1829 / 80 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

vier mit dem Praͤsidenten Griechenlands. Es heißt, jener habe auf Morea eine rein militairische Regierung einfuhren wollen, um die Nation zu staͤhlen, und sie in den Stand zu ssetzen, hinfuͤhro den Tuͤrken die Spitze zu bieten; der Graf aapodistrias dagegegen habe dem gegenwaͤrtigen Regierungs⸗ Systeme den Vorzug gegeben; hicraus sey eine Veruncini⸗ gung Beider hervorgegangen, in deren Folge der Oberst Fab⸗ vier sowohl, als eine große Anzahl von Philhellenen den Ent⸗

Der Admiral von Rigny hat sich auf dem Linienschiff „le Conquêrant“ nach Neapel begeben, um sich daselbst mit den Botschaftern der drei Maͤchte zu besprechen; er wollte von dort nach Paris gehen; der „Conquérant“ aber sollte nach der Levante zuruͤckkehren. Das auf der hiesigen Rhede befindlache Linienschiff „die Stadt Marseille“ wird ab⸗ getakelt, die Fregatte „Venus“ dagegen geht so eben nach Morea unter Segel, um von dort mehrere Truppen nach Frankreich zuruͤck zu bringen.“

Der General Sancho, welcher im Jahre 1823, zu der Zeit, wo Carthagena sich an die Franzoͤsischen Truppen er⸗ gab, in dieser Festung commandirte, seitdem aber in Frank⸗ reich lebte, hat endlich von seiner Regierung eine Pension von 4000 Fr. erhalten; etwa 10 andere Offiriere, die, wie der General Sancho, seit jener Zeit ihren Wohnsitz in Frank⸗ reich aufgeschlagen hatten, sind gleichzeitig mit einem ange⸗ messenen Jahrgelde bedacht worden.

k r Seribe hat zu der hieselbst eroͤssneten Subscription fuͤr die Choristen und Unter Beamten des Odeons 1000 Fr. beigesteuert.

Großbritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen.*) Im Oberhause kuͤndigte am 12. März Lord Roßlyn einen Antrag 9 . in Zukunft alle diejenigen Lords, die Bittschriften einzurei⸗ chen haben, ihre Namen sollen verzeichnen lassen, damit sie alsdann, in der Ordnung wie dies geschehen , dem Hause durch einen Seeretair mitgetheilt werden. Bittschkiften in der katholischen Angelegenheit wurden hierauf wieder in großer Menge eingereicht, ohne daß es dabei zu einer inter⸗ essanten Debatte kam. Auf den Antrag des Grafen von Shaftesbury wurde die Bill zur Ausgabe von 12 Millio⸗ nen Pfd. Schatzkammer⸗Scheinen zum zweitenmale verlesen, mit der Bestimmung, am naͤchsten Tage in den Ausschuß zu kommen. Eben so erhielt auch die Bill, in Bezug auf die

2 Lesung. Dm Unterhause wurden zu Anfang der Sitzun ern Marz ebenfalls nur Vütt chranten 8 ve. ncdels en Angelegenheit eingereicht, wobei eine von dem aͤcht blauen, constitutionellen Club in Derbyshire, wider di tholiken, neuerdings einigen Mitgliedern Gelegenheit r Bemerkungen uͤber die verwerslichen Mittel zu machen 8 ren man sich bediene, um Unterschriften zu Fthalten 8 de⸗ der protestantischen Geistlichkeit in Norfolk wurde ein Von schrift, zu Gunsten der Katholiken, uͤbergeben; sie ine Bitt⸗ zweien Archidiaconen und 70 andern Geistlichen en net. Lord Althorp trug darauf an ꝙ„2 Rechnungen, die Bezug auf die Verwendun A. Gelder in der Bank von England haben, dem 989 ent icher legt werden. Hr. E. avenport machte ben en orge⸗ eine Bill einbringen zu dürsen, wonach duen ueegs, brechern, die sich kleiner Diehereien schulde machen en Ver⸗ verfahren werden soll. Der Ueberfuü⸗ ung der Ganarisch, sagte er, wuͤrde durch ein solches Geseh vorgebend 2. ngnisse, die Behörden wuͤrden dadurch mehr Macht 8* werden, Verbrecher, so wie die Gerichte einen bessern M an ihre Urtheile erhalten. Zu diesem Zweche ab fuͤr mehrere Magistrats⸗Personen von allen kleinen v9n oder wesche Personen, die unter 16 Jahrealt sind, begehen 8 —27 nehmen, und sie summarisch durch eine kurze Einsperrung bestr fen duͤrfen. Der Antragende bezog sich dabei auf den Gerdn bfat summarischer Bestrafung, den auch Herr Peel in seinen Bills zur Verbesserung der Crüninal⸗ Genh. geltend emacht habe. Herr Peel erwiederte hierauf, er wuͤrde 1c gewiß der Einbringung einer solchen Bill nicht wi⸗ da ste einen Gegenstand von hoher Wichtig⸗ doch glaube er, daß die Macht, welche eine Gerichtsbarkeit der Art verleihen wuͤrde, nur

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Vorsicht ausgeuͤbt werden daͤrfte. Er wolle in⸗

dersetzen, keit detreffe, summarische mit großer

—-»„) Auf außerordentlichem ist uns ein Londoner Blatt v. 43. jen; wir sind dadurch in den Stand ge⸗ setzt, uͤber die ng vom 12ten d. Einiges mitzutheilen, muͤs⸗ sfen uns jedoch vorbehalten, uͤber die fruͤheren Sitzungen, nach Eingang der büe⸗ auf gewoöhnlichem Wege, zu derichten.

schluß gefaßt haͤtten, nach ihrem Vaterlande zuruͤckzukehren. und z. B

dieses Gegenstandes

dessen noch keine bestimmte Meinung abgeben, ehe er die an⸗ gekuͤndigte Bill in ihren Details keune. Ein anderes Mit⸗ glied war der Meinung, man duͤrfe der Jury auch uͤber die Unerwachsenen ihre Jurisdiction nicht nehmen, wogegen Sir T. Baring bemerkte, er kͤnne unmoͤglich zugeben, daß Kin⸗ der in derseiben Weise bestraft werden sollen, wie Erwachsene. Dies bestritt jedoch wieder Hr. Peel, welcher sagte: wenn man hier irgend einen Unterschied im Gesetze gestatten wollte, das sechszehnte Jahr als dasjenige bestimmte, bis zu welchem Alter die Strafen geringer seyn sollen, so duͤrfte leicht der Fall eintreten, daß Kinder unter diesem Alter von verschmitzten Betruͤgern dazu abgerichtet werden, diejenigen Verbrechen zu begehen, deren Bestrafung sie da⸗ durch minder ausgesetzt seyn wuͤrden. Er gebe indessen 1¹““ daß fuͤr Kinder eine andere Gefaͤngniß⸗Disciplin nörhig als fuͤr Erwachsene, wobei er bemerke, daß er sich waͤhrend des letzten Sommers aufmerksam mit den Vorbereitungen zu einer Bill beschaͤftigt habe, die eine bessere Ausuüͤbung der Polizei in der Hauptstadt bezwecke. Was inzwischen die fruͤher gewuͤnschte Einrichtung von besondern Gefangnissen fuͤr Knaben batreffe, so muͤsse er die Bemerkung machen, daßs .. die Kosten einer solchen Einrichtung nicht sowohl von der Re⸗ gierung, als von den Grafschafts⸗Magistraͤten zu tragen sezhen. Nachdem noch einige Bemerkungen von einem andern Mit.. gliede hinzugefuͤgt worden, erhielt Herr Davenport die— Erlaubniß zur Einbringung seiner Bill. Hr. Warburton trug darauf auf eine Bill an, wodurch die Ausuͤbung der Anatomie gesetzlich gestattet werde, und zwar in solchen Or- ten, wo sich entweder Universitaͤten befinden, oder Hospitz⸗ ler, die groß genug sind, um wenigstens 50 Kranke auf ein Mal aufzunehmen. Ein Comité, das zur Untersuchung im vorigen Jahre ernannt worden, habe seine Aufmerksamkeit besonders auf das Verfahren— im Auslande gerichtet; deshalb sey auch die jetzt vor⸗ geschlagene Maaßregel fast ganz nach dem Muster der in Paris bestehenden Einrichtungen, entworfen worden. Er schlage demnach vor, daß die Aufseher von Armen⸗ und Arbeits⸗Haͤusern, so wie die Vorsteher von Hospitalern er⸗ maͤchtigt werden sollen, diejenigen Koͤrper der in solchen Au⸗ 9 stalten verstorbenen Personen, die in einer bestimmten Friit von Freunden oder Verwandten nicht reclamirt werden, an— die Wundaͤrzte und Lehrer der Anatomie zu überlieferr. Wenn auf der einen Seite gegen diesen Vorschlag einge⸗ ; wandt werden moͤchte, daß die ganze Last der Maaßregel 8* die aärmeren Volksklassen treffen wuͤrde, so ist andererseits zu erwiedern, daß dieselben Volksklassen dadurch, daß die— veechbüs⸗ 2*. Erfahrung gewaͤnnen 88 daß diese— die großen Ausgaben fuͤr Leichen uͤberhoben seyn wuͤrden, vwvodurch also auch die Einholung eines ö2 PEn“] nicht mehr so theuer bezahlt zu werden brauchte, ebenfalls gewinnen wuͤrden. Er fuühle sich, sagte Hr. W., besonderas gedrungen zu seinem Vorschlage, damit den Aerzten Gerech⸗ tigkeit widerfahre, und man nicht mehr den ungerechten Verdacht auf sie walze, daß sie mit Moͤrdern gemeinschaft⸗ liche Sache machen. Dieser Vorschlag wurde von mehre-8 ren Mitgliedern, namentlich vom Lord⸗Advocaten unter. stützt, welcher die Mißbraͤuche, die das bisherige Verfahren 82* ur Folge gehabt, mit lebendigen Farben schilderte. Man habe bereits eingewandt, sagte er, daß arme Leute durch eine Maaßregel, wie die vorgeschlagene, abgeschreckt werden moͤchten, zu Hospitaͤlern ihre Zuflucht zu nehmen. Dies sey jedoch 82* anz grundlos; denn die Leute gingen in das Hospital, um urirt zu werden, nicht aber um zu sterben; kaͤme aber der Tod heran, so glaube er, daß sich Wenige um das kuͤmmern, was mit ihrem Leichnam spaͤter geschehen werde. Herr Peel sprach sich darauf ebenfalls fuͤr die Fee aus, 8 deren Nothwendigkeit sowohl aus den bisherigen Mißbräu⸗ * chen als aus der Beförderung einer Wissenschaft, wie die Anatomie, leicht hervorgehen. Aus dem Comité, Bericht uͤber diesen Gegenstand sey zu ersehen, daß alle Leichname, welche zu dem Zweche der Anatomie jetzt verkauft werden, den aͤrmeren Classen 85 angehören; diese wuͤrden daher durch die vorgeschlagene Maahregel eher gewinnen, als benachtheiligt seyn, weil da⸗ durch, daß man die Anatomie befoͤrdert, die aͤrztliche Kunstt auch mehr verbreitet werde, und der Arme alsdann nicht 8 nöͤthig haben wuͤrde, zu Anacksalbern, wie bisher, seine Zu-. flucht zu nehmen. Wenn man daher nur, bei Abfassüng der Vill, moͤglichen Mißbraͤuchen vorbeuge und darauf sehe, *

daß das Gefuͤhl im Allgemeinen dadurch nicht . B

werde, so wolle er r. Peel) ihr ebenfalls seine herzliche 2 Beistimmung * dg 2.bag 9— I 8 der Bill wuͤrde hierauf ertheilt. Hr. Dawfon machte alsdann den Antrag, daß die Gesetze, in Bezig auf ben Nläaͤndischen Tabackshau, auf gleichen

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Fuß mit den *

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