1829 / 64 p. 8 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

1 * sten Gnaden; Bezeigungen, die sie so reichlich in Friedens⸗ eceiten genossen haben, an den Tag zu legen? Aber sie, gleich 5 klaven, die auch nicht ein einziges solches Gefuͤhl haben, beflecken sich, anstatt mit regem Eifer sich durch ruͤhmliche

strafwuͤrdigen Lastern, zu deren Befriedigung sie allein wuͤn⸗ schen, zum Heere gesandt zu werden. Es ist uns bekannt, daß sie, waͤhrend ihres ganzen Marsches, auf eine gesetzwi⸗ ddrige Weise von den Ortsbeamten nicht geringe Summen Geldes gefordert und gewaltsam Alles weggenommen haben, was nur ihre Habsucht reizte. Aber dies ist noch nicht ge⸗ nug zu ihrer Schande. Als sie zum Haupt⸗Heere stießen, sfahßten sie den festen Entschluß, unter verschiedenen Vorwän⸗ dden dem Kampfe sich zu entziehen, und ruhig im Quartier lliliegend, ihren monatlichen Sold zu empfangen. Kann man nmwmwoohl also eifrigen Dianst von solchen Kriegern erwarten, die mit diesen unwuͤrdigen Gedanken aus der Hauptstadt zum Heere gegangen sind?“?“ 8* „Diesen Unseren Besehl gebieten Wir, allen Unseren Ge⸗ naeralen und Officieren bekannt zu machen, damit sie, mit woahrem festen Vorsatz, ohne Muͤhe und Zeit zu sparen, es siich eifrigst angelegen seyn lassen, jeden Tag alle unter ihren Befehlen stehende Soldaten zu unterrichten, und sie in 2 oder höͤchstens in 3 Jahren unfehlbar in solchen Stand zu bringen, daß sowohl Fußvolk als Reiter auf die geschickteste Art mit Bogen schießen koͤnnen; daß sie ebenfalls auch in den uͤbrigen Kriegs⸗Uebungen ihre Geschicklichkeit und Ge⸗ wandtheit zeigen, und dadurch eben des beruͤhmten Namens der Manshuren sich wuͤrdig machen. Wir werden nun, nach Verlauf von 27 Monaten, unvermuthet, ohne auf Ort und Zeit zu sehen, ploͤtzlich befehlen, bald dieses, bald jenes Corps herauszufuͤhren, und werden dann in eigener Person sie mit groͤß⸗ ter Aufmerksamkeit und Strenge mustern. In dem Falle, wenn ddie Soldaten wider Vermuthen unvollkommen befunden wer⸗ den, und noch mehr, wenn sie sich unachtsam gegen ihre Pflichten, und schlecht in der Behandlung ihrer Waffen zeigen, so wer⸗ den Wir alle Vorgesetzten, von den obersten bis zu den letz⸗ ten Officieren, der strengsten Bestrafung ohne alle Schonung unterwerfen. Es benutze jeder noch Unsre ungewöͤhnliche Nachsicht, die hier zum letztenmale bewiesen wird, er ge⸗ brauche mit Eifer die ihm gegebene Zeit, und erscheine wuͤr⸗ dig seines Standes und Berufes.“ 1 b . 1 (Vortsetzung folgtt) 8 512 9

Muͤnster, 28. Febr. Die seit einigen Jahren hier be⸗ stehende Koͤnigl. Provinzial⸗Taubstummen⸗Anstalt erfreut sich- fortwährend des segensreichsten Gedeihens. Es sind jetzt 15 Freistellen in der Anstalt vorhanden, und außerdem erhalten dKarin noch einige Privat⸗Zoͤglinge und mehrere arme taub⸗ stumme Kinder freien Unterricht. Die Ergebnisse der fuͤr

8 ddie obige Anstalt im Jahre 1828 in der Provinz veranstal⸗ eten Kirchen⸗ und Haus⸗Collecte, welche den wohlthaͤtigen

Seinn der Einwohner hiesiger Provinz⸗von Neuem erfreu⸗ 2 liich bethäͤtigte 8 gingen 8 8 89or Rthlr. 4 Per. 5 FPf. ein, worunter 1132 Rthlr. 23 Sgr. 10 Pf. im Rrale⸗ . 1 9 Pf. im Regie rungs⸗Bezirk Muͤnster, und 944 Rthir. 9 Sgr. 2 Pf. im Regierungs⸗Bezirk Arnsberg), sichern die Erhaltung und Be⸗ foͤrderung jener fuͤr eine hoͤchst bedauernswerthe Klasse un⸗ serer leidenden Möfarafchen so 5 wohlthaͤtigen Anstalt im erweiterten Umfange immer mehr. 2 Auch die hier 8 Aufsicht der Stadt⸗Behoͤrde kuͤrzlich eerrichtete Pfandleih⸗Anstalt und Sparkasse erfreuen sich des eerwarteten Vertrauens, so daß ihr gluͤcklicher Fortgang nicht zu bezweifeln ist. * Wesel⸗ 4 Februar. Am Sonntag den 22sten d. M. gegen 2 Uhr Nachmittags setzte sich hier das Eis im Rheine in Bewegung; gegen Abend stellte es sich zwar wieder fest⸗ ggeing aber um Mitternacht wieder los und zwar so zut⸗ daß, so viel hier bekannt, Süeehe der Preußischen Gränze kein nglücksfall irgend einer Art vorgekommen ist. Aus den Niederlanden fehlen die officiellen Berichte zwar noch, in⸗ dessen verlautet, daß schon am 20sten die Eisdecke der Maas

11““

Thaten auszuzeichnen, mit jeder Art von abscheulichen und

sämmtliches Eis mit sich fortnahm, und ins

1

Meer hinaus⸗

fuͤhrte. Eben so hatte sich die Waal ihres Eises schon am

2lsten d. M. entledigt. Nach den Nachrichten von halb ist der Rhein bis Mainz vom Eise frei; was nun noch vom Main und Oberthein kommt, kann in unsern genden zwar hohes Wasser, aber keinen eigentlichen Eis

gangen. Daß diese nicht klein gewesen, beweisen die bei Fallen des Rheins am Ufer zuruͤckgebliebenen Massen

Die Communication zwischen den Ufern ist seit vorge vollkommen hergestellt. aus Bacharach vom 25. Febr., worin es heißt:

vor dem Kauber⸗Werd wieder fest, wodurch das Wasser so hoch stieg, daß es in die untern Haurch drang. 8

Kapuziner⸗Klosters erreichte. Das Wasser stieg hiedurch

einen kleinen Kaͤndel diesseits der Au Und auf der Seite

fahren koͤnnen.“

wieder aufgefahren seyn.

ober⸗ etwa

Ge⸗ zang

mehr hervorbringen. Die Gefahr, mit welcher die Ufer⸗ Bewohner des Rheinstromes, und namentlich der Nieder⸗ rheinlaͤndischen, bedroht waren, ist also gluͤcklich voruͤberge⸗

dem von

10 bis 12 und mehrere Fuß dicken, in einander geschobenen Eisschollen, zu deren Aufloͤsung wohl eine geraume Zeit er⸗ fordert werden wird, wenn hohes Wasser sie nicht fortnimmt.

stern

Köln, 27. Febr. So eben erhalten wir ein Schreiben

„Gestern Morgen um 10 Uhr setzte sich hier die ganze Eisdecke in Bewegung und trieb 3 Stunden, setzte scch abes

hier Ge⸗

stern Abends um 7 Uhr kam die Eisdecke wieder in Bewe⸗ gung, und thuͤrmte sich so aufeinander, daß sie die Hoͤhe des

noch

8 Fuß und zwar so schnell, daß Einige der hiesigen Einwoh⸗ ner aus ihren Haͤusern fluͤchten mußten. Um 10 Uhr setzte sich das Eis zum drittenmale in Bewegung, und brach durch

von

Kaub durch. Vom Kauber⸗Werd bis an das Bacharacher⸗ Werd hat sich jetzt das Eis in einer so furchtbaren Hoͤhe festgestellt, daß die aͤltesten Menschen sich nicht erinnern, je etwas Aehnliches gesehen zu haben. Sollte kein hohes Wasser eintreten, wodurch das an den Ufern aufgethuͤrmte Eis ganz wegschmilzt, so wird in 6 Wochen noch kein S

chiff

Die Wasserhoͤhe hier zu Koͤln ist heute Abends um 5 Uhr 12 Fuß 5 Zoll. Morgen Abend wird die stehende Bruͤcke

Koͤnigliche Schauspiele. Donnerstag, 5. Maäͤrz. Im Schauspielhause: Der

spiele, von E. Raupach.

Gluck

ges 15 Sgr. ꝛc. 3 Im Schauspielhause: Franzoͤsische Vorstelung.

Koͤnigsstaͤdtsches Theater. 8.

Binder. * Freitag, 6. Maͤrz. Die Rache wartet! Hierauf: Carnavals⸗Scherz.

Ni⸗

belungenhort, Tragoͤdie in 5 Abtheilungen, mit einem Vor⸗

Freitag, 6. Maͤrz. Im Opernhause: Alceste, lyrisches Trauerspiel in 3 Abtheilungen, mit Ballets; Musik von

Preise der Plaͤtze: Ein Platz in den Logen des ersten Ranges 1 Rthlr. Ein Platz in den Logen des zweiten Ran⸗

Donnerstag, 5. Maͤrz. Die weiße Dame. (Herr Bin⸗ der, erster Tenorist des Ständischen Theaters in Prag: George Brown.) Letzte Vorstellung dieser Oper mit Hrn.

Ein

Auswärtige Börsen.

Hamburg, 2. März. Engl. Anl. 92. Rnss. Cert. 80 ⅛. Dän. 61 ½.

London, 24. Febr. sern. Sehatzkammer-Scheine 63. 65.

Wien, 27. Febr.

ansing, sich in Bewegung zu setzen, und am 20sten die Ebbe

GSedrudt bei a. B,Havn.

5pCt. Metall. 97. Bank-Actien 1088 äCW. I1“ Redacteur John, Mitredacteur Cott

Mn n

Oesterr. 5pCent Metalliques 97 ½. Bank-Actien 1107. Huss.

Consols auf Abrechnung 87 ¼. ; für April 87 mit Verkau- Brasil. 81 ½. 82. Columb. 18½. 19. Portug. 48 ⅛. 49. Span. 9 ½. 10. S, -9 4

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