1829 / 99 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Minister entlassen und durch einen anderen General⸗Anwald

ersetzt werden koͤnnte. (Hoͤrt, hört¹) Nach dem ersteren muͤßte das Haus annehmen, daß ein General⸗Anwald

Willens sey, das gesetzliche Verfahren eintreten zu Der ehrenwerthe Herr sollte sich jedoch erinnern,

Falle nicht assen.

daß

es noch General⸗Anwalde giebt, die vor dem Eid, welchen sie geleistet, Achtung hegen; im anderen Falle sind die Strafen nicht bloß pecuniair, und wenn der ehrenwerthe Herr die ganze Klausel gelesen haͤtte, wuͤrde er gefunden haben, daß die vier letzten Zeilen vom Verluste des Amtes sprechen. Der Redner verlaß hierauf die betreffende Stelle des Eides und fuhr, nach einigem Wortwechsel mit Sir Wetherell uͤber

das Formelle des Eides, fort: „Der ehrenwerthe

Herr

scheint auch zu glauben, die Strafe von 200 Pfd. werde

nicht genuͤgen, allein welchen Erfolges haben sich die

alten

Straf Gesetze zu ruͤhmen, und wollen wir zu ihnen wieder zuruͤck kehren? Ich habe in der That nicht geglaubt, daß ich auf dem Punkt, auf welchen die Discussionen jetzt gedichen sind, noch juristische und technische Cinwurfe zu beantworten haben wuͤrde. Ich erwartere, daß sich alle jerhandlungen dieses Abends auf das Princip der Bill beziehen wuͤrden, und konnte nicht vermuthen, daß die Rede des chrenwerthen Herrn, die er zu halten vor Ungeduld brannte, von solcher Art ware, wie sie passender Weise nur⸗ in einem Comtie

haͤtte gehalten werden kennen. Er begnuͤgte sich nich

t mit

dem Widerstande, den er der Bill in ihrem Vorschreiten leisten konnte; er mußte seinem ungestuͤmen Enthusiasmus

durch diese Rede Luft verschaffen. So eifrig er sich

auch

gezeigt, Andere von diesem Hause auszuschließen, scheint er doch seine eigene Ausschließung mit vieler Ungeduld zu tra⸗ en. Ich habe der Rede des ehrenwerthen Herrn mit gro⸗ er Aufmerksamkeit zugehört, sie schien mir aber nichts ar⸗ u enthaltendes, noch hat sie Gefahren oder ehlgriffe der Maaßregel aufgedeckt, sondern gleich den Re⸗ den anderer ehrenwerthen Mitglieder, die sich der Frage wi⸗

dersetzen, ließ sie dieselbe wie sie war. (Hoͤrt ) Die

e Re⸗

den, voll von Persöoͤnlichkeiten, verdienen keine Beachtung⸗ und

haben eben so wenig irgend Jemanden von der Unzwe

keit der gegenwaͤrtigen Maaßregel uͤberzeugt, als sie zur⸗ Adhuͤlfe des dringenden Zustandes Irlands keine andere in Vorschlag

brachten. Dieser gewichtige Theil des Gegenstandes

blieb

unverändert. Ich empfing indeß diesen Morgen von den hoͤchsten Irlaͤndischen Autoritaäͤten einen Brief, von dem ich, obgleich er mir nur privatim zugekommen, doch eine Stelle vorlesen will, um zu zeigen, welche guͤnstige Wirkung die

Maaßregel bereits in jenem Lande gehabt hat. Der

Brief

ist vom 27. Marz und besagt, daß eine Verbesserung

in allen Beziehungen sichtbar ist.“ Herr Peel las

hiet⸗

auf die bezüͤgliche Stelle des Briefes, die besenders von der Wiederherstellung der Eintracht und Ordnung un⸗ ter dem Volke handelte. „Diese Nachrichten,“ fuhr er fort, „bestätigen sich von allen Seiten. Alle feindlichen

intracht im gesetzgebenden Koͤrper gewahren. „Wenn „die Partheien im Parlament zur Ausgleichung

in Irland, legen ihre Waffen nieder, da sie

sagen ihrer

deinungsverschiedenheit gekommen sind, so wollen wir ihre

Weisheit benutzen, und durch unser Benehmen den

der Maaßregeln, die unserm Lande Frieden und Ruhe n —— zuvorkommen. Sollte jedoch die Bill verworfen wer⸗ en, so wuͤrde es nicht allein den augenblicklichen Erfolg der Versohnung zerstoͤren, sondern die Katholiken der niederen Klas⸗ sen in Irland in ihren Erwartungen getäuscht, wuͤrden die bestehende Spaltung durch den Ausbruch ihrer gereizten Ge⸗

ühle nur noch erweitern. Die Wichtigkeit dieser Betra

fi allein, sollte Jeden, wie er auch im Uebrigen von e

regel denken mag, von ihrer Nothwendigkeit

ermahne deshalb das Haus aus's ernstlichste, inne zu halten,

bevor es an eine Verwerfung der Bill denkt. Ich wi

Ul was

mich selbst anlangt, alle personlichen Folgen auf mich neh⸗ [E mit welcher die

„veran r. seyn. 1 it ist n. wo wir von diesen Diskussionen 12 22 werden. (Beifall). Dann werden wir im Stande 8 anstatt da

wir uns mit Bittschriften fuͤr und gegen die

Ich frohlocke daher, daß diese Discu Aber indem ich dies ausspreche, —,— ungeachtet, die gegen mich erhoben worden sind, das

8 . beschä tigen, unsere ganze Zeit dem Wohle des Landes 2 widmen

fe Recht

in Anspruch, das von der Pflicht eines verantwortlichen Mi⸗

nister der Krone unzertrennlich bleibt, das Recht: in chen 22 seinen Rath zu ertheilen ohne

sicht au Orte gehalten haben mag; und wie schrecklich es

ist, gegen die Aufforderungen der Dankbarkeit hbar unempfindlich zu seyn, so sollen, doch diese

die Reden, die er hier oder an einem andern

auch schein⸗ Be⸗

trachtungen eben so wenig als die Rücksichten gegen lang⸗ jaͤhrige Freundichafts⸗Bündnisse, auf meine pfhe als Minister des Koͤnigs einen Einfluß haben. (Beifall.) Mein ehrenwerther Freund, das Mitglied fuͤr Liverpool, sagt mir, daß die Freundschaft, der ich mich von Vielen so lange er⸗ freut, sich in Lauigkeit verwandeln werde. Ich kenne meinen echrenwerthen Freund zu wohl, als daß ich glauben sollte, er ließe sich durch persönliche oder Privat⸗Ruͤcksichten bestimmen, und ich bin vollkommen uͤberzeugt, daß er, wie die, welche einen gleichen Weg einschlagen, es nur zum Be⸗ sten des Gemeinwohls thun, ohne Absicht irgend Jemanden dadurch gefällig zu seyn. Ich kann indessen weder seine Un⸗ terstuͤtzung noch seine Freundschaft durch ein Versprechen er⸗ kaufen, wodurch ich mich verpflichten würde, zu allen Zeiten und unter allen Umstaͤnden, als eeee hae Minister der Krone, nach den Meinungen zu handeln, die ich einmal haden mag; wonach ich das Recht aufgeben wuͤrde, den Er⸗ sordernissen einer dringenden Zeit gemäß zu verfahren. (Lau⸗ ter Beifall.) Ich werde, um mit dem unter uns anwesen⸗ den tapfern Admiral zu reden, dem Beispiele des Piloten folgen, der nicht immer in derselben Richtung steuert, um das Schiff aus Gefahren zu retten, sondern in einer andern 8 Richtung, wie die Umstände sie gebieten, und die geeignet ist, die Gefahren zu destegen, welche der Herr und die Be⸗

mannung des Schiffes am meisten fuͤrchten. Dies ist zu al⸗

len Zeiten die Meinung der Männer gewesen, welche zur 9ꝙ praktischen Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten be⸗

rufen waren. 12

Das Oberhaus war am 30. März, sowohl innerhalb als außerhalb der Barre, sehr fruͤh 8* 1. —* 2— da man die Uebergabe der katholischen Len e s Bill aus dem Unterhause zu erwarten hatte. Wenlge Minuten nach 5 Uhr erschien auch der Minister⸗Staats⸗Secretatr Hr. Peel, begleitet von dem Kanzler der Schatztammer, dem Praͤsidenten des Handels⸗Bereaux, Herrn Fitzgerald, Lord Brecknock, Sir J. E H. Parnellk, Hrn. S. Rice, Hrn. Talcraft, und noch mehreren ee, ren Deputirten. Zunaͤchst üͤbergaben sie die karholische Bi dem Lord⸗Kanzler, und als dieser den Namen der Bill an⸗ tuͤndigte, brachen viele Pairs von der Oppositions Seite des Hauses in Beifall aus. Darauf üͤbergab Hr. Peel auch die Irlandtsche Wahldeschraͤnkungs Bill; hierdei aber ließ sich kein Beifall vernehmen. Als die Mirglieder des Unter⸗ hauses sich entfernt hatten, sagte der Hersog v. Welling-- ton: „Mylords, ich mache den Antrag, daß die katholische Concessions⸗Bill jetzt zum ersten Male gelesen werde.“ Graf v. Harewood entgegnete hierauf: „Großes Vertrauen setze ich sonst immer in die Maaßregeln der Regterung, aber demunerachtet kann ich nicht zugeben, daß man eine 0G dieser Art zum ersten Male lese. Zwar weiß ich, daß es Am Oderhause nicht üblich ist, bei einer ersten Lesung eine De⸗ datte zu erheben, ohne ugleich den Ministern eine Frage vorzulegen; dies thue 4 jedoch jetzt, indem ich den edlen Herzog frage: Existirt jetzt nicht in Irland noch ein Verein, der die Macht und sogar die Rente der katholischen Associa⸗ tion deibehalten hat? Ehe wir zu der Bill übergehen, wünsche ich auf meine Frage Bescheid zu haben. Der He zog v. Wellington erwiederte: „So viel ich weiß, episti . nichts der Art mehr.“ Nach einer turzen Bemerkung des Grafen . v. Mountcashei wurde die Bill zum ersten Male gelesen. Als der og v. Wellington darauf sagte, daß naͤchsten Donnerstag (2. April) die zweite Lesung wolle ver⸗ anstalten lassen, und deshalb den Antrag mache, daß 8 8 Herrlichkeiten fuͤr diesen Tag einen Einberuf erhalt 922 derte zunäͤchst Lord Berley, daß man mit all en, verfahre. Niemals, glaube er, sey ei zugroßer Eile Wichtigkeit in so kutzem verrelaet e. mne Dill von solcher Male gelesen worden. (Härt bserh dedn 288.ꝙ24 —n Freeren Fünen, in walchen 2. eta⸗ besun erst viel später erfolgt sey; der gegen, waͤrtige Fall verdiene aber eine reifliche, ohn Uebereilung statt sindende Berathung um so meh 2 e ereilung v Fenzftlicheelt daranf 1a,biade 1.27 28 itt - Nach einer ungefähren eingekommen, davon aber 644 916 Petittonen 272 von arholiken selbst und nur laufen sich dagegen auf 295 itrschriften gegen die Bill be⸗ bringen sey, daß die uf 2952, wodbes noch in Anschlag zu zahlreicher un antikathollschen Petitionen immer piel Katholtten; 22 als die zu Gunsten Kindern auch ausst nterschriften von Frauen un antikatholischen 8 so wuͤrde doch die Mehrzahl der tung sehr bedeutend scon. Wolle die Negie⸗ Vertrauen des Publikums nicht ganz verlleren,