1829 / 146 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

die Moͤnchs⸗Herrschaft jenseits der Pyrenäen zu besestigen. Nach einem heftigen Ausfalle auf das vorige Ministerium kam der Redner ebenfalls auf die Circular⸗Schreiben der Re⸗ gierung bei den letzten Wahlen zu sprechen, welche, meinte er, uͤber 20,000 Fr. gekostet hatten. „Dies war noch lan nicht genug!“ rief man ihm von der rechten Seite zu. „Es ist offenbar,“ fuhr Herr Thil fort, „daß diese Summe aus Staats⸗Einkuͤnften bestritten worden ist. Sollte es daher nicht moͤglich seyn, das Gift der Verläͤumdung von denen be⸗ zahlen zu lassen, die dasselbe gemischt haben? Eben so wuͤnschte ich zu wissen, wer zuletzt die 17,000 Fr. fuͤr Brennmateria⸗ lien bezahlen wird, die nachtraͤglich noch von dem vorigen Großstegelbewahrer verlangt werden. Der Graf Portalis hat uns zwar gesent. daß der Staat diese Summe in keinem Falle uͤbernehmen koͤnne; andererseits laͤßt sich aber auch nicht annehmen, daß er die Gefaͤlligkeit fuͤr seinen Vorgaänger so weit treiben werde, selbige aus eigener Tasche zu bestreiten.““ Der Redner beleuchtete hierauf die Ausgaben der uͤbrigen Ministerien; er erklaͤrte, daß er sich bei denen der geistlichen Angelegenheiten und des oͤffentlichen Unterrichts, die zum Theil dazu gedient haͤtten, die Jesuiten zu besolden, nicht lange 59 wolle, damit er nicht bei einigen seiner Collegen, die es nicht lieb⸗ ten, wenn man die ehrwuͤrdigen Vaͤter ärgere, neue Gewis⸗ sens⸗Skrupel wecke. Das Budget des Ministeriums des Innern gab Hrn. Thil Veranlassung, an das Versprechen des Vicomte v. Martignac wegen Vorlegung eines neuen Communal⸗Gesetzes zu erinnern. „Wir haben““, äußerte er zum großen Verdruß der rechten Seite, „dieses Versprechen als ein Pfand fuͤr die Zukunft angenommen; moͤge dasselbe ein Siegel der Versoöhnung fuͤr die Gegemwart seyn.“ Der Redner schloß mit einigen Bemerkungen über das Budget des Finanz⸗Ministeriums, bei welcher Gelegenheit er den Grafen Roy lobte, daß er zu den außerordentlichen Ausga⸗ ben des laufenden Jahres vorher die Zustimmung der Kam⸗ mer eingeholt habe. Hr. Salverte begann mit einigen allgemeinen Betrachtungen uͤber die finanzielle Lage des Landes; er wurde aber bald durch ein großes Geraͤusch unterbrochen; die Thuüre öͤffnte sich, und herein trat in seiner Amtstracht der neue Großstegelbewahrer; er wurde von den Mitgliedern des linken Centrums fendts bagrats. und nahm zum ersten⸗ male seinen Platz auf der Ministerbank. Hr. Salverte fuhr hierauf fort: er muͤsse sich hoͤchlich wundern, in dem Budget eine Ausgahe aufgefuͤhrt zu finden, welche niemals eine Stelle darin haͤtte einnehmen sollen, naͤmlich die Reisekosten Dom Miguel’s, als derselbe sich nach Portugal begeben habe, um die Krone seines Bruders an sich zu reißen. Die Schuld⸗ forderung an Spanien betresffend, die g henwaͤrtig auf 80 Millionen festgesetzt worden sey, muüͤsse er sich ebenfalls wun⸗ dern, daß büeibe nur mit 4 pCt. verzinst werde, da Spa⸗ nien doch gar keine Buͤrgschaft dafuͤr geleistet habe. „Wenn dieses Land,“ füͤgte der Redmer hinzu, „seine alten Schul⸗ den nicht bezahlt, so geschieht es weniger aus Mangel an Mittein dazu, als aus Mangel an gutem Wlllen, denn es bereitet in diesem Augenblicke mit großen Kosten eine Expe⸗ dition vor, um seine chema Süd⸗ Amerikanischen Colo⸗

nieen wieder zu erobern. an häͤtte habt, ihm zu jagen, daß, devor mam das Recht ge⸗

man huübsch seine Schulden bezahlen Sasens. ——2 Worten wurde der Redner lebhaft unterbrochen; einerseite bemerkte man ihm, es heiße keine Eroberungen machen, wenn man empoͤrte Provinzen wieder zum Gehorsam zuruͤckzubrin⸗ n suche; andererseits fragte man, wie Spanien denn seine Eechllden bezahlen solle, wenn es keine Colonieen seLe. Salverte ergoß sich hierauf in bitteren Tadel uͤber died vollziehung der Verordnung von Andujar, so wie uͤber den lozug in Spanien im Allgemeinen. Ein Redner sey der Keinung gewesen, daß dieser Feldzug die Liebe des Soldaten 8 seinen König und die Talente des Ober⸗Befehlshabers währt habe; hierzu aber wuͤrde es nicht des Krieges be⸗ durft haben, und jedenfalls sey dies ein schlechter Vorwand, um seine Nachbarn mit Krieg zu üb Ein anderer Redner habe behauptet, der Pens sey nicht frei gewesen; indessen habe dieser die Gesandten aller Europäischen Mäͤchte um sich gehabt. Ein dritter Redner habe gesagt, der Krieg in Spanien sey ganz national gewesen, da man dadurch ei⸗ nem Bourbon bc9e zu Huüͤlse tommen wollen; die naͤchsten Verwandten eines Köͤnigs aber seyen sein Volk, dessen Wohl ihm üͤber Alles gehen müsse. Ein vierter Redner endlich habe gemeint, durch den Krieg in Spanien sey Eu⸗ ropa vor großen Gefahren bewahrt worden, da sich dawals uͤberall ein aufruͤhrerischer Sinn gezeigt habe; indessen habe sich an der Spitze Constitutionnellen der

muthmaaßliche Thronerbe, an der Spitze der Neapolitanischen der Kronprinz, und an der Spite der Portuglesischen der

verstorbene Koͤnig von Portugal selbst befunden, und es sey daher seltsam, einen Aufruhr zu nennen, was von solchen Chefs geleitet wuͤrde. „Man spricht“, fuͤgte der Redner hinzu, „von der Achtung, die wir der Politik Ludwigs XVIII. schul⸗ dig sind; fern von mir sey der Gedanke, jemals die ehrfurchte⸗ vollen Gesinnungen zu verlaͤugnen, die wir dem erhabenen Stifter der Charte schuldig sind; aber Ludwig XVIII. ge⸗ hoͤrt jetzt der Geschichte an und wir koͤnnen daher uͤber seine Handlungen urtheilen. Ich scheue mich sonach nicht, zu be⸗ haupten, daß wenn er nicht von treulosen Rathgebern hin⸗ tergangen worden waͤre, er eine ganz andere Politik angenommen haben wuͤrde, als er befolgt hat, und daß er sich namentlich zum Beschuͤtzer der verfassungsmäͤßigen Regierun⸗ gen auf n haben wuͤrde. Durch eine solche wuͤrde Ludwig XVIII. ohne Schwerdtstreich, ohne Kosten⸗ Aufwand, ja, fast ohne das Zimmer zu verlassen, woran seine unheilbare Krankheit ihn bereits fesselte, ein größeres und dauerhafteres Uebergewicht in Europa erlangt haben, als Napoleon sich dessen durch die Gewalt der Waffen und unter der Bedingung, daß das Gluͤck und seine Diener ihn nie verriethen, jemals zu erfreuen hatte.“ Hr. Syrieys de Mayrinhac vertheidigte den Druck der Umlaufs⸗ Schreiben, wodurch die im Jahre 1827 auf das Wahlgeschaͤft einen Einfluß ausuͤben wollte, durch die Be⸗ merkung, daß das Ministerium sich gleichsam in einem Stande der Nothwehr befunden habe, da die Oppositions⸗ Blätter sich zu jener Zeit alle Muͤhe gegeben hatten, durch die abgeschmacktesten Luͤgen und Verlaͤumdungen die dama⸗ lige Verwaltung und die Mitglieder der aufgeloͤseten Kammer, wozn auch er die Ehre gehabt habe zu gehö⸗ ren, in den Augen der Menge herabzuwuüͤrdigen; er (der Redner) habe die von der Regierung ausgegangenen Schmaͤhschriften gelesen und durchaus keine Persönlichkeiten darin gefunden; ja er muüͤsse vielmehr gestehen, daß dieselben mit großer Maͤßigung abgefaßt gewesen seyen. Der Ba⸗ ron Méchin gab zu, daß die Regierung sich ihres Einflus⸗ ses auf die Wahlen nicht begeben koͤnne; niemals aber duͤrfe sie sich dazu so verwerflicher Mittel bedienen, als derer, die der vorige Redner in Schutz genommen habe; auch er (Mächin) rechne es sich zur Ehre, ein Mitglied der Kammer gewesen zu seyn, da er und seine wenigen inde, nämlich 17 gegen 300, sich, aller. Dro⸗ len, Beleidigungen und Gewaltthaäͤtigkeiren, wodurch die re des Landes und die Freiheiten des Volbes zu Grabe getragen worden waͤren, ihr Geschaͤft als Deputirte doch nicht hätten verleiden lassenz jene kleine Opposttion werde fuͤr im⸗ mer eine ehvenvolle Stelle in der Geschichte einnehmen. „Mit Vergnuügen,“ aäußerte der Redner am Schtusse seines Vortrages, „erkenne ich es uͤbrigens an, daß die Spu⸗ ren jener beklagenswerthen Zeit sich mit jedem Tage mehr verwischen, und daß die Rückkehr dieser letzteren unmoͤglich ist. Der bloße Gedanke, die „Freiheiten zu beeintraͤchtigen, kann heutiges Tages Niemand mehr in den Sinn kommen. Freuen wir uns daher der Gegenwart und lassen wir den Verbesserungen, die in der Verwaltung vor⸗ genommen worden sind, Gerechtigkeit widerfahren. Herr von ,— unter Anderm die von ·— 8 es

der vorigen gemachte (S. das Blatt der Sraats⸗Zei⸗

tung.) „Durfen wir vergessen,“” außerte er,

Worte, die von dieser Rednerbuͤhne herab Wiederhall in ganz Curopa finden. Wenn ng vor den Köüntgs⸗Häusern die vornehmste Pflicht jedes Depune⸗ ten ist, so ehes Erinnerungen aus unserer Geschichte diese Pfßucht vorzüglich uns auf; wir protestiren daher mit dem deren man sich in

le n Fuͤrsten aus dem Hause Brag bedient hat.“ Baron v. Fen

ebeede auf die vonge Varwalkong, vanhen . g lidigte den Kri in Spanien, und n sich mit des Srenes ach einigen Bemerkungen des Herrn

v. Peyronnet Firmin Didot über die Köͤnigl. Druckerei wurde die all⸗

gemeine Discussion geschlossen. Am folgenden Tage sollte Berichterstatter err von Saunac sein Resumé machen die Verathung uͤber die einzelnen Artikel be⸗

aris, 20. Mai. Das Bezirks⸗Wa 2 Herneas [(Departement des Nordens) 82 an Sak. 8 iedenen Grasen v. Labaseèque den ministeriellen

andidaten Grafen v. Murat mit 157 unter 278 Stimmen

emes. gewaͤhlt; der constitutionnelle Mitbewerder Hr. v. St. Hilaire erhielt 118 Stimmen.

Dem Jeurnal du Commerce 1ceg⸗ wird Herr

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