1829 / 170 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

und zur dritten Section uͤbergegangen, worin fuͤr die Bruͤk, ken und Wege, fuͤr die Minen und Telegraphen⸗Linien, 39,900,000 Fr. aufgeführt sind. Hr. Lepelletier d'Aul⸗ nay verlangte einen Abzug von 50,000 Fr. Hr. Gautier machte einsichtsvolle und gruͤndliche Bemerkungen uͤber die Nothwendigkeit eines Gesetzes in Betreff der Fuhrwerks⸗ Polizei, bevor man sich mit der Ausbesserung der Straßen beschaͤftige; denn die Mißbraͤuche und Unregelmäaͤßigkeiten in dem Fuhrwerke seyen der Hauptgrund des schlechten Zustan⸗ standes der Straßen. Die Berathungen uͤber das Budget wurden am Schlusse der Sitzung auf den naͤchsten Montag ausgesetzt, da der Sonnabend den Bittschriften gewidmet ist.

Paris, 14. Juni. Vorgestern empfing der Koͤnig den Besuch des Herzogs von Orleaus, und bewilligte demnaͤchst dem am verflossenen Sonnabende aus Rom uracheeheten Erzbischof von Rheims, Cardinal von Latil, eine Privat⸗ Audienz. V

besuchte die Dauphine in Begleitung des Fercgheten 2 und seiner Schwester die Mu⸗

Wi ft z rignon. 8 4 8n eaermr Débats schreibt aus Toulouse, vom 8. Jüni: „Am Iten d. M. sind in einer, am Fuße der Pyrenaͤen gelegenen Scheune bei der Grmeinde Larogue, eb an der Spauischen Graͤnze, sieben mit Flinten Pisto en bewaffnete Spanier, unter denen sich der General Milans befand, verhaftet worden. An mehreren Punkten der Cata⸗ lonischen Gränze waren aufruͤhrerische Bewegungen ausge⸗ brochen. Auf dem Gipfel des Gebirges hatte man Banden bemerkt, und beunruhigende Geruͤchte, die unsere Handels⸗ Verhältnisse mit Spanien stoͤren konnten, verbreiteten sich an der Gränze des Departements der öͤstlichen Pyrenaͤen. Seit mehreren Tagen hatte der Praͤfekt des Departements, Baron Romain, Vorsichts⸗Maaßregeln getroffen, um die Gemüther zu beruhigen und jeder Sröͤrung der oͤffentlichen Sicherheit oder Verletzung des Gebietes zuvorzukommen. Der Baron war im Augenblicke der Verhaftung des Gene⸗ ral Milans in Larogue und ließ denselben 2 Wagen nach

rpignan bringen, wo er in der Kranken⸗ nstalt des Dr. ehe. wohnt.“

Die 10 ersten Vorstellungen von Castmir Delavigne's Marino Faliero auf dem Theater am Thore St. Martin haben der Direction uͤber 37,000 Fr. eingetragen.

Die am 11ten d. M. zum Benesiz des Hrn. Haitzinger

auf dem Theater Favart statt gefundene außerordentliche Vorstellung war sehr zahlreich besucht. Da die zogin von

Berry derselben nicht beiwohnen konnte, so sollte auf den

Wunsch X . 8 tern eine zweite u 81 - stellung statt nn“ 809 zweite und letzte Vor

Großhritanien und Irland.

Parlaments⸗Verhandlungen. In der erwähnten) Sitzung des Unterhauses . 12. e”. stete das neugewaͤhlte Mitglied fuͤr Wexford den Tid und nahm seinen Sitz ein. Herr Macleod erzaͤhlte Uaß er während der letzten Vextagung von dem Gerichtshofe der Common Pleas die Aufforderung erhalten habe dei einer Fun zu erscheinen; da er jedoch 8

2 laube, als * ditglied dieser Verpflichtung uͤberhoben zu Slamnehte⸗

Fönlicher Fall bereits vor laͤngerer Zeit vorgekomen

. 85 bitte er den Sprecher, dem Lord⸗ Oberrichter vencn, daß er (Herr Macleod) deshalb, weil er bei der Jury nicht erschienen sey, nicht in Strafe genommen werde koͤnne Der

1 Sprecher entgegnete jedoch, es koͤnne die des Hau herabsetzen, wenn eine Frage, die bereits oͤfter entschieden worden sey, neuerdings einen Antrag zur Folge haͤtte Be⸗ kannt sey es, daß kein Mitglied, so lange die Sitzungen des Hauses waͤhren, zu einer Jury gefordert werden duͤrfe; da pmedis Zeit der Vertagung eben so gut zu der Sessege eines Perlaments gehöre, als die Sitzungs ⸗Zeit selbst, so sey jeder 82 atrag, wie der des Herrn Macleod, ein unnoͤthiger; dieser nahm darauf auch den seinigen zuruͤck. Sir Rob. In⸗ glis üͤberreichte eine Bittschrift, die auf eine protestan⸗ tische Emanctpatson Sern. Protestantische Soldaten jeß es naͤmlich in der Bittschrift, möge man auf denselben stellen, wie katholische. un zwei protestantische Offielere seyen in Malta des Dien stes entlassen worden, weil sie sih geweigert hatten, einem Heiligen zu Ehren die Kano ich abzufeuern; er sehe jedoch nicht ein, sagre der B. onet bi 7 weshalb protestantische Soldaten in ihren religiöͤsen Mannan⸗ gen mehr beschraänkt seyn sollen, als kathofische, denen man 2 jede andere Feier, als die ihrer etgemen Kirche, erlasse „. Hardinge (Staats Seeketair fuüͤr das Kri sen) erwiederte, daß die Frage keine religiöͤse,

eeine rein disciplinarische Denn der &

19. Juni.

Sir Toch Kriegswee sondern

mandant] umgehen,

der Insel habe die erwaͤhnte Salutirung auf Malta be⸗ fohlen gehabt, und nur deshalb, weil sie dem Commando ih⸗ 8 res Vorgesetzten nicht gehorchten, seyen die Officiere entlasͤl. sen worden. Die Englischen Truppen haͤtten übrigens in je.. dem Lande er brauche zunaͤchst nur auf Portugal aufmerk. sam zu machen die Gebraͤuche der Landes⸗Einwohner spectirt und als die Preußische Armee in Frankreich gewesen, habe man, wiewohl sie aus strengen Lutheranern bestehe, doch bemerkt, daß sie die Hostie immer salutirte, so oft sie bei ih⸗ nen voruͤber getragen wurde. Mehrere Mitglieder waren derselben Meinung, worauf die Bittschrift auf die Tafel ge. legt wurbe. Eine Petition, die Hr. Sadler üͤberreichte, 8 gab diesem wiederum Gelegenheit, den Zustand des Landes zur Sprache zu bringen. Es wurde zunaͤchst von ihm und mehreren anderen Rednern, namentlich dem anti⸗kat olischen Eiferer, Oberst Sibthorpe, der bei dieser Geiegenhen von eingefleischten Teufeln sprach, wie er die Katholiken, jedoch unter Zeichen der Mißbilligung des ganzen Hauses, nannte, behauptet, daß die Minister unverantwortlich handelten, i- dem sie das Parlament fruͤher als gewöoͤhnlich prorogirten ohne daß der Zustand des Landes und eine Abhuͤlfe desselben in gehoͤrige Erwaͤgung gezogen worden sey. Herr Peel ent,.— gegnete jedoch, daß bereits zur Genuͤge über diesen Zustand und uͤber die Mittel zur Abhuͤlfe, namentlich uͤber Aenderung der KornGesetze, uͤber Emigration u. s. w. gesprochen wor⸗ den; auch komme ihm der Zustand des Landes keinesweges so duͤster vor, als mehreren ehrenwerthen Mitgliedern, viel⸗ mehr koͤnne er ihn nur als voruͤbergehend ansehen. Auch bestritt er es, daß sich das Kapital des Landes jährlich vermindere und fuͤhrte unter Anderm als Beweis an, daß in der Grafschaft Lancashire das jaͤhrliche Einkommen von Grundstuͤcken und Fabriken im J. 1815 nur 3 Millionen betragen habe, waͤh⸗ rend es sich jetzt auf 4 Millionen Pfund belaufe. Nicht laͤugnen wolle er zwar, daß in Folge der so ungleichen Ver⸗. theilung des Vermoͤgens im Lande, ferner der Vervollkomm⸗ nung des Maschinen⸗Wesens und anderer complizirten Ur⸗ sachen, ein Leiden im Lande existire, doch behaupte er, daß jeder Versuch, durch die Gesetzgebung einschreiten zu wollen, das Uebel nur noch vermehren wuͤrde. Auch Herr Hus⸗ kisson war der Meinung, daß alle Mittel, die bis jest noch vorgeschlagen worden, um den Uebeln des Laudes abzu⸗ b helfen, neues Ungluͤck in sich truͤgen und nichts als ein Weg zur Umstuͤrzung der Landes Institutzonee seyen. Herr Maxwell empfahl dagegen eine Herabsetzung aller Steuern 2 auf die Beduͤrfnisse des Lebens, wogegen man eine neue Steuer auf das Kapital etwa 25 pEt. vom Einkommen werfen moͤge. Auch sollte man die Fabriken⸗Besitzer au⸗ torisiren, von Zeit zu Zeit einen allgemeinen Tarif fuͤr Arbeitelohn festzustellen. Die Bittschrift, die zu dieser batte den Anlaß gegeben hatte, wurde zum Druck verord ohne daß es jedoch zu einem andern Resultate kam. rr Lennard zeigte an, daß er in Bezug auf Erfindungs⸗Pa⸗ tente einen Antrag in den ersten Tagen der naͤchsten Se machen werde. Auch wurde bereits wieder fuͤr die na Sesflon ein neuer Antrag in Bezug auf die Jagd⸗Gesetze gekuͤndigt. Das Haus vertagte sich darauf bis Freitag den

London, 13. Juni. Bei der großen Cour, die Se. Majestaät am 10ten d. M. hielten, wuüͤrde 8 Sugden, der in seiner neuen Eigenschaft als General⸗Fiskal vorgestellt ward, zum Ritter geschlagen. Lord Ellenborough lieferte geheime Siegel, das dem Grafen von Roßlyn übertra wurde, in die Hünde Sr. Majestaͤt zurück. Die Thref Rede, mit der das Parlament prorogirt werden soll, wurde alsdann im Geheimen Rathe beschlossen. .

Ein Russischer Courier, der dieser Tage hier ankam, soll dem Fuͤrsten Lieven ungemein wichtige Depeschen mitgebracht haben. Unmitrelbar nach ihrem Empfange begab sich Fürst, in Begleitung des Grafen Matuscewitz, der sich 8

enwaͤrtig in einem besonderen Auftrage hier befindet, n F rgyll⸗House und hatte dort eine lange Conferenz mit ben Grafen von Aberdeen.

Dem Globe zufolge haben bie hier anwesenden Po kesischen Gesandten und Generale vom Kaiser Dom Pe Pehe chen des Inhalts empfangen, daß er, so wie gegen tig die Brasilianischen Finanzen bestellt seyen, und 1 Geld Forderungen, welche die Regierungen Frankreichs Großbritantens an ihn machten, fuͤr jetzt mhe im Sta 62 9 Eeheditton deen zu senden; daß er jedoch

- ven. . belegenheit ergrei n wolle, um die Rechte Seiner n. 9 eine kröftige Weise eltend zu machen. Die ge⸗ daß die 2. eitung fügt diesen Nachrichten noch das hinzu,

8 die Anhaͤnger Dein 8 vorlaͤusfig mit dem Plane

eine Regentschaft in Terzeira zu errichten, um von

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