4 21 WW raͤsentirt wuͤrde, und daß es den Bewilligungen der Katho⸗ iken jetzt, wie immer feindlich gesonnen sey. Habe man denn
vergessen, was sich in Ruͤcksicht dieser Frage seit 25 Jahren ugetragen? Man moͤge sich nur erinnern, daß nachdem er Grey) im Jahre 1807 aus seiner Stelle im Cabinette, we⸗ gen des Versuchs, den er zu einer theilweisen Abstellung der katholischen Beschwerden gemacht, entfernt worden, die naͤm⸗ lichen Abstellungen im Jahre 1817, mittels einer Bill eben derjenigen Personen durchgingen, die ihm im Jahr 1807 am eifrig⸗ sten und erfolgreichsten entgegen gewirkt haͤtten. „Was aber“ (fuhr der Redner fort) „war im Jahre 1807 das Resultat der Parlaments⸗Aufloͤsung, welche jetzt die edlen Lords ver⸗ langen; ist die an das Volk ergangene Aufforderung so von demselben beantwortet worden, als man es jetzt erwartet? Keineswegs! Unmittelbar nach jener Appellation an das Volk entschied das Unterhaus, zu Gunsten der Katholiken, mit ei⸗ ner Masoritaͤt von 129 Stimmen, und es ist daher nicht zu laͤugnen, daß jene erste Appellation ein sehr merkwuͤrdiges Resultat geliefert hat.“ — Hierauf untersuchte der Redner die seit jener Zeit im Unterhause vorgekommenen Ergebnisse der katholischen Frage der Reihe nach, bewies, daß solche mit
wenigen, unbedeutenden Ausnahmen, fast immer den Anfor⸗
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derungen der Katholiken guͤnstig gewesen, und folgerte dar⸗ aus, daß, da die zu so verschiedenen Zeitpunkten ausgespro⸗ chene Meinung des Unterhauses den sichersten Maaßstab fuͤr die Gesinnungen des ganzen Volkes liefere, es eben so uͤber⸗ uͤssig als unzweckmaͤßig seyn wuͤrde, sich abermals an das⸗ üe- zu wenden. Was die Schlußfolge betreffe, wonach man die wahre Gesinnungen des Volkes aus den Ergebnissen der Verhandlungen bei Grafschafts⸗Versammlungen bestimmen wolle, so bewaͤhre sich diese selten als zuverlaͤssig. Der edle Lord (Winchelsea) habe mit besonderer Genugthuung der Versammlung bei Maidstone gedacht, die ihm eine triumphi⸗ rende Majoritaͤt, fuͤr seine Meinung geliefert haben solle. Nach Allem, was er (Grey) daruͤber habe in Erfahrung brin⸗ gen koͤnnen, so wisse er zwar, daß die Mazoritaͤt wirklicher Frei⸗ sassen in Kent und Devonshire anti⸗katholisch gesinnt sey, diese Mazoritaͤt waͤre jedoch àußerst beschraͤnkt und es habe sich dieselbe, um die liberale Parthei zu uͤberstimmen und zu schrecken, der Huͤlfe von Arbeitsleuten und anderer nicht zur Klasse der Freisassen gehöͤrigen Personen bedient; ein Gleiches habe, ☛ ecwiseg in Sebeac ter⸗ Katt efunden, wodurch n rlichen Mitteln seir 1
genommen hate, um 8e Zah der Miecenah leinn — taͤrken, r, auch durch die physische Kraft der Arbeits⸗ eute alle Discussion, wenigstens insofern sie den Br 8 herren jener Leute zuwider gewesen, verhindert word 8 Der edle Lord habe erklart, daß er der L aehseh.
2 . 8 B etzte seyn wiͤ de das Land uͤber die Frage in Aufregung zu bri üͤrde, dem wirklich so seyn? und sollte er (Brepzinzen. Sollte
ihn so lange
eitungen⸗ er⸗ mit dem Na⸗ nicht zur Auf⸗ her dienen? —
mißverstanden haben? Sollte etwa das in den schienene, an die Protestanten gerichtete, und men Winchelsea unterzeichnete Schreiben, *) etwa 85 sondern zur Beschwichtigung der Gemuͤt Er (Grep) habe der Grasschaften Devonshire waͤhnt, es waͤre außer diesen noch Cornwall 8 lisch bezeichnet worden. Er waͤre, was diese G — ginge, vollkommen uͤberzeugt, daß wenn monn 8 asschaft an⸗ derseiben nur ihrem eigenen, unbestochenen Urdie Einwohner wollte, sie sich gewiß der Frage nicht entschied —— wuͤrden, und diese seine Meinung schiene ühm durch den Umstand vollkommen erechtsertiget 8 9 besonders liberalsten und der katholischen Frage Sen—⸗ * * der noch kuͤrzlich ungeachtet aller Anstrengungen — 22— 82
thei, von Cornwallschen Freisassen als 5 9 wählt worden. Der edle Lord (einchee epehen — fragt, welch neue Umstaͤnde vorhanden waͤ . 89 denen die Minister zu handeln veranlaßt vg Er
Grey) frage, ob dieselben nicht einem e 1 82 der Erfahrung nicht ganz verschdeden, der sich den ten in die Angen felen und ihn uͤberzeugten⸗ 8 on allen Sei⸗ ohne die zußerste Gefahr, nicht in ihrem . Dinge, stand bleiben könnten. Ware ein in seinen ebärttigen Zu⸗ theiltes und sich entgegen stehendes Ministerium büs 8 ge⸗ daß die Reihe der Schwierigkeiten mit denen die Vern — r kaͤmpfen habe, sehr vermehre? Es ware eines . ftesten und besonders von ihm zu einer 3 er ernst⸗ empfunden woerden, da man ihm (1812) und sei „Freunde (Lord Grenville), dessen Abwesenhen — einen Antheil an der Verwaltung angeboten habe, den sie jedoch Beide, aus Mangel an Uebereinstimmung mit den politischen Gesinnungen anderer Mitglieder des Geheimen⸗
an
eit sehr lebhaft
8 8 —2 5. ——
*8. 8 8 r.gis n 111 las hierauf ein, von ihm im Jahre 1812 in Gemeinschaft mit Lord Grenville an den Herzog von York, gerichtetes Antwortschreiben auf eine Mittheilung Sr. K. H., worin dieser, auf Veranlassung seines erlauchten Bruders, des da⸗ maligen Prinz⸗Regenten, die erwaͤhnten Stellen auf sehr verbindliche Weise antrug. Die Gruͤnde der Ablehnung, welche beide Lords in ihrem Schreiben anfuͤhren, bestehen nicht sowohl in einer politischen Meinungs Verschiedenheit im Allge⸗ meinen, als besonders in der, uͤber die katholische Angelegenheit. Wenn“ fuhr der Redner fort, „ein ungleich gesinntes Mi⸗ nisterium schon damals als ein großer Uebelstand betrachtet werden mußte, so duͤrfte sich seitdem ein Jeder sogar von der damit verbundenen Gefahr uͤberzeugt haben. Groß, wie dem⸗ nach das Uebel ist, so giebt es doch noch ein groͤßeres — ein getheiltes Parlament. (Hoͤrt, hoͤrt!) Und giebt es nicht den⸗ noch Vorbedeutungen von noch groͤßeren drohenden Gefah⸗ ren. Wie sind unfere Verhaͤltnisse nach außen? wie ist, frage ich, in Verbindung mit der Unsicherheit der auswaͤrtigen Beziehungen, der Zustand Irlands? (Hoͤrt, hoͤrt!) und wenn man diese Symptome zusammen faßt, sind sie nicht zu ernst⸗ haft, um damit zu scherzen? Koͤnnen wir 7 Millionen Mit⸗ buͤrger, die sich nicht mit uns im Staatsbunde vereinigt, un⸗ ter bittren Gefühlen der unverdienten Schmach winden, ohne Entsetzen betrachten? Wie kann das Parlament eine Mit⸗ theilung anhoͤren, wonach Personen von Vermoͤgen und Ein⸗ fluß, aus Furcht vor ihrer eigenen Sicherheit, gezwungen wer⸗ den, das Schwesterkoͤnigreich zu verlassen, weil sie den Zustand der Dinge daselbst nicht aͤndern koͤnnen. Was konnten die Minister unter so eutsetzlichen Umstaͤnden anders thun, als was sie gethan haben. Lange genug haben sie den katho⸗ lischen Mitbuͤrgern ihre Rechte verweigert, sie haben endlich das unweise und gefahrvolle dieser Verweigerun⸗ gen erkannt und wie Maͤnner gehandelt, die den Na⸗ men von Staatsmaͤnnern, verdienen sie haben ihre Politik geändert, um dem dringenden Beduͤrfniß der Zeit, in der sie leben, zu begegnen. Es ware Unsinn, von Incon⸗ sequenz zu sprechen, in solcher Lage; Staatsmaͤnner, denen das Ruder der Verwaltung vertraut waͤre, koͤnnten sich kei⸗ nen feststehenden Regeln unterwerfen, sie sind den Umstäaͤn⸗ den, den Begebenheiten, den Bedingnissen der Stunde unter⸗ worfen, (Hoͤrt!) Ein Privatmann mag es seiner Ehre ange⸗ messen halten, selbst sein Leben an die Aufrechthaltung einer Meinung zu setzen; nicht so ein Staatsmann, der, bestimmt, den Fortgang der Dinge zu beobachten, seinen Lauf nach ihnen, ohne Ruͤcksicht auf seine Privatgesinnungen, zu nehmen genöthigt ist. So haͤtte ein sehr ehrenwerther Herr, ohne seine Privat⸗Meinung zu Rathe zu ziehen, dieselbe vielmehr dem wahren Interesse des Landes geopfert. Was wolle der edle Lord mit dem Widerstand ausrichten, den er sich vorge⸗ setzt zu haben schien? Wolle er das Land in einen Religions⸗ Krieg verwickeln? und warum bestehe er darauf, daß der edle Herzog (Wellington) seine Schritte zuruͤcknehmen solle? Sollte es diesem Ministerium nicht gelingen, wo wuͤrde der edle Lord ein anderes hernehmen, das seine Ansichten unter⸗ stuͤtzt? Er verlange nicht vom edlen Lord, daß er seine Meinung voͤllig aufgeben solle, nur baͤte er ihn, zu uͤberlegen, ob nicht diese extremen Gefuͤhle, wenn er sich ihnen ganz hingaͤbe, mehr geeignet waͤren, die Verfassung, deren Erhaltung er sich zu widmen glaube, in Gefahr zu bringen, als irgend ein anderes Verfahren, das sich zum Umsturz derselben nur ersinnen ließe. — Lord Falmouth erwiederte, daß er dem, was der edle Graf (Grey) in Bezug auf die Wahl eines Repraͤsentanten der Grafschaft Cornwall gesagt, nicht beipflichten koͤnne, und daß eben dieser Herr uͤber die den Katholiken so ganz entgegenstehenden Gesin⸗ nungen seiner Waͤhler das beste Zeugniß ablegen koͤnne.
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Hierauf las der Redner die Kentsche Petition noch einmal
vor, und versuchte, die von den Freunden der Katholiken ge⸗ machten guͤnstigen Auslegungen zu widerlegen. — Graf Winchelsea laͤugnete, daß er jemals zur Aufregung uner⸗ laubter Gefuͤhle bei seinen Landsleuten beigetragen, oder sei⸗ nen Einfluß auf seine Lehnsleute angewandt haͤtte, um sie zur Versammlung in Penenden⸗Haide zu bewegen. Er sey uͤberzeugt, diese Versammlung habe den Geist der ganzen Grafschaft ausgesprochen, und wisse, daß von der anderen Seite Alles geschehen sey, um Anhaͤnger, wo sie sie finden konnten, zur Unterstuͤtzung ihrer Meinung in's Feld zu stel⸗ len. Das Haus werde sich bald, vielleicht in wenigen Jah⸗ ren, uͤberzeugen, wie die Meinung des Volkes uͤber das Un⸗ politische der Concesstonen noch stets dieselbe waͤre.
Auf die (gestern mitgetheilten) in der Sitzung des Ober⸗ hauses v. 16. Febr. von den Lords Colchester bon gemachten Bemerkungen hatte, naͤchst dem Hen
9. EEEETET“ t haͤtte —