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zur Allgemeinen Preußischen Staats⸗Zeitung RNr. 1.“
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So viele Trophaͤen, zu denen noch 1280 Stuͤck Kano⸗ Fahnen und 20,000 Gefangene hinzukommen, ha⸗ ben Rußland nur 18 bis 20,000 Mann an Getoͤdteten oder Schwerverwundeten gekostet. Welche Waffenthaten koͤnnen Schr. th unsere Feinde dem entgegensetzen, und welches sind die Siege, die auswaͤrtigen Blaͤttern zum Vorwand dienten, die That⸗ sachen zu entstellen? Es ist die Niederlage zweier unserer Bataillone, die sich bei einer Recognoscirung zu weit vor wagten, und der Verlust einer Schanze mit 6 Kanonen, welche bei Nacht uͤberrumpelt wurde, und durch die blinde Zuversicht ihrer Vertheidiger verloren ging. Dergleichen un⸗ dedeutende Ereignisse sind im Kriege sehr gewoͤhnlich, und haben nie den Ausgang desselben entschieden. Dies sind mit wenig Worten die Begebenheiten, welche einige, auf unsere ortschritte neidische Journalisten sich nicht entbloͤdet haben einen fehlgeschlagenen und dem Ruhme der Sieger verd b⸗ lichen Feldzug zu nennen!! Rußland bedarf — weiten eben so ungluͤcklichen Feldzuges, und seine Krieger EEb greie n von ri inab⸗ steigen. Man darf glauben, daß die Tuͤrken 1“ gen „,— so — zu und daß der Sultan, die Resultate des Feldzuges besser wuͤr igend als die Er is 3 schreiber, einsehen wird, wie unklug er banbate, “ Gefahren aussetzen wollte, statt den maͤßigen Bedingungen bei⸗ zutreten, welche Rußland schon vor dem Kriege ihm gestellt hat. In der That, wird Rußland noch einmal zu den Waffen zu greifen, so wird der naͤchste Fehbpug mte Gottes Huͤlfe besser als unsere Auseinanderse Seeebe cheile darthun, welche wir in dem etsegangen die Vor⸗ haben. Die einfache Aufzͤhlung deee gen eneeese9s und der eroberten Siegeszeichen, so wie der Einfluß de heile Sedis auf die Begebenheiten haben muͤssen, n 5 nuͤgend darthun, wie grundlos die Declamationen sind, wel⸗
chen wir den Beweis entgegenstellen, daß die Russische Ar⸗† F.
mee in diesen vier Monaten mehr 1 3 gethan hat, als sie jemals — Feldzuͤgen gegen die Tuͤrkei erlangen * E Dessen ungeachtet erkennen wir an, daß, trotz des — 84929, einige Fehler begangen worden sind. Zu freimuͤthig, 2 8 offen einzugestehen, werden wir uns bemuͤhen, — Zu v zu vermeiden. Was aber Niemand bestreiten —— üeeechet dieser glorreichen und wichtigen Er⸗ Hnasche eewichen he lcht Augenblick von dem un en vor dem Kriege 3 ö RSens. zu schließen 8] LS8 8 * an Mahmud, zu gemaͤßigteren Gesin⸗ nungen zuruͤckkehrend, diese Wahrheiten daß
nah vefshee eeres auf lange Zeit das gute Einverstaͤnd⸗ niche eßr — wieder herstellen werde, welche zu seyn, als feaeeg 1 — eirnder 8 öchwarzen Meer e er Erwer jlfer de nicht einen börer E süͤdlichen Brabens ezea. noch Sollte dieses B rn wesentlichen Handelsweg gewaͤhrte. bleibt uns nichts ee angen nicht in Erfuͤllung gehen, so ter Feldzug der — zu wuͤnschen uͤbrig, als ein verfehl⸗ und 4 Provinzen verse ie der vorige, der uns 14 Festungen Ergebnissen eines füschaffte. Dann koͤnnen wir 82n zu den Krieges Gluͤck wüinschen, enheiligste Sache unternommenen gen “ Mieberegen — Vergnuͤ⸗ ie e en.
1G Nachschrife zar Bönom Rustischen Generalstab. zu schließen, lesen wir die Nachri Im Begriff, diese Zeilen keinen Anstoß genoemmen babenrücheen, die einige Zeitungen 2* — z8 verbreiten. ..eGe 8 2 ellog 9 — sie ihre Waffen sich auf Disere nrn e Schwerdtschlag ergebe Basn f unsere ganze rtillerie sck impflicher Weif i haben, un aß Diese Angaben enthalten vpese zuruͤckgelassen wor⸗
den sey. zuruͤ⸗ vrrenndungen. n eben so viele Luͤgen, als Auf dem Puntte, von welchem gesprochen wird, ist nicht
ein Einziger der Unsrigen gefang none ging erene ₰5 — gefunden. Der einzige Periust, der di 8— . : beten ent der emes Thalle ihrer Pfesde. ashe. an onr, rage, lehmiges Trinkwasser, eine unglaubliche Hitze s 2 lich die rasch darauf eintretende Kaͤlte haben eine große An⸗ zahl derselben hinweggerafft. Doch dieser V. lareben 8
2 worden, nicht Eine Ka⸗ ein Scharmuͤtzel hat statt
gegenwaͤrtigen Augenblicke schon wieder ersetzt. Die Ar jetzt ruhig alle Cantonnirungen inne, 5 E1“ Ufer der Donau, zu Varna, Pravodi, Kosludschi Bafard⸗ schik, Hirsowa und am Walle des Trajan einzunehmen fuͤr ut befunden hat. Endlich haben die Tuͤrken, mit welchen I den einfaͤltigen und leichtglaͤubigen Menschen Furcht einjagt nicht einmal einen Versuch gewagt, einen Winter⸗Feldzug zu eröͤffnen, mit dem man gleichwohl das Publikum zu un⸗ terhalten bemuͤhet ist, der aber selbst schon in der Idee dem minder Leichtglaͤubigen, sobald er nur die Tuͤrkischen Sitten und die Schwierigkeiten kennt, welche der Balkan jeder Armee, die in der schlechten Jahreszeit dort Krieg fuͤhren wollte, entgegenstellen wuͤrde, als durchaus laͤcherlich erscheint. Wir wollen hier eine schon etwas gu lange und ermuͤ⸗ dende Widerlegung beschließen. Die wahren Verbreiter der Luͤgen, welchen wir gezwungen waren, hier zu antworten, sind nicht unbekannt und die Schande, welche sich immer an die ohnmaͤchtigen Bemuͤhungen der Verlaͤumdung knuͤpft, wird auch sie zu erreichen wissen.“ —
Odessa, 31. December. Das hiesige Journal enthaͤlt folgende officielle Bekanntmachung an den Handelsstand: „Der Befehlshaber unserer Flotte im Schwarzen Meere, Admiral Greigh, hat den Befehl erhalten, den Bosphorus in Blokadestand zu erklaͤren, und bei dieser Meerenge nur diejenigen Schiffe ein⸗ und auslaufen zu lassen, welche ent⸗ weder nach einem der Russischen Haͤfen am Schwarzen Meere segeln wollen, oder aus einem dieser Haͤfen kommen, ohne Getreide oder Kriegs⸗Contrebande geladen zu haben. Unter dem Namen Kriegs⸗Contrebande werden folgende Artikel verstanden: Waffen, Geschuͤtz, Pulver, Salpeter, Degengehenke, Saͤttel und Zuͤgel. Wir werden unverzuͤg⸗ lich die naͤheren Verfuͤgungen bekannt machen, welche zu einer strengen Beobachtung der Blokade von der Behoͤrde getroffen werden duͤrften.“
Frankreich.
Paris, 8. Januar. Vorgestern Vormittag hatte der Staats⸗Minister, Baron von Rayneval, eine Privat⸗Audienz beim Koͤnige. Um 6 Uhr war bei Sr. Majestaͤt Familien⸗ Tafel von 17 Couverts, wo nach altem Brauche der Drei⸗ koͤnigs⸗Kuchen vertheilt wurde. Die Bohne wurde der funf⸗ zehnjaͤhxigen Mademoiselle de Valois, zweiten Tochter des Herzogs von Orleaus, zu Theil, welche den Monarchen selbst zuͤm Koͤnige waͤhlte. Der Messager des Chambres zeigt an, daß es sich mit der Gesundheit des Grafen von la Ferronnays bessere. Nichtsdestoweniger bleibt der Courrier frangats bet seiner Behauptung, daß dieser Minister sich zuruͤckziehen werde, und daß es sich nur noch darum handele, ihm einen Nachfolger zu geben. Er sagt in dieser Voraussetzung: „Wir 3— Ursache zu glauben, daß der Baron Pasquier abermals an die Thuͤr des Höoͤtels der auswaͤrtigen Angele⸗ genheiten angepocht habe, und diesmal mit um so groͤßerem Erfolge, als von seinen Mitbewerbern der eine (Herr von Rayneval) kraͤnklich, der andere (Herr von Chaͤteaubriand) abwesend ist. Es laͤßt sich nicht vorhersehen, wozu die Mi⸗ nister sich entschließen werden; wir koͤnnen dieselben aber nicht dringend genug. ersuchen, uͤber ihre Stellung wohl nach⸗ zudenken, und diese so zu betrachten, wie sie wirklich ist, wie aber die Minister allein sie nicht betrachten wollen. Das Ministerium bietet der Nation nur erst eine unvollkommene Buͤrgschaft; es hat von derselben bis jetzt nur ein halbes Vertrauen erhalten. Alle seine Ruͤcksichten haben ihm kein Uebergewicht verschaffen koͤnnen, da dieses sich mit der Unschluͤs⸗ sigkeit nie vertraͤgt. Die nächste Sitzung wird diese Lage der Dinge noch klarer ans Tageslicht bringen und die Schwie⸗ rigkeiten nur vermehren. Alles verkuͤndigt uns, daß die Kammer in ihren Forderungen nachdruͤcklicher als bisher seyn werde; mit goldenen Worten wird sie sich nicht ferner hinhalten lassen; die Zeit schoͤner Redens⸗ arten ist voruͤber. Wuͤrde unter solchen Umstaͤnden Herr asquier dem Ministerium von großer Huͤlfe seyn? w irde er ihm die Kraft, die Entschlossenheit und das Uebergewicht gewäͤhren, deren es so sehr bedarf? Wir sind weit entfernt, ihm seine Geschaͤfts⸗Kenntuiß, namentlich die Gewandtheit der Rede, abzusprechen. Hat er aber nicht von jeher das so⸗ genannte Schaukel⸗System verfochten?
War er nicht einer j & von den Ministern, deren Verwaltung Herr Camille Jor⸗