1829 / 30 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Ludwigs XVIII.

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Der Messager des Chambres zußert sich uͤber die QAuotidienne in folgender Art: „Seit einiger Zeit folgte dieses Blatt dem Beispiele seiner Abonnenten; es schlum⸗ merte. Jener unschuldigen Provinzial⸗Akademie ähnlich, von welcher Voltaire uns erzaͤhlt, ließ es nichts von sich hoͤ⸗ ren. Es scheint inzwischen, daß diese Tugend ihm zum Nach⸗ theile gereicht habe, denn seit einigen Tagen hat es sein bishe⸗ riges Stillschweigen gebrochen. Wir wissen nicht, was sich mit der Quotidienne zugetragen hat; aber nach ihren ploͤtz⸗ lichen Ausfällen und nach der Art zu schließen, wie sie ihren Geist auf die Folter spannt, um fuͤr stark und maͤchtig zu elten, sind wir fast geneigt zu glauben, daß von ihren Le⸗ fern einige desertirt sind, und daß sie bloß darum so laut die Trommel ruͤhrt, um die Fluͤchtlinge wieder um ihre Fahne zu versammeln. Es liegt etwas Achtungswerthes in hehm Bemuͤhen der Zeitungsschreiber, die geringe Anzahl ihrer Abonnenten dadurch zu bemaͤnteln, daß sie recht viel von sich hoͤren lassen. Allein selbst in den lobenswerthesten Dingen muß man ein gewisses Maaß und Ziel halten, und dieß thut die Quotidienne nicht. Da man diesem Blatte den Vorwurf macht, daß es seine Leser sterblich langweile, so will ich es ihm gern hingehen lassen, wenn es seinen Kopf anstrengt, um witzig zu erscheinen; doch darf solches nie auf Kosten der gesunden Vernunft geschehen. Hieran fehlt es aber den Aufsatzen der Quotidienne; am unschuldig⸗ sten sind noch ihre „Revues“, worin sie in uͤberladenen Re⸗ densarten uͤber das Provisorium im auswaͤrtigen Departe⸗ ment fabelt, uͤber die Expedition nach Morea scherzt, und die Sicherheit der Hauptstadt, ungeachtet oder gerade wegen der guten Anordnungen des Polizei⸗Praͤfekten, in Zweifel zieht. Alle diese Faseleien bringen weiter keinen Nachtheil, als daß man sie, wenn sie eine Zeitlang fortge⸗ setzt werden, gar nicht mehr versteht. Wie weit aber diese Sucht, den Witzigen, Geistreichen zu spielen, Maͤnner ver⸗ leiten kann, die dieses Geheimniß nicht kennen, davon hat die Quotidienne uns kuͤrzlich einen Beweis durch ihre Bi⸗ lanz der Revolution (S. Nr. 28. der St. 3.) gegeben. Was hat unser Geschlecht denn der frommen Austidienne ge⸗ than, daß sie den Kindern so gern das scheußliche und uͤber⸗ ladene Gemäalde der Fehler und Verbrecher ihrer Vaͤter vorhaͤlt? Hofft sie durch ihre liebreiche Chronik etwa die öffentliche Ruhe zu befestigen? Reizt sie nicht vielmehr da⸗ durch eine andere Parthei zu Repressalien? Man weiß in der That nicht, was man von einem Royalismus, wie dem der Quotidienne, denken soll, der mit unseren hochherzigen Bourbons, deren Sache er doch verfechten u wollen vorgiebt, niemals uͤbereinstimmt; von einem

oyalismus, der keine Gelegenheit unbenutzt laͤßt, um auf irgend eine ärgerliche Weise der, von dem Gesetze Ludwigs XVIII. Vergessenheit unserer fruͤheren Verirrungen Hohn zu bieten, und der, selbst am Vorabend des 21. Janzar, sich, durch seine wuͤthenden Ausfälle, gegen das erhabene, ethung verkͤndigende Testament des oͤniglichen Maͤr⸗ tyrers erhebr. Die Arithmetik ist frei von Leidenschaf⸗ ten, wird die Quotidienne sagen, und wir haben bloß n angestellt. Immerhin! fuͤr Jemand, dem cs zu thun ist, die Gesellschaft zu stoͤren, die Polttik gs XVI. loszusur veraͤugnen und sich von der Moral Lud⸗ wig Moͤ e agen, muß jede Entschuldigung willkommen

seyn. Moöge die Auotidienn l8 keit zuruͤckkehren; denn di e lieber in ihre fruͤhere Nichtig⸗ Tagen gemacht hat, um . Versuche, die sie in den letzten unglüͤcklich ausgefallen, 2— zig zu erscheinen, sind doch alle Aufsäͤtze leicht die Köͤpfe demaheen⸗ sie einerseits durch ihre anuegen ihrer Leser verdreht haben

mag, die durch ihr Alter vlherseins auch ihre Leser ihe he gewoͤhnt sind, möchten

wieder den Kopf verdrehen b sich zur Erhal den Kopf verdrehen, vhan. dess esehene tung (hrer Gesundheit von ihrem

Die Gazette de France m / von der Krankheit des Grafen von la Ferronnays enolten, 89.neeee —7 verlassen, daß er inzwi⸗ sae aen eee l 27 ö— wieder geaͤndert habe; nichtsdestoweniger glaube man doch noch, daß er nach Paris

reisen werde. stegelbewahrer hat den Friedensrichtern den

Der sch zu erkennen gegeden, daß sie hinfuͤhro

orte ihres Kantons ih . sie dazu nicht e

Das kleine geistliche Seminar zu Polignan gdete er obern Garonne), welches zu dieses Monats ohne vorgängige Erlaubniß geoͤffnet 8* en war, ist, nachdem die Regierung dem Erzbischofe von Toulouse dieserhalb Vorstei⸗ lungen gemacht, wieder geschlossen worden.

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abgeschafft worden.

Grohßbritanien Gund Irland. L 2

London, 20. Jan. Man haͤlt es fuͤr gewiß, daß im Anfange des naͤchsten Fruͤhjahrs, und zwar am Sanct Georgs⸗ Tage, eine große Feierlichkeit zur Einfuͤhrung von Rittern des Hosenband⸗ Ordens im Schlosse von Windsor statt sin⸗ den wird. Eine aͤhnliche Ceremonie soll bald darauf fuͤr die Ritter des Bath⸗Ordens in der Westminster⸗Abtei veranstaltet werden. „Wir hoffen mit Zuversicht“, fuͤgt die Times die⸗ sen Nachrichten hinzu, „die Gesundheit Sr. Maj. werde von der Art seyn, daß Hoͤchst Ihren Absichten nichts im Wege seyn werde.“

Der Courier enthaͤlt folgendes Schreiben des Herz von Cumberland an den Grafen von Enniskillen, Löigs ten Großmeister des Koͤnigl. großen Orange Vereins Irland, datirt Berlin den 1. Nov. 1828: „Nachdem ich das Vergnuͤgelk gehabt habe, das Amt eines Großmeisters des loyalen großen Orange⸗Vereins von Großbritanien, als Nachfolger meines tief betrauerten Bruders, des Herzogs von York, zu uͤbernehmen, und im letzten Juni⸗Monat bei der Jahresfeier desselben den Vorsitz zu fuͤhren, kann es mir nicht anders, als zur großen Genugthuung gereichen, den mir von Ihnen gemachten Antrag zu genehmigen, und ein gleiches Amt in Irland zu bekleiden, wo diese loyale Gesell⸗ schaft gegruͤndet ward, um die Verfassung in Zeiten der Ge⸗ fahr aufrecht zu erhalten, und wo mehr noch als in Groß⸗ britanien alle Kraft aufgeboten werden muß, um die hei⸗ lige Sache des Protestantismus zu vertheidigen. Meine Anhaͤnglichkeit an diese Sache, welche mir die Lehren und das Beispiel meines verstorbenen verehrten Vaters Georg's des Dritten eingegeben haben, hat durch Erfah⸗ rung und Nachdenken noch mehr zugenommen; ich bin uͤberzeugt, daß die Britische Verfassung, die unschaͤtzbarste, welche Hinsichts ihres religioöͤsen und freien Charakters je bestanden hat, nicht fortdauern kann, wenn das pro⸗ testantische Uebergewicht vernichtet wird. Man wird mich jederzeit denjenigen Grundsaͤtzen treu befinden, welche der Handlungsweise meines hochgeehrten Vaters und Souverains, und meines vielgeliebten Bruders, des gegen⸗ wartigen Koͤnigs, und des verstoxbenen Herzogs von York zur Richtschnur dienten, und zu deren Vertheidigung das Haus Braunschweig allein auf den Thron berufen worden ist. Ich freue mich, daß die Zeit gekommen ist, wo die Ge⸗ setze nicht laͤnger das Wiederaufleben der Gesellschaft in Ir⸗ land verbieten, und daß ich das Vergnuügen habe, das Inter⸗ esse derselben Ihnen, mein theurer Lord, als deputirtem Großmeister, anzuvertrauen.“

„Ernst.“

Außer der großen Versammlung in Devonshire haben im Laufe d. M. noch mehrere kleinere antikatholische Zuüsam⸗ menkuͤnfte an vier Orten in der Grafschaft Cornwall und an einem Orte in der Grafschaft Stafford statt gefunden; auch ward in allen Versammlungen einstimmig beschlossen, in der bevorstehenden Parlaments⸗Sitzung Bittschriften gegen fernere, den Roͤmisch⸗Katholischen zu bewilligende Freiheiten, einzureichen.

Die Times sagt: „Mit Vergnuügen bemerken wir, daß die Irlaͤndischen Katholiken, ungeachtet des Ungluͤcks, welches das Land durch die Verabschiedung seines redlichen Lord⸗ Lieutenants erlitten, in ihrem guten Geiste beharren und in ihrer politischen Thaͤtigkeir nicht stillstehen. Man erwartet, daß eine große Versammlung der Bewohner Dublins und der benachbarten Gegend den Lord Anglesea bis an die Kuͤste begleiten und ihm dort ein herzliches und dankbares Lebewohl zurufen wird.“ 2 b 5

In einer der letzten Versammlungen der katholischen Assoclation verlas Herr O Connell einen Brlef des Herrn Granville Ffrench, worin ihm gerathen wird, nicht eher als im Monat Maͤrz im Parlamente zu erscheinen, und auch die Frage wegen Sicherheiten fuͤr die Katholiken vorlaͤufig noch auszusetzen. Herr O Connell erklaͤrte darauf, daß kein Freund Irlands es wohl fuͤr rathsam halte, diese Frage jetzt ins Parlament zu bringen; auch sey er wegen der Emancipatton gar nicht mehr so besorgt; denn wenn das Irlaͤndische Volk sich nur ruhig verhielte, den Gesetzen gehorchte, und Jeden, der einen ungesetzlichen Eid von den Katholiken verlange, gehoͤrig zurecht weise, so wuͤrde es bald machtig genug seyn, um allen Machinationen seiner Feinde widerstehen zu Herr O Connell erklaͤrte ferner, es sey mit Unrecht worden, daß er, vor seinem Eintritt ins Peblann Eide im Lord⸗Aufseher⸗Amt zu leisten ser Eide sey unter der Regierung Ec c 2 Englün

einigung von Schottland und Eng⸗ und der andere bei an wor sanem Eintritt in das