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zur Allgemeinen Preußischen Staats
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Suͤd⸗Amerika.
Die neuesten Nord⸗Amerikanischen Blaͤtter geben Aus⸗ uͤge aus den Zeitungen von Lima bis zum 18. Sept.: Der ima Telegraph enthaͤlt folgende Adresse des Praͤsidenten
der Republik Peru, Jose de la Mar, an die Peruaner: „Buͤrger! Der gerechte Unwwille uͤber General Bolivar's Proclamation und das heftige Verlangen, auf seine beleidi⸗ Erklärung zu antworten, scheint mich ganz wider Er⸗
gende 1 2 zide warten gesund gemacht zu haben. 2 Bevor er noch in un⸗ ser Land einfiel, wagte er es, ein Eigenthum anzugreifen,
das wir eben so sehr lieben, als unser Vaterlaud, und mehr als unser Leben — die Ehre. Bruder⸗Kriege sind schrecklich, abscheulich; aber was bleibt uns zu thun uͤbrig, wenn gekraͤnkte Ehre und Vaterlandsliebe uns die Waffen in die Haͤnde geben? Schon vorher war der ungerechte Angriff beschlossen worden, und nur die Gelegenheit fehlte, ihn ins Werk zu setzen. Jetzt hat sie sich ihm dargeboten. Dem Vortrabe der Armee, mit der er uns bedroht, schickte er die aͤrgste Unverschaͤmtheit und Falschheit mit den groͤßten Beleidigungen voraus. Er schildert uns als Angreifer, und wagt es, im Angesicht der civilisirten Welt, in Gregenwart unserer Zeitgenossen und der Zeugnisse unserer Thaten, uns Verraͤther zu nennen. Der Verraͤther ist er, der es freilich versprochen hat, der Schuͤtzer unserer Freiheit zu seyn, deren er uns jetzt berauben moͤchte; er, der das Wort Gesetz stets auf der Zunge fuͤhrt, und der, die ihm entgegen kommende Arglosigkeit benutzend, die Souverainitaͤt an sich gerissen hat; er der auf sein Schwerdt sich verlassend, der Welt sein po⸗ litisches Bekenntniß aufgedrungen hat, das der Fluch Ame⸗ rika s ist. — Er sagt, Peru ist zum Verraͤther geworden! — Ich, — meine eigene Person, und als Organ des Natio⸗ nal⸗Gefu hls, erklaͤre hiemit vor der ganzen Welt, daß die Hand, die eine so ungeheure Beleidigung hinschrieb, und die Lippen, die sie aussprachen, einem Verraͤther gehoͤren. Moͤge jeder Unpartheiische entscheiden, auf welcher Seite der Ver⸗ rath ist. — Die Regierung sah die Republik von einem dop⸗ bülben Angriff bedroht. Ober⸗Peru, vereint mit dem Lande, —* das es ins Daseyn gerufen ward, setzte sich gegen Suͤden ISheee hng. Ale Hatsemmittei des Machiavellismus und eine be⸗ Mach den aufgeboten, um boͤse Anschlaͤge in's Werk zu setzen. Im Norden bemuͤhte sich General Bolivar selbst eine Armee zu bilden, die Graͤnzen zu besetzen, d di 88 en zu sammeln, um uns zu unterjochen; 6 7,I 2 . 4 . * 2 7 „ 0 Perroals dem Gewitter naͤher kam, als ihr die blutigen und Alles vertilgenden Befehle bek 3 8 Seesgeen ne 8h le bekannt wurden, die den Be⸗ bi? Ie scheim ertheilt worden waren, als sie alle d Kaaßregeln erfuhr, die Per &* 5 „ sowohl die geschmiedeten Pis u verderben sollten, und ihr entdeckt wurden, wäre es 88 als die gelegten Fallstricke brecherischer Gleichguͤltigkeit au vernuͤnftig gewesen, bei ver⸗ Peru der Verraͤtherei ankla zu beharren, und darf man gen und uͤberrascht werden .t west es nicht hintergan⸗ ten wir staunen, wenn Gener d8 te? — Doch weswegen soll⸗ nach seinem J eneral Bolivar, den Namen der Dinge Despotismus eine kra Bedeutung gebend, den Verzweiflung gebrachtes id feste Regierung, ein in Unterdruͤckten, Anarchie; 8 rebellisch; das Geschrei der öffentliche Ruhe; die A as Stillschweigen von Sclaven, usbruͤche des Zorns, Energie;
die Anwendung von Gemw Gebrauch der Macht, Fral, Matnrrecht; willkuͤhrlichen
. und seine Einfaͤlle, Ge⸗ setze nennt? wie koͤnnten wir I
berei de vir ß er unsere Vorbereitungen, um einem daß er begegnen, mit dem uns vFluͤcklichen Schicksal zu
ge . die unerbittlich i E
geizigen bedroht, mit dem Namen Vichöͤr Nache eines, Ehr⸗ nennt den Bessags. ₰ wir der de wegfit serne behe⸗ if und Vereen 1“ Fes Mindeste kann “ gefuͤhrt werden, daß unsere Truppen, welche diejenigen be⸗ wachen sollten, die man eine Observations⸗Aetnes einen Graͤnz⸗ Cordon nannte, daß diese Tru S einen Schritt gethan haͤtten, um dem Rufe vöse 2 der von allen Enden Ober⸗Peru's, das auf sie, seinen ging, jedoch nicht in dem iro⸗
Befreier rechnete, an b er e vor einigen Jahren fuͤr ihren
nischen Sinne derjeusigen,
*) Wle fruͤber (in Nr. 238 der St gen Jahre) gemeldet worden, batte La üblen Gesundheits
hsr Zeitung vom pori⸗ ar sich, wegen seiner Umsaaͤnbe⸗ von den Geschaften urach
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nen, die vom Orinoco an bis zum Pilcomayo, nicht einen
eigenen Glanz durch Unterjochung der Natio S e das Wort entweiht. Unsere — 2 dige General, der sie befehligt, haben ihre Pflicht gethan; sie dran⸗ gen in das ungluͤckliche Land ein und retteten seine Freiheit, trotz des Widerstandes und der Maaßregeln seiner Regierer, und zogen sich dann sogleich zuruͤck, um ihm die Freiheit zu las⸗ sen, sich solche Gesetze zu machen, wie es fuͤr gut finden wuͤrde. Und ein so edelmuͤthiges Betragen sollte die Na⸗ men von Angriff und Verrath von Seiten derer verdie⸗
Flecken Erde beruͤhrten, ohne ihn zu verwuͤsten und zu un⸗ terjochen? Peruaner! Ihr habt Eurer wuͤrdig gehandelt, in⸗ dem Ihr die ungesetzmaͤßige und aufruͤhrerische Regierung verwarfet, unter welcher Ihr in Erniedrigung getrauert habt. Ihr habt Eure Unabhaͤngigkeit wieder errungen, indem Ihr das beruͤchtigte Werkzeug verwarfet, das Eure Sklaverei be⸗ siegelt und die Laufbahn des Soldaten⸗Gesetzgebers gekroͤnt haben wuͤrde. Ihr habt jederzeit die großen und feierlichen Beschluͤsse des National⸗Willens vor Augen. Mit Usurpa⸗ toren ist kein Frieden moͤglich, ihre Versprechungen verdie⸗ nen keinen Glauben, ihr Gesetzbuch sind die Bayonette, und nicht eher ist man vor ihnen sicher, als bis sie in der Erde lie⸗ gen, die sie unterdruͤckten und mit Kummer und Elend be⸗ deckten. Buͤrger der Republik! Wir wollen lieber ruhmvoll sterben, als schimpflich leben. Unwuͤrdig sind diejenigen des Namens von Peruanern, der Achtung ihrer Landsleute und des Schutzes der Gesetze, die, unempfindlich gegen die Leiden der Republik, ihr nicht beistehen, und ihr grausamer Weise die Opfer versagen, die sie von allen ihren Soͤhnen zu fordern berechtigt ist. Soldaten! Geliebte Waffengefaͤhrten, sichere Stuͤtze der Un⸗ abhaͤngigkeit, denen ich den Ruf verdanke, mit dem mich mein Vaterland beehrt — wir sind zu Vertheidigung und Rache berufen. Wir gehen einem leichten und ruhmvollen Siege entgegen. Die tapfern Soͤhne Columbiens sind in Bewegung. Freunde! wir eilen in die Schlacht, die wir, aus Liebe fuͤr die Menschheit, zu vermeiden bemuͤht waren, und zu der uns die Verwegenheit der Feinde unserer Ver⸗ fassung und unserer Gesetze zwingen. Laßt uns zeigen, daß wir werth sind, fuͤr die Sache der Ehre und der Gerechtig⸗ keit zu fechten. Wir wollen es der Welt und unsern Fein⸗ den beweisen, daß unsere Armee von der Tugend und nicht von Eroberungssucht beseelt ist, durch welche sich gewisse be⸗ ruͤchtigte Soldaten auszeichnen, die, nach falschem und verab⸗ scheuungswuͤrdigen Heldenruhm strebend, Tausende von Menschen hinopfern, um ihre ungebundene Ehrsucht zu befriedigen.“
Lima, den 30. August 18 Jose de la Mar.“
ma⸗) Zeitung finden sich noch in 28* auf die Verhaͤltnisse Die Gefangennehmung des
— In derselben (Li
einige weitere Nachrichten zwischen Columbien und Peru. ngenn/ General Sucre und die einzelnen Vortheile, die Gamarra fruͤher in Bolivia errungen hatte, haben den Peruanern Muth eingefloͤßt; und die Zubereitungen, die man allenthalben in der Republik machen sieht, beweisen, daß sie entschlossen sind, Alles gegen Columbien aufzubieten. General Gamarra ge⸗ hoͤrt zu denen, die am thaͤtigsten dahin arbeiten, um den Bruch⸗ zwischen Columbien und Peru immer unheilbarer zu machen. Er hat die Bolivier und den General Suere bestegt, 8* sein Ehrgeiz moͤchte ihn wohl dahin verleiten⸗ seine Kraͤfte mit Bolivar selbst messen zu wollen. Der Befreier 122* seits hat seinen Truppen erklaͤrt, daß seine “ 6 18 nen das Signal zum Kampf seyn werde. 1 So ües b Nationen entschieden feindlich einander gegenuͤber. 8 aß 8 Kampf lange dauern und blutig seyn werde⸗ für hhten d2. nicht; wir haben zu viele Beweise von Bolivar's fes 8. Charakter und von seinen ausgebreiteten Huͤlfsmitteln, al
daß wir an seiner Faͤhigkeit zweifeln sollten, die Drohung 8 Erfuͤllung zu bringen, die er in seiner Erklaͤrung ausgespr
chen hat.
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Elberfeld, 11. Jan. Der, Haupt⸗Pericht der 3 ral⸗Bevollmaͤchtigten des Deutsch⸗Amer kantschen en des Vereins, Herrn ꝛc. Schmidt, ist in be. S. ction h neu kes in Elberfeld eingetroffen. Die Direetion hat