, Salz, Seife und andre Gegenstaͤnde erhalten. emungeachtet bringt das Land Ge⸗ treide, Reis, Fruͤchte und Trauben hervor, und seine natuͤr⸗ liche Fruchtbarkeit koͤnnte, wenn einiger Handel existirte, es bald auf eine bedeutende Stufe des Wohlstandes erheben. Batgumi koͤnnte auch zu Lande einen ziemlich bedeutenden Handel mit Achalzik treiben, da aber die Wege zwischen diesen beiden Punkten sehr gefaͤhrlich sind, so ziehen die Kaufleute von Achalzik es vor, ihre Waaren von Arzroume zu bezie⸗ hen. Herr von Peyssonel bezeichnet den Weg uͤber Batgumi als den guͤnstigsten, um mit Achalzik zu handeln; wahrschein⸗ lich hat er damit sagen wollen, daß er dazu geeignet ist, der Beste zu werden, und aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, hat er gewiß Recht; wenigstens in Bezug auf den Handel mit dem Schwarzen Meere und Europa.“

Zu Biel (Schweiz) starb am 31. October der Apotheker Dieffenbach als Opfer seiner Wißbegierde und Liebe fuͤr die Wissenschaft, die ihn von fruͤhester Jugend an beseelten. Er hatte die ungluͤckliche Idee gefaßt, den Phosphor als ein be⸗

Die Bevoͤlkerung 8

lebendes Mittel gemeinnuͤtziger zu machen, die desfallsigen Versuche an sich selbst anzustellen und die Resultate facaae oͤffentlich bekannt zu machen, und ließ sich auch nicht durch die Warnungen eines Arztes, dem er sein Vorhaben mit⸗ theilte, hiervon abschrecken. Am 20. October nahm er einen Gran Phosphor, wohl zerkleint und nachher noch vorsichtig mit Zucker abgerieben, am 21sten 2 Gran und am 22sten Morgens noch 3 Gran, ohne seinen Freunden irgend etwas hiervon mitzutheilen; nur den Arzt hatte er frohlockend von dem guten Ablaufe der beiden ersten Dosen benachrichtigt. Am Abend des 22sten aber fing ein Uebelfinden, ein Druͤcken im Unterleibe an, welches der Ungluͤckliche je⸗ doch faͤlschlich fuͤr Rheumatismus hielt, und deshalb auch am folgenden Tage bei zunehmenden Schmerzen noch keinen Arzt nehmen wollte. Erst am 2ästen, als heftig anstren⸗ gendes Erbrechen, mit knoblauchriechendem Aufstoßen (vielleicht phosphorige Saͤure oder Phosphor⸗Wasserstoffgas) eintrat, gab er zu, den Arzt holen zu lassen, die wahre Ursache sei⸗ ner Krankheit, eine innerliche Entzuͤndung in Folge seiner Ver⸗ suche, einsehend. Doch leider fruchtete kein Fecsees der Ma⸗ gen stieß Alles durch heftiges Erbrechen aus, Lindenbluͤthen⸗ Thee mit Zucker ausgenommen. Am 27sten vermochte er das Bett nicht mehr zu verlassen; am 29sten Abends traten in⸗ nerliche Kraͤmpfe ein, und der linke Arm fand sich gelaͤhmt, nachdem er am 2ssten in ein Delirium verfallen war, aus dem er bis zu seinem Tode nicht mehr kam, der am 31. Oet. Nachmittags 2 Uhr 50 Min. erfolgte. Alle Bemuͤhungen der Kunst, alle Anstrengungen seiner theilnehmenden Freunde vermochten hier nicht zu helfen!

8 Koͤnigliche Schauspiele.

Dienstag, 6. Jan. Im Opernhause: Trau, schau, wem! Lustspiel in 1 Aufzug, von Schall. Hierauf: Die Schleich⸗ haͤndler, Possenspiel in 4 Abtheilungen, von E. Raupach.

Im Schauspielhause: Les acteurs frangais auront l'hon- neur de donner: 1) Lapremière représentation de: L' Egoiste, ou: Le Philinte de Molière, comédie en 4 acte ei en vers, du théatre français, par Fabre d'Eglantine 2) La man- sarde des artistes, vaudeville en 1 acte, du théätre de Madame, par Scribe. 7

Konigsstaͤdtsches Theater.

Dienstag, 6. Jan. Sieben Britten. Hierauf: Das Miniaturgemaͤlde. Zum Beschluß: Der Dorfbarbier.

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Den 5. Jan. 1829 Amtl. Fonds- und VGeld-Cours-Zettel. (Preuss. Cour.) 8 [IqSricf. Sela.

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A ScTulaã-Sch. 4 913 [91 e Pomm. Pfandbr. 4 103 3 ᷑—- Pr. Engl. Anl. 18/ 5 103 1024 Kur-u. Neum. do. 4 104 Pr. Engl. Anl. 22 5 102 ½ 102 [Schlesische do. 4 105 * B0. Ob incl. Litt. I 2 my— 99 [Pomm. Dom. do. 5 107 3 107 Kurm. Ob. m. l. C. 4 91 90¾i Märk. do. do. 5 107 Neum.-Int. Sch. do. 4 90 ¾ [Oapr. do. do. 5 106 ½ Berün. Stadt-Ob. 5 101 ½ —. [Rücksr. C. dRmk 56 55 ¾

dito dieo 4 100 99 ½ do. do. d. Nmk. 56 ½ 55% Lgaae.8g. 20. 2 1945 88- Züne-Sehb d. Kmk. 87½ 56 ¾ Elbinger 0. FN lito Wnk. 57 ½ Danz. de. in-Th. Z. 334 33 ½ 2 57 ¼ 567 Westpr. Pfdb. A. 4 —2 95 ¼

dih dito B. 4 94 ½ 93 ¾ HoH. volw. Duc. —- 19 Grosshz. Pos. do.] 4 99½ Friedrichsd'or. —-] 13 22 1221 ½ Ostpr. Pfandbrf. 4] 95 ½ ]1 [Discomro x— 1

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Auswärtige Börsen.

2 M Amsterdam, 31. Dec. .

Oesterr. 2 Dn 43 ,98. Bank-Actien 1335. Loose zu 109

FI. 193., Parsal-Ophg. 377. Russ. Engl. Anl. 85 ½. Russ. Anl. Hamb. Cert. 85¼. . 3

Wien, 31. Dec. 5pCt. Metall. 95 ⅝. Bank-Actien 10903.