1829 / 98 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

zur Allgemeinen Preußischen Staats⸗Zeitung Nr.

auͤrze die Irländische Kirche, so 2 eoülsche nicht noch zwanzig Jahre bestehen. Nach ihm trat der General⸗Fiskal auf, welcher vorerst Gelegenheit nahm, Einiges uͤber die von seinem geehrten und gelehrten Freund (Sir Ch. Wetherell), dessen Verlust als Collegen er aufrichtigst bedauere, dargelegten Meinungen zu außern. „Es scheint mir“, (sagte er) „daß mein ehren⸗ woerther und gelehrter Freund, sich etwas im Irrthum befand, aalls er erklarte, daß er durch seinen Dienst⸗Eid verhindert perde, die jetzt dem Hause vorliegende Bill zu entwerfen. Meiner Meinung nach ist dieser Eid von solcher Beschaffen⸗ heit, daß ich nicht einsehe, wie er mit dieser Bill in Be⸗ zug gebracht werden kann. (Hört, hoͤrt!) Pruͤfen wir

b rte desselben! Sie lauten; „Ich schwoͤre, Seiner eas tae encezg und wahrhaft zu dienen, (Hort, dhöͤrt, von Seiten Sir.

berathen in den Gerichts⸗ Verhandlungen (Beifall und Geläͤchter), sowohl in Großbritanien als in Irland; und Ißhnen in allen Angelegenheiten, wenn ich dazu aufgefordert wperde, wahrhaft zu dienen.“ Berathet denn nun aber nicht derfjenige seinen Koͤnig am besten, der eine Maaßregel em⸗ ppfiehlt und unterstuͤtzt, die nach seinem Gewissen am besten geeignet ist, der protestantischen Kirche in Irland i from⸗ men? Der Redner aͤußerte demnächst, daß er nicht be⸗ grrifen koͤnne, woher seinem gelehrten Freund jetzt zuerst eine

1 Meinung gekommen sey, die mit der Geschichte der neueren selbst in Widerspruch stehe. Er verwies auf die fruͤ⸗

her in den Jahren 1791 und 1793 den Katholiken geschehe⸗

nen theilweisen Verwilligungen, wodurch der Grund zu ih⸗ rem spaͤteren Gewicht und Ansehen gelegt worden, und be⸗ merkte, wie es damals dem General⸗Anwald nicht in den Sinn gekommen, sich durch seinen Dienst Eid zum Widerstand ver⸗ pflichtet zu erachten. Demnäͤchst erwaͤhnte er, wie die Gegner —— jetzigen Maaßregel, sie doch die üdle Lage Ir⸗ lands nicht in Abrede könnten, auf die diesfällige Aufforderung durchaus nichts anderes zur Adhülse vorzuschla⸗ ggen vermocht hätten, und fuhr dann folgendermaaßen fort:

P. * gern scharfer Ausdrücke bedienen, .. n zu bemerken, daß das ehrenwer⸗ the Mitglted (Herr 9 eine sehr —— vppon der protestantischen Kirche zu hegen scheint, wenn er annimmt, daß dieselbe in unsern Tagen von dem Katholt Aismus uͤberwaͤltigt werden könne. Ein Haupt⸗Gegenstand der Bill war gerade, dieselbe so abzufassen, daß darin der Existenz des katholischen Glaubens in England auch nicht

die Worte so zu wählen, daß Niemand

geben, nur einen Ausdruck anzudeuten vermochte Man blich dabei stehen, da .—

FVeio und von keinem Besoldungs Vorschl⸗ 6 s. Lanhceenge 2 i der ka U en zugeben.

durch die Bill die Katholtken auf g 8 22 poztestantischen Dissedenten gestellt sind; sie sind vom Beschränkungen, mit gewissen Ansnahmen, befreit worden aber das Bestehen ihrer Kirche soll .

nicht anertannt werden.“ Der Redner verbreitete sich nun noch weiter uͤder die dmaͤßigkeit der

Bill und uͤber die Gründe, durch welche

er r Unterstützung derselben verpflichtet füͤhle. Hier⸗ —2 sonders heraus, daß man, um Irland somit auch die protestantische Kirche

gereiche. Sehr mit Unrecht habe man uübrigens die Periode von 1678 mit der jetzigen vergleichen 8 mals habe ein Monarch auf dem Throne gesessen, der heim⸗ llcher Katholik gewesen, der praͤsumtive Thronerbe aber war crtlaͤrter Katholik; wchingegen der jetzige Kaͤnig so wie der ppraͤsumtive Thronerbe aufs innigste der protestantischen Kirche 7z n; im Jahr 1678 saßen 120 Pairs im Oberhause, ens 60 n; jetzt koͤnne man, in els 2 Beh doch nicht mehe als erwa 8 'oder 9 karholtsche im Oberhause haden, im Unterhause Kber konne der Papst sicherlich micht die mindeste Macht aus⸗ üͤben. Man duͤrfe es wohl laͤcheriich nennen, zu p echen, daß das Durchgehen dieser Maaßregel die protesa tische

Ktche in Gefahr brin r s s vert. h Reinheit und Neralige; 1eeeese E

werde ge⸗

der Vortrefflichkeit der protestantischen Lehre viel . als daß er nur einen Augenblick besorgen koͤnne, 3 liken vermoͤchten dem in etwas Abbruch zu thun. „Köͤnnte ich glauben“ (so schloß der Redner), „daß die ——8 Bewilligung dein protestantischen Glauben, in dem ich Gott sey Dank erzogen bin, der mein Trost im maͤnnlichen Alter war, und in dem ich zu sterben hoffe, im mindesten⸗ q”“ theilig zu seyn vermoͤchte; so wuͤrde ich der Letzte gewesen

seyn, fuͤr die Maaßregel aufzutreten; aber gerade deshalb, weil ich sah, daß ohne dieselbe die Irlaͤndische Kirche fal⸗ len konnte, und selbst die Englische bedroht seyn würde habe ich der Bill meine Unterstuͤtzung gegeben. 1 Sir Charles Wetherell erhob sich hierauf, und sagte: „In einer der letzten Sitzungen hat mich ein edler Lord zum 3 Sprechen uͤber die Bill aus dem Grunde aufgefordert, weil

ich General⸗Anwald war; jetzt fordert mich nun ein anderes Mitglied, vordem mein ehrenwerther College, (Gelaͤchter) . „2 Sprechen auf, weil ich nicht mehr General⸗Anwald bin. Jener Aufforderung bin ich, so gut es stand, nachgekommen, und auch heute will ich den Dersuchh machen, die mir etwas widerliche Frage zu beamtworten, 8

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Mein ehemaliger ehrenwerther College fragt mich, ob ich . 8

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in meinen Kraͤften

nem Eide als General⸗Anwald nicht eine zu schwierige Aurt, legung gegeben habe; ich habe daruͤber schon fruͤher eine Lanze mit ihm gebrochen, und sage jetzt nur, daß ich, bevor ich die mir aufgetragene Ausarbeitung der Bill uͤbernahm, meinen Amts⸗Eid, so wie den des Lord⸗Kanzlers (zur Vrd⸗ nung!) überlesen habe; beides sind sehr scharfe Eide, und sollten denjenigen, die sie geleistet, schwer auf dem Gewissen liegen. Wenn mein ehemaliger ehrenwerther College ich weiß nicht, ob ich mich so ausdruͤcken darf, denn ich bir ungewiß daruͤber, ob ich nicht jetzt noch de jure General⸗ Anwald bin (Gelaͤchter) es bedauert, daß ich jetzt nicht mehr in meinen fruͤheren Verhaͤltnissen mich befinde, so ist das Bedauern ein gegenseitiges. (Geluͤchter.) Der Red⸗ ner suchte alsdann darzuthun, daß er seinem Eide auf das Gewissenhafteste nachgekommen sey; wenn man ihn frage, ob wohl die Lords Eldon und Redesdale in den Jahren 1791 und 1793, als man den Katholiken bereits einige Freiheiten bewilligte, so ungeheuer gewissenhaft verfah⸗ ren seyen; so muͤsse er antworten, daß man damals auch noch nicht von der Zulassung der Katholiken in bas Partament und Cabinet gesprochen habe. Er wiederholte hierauf, daß die jetzige Bill durchaus keine Sicherheiten ge⸗ waͤhre, sowohl im Cabinette, als im Parlamente, und sagte in seinem Eifer, daß sie nur gut sey, um Butter und Kaͤse darin zu wickeln und in dem Laden eines Gewuͤrzkraͤmers Dienste zu leisten. „Ich weiß es nicht, ob das ehrenwerthe Mitglied fuͤr Knaresborongh zugegen ist. (STir J. Mackin⸗ tosh stand auf und verbengte sich). Es freut mich, daß ich ihn sehe, denn ich kann thm nun die Frage vorlegen, ob es ihm wohl recht seyn wird, wenn der Erzbischof von Canterbury uͤber die presbytertanische Kirche Schortlands u destimmen hat? (Hört, hört! ruft Sir J. Mackintosh. Pe; ehrenwerthe Mitglied ruft: „Hoͤrt!“ nun, ich rufe es ebenfalls; ich fordere ihn aber auf, noch etwas mehr zu thun, als „Hoͤrt!“ zu rufen; ich fordere ihn naͤmlich auf, mir zu antworten wenn er es im Stande ist. Die Commisston jene Farce, die selbst fuͤr das Theater Sad⸗ ler's Wells zu schlecht gewesen waͤre hat man, weil die Verfasser der Bell sich ihrer schaäͤmten, aus derselben heraus enommen, thre Macht aber dem Erzbischof von Canterbury dertragen. Ein so großer Verfechter der Kirche ich nun din, wuͤrde ich, an der Stelle dieses Erzbischofs, mich doch weigern, ein so ausgedehntes Patronat, fuͤr den Pall daß der erste Minister ein Katholik ist anzunehmen! denn ich frage Jeden, ob es wohl recht seyn⸗ würke, so vie lerlei Gewalten in einem einzi Ind 1 - azigen Inditviduum zu concen⸗

* (Hoͤrt, hoͤrt! ruft Sir J. Mackintosh.) Unbezwei⸗ 8 t 2 das ehrenwerthe Mitglied fuͤr Knaresborvugh irgend i schlagendes Argument in petto nun wir wollen hö⸗ ren, was er zu sagen haben wird.“ Der Redner suchte bierauf zu beweisen, daß das Auskunfts Mittel, welches man erfunden habe, ein ganz nutzloses sey, denn wahrend es den katholischen Premier, Minister gewisser Veramt⸗

wortkichketten überhebe, wuͤrde er doch Meärrek .6h8 sinden, die boͤchsten Bacanzen der Ee 1 nach seinem Rathe, zu beseten.