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100 Fl. 160 . Geld.
Vortheil statt Schaden bringen. (Beifall.) Herr Spring Rice sprach dies noch kraͤfti r Marqui
2 . tiger aus. Der Marquis von Chandos brachte eine antikatholische Petition von angeb⸗ lich 36,000 Personen aus Glasgow ein, deren Unterschriften Hr. Brougham scharf durchnahm. Herr Peel kam erst um 6. Uhr, worauf sich ein lautes Rufen: „Zur Tages⸗Ord⸗ nung!“ erhob. Marquis von Chandos schlug Abstimmung vor, ob mit den Petitionen fortzufahren sey? (Beifall.) Herr Peel sagte: er hosse, man werde sich nicht erzuͤrnen. Werde ihm die Gelegenheit gelassen, so werde er auf eine Resolution, die Umrisse der Bill enthaltend, antragen und alsdann auf zwei Bills, die eine zur Aufhebung der Unfaͤhig⸗ keiten, die andere die Wahlberechtigung betressend. Er werde sie Montag einbringen, und acht Tage spaͤter auf die zweite Lesung antragen, so daß Zeit genug bleibe. Marquis von Chandos wollte sich nicht fuͤgen und legte noch eine Petition vor. Oberst Sibthorpe sagte: Es duͤrfe mit der „ab⸗ scheulichen Maaßregel“ nicht fortgefahren werden. (Hoͤrt! und Lachen.) Er frage weder nach Lachen noch Murren, das behandle er mit hoͤchster Verachtung, und wolle seine Pflicht thun. Herr C. Pallmer fragte, was wichtiger seyn koͤnne, als die Petitionen des Volks? (Beifall.) Die müuͤßten Allem vorgehen. (Beifall.) Der Sprecher fragte: ob abgestimmt werden solle? Ungeachtet des Widerspruches von Seiten des Marquis von Chandos ward zur Abstim⸗ mung geschritten und dabei mit 205 gegen 76 Stimmen be⸗ schlossen, zur Tages⸗Ordnung (zum allgemeinen Ausschuß) uͤberzugehen, worauf zuerst Herr TCh. Grant das Wort fuͤr Hrn. Peels Vorschlaͤge nahm.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 3. März. Die vier Staͤnde hatten in dieser letztern Zeit sich unter andern uͤber eine hoͤchst wichtige Frage zu berathen, die indessen auch jetzt, nachdem daruͤber abgestimmt worden, noch keine Erledigung gefunden hat. Die Sache ist in wenigen Worten folgende: Bekanntlich wurde die Censur, durch das neue Grundgesetz vom Jahre 1809 im ganzen Umfange des Reichs abgeschafft, und dagegen eine voͤllige Preßfreiheit eingefuͤhrt. Diese ar⸗ tete indessen in einigen Tagesblaͤttern und Zeitschriften nur
zu bald in Preßunfug aus, weshalb die Staͤnde, um dem Uebel abzuhelfen im Jahre 1812 der Regierung das Recht zuerkannten, durch das Einschreiten des Hof⸗Kanzlers und unter Beobachtung gewisser Foͤrmlichkeiten jede Zeitung oder Zeitschrift, welche Artikel enthielte, die ihrer Natur nach als gefährlich fuͤr die oͤffentliche Ruhe und Ordnung zu betrach⸗ ten waͤren, sofert aufhoͤren zu lassen. Auf dem Reichstage von 1823 aber wurde der Vorschlag gemacht, und von dem Constitutions⸗Ausschusse unterstuͤtzt, das, der Regierung im Jahre 1812 eingeraͤumte Recht zu revociren, da die Um⸗ staͤnde, unter denen dasselbe ertheilt worden, sich seitdem ge⸗ ändert haͤtten. Die vier Staͤnde beschlossen damals, daß der Vorschlag, der Verfassung gemaͤß, auf dem naͤchsten Reichs⸗ tage in Erwaͤgung gezogen werden solle. Dieses ist es, was nunmehr stattgefunden d. aber nicht alle Staͤnde sind uͤber die Frage, ob der Regierung das obgedachte Recht wieder u nehmen sey, einerlei Meinung gewesen; bloß der Adel⸗, der Priester⸗ und der Buͤrger⸗Stand haben sich dafuͤr, der Bauer⸗Stand aber, mit einer Majoritaͤt von 20 Stim⸗ men, dawider erklaͤrt, so daß, da verfassungsmaͤßig die Zu⸗ stimmung aller vier Staͤnde erforderlich ist, jene wichtige Frage vor der Hand noch unentschieden bleibt *).
Tuͤrkei und Griechenland.
Der Hamburger Correspondent enthaͤlt folgendes Schreiben aus Bucharest, vom 20. Febr.: „Mit eben so vielem Erstaunen als Unwillen har man hier in Deutschen, und nach denselben in Franzoͤsischen Blaͤttern die abgeschmack⸗ testen Neuigkeiten gelesen, welche die vollkommenste Unkunde der fruͤheren und gegenwaͤrtigen Thatsachen an den Tag le⸗ gen. 5 hat sich nicht entbloͤdet, die Stellung der us⸗ sen als nachtheilig zu schildern, und sogar zu behaupten, daß
*) Hiernach waͤre der Artikel E. 5 im vorgestrigen Blatte der Seecg. Seca- . Maͤrz
Der — 8* 1 ch 8 üeiem f.b B 82 8 „Messager des Chambres enthaͤlt folgende kurze Notiz: „Es hat si
aß der Oesterreichische Vetschafter Depeschen 2 habe, 8 * Uns sind noch keine Nachrichten zugekommen, Herrn von Chaͤteaubriand.“
Paris, 10. Maͤrz. das Geruͤcht verbreitet, Conclave, ein Volks⸗Aufstand ausgebrochen se tigten. Heute erwartet man indessen Depefaen⸗ na
— Gestern schloß 3pCtige Rente zu 77 Fr.
Frankfurt a. M., 12. März. 95 Cent⸗.
Oesterr. 58
welchem unter Andern erwaͤhnt
Metalliq. 97 ½¼.
ste sich uͤber den Pruth zuruͤckziehen wuͤrden. Die Tuͤrki⸗ schen Streitkraͤfte und deren einsichtsvolle Plaͤne werden mit den pomphaftesten Lobspruͤchen uͤberhaͤuft. Endlich wird ein angebliches, üͤberaus unverschaͤmtes Schreiben des bekannten Tschapan⸗Oglu an den Grafen von Langeron verbreitet, in wird, daß dieser Russische General sein Gefangener gewesen sey. Folgendes ist der wahre Hergang der Dinge: Eben jener Tschapan⸗Oglu hat den Grafen von Langeron niemals gefangen genommen, son⸗ dern hat sich vielmehr im Feldzuge von 1811 mit den Re⸗ sten seines auf 5000 Mann geschmolzenen Heeres von 22,000 Mann, und nach 52raͤgiger Einschließung in seinem Lager, dem Grafen als Gefangener ergeben muͤssen. — Die Tuͤrken haben gegenwaͤrtig in ihren Donau⸗Festungen eine elende Asiatische Reiterei, die sich aus Mangel an Fourage kaum in activem Stande befindet; ihre Infanterie besteht aus Stadt⸗ und Dorf⸗Bewohnern, die jede Gelegenheit zum De⸗ sertiren wahrnehmen. Zu Widdin haben sie ziemlich ansehn/ liche Streitkraͤfte, und unter diesen regelmaͤßige Truppen ver⸗ sammelt. Dagegen ist die Vertheidigung der kleinen Walla⸗ chei einem erprobten Generale, dem Baron Geismar, und seinen wackeren Kriegern uͤbertragen; und noͤthigen Fa würde der Graf von Langeron selbst zu dessen Unterstuͤtzung herbeieilen. Tschapan⸗Oglu befindet sich zu Nikopolis, und wagt keinen Schritt jenseits dieser Stadt. Der kuͤrzlich er⸗ folgte Fall von Kale und Turno ist ein Beweis, da unsere Truppen üͤberall offensiv verfahren. — Am 11ten. d. M. ließ Graf von Langeron ein Bataillon zur Nacht⸗ zeit über die gefrorne Donau setzen, welches in der Entfer⸗ nung von 800 Klaftern von Nikopolis eine neuerdings an der Muͤndung des Fluͤßchens Osma angelegte Redoute weg⸗ nahm, und die Kanonen, weil das Eis nicht stark genug war/ sie zu tragen, in die Donau warf. 30 Fahrzeuge von Tuͤrkischen Flotille, welche unter dem Schutze jener Redoute lagen, wurden verbrannt. — on Turno, 8 1889F. . Der Commandant v
Ibrahim Pascha, und der oberste Ayan jenes Ortes baben sich entschlossen, dem Grafen v. Langeron zu folgen, ung Hgl den mit der groͤßten Auszeichnung behandelt. Eschapan Oglu hat sie fuͤr feige Verraͤther erklaͤren, und drei andre Ayans, als sie ihm die Capitulation meldeten, enthaupten lassen.“*
Koͤnigliche Schauspiele. Montag, 16. Maͤrz. Im Schauspielhause: Romeo Julia, Trauerspiel in 5 Abtheilungen. Dienstag, 17. Maͤrz. Im Opernhause: Aline, Koͤnig von Golconda, großes pantomimisches Ballet in 3 Abthe Vorher: Verlegenheit und List, Lustspiel in 3 Abtheiluns
in il.
Koönigsstädtsches Theater. Montag, 16. Maͤrz. Doctor Johannes Faust, der m. derthaͤtige Magus des Nordens.
Auswartige Börsen.
Amsterdam, 10. März. 185 8* 6.889 933. LarE- Aenh. 3 42* 78 2 7½ ETSZE“
Hamburg, 13. März. p; 5pCt. Metalliq. 97 ¼. Banl Aeuen pr. ult 1 Cerat. 865. dessl. 124 ½,. Ruas. Kugl. Anl. 91¾. Russ. Anl. B
H 1 St. Nensg, 6. März. amburg 3 Mon. 9 ¾. Silber-Rubel 369 Kop-
1 Wien, 10. März. 5 pCt. Metall. 97 91⁄. Bank-Actien 1094.
Berichtigung. In der Beilage zum gestrigen Blatte der Staats⸗ tung Seite 2, Spalte 1, Zeile 21, lies „eisernen“ „mehreren“. EEIZTTböööäö“
wonach in Rom, bei Gelegenheit die dieses Ereigniß
5pCtige Rente (Coup. dét.) zu 108 Fr.
Bank⸗Actien 1315. Partial⸗Oblig. 124 ½. Loose
Gedruckt bel A. W. Hayn.
Redacteur John, Mitredacteur Cott 8