1829 / 147 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Eilf angesehenen Leuten in Porto, Richtern und Mili⸗ tairs, die unterm 9. April zur Transportation, und zwoͤlf, die zum Galgen verurtheilt wurden, ward am 4. Mai ihr AMArtheil verkuͤndigt und die Letztern in den Betsaal gebracht, um am 7ten hingerichtet zu werden. Man wußte in Lissabon am gten bereits, daß die schreckliche Vollziehung des Urtheils statt gefunden hatte. Um die Gemuͤther zu beruhigen, war kurz vor der Hinrichtung verbreitet worden, daß Pardon er⸗ folgen sollte. Die andern Eilf waren nach Angola und Goa

eingeschifft worden. In Glasgow waͤhrt das Webstuͤhle Zerstören noch fort.

Niederlande.

Bruͤssel, 22. Mai. Die vorgestrige Audienz bei Sr. Miajestaͤt dem Koͤnige war sehr zahlreich besucht; viele Mit⸗ lieder der Generalstaaten verabschiedeten sich bei Sr. Maj. Majestaͤt der Koͤnig werden Hoͤchst Ihre Reise ins In⸗ nere des Landes naͤchsten Montag antreten und wohl zehn is zwöͤlf Tage darauf verwenden. Nach der Ruͤckkehr Sr. Kajestaͤt geht der Königl. Hof nach Lacken und J. J. K, K. H. der Prinz und die Prinzessin von Oranten nach Ter⸗ zueren, um daselbst die Sommer⸗Monate zuzubringen.

Der Königl. Sicilianische Geschäftstraͤger am Däͤnischen Hofe, Fuͤrst Palvzzolo, ist vorgestern von Kopenhagen hier ingetroffen.

Am 16ten d. M. ging das Schiff „der Zelander” von iddelburg mit Truppen nach Batavia unter Segel.

Deutschland.

Mainz, 21. Mai. erzogin von Sachsen⸗Koburg, so wie IJ. DD. der Erb⸗ prinz und Prinz Albert von Sachsen⸗Koburg, sind gestern 8 hier angekommen, und bei Sr. Excellenz dem Herrn Gene⸗ . * Grafen von Mensdorff abgestiegen. ., bee Letl

Italien.

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Genua, 13. Mal. JJ. MM. der König und die Königin von Sardinien sind gestern zu einem Besuche am Königl. Steillanischen Hofe von hier nach Meapel abge⸗ reist. Auf Befehl der Admiralitaͤt wurde zur angemessenen ufnahme und Ueberfahrt der hoͤchsten Herrschaften und hres Gefolges ein kleines, aus den Köͤniglichen Fregatzten Maria Teresa“, „Beroldo“ und „Eurydice“ bestehendes eeschwader ausgeruͤstet, uͤber welches der Ober⸗Befehl dem Contre Ahmiral Cav. di Castelvecchio uͤbertragen wurde. Gestern Abents um 6 Uhr begaben sich IJ. MM. nach dem Hafen, wo Hoͤchstdieselben von dem Gouverneur des Herzogthums, General Marchese von Yenne, und dem Ad⸗ eiral Grafen Des⸗Geneys, Ober⸗Besehlshaber der Köͤnigl. Feagr empfangen wurden, und die reich geschmuckte Pacht stiegen, wesche IJ. MM. an Bord der zu Ihrer Auf⸗ Fhe. bestimmten Fregatte „Maria Theresta“ fuͤhrte; das efolge schaffte sich auf den beiden andern Fregatten ein. Der Fafes bot in diesem Augenblicke ein hoͤchst auzichendes Schauspiel dar; säͤmmtliche darin liegende sowohl inländische als auslaͤndische Fahrzeuge flaggten; das zur Uebersahrt 3. MM. bestimmte Geschwader war von einer Menge mir Zu⸗ schauern besetzter Barken und Jollen umgeben, und die nach der Seeseite hinziehenden Bastionen mit einer unuübersehba⸗ reen Anzahl von Menschen bedeckt, welche IJ. MM. ein 82 tausendstimmiges Lebewohl nachriefen. Spanien. —— Madrid, 11. Mai. Als sich am 6ten und 7ten Mai der Zustand der Koͤnigin zusehends verschlimmert hatte, wurden sämmtliche Hof⸗Aerzte nach Aranzuez beschleden, welche sogleich einstimmig erklärten, daß das Leben Ihrer Mazestaͤt in Gefahr sey und man nicht zoͤgern duͤrfe, der rlanchten Kranken das heilige Abendmahl zu reichen, wel⸗ es Alerh öchsthieselhe auch am 7ten Mittags um 12 Uhr mpfing, Gleichzeitig wurde ein Courier nach Madrid abge⸗ fertigt, welcher den Befehl uͤberbrachte, öffentliche Gebete in allen Kirchen zu veranstalten, und die Schauspielhaͤuser und den latz, wo Montags die Stier⸗Gefechte gehalten werden, zu chließen. Am Sten durchzogen zahlreiche Prozessionen, denen sich Personen aus den hoͤheren Staͤnden anschlossen, und welche von allen Moͤnchs⸗Orden angeführt mwurden, die Stra⸗ ßen von Madrid, und seithem dauern die oöͤffentlichen Gebete im Innern der Kircheg aßrnterbrochen fort. Am mͤmlichen Tage wurden der Koörties heiligen Isidro, so wie der der Santa⸗Maria de la K.lMa, des heiltgen Diego de Alcala, in Saͤrgen befindlich, so wie das Haupt Johannis des Täu⸗ fers, das Herz Christi und mehrere andere aühn Reli⸗ quien, in Urnen aufbewahrt, aus dem Jesuiter⸗Kloster,

10. Mai Abends Um 11 Uhr.

dessen Kirche dieselben aufbewahrt werden, mit Extrapost nach Aranjuez gebracht, wo sie auf mehreren Altaͤren, in einem der Vorzimmer des Appartements Ihrer Majestaͤt er⸗ richtet, und vor welchen unaufhoͤrlich Messe gelesen wird, aufgestellt worden sind, in der Hoffnung, daß die Verwen⸗ dung der Heiligen fuͤr die Erhaltung des theuern Lebens der Erlauchten Kranken wirksam seyn werde.

Am gten ist in einem außerordentlichen ee en bekannt gemacht worden, daß waͤhrend der Krankheit Ihrer Majfestät täglich zweimal Couriere mit den Bulletins, den Zustand der Köͤnigin betreffend, in Madrid anlangen wer⸗ den. Bülletin vom 9. Mai Mittags um 12. Uhr. Die Koͤnigin hat eine sehr schlechte Nacht zugebracht und ist fortwährend in großer Gefahr. Buͤlletin vom 9. Mai Abends zwischen 9 und 10. Uhr. Die Koͤnigin ist seit Mittag zusehends kraͤnker geworden, hat stärkere Fieber⸗An⸗ faͤlle gehabt und mehrere Stunden hinter einander delirirt, auch ist ein starker Husten eingetreten, nebst anderen Symp⸗ tomen, welche das Leben Ihro Masestät bedrohen. Bülle⸗ tin vom 10. Mai Ficc wischen 10 und 11 Uhr. Ihr⸗ Majestät haben die ver diene Nacht etwas ruhiger zuge⸗ bracht, und ungeachtet der erneuten Fieber⸗Anfälle, welche Ihre Majestät eine Zeit lang sehr belaͤstigten, haben Aller⸗ höchstdieseilbe doch hierauf eine andere Zeit lang ziem⸗ lich ruhig zugebracht, und ½ Stunden ununterbrochen in ei⸗ ner und derselben Lage aushalten koͤnnen. Buͤlletin vom Die Fieber⸗Aufäalle sind

um 11 Uhr diesen Nachmittag auf's Neue eingetreten, zu

hre Durchl. die verwittwete Frau

welcher Stunde Ihre Majestät Sich sehr schlecht besanden, jedoch hat man bis setzt keine andere Symptome, als die, welche sich in Begleitung des Uebels zu befinden pflegen, wahrgenommen.

Der neue Koͤnigl. Sächsische Geschaͤftstraͤger am hiesi⸗ gen Hofe, F8. von Gersdorf, wird heute Abend hier er⸗ wartet. Der groͤßte Theil des diplomatischen Corps hat sich auf laͤugere Zeit, der eingefüͤhrten Sitte gemaͤß, nach Aranjuez begeben, und von Diplomaten ersten Ranges ist außer dem Nuntius nur der Ambassadeur von Frankreich

ier geblieben, welcher vor Kurzem ein Kind verloren aat. An der Stelle, wo Torreviesa gestanden hat, sind neuerdings wiederum Erdbeden verspuͤrt worden und zwar in großer Anzahl, nur mit dem Unterschlede, daß solche nicht mehr so schnell als zu Ende Maͤrz und Anfaug April anfeinander erfolgen. Die Auswanderungen aus jener Ge⸗ end dauern ununterbrochen fort und es scheint leider sich estätigen zu wollen, daß jene Kuͤste schon in der Tiefe und im Innern der Erde dem Meere theilweise leicht näͤchstens in Folge einer neuen Ersche then ganz angehoͤren wird. Es ist schon seit langen Jahren wee ger bekannte Sache, daß so oft stuͤrmisches Wetker auf der an der Kuͤste von Murcia eintrat, die in den Kel⸗ lern der nahe gelegenen Staͤdte befindlichen Brunnen viele Stunden hindurch nur Wasser, welches einen starken Salz⸗ eeschmack hatte, von sich gaben. Das Wetter ist hier in Plaarih fortwährend unstaͤt und es regnet oft Tage lang, wodurch es empfindlich kalt wird. In 4 Stunden ist das Thermometer um 100 Réaumur gefallen. *

Madrid, 11. Mat, Nachts 111 Uhr. Se eben. wird das zweite Buͤlletin von heute, zwischen 12 Uhr Mer⸗ gens datirt, in den Straßen eassashc defen wöͤrtlicher Inhalt folgender ist: F 8

„Unsere Allergnädlaste Königin war von 11 Uhr Nachts „b16 1. Uhr Mokgens sehr krank, hatte jedoch in dem „örzgen Theit der Nacht einige ruhige Augenblicke, welche wauch n dem Laufe der heutigen Morgenstunden Allerböchst berselhen zu Theil geworden sind. Im llebrigen geht die

zugehoͤrt und viel⸗ ditterung den Flu⸗

„Krankheit ihren Gang, ohne daß nia i bis jetzt Verminde⸗ nnns ,15 dieselbe enden Symptomen wahrgenom⸗

Türkei. 18.

4 Die Allgemeine Zeitung enthält folgende Cagesbe b pon⸗ denz⸗Nachtichten von der ae aus Jassy:

Von der Servischen Graͤuze, 8. Mai. Rach einem Schreiben alle Sophia vom 2. Mat herrscht zu Kou⸗

stantinspel die Meinung, di N g, die Russen beabsichtizten eine Lan⸗ auf der Nattschen Kuͤste des Schwarzen Meeres, und polis sey nur zur dieses Vor⸗

habens und der 8 Anstalten erfolgt. Die ürkische Flotte das Schlennigste ausgerüͤstet, und nach dem S een Meere geschickt werden, denn die

Ottomanische Regierung fuͤrchtet nichts mehr, als die Er⸗

3 Emnhs⸗ ansehnlichen feindlichen Corps in der Nähe

sser auf der Asiatischen

Seite des Bosporus, wo⸗

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