1829 / 134 p. 7 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

93 ⅞. Russ. Metalliq. Cert. 87 ½. Oblig. der Polnischen Anleihe pr. 1. Juli 102 ½: 102. Däaän. 38 Anl. 63 ⅞. Lon⸗ ddon war gut zu lassen, wie Amsterdam, Paris zu lassen, Petersburg war ohne Umsatz, Wien und Augsburg hatten Geld, Frankfurt a. M. mehr Briefe als Geld, Breslau hatte Geld. Disconto 2 pCt. Paris 2 Monat 187 ¼. Peters⸗ butg desgl. 9277. London desgl. 13 Mark 9 ¾ Schill. Amster⸗ deam desgl. 35.40. Augsburg 6 Wochen 147. Frankfurt a. M. desgl. 147. Wien desgl. 146 ½. Breslau desgl. 150 ¼. Gold 103. Daͤn. Cour. 124. Neue 3 Stuͤcke 128 ½⅝. Preuß. Cour. 149 ¼.

Ikalien.

Rom, 30. April. Der Franzoͤsische Botschafter, Vi⸗ comte Chateaubriand, gab am 28sten d. M. in der ehemali⸗ gen Villa Medicis ein großes Fruͤhstuͤck. Ein Theil der mit vielem Geschmack gemachten Einrichtungen wurde aber durch einen heftigen Sturmwind zerstoͤrt, und einige Verzoͤgerung dadurch verursacht. Nichtsdestoweniger fiel das Fest sehr gläͤnzend aus. Es heißt, daß am 11ten naͤchsten Monats ein Consistorium gehalten werden duͤrfte, worin man einigen Cardinals⸗Ernennungen entgegensieht. 8

Der Courrier frangais meldet aus Madrid vom 27. April: „Am 24. d. M. ist Graf Ofalia hier angekom⸗ men. Mit Freuden bemerkt man, daß die Regierung sich zur Maͤßigung hinneigst; der fruͤhere Praͤsident der Cortes,

Zpoachim Maria Ferrer, dessen Namen auf der Liste der zum VLode Verurtheilten stand, weil er im Jahre 1823 fuͤr die Regentschaft in Sevilla gestimmt hatte, hat von dem Koͤnige

Erllaubniß zur Ruͤckkehr nach Spanien erhalten. Die Em⸗ ppfehlung des Grafen Ofalia hat viel zu seiner Begnadigung

beigetragen; auch das von ihm gegebene Ver 2 ß sacs Faplcatten zur Befoͤrderung S.eee werbfleißes verwenden wolle, ist ihm sehr nuͤtzlich gewesen Am Tage vor dem Namensfeste Sr. Maj. des Koͤnigs wird in Aranjuez vor der Koͤnigl. Akademie ein Stiergesecht statt finden, bei welchem Personen vom hohen Adel mit den Stie⸗ ren kaͤmpfen sollen. Das Verbot der Einfuͤhrung der libe⸗ alen Pariser Blaͤtter ist auf das dringende Ansuchen der **& Geistlichkeit erlassen worden. Die Nachrichten aus dem 8 Koͤnigreich Murcia lauten sehr betruͤbend; die Erdbeben ha⸗ * 8 st ununterbrochen 2* 5

ben dort wieder begonnen und dauern f 2 Portugal. Das 2 al des Déöbats enthaͤlt

ben aus Lissabon vom 22. April: „D

haält folgendes Schrei⸗ Miguel’s befindet sich seit den letzten *q eheruxg Dom genen Depeschen in einer sehr kritischen Lage .gn ster⸗Rath versammelte sich mehreremale nach d er Mini⸗ dieser Depeschen, und wie Personen, die 2228 82 Eintreffen Angelegenheiten des Kabinets Dom Miguel's 8 tet sind, behaupten, ist Dom Miguel Sren.9 unterrich⸗ den angenommenen Koͤnigs⸗Titel aufzugeben ehr genoͤthigt, Regenten zu uͤbernehmen, und alles von ihm um den eines recht wieder gut zu machen. Einige Mäͤcher geschehene Un⸗ schlossen seyn, in diesem Punkte nicht nachzu 8ns fest ent⸗ definitive Entschluß der Maͤchte soll eine F81 en. Dieser Depeschen des Kaisers Dom Pedro seyn ügehe der letzten e. der legitimen und heiligen Rech in derselbe die ter auf die Krone von Portugal dringend a te seiner Toch⸗ In Queluz herrscht die groͤßte Bestuͤrzun anempfohlen habe. Der Courrier francgais fuͤgt his. sey in den letzten Tagen sehr thaͤtig genwesen⸗ fahrt des gegen Terceira bestimmten Expedition m jin beschleunigen; er begab sich mehreremale ns⸗Geschwaders nal und nach dem Quai von Ribeira, und 88 ch dem Arse⸗ Genugthuung, das Geschwader abgehen zu ztre endlich die en an Bord, und wird S 8 Sean⸗Miguel anlege e nimmt. 2 ulegen, ehe es etwas gegen eene Fafe⸗

2 . 2+

Dom Miguel Sum die Ab⸗

Nachrichten aus Kandia.

er Courrier de Smyrne vom 5

gende Nachrichten aus Kanea vom 6 Sn

Franzoͤsische Kriegsbrigg „Actaͤon,“ März

u gsbrigg „Actaͤon,“ von dem Fr . tain Leblanc commandirt, ist am 1. Februar zu Petten⸗Capi⸗ laufen. Capitain Leblanc begab sich am fol uda einge⸗

nach Kanea zu einer Unterredung mit Mustaphaenp ge

Pascha

*) Vergl. das Schrei E 2183 der 212 hi aus Kanea vom 26. Fe

enthaͤlt fol⸗ r. 9: „Die

brugr in Nr.

8 8

(dem Tuͤrkischen Commandanten dieser Fekncg)⸗ um iöm 5 den Zweck seiner Sendung mitzutheilen. Er war von dem Vice⸗Admiral v. Rigny beauftragt, den Pascha aufzufordern, die neuen Verstaͤrkungen, die er (nach aufgehobener Blokade von Seite der Englaͤnder und Franzosen) aus Aegypten e halten duͤrfte, mit Maaß zu gebrauchen, die Griechischen 8 Gefangenen nicht als Sklaven zu behandeln und zu verka fen, und besonders sie nicht nach Aegypten zu schicken . dem die hohen verbuͤndeten Maͤchte das Wegschleppen dieser 8 Ungluͤcklichen nicht mit Gleichguͤltigkeit ansehen koͤnnten Zu gleicher Zeit war der Franzoͤsische Capitain angewiesen, sich mit den Griechischen Chefs zu besprechen, um sie uͤber ihre wahre Lage aufzuklaͤren, und sie aufzufordern, einem Kr⸗ ein Ende zu machen, der heute keinen Zweck mehr, zu haben 5 scheint, weil der Praͤsident von Griechenland, nach ee. 88b X ten Entscheidung der hohen verbuͤndeten Maͤchte), sich 2 8 den ihm vorgezeichneten Graͤnzen zu halten verpslichter ist. Mustapha⸗Pascha erwiederte: „daß er nichts . licher wuͤnsche, als Ruhe auf dieser Insel 2 sehen, woher diese Wohlthat auch kommen moͤge; dis er seiner Seits bei den Griechen alle Mittel der Nildan die in seiner Macht gestanden, aufgeboten habe; daß 52 nachdem alle seine Antraͤge, seine Verheißungen, die Maͤßi⸗ gung, mit der er gegen die revoltirten Griechen zu Werke gegangen, nicht im Stande waren, dieses irregeleitete Voik zuruͤckzufuͤhren, zu Mitteln der Strenge seine Zuflucht nommen; daß er, um dem Admiral v. Rigny einen neuen Beweis seines Wunsches zu geben, zu verzeihen, und nicht sich zu raͤchen, die Feindseligkeiten so lange einstellen wolle, bis er sehen werde, welche Wirkung die Sendung des Hrn. Leblanc bei den Griechen hervorbringen werde.“ Der Baron von Reineck, mit welchem Hr. Leblane am Bord seiner Brigg lange Unterredungen hatte, antwortete auf alle ihm gemachten Vorschlaͤge: „da er von der Griechischen Regierung nach Kandia geschickt worden sey, so koͤnne er nur den Befehlen derselben Regierung Folge leisten, und bis jetzt habe er keinen Befehl im Sinne der Sendung des Ca-— pitain Leblanc erhalten.“ Letzterer wuͤnschte auch, sich mit einigen Chefs der Griechen, die wirklich Kandioten und auf der Insel ansaͤssig sind, sich zu besprechen; allein er konnte nicht dazu gelangen, da sich die Mitglieder des sogenannten Hohen Rathes, aus Individuen bestehend, denen die wahren Interessen der Kandiotischen Griechen durchaus fremd sind, und die sich nur durch Raub und Pluͤnderung zu bereichen suchen, uͤberall vordraͤngten. Hr. Leblanc mußte sich daher mit seinen Unterredungen mit Baron Reineck begnuͤgen, und verließ Suda am 26. Februar. Obwohl die Sen-⸗ dung dieses Officiers das Resultat, welches sich der Vice⸗ Admiral v. Rigny davon versprochen hatte, nicht erzielte, so haben doch die Tuͤrken seit den Ausfaͤllen am 4. und 7. Fe⸗ bruar nicht mehr angegriffen, und bleihen in den Festungen. Dies ist immer einige Linderung in unserer Lage, und koͤnnte leicht zu einer radikalen Besserung fuͤhren, wenn man die wirklich zu Gebote stehenden Mittel anwenden wollte, umm diesem Buͤrgerkrieg ein Ende zu machen, dessen Existenz bei den ausschließend auf Pacification gerichteten Gesinnungen der Eu-— ropaͤischen Maͤchte unerklaͤrbar ist.“ „Vom 17. Maͤrz. Hr. Leblanc ist von Suda nach Kandia abgegangen, um dem Seraskier Suleiman⸗Pascha ein Schreiben des Vice⸗Admiral de Rigny zu uͤberbringen, und ihm Vorstellungen gleichen Inhalts, wie dem Mustapha⸗Pascha, im Namen jenes Vice- Admirals zu machen. Man weiß nicht, was Suleiman⸗ Pascha geantwortet hat; beim Abschied erhielt Hr. Leblane von dem Seraskier einen sehr schoͤnen Saͤbel zum Geschenke. Der Baron Reineck hat die Insel seit acht Tagen ver-⸗ lassen, und sich zu Kastelli eingeschifft. Man sagt, die huna- dert Albaneser, die seine Leibwache bildeten, seyen ihm ge⸗ folgt. Der Commandant von Karabusa, Hr. Heine, hat Ba⸗ ron Reineck's Functionen beim hohen Rathe der Griechen auf Kreta uͤbernommen. Der Graf Capodistrias giebt. also das Spiel nicht auf, und wenn er den Baron Reineck zu-“..— ruͤckrief, geschah es blos, weil Letzterer der Lebensweise, die er fuͤhren, und der Rolle, die er spielen muͤßte, satt und muüͤde gewesen seyn mochte. Seitdem der Baron von Reineck fort ist, herrscht die groͤßte Anarchie im Rathe der Kretenser, wie unter dem Volke; Hr. von Reineck wußte wenigstens Ordnung unter den Seinigen zu halten; er entwickelte wahre

*) Der Oesterreichische Beobachter macht hiezu folgende An⸗ merkung: „In dem Protokolle vom 16. November v J. Rach den Vorschlaͤgen des neuesten Protokolls vom 22. Maͤrz sind ie Graͤnzen Griechenlands zwar betraͤchtlich erweitert, die Insel Kan-

dia aber weder in dem fruͤheren noch in diesem Vorschlage darin begriffen.“ 8 8 5

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