1829 / 71 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

inl diesem Hause uͤblich ist, Eintrag thun zu wollen. Welchen Weg 8 1 auch der edle Herzog, in Bezug auf die große Frage, einzuschlagen gedenkt, ein Weg, der freilich Jedem nach eigenem ÜUr⸗ theile uͤberlassen bleiben muß werde ich seine Meinungen ddoch immer nur auf constitutionnelle Grundlage zu bestreiten suchen, frei sowohl von jeder Parthei⸗Einseitigkeit, als von 8 persoͤnlichen Gefuͤhlen, dasjenige allein ausgenommen, wel⸗ ches in dem Wunsche der Landes⸗Ruhe und Wohlfahrt bei mir vorherrschend ist.“ Der Redner schloß damit, iiindem er sagte, es sey hauptsaͤchlich seine Absicht, die oͤffent⸗ liiche Stimmung vor solchen Eindruͤcken zu bewahren, wie sie die Anschuldigungen des edlen Herzogs (v. Neweastle) unnd anderer Mitglieder des Hauses hervorrufen koͤnnen, so wie auch diejenige Ruhe und Mäßigung bei der Debatte zu empfehlen, welche die Wichtigkeit der Frage nothwendig 6 machen. Nach dieser wurde eine eben so interessante Er⸗ oͤrterung durch eine Bittschrift wider die Katholiken herbei⸗ gefuͤhrt, welche der Bischof von Bath und Wells über⸗ rreichte. Dieser Praͤlat sagte, die Gesinnungen des Engli⸗ sscchen Volkes d. h. der gröͤßeren Majoritäͤt nach seyen ggegen die Katholiken, und zwar aus wenigen, aber einleuch⸗ erenden Gruͤnden. Das Volk naͤmlich, das den aus dem prote⸗ * We erhabenen Grundsaͤtzen buͤr⸗ * geerlicher und religioͤser Freiheit zugethan sey, blicke mit besonderer —Ehrerbietung auf das große Zeitalter der Reformation zuruͤck und vergleiche dann unwillkuͤhrlich die Regierung der pro⸗ ceeestantischen Koͤnigin Elisabeth mit der der katholischen Koͤ⸗ nigin Marie. Bei diesem Vergleiche dränge sich ihnen Dank und Bewunderung fuͤr die Erstere, Schrecken und Abscheu geegen die zuletzt genannte Regierung auf. Auch auf die glorreiche Revolution von 1688 blicke das Volk mit Verehrung und Dankbarkeit zuruͤck; daher wolle es auch den Katholiken nicht solche Macht verleihen, welche die wodlthaͤtigen Einrich⸗ tungen dieser Revolution gefährden koͤnne. Naͤchstdem sey aber auch das Englische Volk ein loyales Volk, und halte als sol⸗ ches auch das Andenken des zuletzt verstorbenen, erlauchten unnd wahrhaft protestantischen Beher hehle⸗ dieser Koͤnigreiche uͤber Alles hoch. Allgemein sey man uͤberzeugt, daß wenn ir⸗ end etwas in der langen Regierung Georg'’s III. eine er laͤngsten in der Englischen Geschichte das Andenken dieses Monarchen seinen Unterthanen theuer erhalten kann, o ist es besonders seine hingebende Anhaͤnglichkeit fuͤr das protestantische Interesse des Landes. Aus demselben Grunde werde auch das Andenken Sr. K. H. des verstorbenen Her⸗ zogs von York im Volke bewahrt. Dieses aber koͤnne niemals zu einer politischen Gleichstellung der Katholiken seine Beistimmung geben, denn es wüͤrde hierdurch das Be⸗ stehen eines Staates im Staate gestatten, was es eben so wenig wolle, als die Autoritaͤt eines fremden Potentaten über dieses Koͤnigreich zugeben. Das Englische Volk sey ferner ein religioͤses Volk, und haͤnge als solches mehr an der reinen 2 des Christenthums, wie sie in sesem Lande bestehe; lasse man aber die Katholtken ns 8” politischer Macht, so duͤrften die protestantischen Einrichtungen umgestoßen werden, das Pneeestan aber die Oberhand gewinnen. Dies sey die Gesinnung des Volkes, mit welcher er volltommen uͤbereinstimme. Auch er bedaure den ungluͤcklichen Zustand des Irlaͤndischen aber dieser Zustand duͤrfte keinesweges durch Bewilligung der Emancipation verbessert werden. Dazu muͤßten vielmehr ganz andere Mittel erst angewendet werden vor Allem eine mehr unter dem Volke verbreitete Bildung, eine Ver⸗ besserung seiner Moralitaͤt und eine ganz veraͤnderte Gesittung desselben. Erst wenn diese Mittel erfolgreich angewandt worden aber auch nur dann koͤnne vielleicht von einer Emancipation die Rede seyn. Bewillige man sie aber fruͤher, so gebe man dadurch den Katholiken Waffen in die Pen die sie gegen die Protestanten gebrauchen duͤrften. t

im Verlaufe seiner Rede kam der Bischof auch auf die ka⸗ olische Assoekation zuruͤck, und machte es dem Herzog von Wellington zum Vorwurf, daß er, wiewohl er selbst die Ge⸗ faͤhrlichkeit jenes Vereins eingestanden, nicht schon fruͤher et⸗ was zur Unterdruͤckung desselden ethan habe. „Auch ich,“ sagte der Redner, „werde zur Discussion de wabschilg⸗

ten Maaßregel, srei von Vorurtheil u 299 seitigkeit, übergehen. Ich 1 en einer Maaßregel beistimme, welche, meiner .

Meinung nach,

die protestantischen Einrichmngen dieses Landes umwerfen

und das Papstthum beguͤnstigen wuͤrde, mi 6

einer meiner großen Vorgänger in den es Verfolgung gethan hat, in den Tower bringen lassen 2 dort jeder Strafe unterwersen will. Als Pair dieses

Katholiken zu machende Bewilltgung unvertraͤglich erscheint.

Volkes,

ses habe ich einen Eid geleistet, mit welchem mir sede ene als die eines Jahres, unmöͤglich gemacht.

Moͤge aber kommen, was da will, ich werde diesem Eide treu bleiben, so wahr mir Gott helfe!“ Gegen die letz⸗ ten Bemerkungen des Bischofs erhob sich der Herzog Wellington. „Wenn“ sagte dieser, „der sehr ehrenwert Praͤlat behauptet, daß jede den Katholiken zu machende B. willigung mit seinem Eide unvertraͤglich ist, so sey mir er laubt, zu bemerken, daß die Bill, welche zunäͤchst in das at dere Parlaments⸗Haus gebracht und alsdann auch Ihren Herr lichkeiten vorgelegt werden soll, von allen Eingriffen in die bestehen den Institutionen frei seyn und durchaus mit keinem, von irgend einem Mitgliede dieses Hauses geleisteten Eide collidiren wird. Es scheint mir jetzt unnoͤthig, die bestimmte Natur jene Bill hier zu bezeichnen, und ich beschraͤnke mich darauf, d Lords zu versichern, daß sie die Integrität der protestanti⸗ schen Institutionen des Landes durchaus nicht antasten werd Der sehr ehrwuͤrdige Praͤlat sagt einerseits, daß dasjenige, was man katholische Emancipation nenne, nichts anderes ses als das Papstthum in diesem Lande foͤrmlich organisiren, un giebt doch andererseits zu, daß, wenn erst gewisse Umständ in Irland eingetreten seyn wuͤrden, er dann auch in ein Concession zu willigen geneigt sey. Wie ist es ihm abe moͤglich, unter irgend welchen Umstaͤnden darin zu willigen wenn Emancipation mit andern Worten nichts ist, als die Organisation des Papstthumes? (Hoͤrt, hoͤrt) Der sehr ehrwuͤrdige Praͤlat ahmt darin einem edlen Herzoge nach indem er sagt, die beabsichtigte Maaßregel sey von einer A wie so wird wenigstens jeder Vernuͤnftige zugeben ic sie eben so wenig als irgend ein anderes Mitglied diese Hauses gut heißen wuͤrde. Ich mache mich jedoch anheischig darzuthun, daß die dem Hause vorzulegende Maaßregel, weit entfernt, das Papstthum zu organisiren, das Wachsthun desselben vielmehr verhindern und die Ausbreitung der p testantischen Religion befoͤrdern werde. (Höoͤrt, Forrh Ich mache mich anheischig, dies, wenn auch nicht zur Zufrieden stellung des sehr ehrenwerthen Przlaten, doch zu der Ihre Herrlichkeiten, zu beweisen.“ Nachdem der Herzog h er auf noch Einiges uͤber die Natur der dem Hause in der katholischen Angelegenheit vorgelegten Bittschriften gelah und dargethan hara⸗ daß selbige zum Theil daher enrstan⸗ den seyen, daß man ungluͤcklicher Weise sehr falsche Schlüs über die Natur der von den Ministern beabsichtigten Maaß⸗ regel gezogen habe, ließ er den Gesinnungen des Englische⸗ Volkes andern Theils Gerechtigkeit widerfahren, wegen des Vertrauens, das es zu der Regierung, so wie zu der We heit des Parlamentes, in Bezug auf die große Maaßrege hege. Der Bischof von Bath und Wells erwie hierauf Einiges, was wir, so wie einige dazu gemachte B merkungen des Lord King, spaͤter noch mittheilen werd Der Herzog von Sussex uüͤberreichte hierauf neuerding einige Petitionen zu Gunsten der Katholiken, und g dadurch zu einigen Eroͤrterungen mit dem Herzoge von Richmond, der eine Gegen Perition (wider die Katho ken), und zwar von demselben Orte (Brighton) eingereich 1 die Veranlassung. Das Haus vertagte sich ung 8 Uhr. b Im Unterhause leistete Sir Rob. Inglis, das neue Mitglied fuͤr die Universität Oxford, den Eid, und nahn seinen Sitz ein. Von den vielen Bittschriften, welche hier auf wieder in der katholischen Angelegenheit (und zwar gre tentheils dagegen) eingereicht wurden, erregte besonders vom General Gascoyne übergebene die Aufmerksamkeit des Hauses. Sie war gegen die Emancipation gerichtet und voß 22,000 Einwohnern der Stadt Manchester unterzeichnet. Daltz Volk daselbst sagte der General habe sich zur Unketz schrift gedraͤngt; von den 113 Bogen, auf welchen die schiedenen Namen sich befaͤnden, habe er 5 genau durchgeset hen und keinen einzigen Frauen⸗Namen dabet bemerkt⸗ (Geläaͤchter.) Bei dieser Gelegenheit musse er sich aber auch dahin aussprechen, daß er wider die dn,n von Frauen durchaus nichts haben koͤnne, denn diese seyen bei der hocht wichtigen Frage eben so interessirt, als das andere G. schlecht. (Hoͤrt, hoͤrt Nachdem sämmtliche Bittschri beseitigt waren, verwandelte sich das Haus in einen schuß, zur Bewilligung der Ausgaben fuͤr den Artillerie Erat. Hr. Perceval suchte zu erkläͤren, warum hier eine Verz mehrung der Ausgaben (um 125,897 Pfd. Sterl.) gegeh die des vergangenen Jahres nothwendig, und nicht vielmeht eine Ersparniß, wie dei den uͤbrigen Verwaltungs Zweigerte. eingetreten sey. Die Fortificationen und anderen Artill Arbeiten haben eine Reduction von 75,000 Pfd. Stert., m sie der Finanz⸗Ausschuß früͤher vorgeschlagen, fuͤr die 8.n

Beilage

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