1829 / 64 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Clarence) zwar einmal mit dem Herzoge von Welling⸗ ton nicht uͤbereingestimmt, doch werde dies niemals seine Meinung uͤber das, was derselbe seinem Souverain und dem Staate Großes geleistet habe, veraͤndern. „Wenn man mich fragt“, fuhr Se. Koͤnigl. Hoheit fort, „warum ich bei den zahlreichen Discussionen, die bereits uͤber diese Frage statt gefunden haben, meine jetzige Meinung nicht auch fruͤher abgegeben habe, so antworte ich ganz einfach, es ist deshalb nicht geschehen, weil die Maaßregel bis jetzt keine Regierungs⸗Maaßregel gewesen ist. Habe ich waͤhrend meiner 40 jäͤhrigen politischen Laufbahn irgend ein Mal geirrt, so wird man mir, wie ich glaube, zugeben, mein Irrthum sey nie von der Art gewesen, daß meiner Ehre dadurch Ab⸗ bruch geschehen waͤre. Ich koͤnnte mich zu diesem Be⸗ huf einer strengen Untersuchung meines öͤffentlichen Le⸗ * unterwerfen. Auf den Baͤnken der Opposition habe ich meine politische Laufbahn begonnen; seit dem Jahre 1807 ist es indessen jetzt erst das dritte Mal, daß ich meine Meinung uͤber eine oͤffentliche Maaßregel auf diese Weise darlege. Als der jetzige Beherrscher dieses Lan⸗ des zum Prinz⸗Rogenten ernannt wurde, da faßte ich den Entschluß, daß ich, wenn ich auch manchmal Ursache hätte, mit etwas unzufrieden zu seyn, doch den Ministern Sr. Majestaͤt immer meine Beistimmung geben wolle. Diesem Entschlusse bin ich bisher stets treu geblieben, und wiewohl ich uͤber die kathplische Frage immer derselben Meinung war, habe ich doch die Maaßregel nicht bloß deshalb nicht thaͤtig unterstützt, weil ich das Cabinet leider immer getheilter Meinung daruͤber sah, sondern weil ich auch bemerkte, daß die Frage selbst mit jedem Jahre immer neuen Grund faßte, und daß die Zeit bald herankommen werde, in welcher die Minister selbst gezwungen seyn wuͤr⸗ den, sie vorzubringen. So zu handeln schien mir angemesse⸗ ner, als dem Gouvernement, welches immer eine schwierige Aufgabe vor sich gehabt, durch meine Opposition noch mehr Schwierigkeiten in den Weg zu legen.“ (Hoͤrt!) Seine Koͤ⸗ nigliche Hoheit erinnerte hierauf den Herzog v. Wellington daran, daß er ihm bereits vor längerer Zeit seine Sorge in Bazug auf die katholischen Angelegenheiten zu erkennen ge⸗ 8 habe. „Gott sey Dank“, fuhr er fort,, daß jetzt endlich er Tag gekommen ist, diese große und heilsame Maaßregel der Liberalitaͤt und Gerechtigkeit ins Werk zu setzen. Ich bin zwar in den Geheimuissen des Cabinets nicht eingeweldt, 84 bege ich die Ueberzeugung, die beabsichtigte Maaß⸗ vene Penhe von der Art seyn, daß selbst die sehr ehrwuͤrdi⸗ ezcen hazen wechee Sareese, z4e geg edic eneen, ze daß die sehr ehrwuüͤrdigen Lords, 1as Werkrauen, Entscheidung vorgelegt wird, genau daruͤber nachderge ihrer es ernstlich erwaͤgen werden, daß sie die Diener des eee sind, daß die Lage des Landes und Europa’s Frisdens meinen von der Art ist, daß gewisse Ereignisse Allge⸗ olg Niemand vorhersehen kann, leicht und sehr⸗ 1 88 Er⸗ 8 hervorrufen koͤnnten daß ihr Hardnaͤchan einen derstand gegen die Anspruͤche der Katholike kiger Wi⸗ sol Kri 1 oliken nicht alle einen solchen Krieg, sondern einen noch viel ein aͤmlich einen heimischen Buͤrgerkrie iel aͤrgeren, —— es alsdann die veranlassen koͤnne; wie duͤrften ege die sehr ehrwuͤrdigen Präaͤl 3 wagen, sich Diener des Friedens aten noch

zu nennen? ch wiederhole es, daß ich die Natur . dnaac,afalr

aaßregel nicht genau kenne; mir Absicht, eine solche dinzubrinhenüte S. die dem Himmel, daß durch eine Maaßregel der Gerrahte 1 danke theuere, edle und gekraͤnkte Land, dem seine Nch igkeir das entzogen worden sind, endlich beruhigt werde,“ (Z so 95 ber Der Herzog von Cumberland erhoh rt, hoͤrt!) und sagte, daß, da er bereits offen und 89 auch unzweideutig, den Weg angezeigt habe weich en er in Bezus auf diese Frage zu besolgen gedenke 10 waͤre es nicht seine Absicht gewesen, Ihren Hedriichetae weiter beschwerlich zu fallen. r müsse sedoch, wie⸗ wohl es ihm schmerzlich sey, und er hoffe, daß 2 edler Verwandter ihm dies glauben werde sein J. uͤber ausdruͤcken, daß er so eben die Worte vA

drig und ungerecht“ (hier wurde Se. Koöcbir Heuisch, nie⸗

ich? Hoheit von dem Rufe: „schaͤndlich“ unterbrochen, der von tionsbank her, und, wie man glaubt, vom Herzo ,

rence kam) auf das Verfahren habe anwender,

er in Gemeinschaft mit denjenigen befolge, 2 1 r.hen setzt widersetzen. „Ich feoge die edlen Lords“, in meinem Ver⸗

Seine Koͤnigliche Hehet, 92* 8

ren irgend etwas is as die Anwend

Be. rechtfertigen könne? (Hoͤrt!) den Maaßrezeln gewissenhaft widersetzt, weil ich von

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den sie begleitenden Uebeln in meinem Innersten uͤberzeugt bin; nun uͤberlasse ich es aber meinem edlen Verwandten

und allen uͤbrigen Lords dieses Hauses, zu entscheiden, ob ich, indem ich so verfahre, „niedrig“ oder „schaͤndlich“ handle. Als Pair habe ich es bei Erwaäͤgung dieser Maaß⸗ regeln fuͤr recht gehalten, meine Gesinnungen in einer, jedem Ehrenmanne zukommenden offenen Weise kund zu thun. Ich sehe den Gegenstand nicht aus demselben Gesichtspunkte mit anderen edlen Lords an und wenn sich die Dinge nicht sehr aͤndern sollten, so werde ich niemals davon ab⸗ stehen, allen Concessions⸗Maaßregeln einen entschiedenen Widerstand offen, aufrichtig und gewissenhaft zu erklaͤren.“ (Hoͤrt, hoͤrt!) Der Herzog v. Sussex bemerkte hierauf, daß sein erlauchter Vexwandter die Ausdruͤcke, welche sein aͤlterer, edler Bruder gebraucht, nicht in dem Siunne ver⸗ standen habe, in welchem sie gemeint worden seyen: „Mei⸗ ner Meinung nach“, sagte Se. Koͤnigl. Hoheit, „hat mein edler Bruder, der Herzog v. Clarence, seine Ausdruͤcke nur im Allgemeinen auf das Geschrei anwenden wollen, welches wider die Administration uͤber die Frage erhoben worden ist. Wenn mein erlauchter Verwandter fuͤr gut fand, jene Ausdruͤcke auf sich selbst zu beziehen, so muß man es Geschmacks⸗Sache von seiner Seite nennen, dies zu thun; in der That aber sollten sie nur der Weise gelten, in welcher die Botschaft des Thrones, die eine mit den Sicherheiten der Kirche und des Staates gleich uͤbereinstimmende Maaßregel empfohlen hat, aufgenommen worden ist. Wenn man sich der Sprache erinnert, deren man sich, in Bezug auf diese Botschaft, bereits bedient hat, wird man meinem edlen Bruder, welcher sie niedrig und schaͤndlich nennt, gewiß Recht geben. Keinesweges aber sollten diese Ausdruͤcke irgend einem edlen Individuum gel⸗ ten. Vergesse man indessen auch nicht, daß vor einigen Tagen in diesem Hause gesagt worden, die Frage, um die es sich handle, sey keine andere, als die, ob das Par⸗ lament und die. Regierung protestantisch bleiben katholisch werden sollen? Eine hoͤchst unconstitution⸗ nelle und unbillige Weise war dies aber, die Frage so zu stellen, und auf die oͤffentliche Stimmung einwirken zu wollen. Ausdruͤcke, die in diesem und in dem andern Par⸗ lamentshause gebraucht werden, gehen auf das Land uͤber und sind von großem Einflusse bei der Bildung des allge⸗ meinen Urtheils uͤber Fragen so wichtiger Art; Ihre Herr⸗ ltchkeiten moͤgen daher vorsichtig seyn in der Anwendung von Ausdruͤcken, welche Leidenschaft und Vorurtheil erregen und die oͤffentliche Meinung mißleiten koͤnnen.“ Der Her⸗ og von Clarence sagte, er habe das Wort „schaͤndlich“, 5 viel er sich zu erinnern wisse, gebraucht, ob aber „schaͤnd⸗ lich”“ und „niedrig“ oder „schaͤndlich“ und „ungerecht“, das koͤnne er nicht mehr genau angeben; in keinem Falle wolle er indessen seine Worte laͤugnen oder zuruͤcknehmen, nur das laͤugne er, daß er sie auf seinen edlen Verwandten habe anwenden wollen, oder daß man sie uͤberhaupt auf ihn anwenden koͤnne, doch gestehen muͤsse er, es scheine ihm, als ob sein erlauchter Verwandter dadurch, daß er so lange im Auslande gelebt, vergessen habe, worin eigentlich die Frei⸗ heit der Debatte bestehe. (Hoͤrt, hoͤrt!) Graf v. Eldon meinte, daß wenn der Herzog von Clarence auch nicht un⸗

oder

mittelbar auf seinen edlen und erlauchten Verwandten habe Pb

hauptsaͤchlich in Bezug auf diejenigen gemeint gewesen, wel mit dem edlen Herzog uͤber die Frage einstimmig denken. lenkte hierauf die Beschuldigung auch von dieser Seite ab, und gab dadurch noch zu ferneren interessanten Debatten zwischen dem Grafen v. Grey, dem Herzoge v. Welling⸗ ton und andern edlen Lords die Veranlassung. Der Be⸗ richt uͤber die Bill zur Unterdruͤckung gefäͤhrlicher Association in Irland wuͤrde hierauf, nachdem der Graf von Mount⸗ cacheu, der Herzog von Wellington und Lord Redes⸗ dale daruͤber debattirt hatten, abgestattet. Die dritte Lesung der Bill wurde auf morgen, den 24. Febr., festgesetzt; das Haus vertagte sich um 8 ¼ Uhr. Im Unterhause wurden zuvoͤrderst mehrere Aus⸗ schreiben zur Wahl neuer Mitglieder in erledigten Stellen in Antrag gebracht und demnaͤchst eine Anzahl Petitionen, hauptsaͤchlich in 8 der Katholiken, und zwar theils fuͤr theils wider deren nspruͤche, eingereicht. Auf den An⸗ trag des Hrn. Harvey ward eine Adresse an den Koͤnig beschlossen, um Ee. Maj. zu bitten, dem Hause eine Ueber⸗ sicht der im verwichenen Jahre statt gehabten milden Schen⸗ kungen vorlegen zu lassen. Auf Hrn. Barings Antrag ward beschlossen dem Hause Abschriften von allen Denkschrii⸗ ten oder Berichten vorlegen zu lassen, welche der Regierung, in Betreff des Schiffahrts⸗Almannachs und des vormaligen Laͤngen⸗Buͤreaus, zugekommen; desgleichen auch eine Nach⸗

anspielen wollen, so seyen doch die Ausdruͤcke desselben 2 e Er

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