Haupt geschlagen habe. Tzavella erhielt darauf vom Gene⸗ ral YPpsilanti frische Truppen zur Verstaͤrkung und lagerte sich bei Fanari an dem vier Stunden von Tricala entfernten
Riso (einem Berge Thessaltens). — Oberst Dentzel hatte
Agrafa und Tatarna, beide in der Naͤhe von Vloco gelegen, besetzt und verabredete sich mit den Capitani's Isco und Gogo, welche in Uebereinstimmung mit ihm operiren sollen. — General Church sah baldigst der Uebergabe des Forts von Vonizza entgegen. Durch den Besitz der Stadt Vonizza ist jetzt die Communication mit dem Ambracischen Meerbusen und den Inseln von Salore gesichert, und die Griechische Besatzung unternimmt⸗ haͤufig Streifzuͤge bis nach Arta hin. Der Seraskier Reschid befindet sich noch immer in Janina in einer sehr kritischen Lage. Die mahomedanischen Albane⸗ ser bedrohen ihn taͤglich mit dem Tode, weil er den Ismail⸗ Bey von Valona hat ermorden lassen, der als Parlamentair zu ihm gekommen war, um ihm die Beschwerden der Alba⸗ nesischen Haͤuptlinge aus einander zu setzen. — Ein Tuͤrki⸗ sches Corps, das unter Anfuͤhrung eines, Unter⸗Befehls⸗ habers Reschid's die Besatzung von Athen verstaͤrken wollte, wurde von den in den Engpaͤssen Thessaliens versteck⸗ ten Griechen zuruͤckgeworfen. Der Tuͤrkische Befehlshaber pluͤnderte aus Erbitterung daruͤber auf seinem Ruͤckzuge zwei Doͤrfer. — Es heißt, alle Englischen Kriegsschiffe in den Griechischen Gewaͤssern haͤtten von dem Großbritanischen Viet. Admiral Befehl erhalten, sich in den Hafen von Malta ckzuziehen. —
aer. Die Gazzetta di Firenze meldet: „Briefen aus Navarin vom 5. Febezuar zufolge, hat eine Franzoͤsische Ga⸗ barre dem General Maison den Befehl uͤberbracht, mit den noch nicht eingeschifften e bis auf weitere Instruktio⸗ nen in Morea zu bleiben. — Der Anfuͤhrer der Griechischen Flottille, Capitain Criészis, hat im Golf von Prevesa den
Briggs, zwei KanonierSchalnppen und einige
Tuͤrken zwei kleinere Fahrzeuge weggenommen, deren Mannschaft nieder⸗ gemacht wurde,“
Dasselbe Blatt giebt auch folgendes Schreiben aus Livorno, vom 9. Maͤrz: „Vor Kurzem segelte von Alexandria ein Convoi mit Munition und Lebensmitteln fuͤr die Aegyptischen Besatzungen der Insel Kandia ab; es stieß jedoch auf eine Abtheilung der Russischen Flotte und war ge⸗ noͤthigt, nach Alexandrien zuruͤckzukehren. Nur eines von den Schiffen ist wirklich nach Kandien gelangt. Diese Nach⸗ richten sind durch ein Sardinisches Schiff hierher (nach Li⸗ vorno) gekommen, das Alexandrien am 20. Febr. verlassen hat. Wus Smyrna eingegangenen Nachrichten zufolge herrscht dort die tiefste Ruhe; man war dort ununterbrochen mit Anstalten zu Getreide⸗Sendungen nach Konstantinopel beschäͤftigt.“
Amerika.
Die Gaceta de Bayona fuͤhrt ihre Betr er die Spanisch⸗Amerikanischen Angelegeneigere achungen der Weise fort: (Siehe Nr. 62. der Staats⸗Zeitung.) „Fuͤnfte Frages Lbeht eein dem Interesse ver Eu⸗ ropuischen See⸗ und Handelsmaͤchte und selbst in dem der Nord⸗Amerikanischen e. daß die Spanischen Colo⸗ nieen sich vom Mutterstaate losreißen und sch
* 9 zu vier und mehr demokratischen Republiken, 88 ., — schlimmer waͤre, zu⸗ zwei bis drei maͤchtigen Monarchieen
bilden70 ld 3 8 „,Seeenen Lesee Seeat. an
41 0 . e 1 5 i vegre üt entmeder volinsche oder mertantühgscheesünas Das eine wie das andere wollen wir bei Beantwortung der aufgestellten Frage abgesondert betrachten. Es entspricht dem politischen Interesse eines Staates, daß ein anderer seine Colonieen verliert, wenn aus diesem Verluste fuͤr den ersteren eine groͤßere Sicherheit hervorgeht; indem die vor⸗ her uͤberwiegende Macht des Mutterlandes dadurch geschwaͤcht wird. Dies war bei Frankreich hinsichtlich Englands der all, als die Amerikanischen Colonieen des letztern Staates sich gegen diesen empoͤrten. Großbritanien war schon damals die erste Handelsmacht, und seine Marine die groͤßte in der Welt; Frankreich sah diesem mit wunderbarer Schnelligkeit zunechmenden Wachsthum mit Eifersucht zu, und glaubte, zas die Macht des furchtbaren und stolzen Nebenbuhlers sehr sinken wuͤrde, wenn dieser seine wichtigen Besitzungen verlbre. Wenn es anders gekommen ist, weil England cch fuͤr das, was es in Amerika einbuͤßte, mit Vortheil ⸗ Hindostan zu entschaͤdigen wußte, so konnten die Franzosen nicht voraussehen, daß eine die ganze Welt erschuͤtternde Revolution den Englaͤndern die Eroberung es Reiches des Groß⸗Mozuls erleichtern wuͤrde, ohne
haben kann,
fallendes Interesse dabei, daß die Bewoh
nes Nebenbuhlers zu schwäͤchen, das,
daß sie dieselben daran verhindern konnten;
1 ) nur die Gegen⸗ wart in Anschlag bringend, hatten sie ein 7
fehr in die Augen des J se ner Albions ihre Amerikanischen Besitzungen verloͤren; sie uͤbersahen aber auch andererseits, wie mißlich es sey, die Empoͤrung einer Eolonie zu billigen und zu unterstuüͤtzen, da sie selbst dergleichen Be⸗ sitzungen hatren und das Beispiel ansteckend wirken konnte Das Cabinet der Tuilerien sah nicht voraus, daß die libe⸗ ralen Principien, welche es in Nord⸗Amerika mit seinen Waffen vertheidigte, sich nach wenig Jahren gegen Frankreich selbst wenden wuͤrden. Dennoch that es, um die Machrt sei⸗
A ) was die gewoͤhnliche Politik verlangte, und was England selbst mit groͤßerem Vor⸗ theil gethan hatte, indem es den Aufstand Hollands und Portugals gegen Spanien unterstuͤtzte. Finden aber diese Verhaltnisse auf die Spanisch⸗Amerikanischen Colonieen An⸗ wendung? Ist Spanien etwa eine Macht, die den Europaͤi⸗ schen Handels⸗Staaten, und namentlich England, Frankreich und dem Koͤnigreich der Niederlande Anlaß zur Eifersucht und Besorgniß gabe? Werden die Throne Karl's, Georg's und Wilhelm's dadurch fester, daß Spanien seine Colonieen verliert? Befuͤrchtet England, daß Spanien, wenn es im Besitz derselben bliebe, einst eine zweite unbestegbare Flotte, wie unter Philipp II., nach dem Kanal senden wuͤrde? Das Cabinet von St. James weiß zu gut, daß Spanien einer langen Zeit zur Erholung bedarf, und selbst dann, wenn es seine Wunden geheilt haben wird, den Schritten des Giganten nur von ferne wird folgen koͤnnen, ohne an eine Nebenbuhlerschaft mit demselben zu denken. Und hat etwa Frankreich zu besorgen, daß wenn
Mexiko und Peru sich nicht unabhaͤngig machten, das Zeit⸗
alter Karl's V. mit den Schlachten bei Pavia und Saint⸗
Quintin wiederkehren wuͤrde, aique iterum ad Trojam
magnus mittetur Kchilles? Spanien haͤtte, wenn es sein
Amerika behauptete, genug zu thun, dasselbe in Ruhe zu er⸗
halten, und die Nothwendigkeit, bestaͤndig Truppen nach
jenen fernen Laͤndern zu senden, wuͤrde ihm niemals, auch
wenn sich seine Lage noch so sehr verbesserte, erlauben, sich
mit anderen Plänen zu beschaͤftigen, oder einen ungerechten
Krieg gegen einen so mächtigen Nachbarn zu unternehmen.
Was die RNiederlande betrifft, so liegt am Tage, daß Spa⸗
nien fuͤr immer auf seine alten Rechte verzichtet hat, und
daß kein zweiter Herzog Alba oder Alexander Farnese dahin
zuruͤckkehren wuͤrde, um die Festungen zu betagern und das Land zu verwuͤsten. Mag Spanien seine Colonicen behalten
oder verlieren, so koͤnnen die politischen Interessen des Bruͤs⸗
seler mit denen des Madrider Cabinets nie collidiren. Das⸗
selbe gilt hinsichtlich der Italiänischen Staaten, deren, wenn
sie auch nicht groß sind, billig Erwahnung geschehen muß.
Wenn auch die Galeonen Amerika's aufs Neue mit Gold be⸗
laden in Cadix eintiefen, so haben die Italiaͤnischen Fuͤrsten nicht
zu besorgen, daß dieses Gold dazu verwendet werden wuͤrde, Nea⸗
pel oder Mailand wieder zu erobern, Rom zu belagern und den
Papst in die Engelsburg einzuschließen. Es steht also fest,
daß die großen wie die kleinen Europaͤischen Mächte, welche
mehr oder weniger ansehnliche Hafenplaͤtze und Flotten be⸗
sitzen, kein wirkliches politisches Interesse haben, die Macht
Spaniens niederzuhalten, und es arm und kraftlos zu ma⸗
chen, waͤhrend es so sehr der Ruhe bedarf, um sich von sei⸗
nen empfindlichen Verlusten zu erholen.“ .
„Die großen Seemaäͤchte Europa's haben vielmehr das gröͤßte politische Interesse dabei; daß die Spanisch⸗Amerika⸗ nischen Colonieen sich nicht unabhaͤugig machen. Man setze einen der beiden Fälle, welche sich nothwendig aus der völli⸗ gen Emancipation Amerika's ergeben muͤssen, und sehe zu, was die Europzeͤischen Maͤchte, und namentlich diejenigen un⸗ ter ihnen, welche gleichfalls Colonieen in jenem Welttheile besitzen, davon zu befuͤrchten oder zu hoffen haben. Wenn aus den Spanischen Besitzungen drei, vier oder mehr demo⸗ kratische Republiken entstaͤnden und sich consolidirten, wel⸗ ches letztere zum Gluͤck nie geschehen wird, so waͤre das erste, wonach sie streben wuͤrden, eine starke Handels⸗Marine und von dieser ist bekanntlich die Kriegsflotte eine nothwendige Folge. Und wenn nun diese Amerikanischen Republiken die Meere mit zahlreichen Geschwadern bevoͤlkerten, wuͤrden Frank⸗ reich und jene Beherrscherin der Meere, jenes Tyrus der neueren Zeit nicht ihr Uebergewicht zur Ses verlieren und dadurch auch eine bedeutende Verminderung in ihrem Etnflusse auf das politische Gleichgewicht verlieren? Wenn die Vereinigten Staaten in vierzig Jahren der Unabhaͤngigkeit dahin gelangt sind, ihrem Mutterstaate Besorgniß zu geben, nags, waͤnde erst geschehen, wenn die Flotten von Merito, Costagchech Buenos⸗Ayres, Chile und Peru die Süse e.Hah ve⸗ ist Seestaaten beunruhigten und ihre Haͤfen
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