1829 / 173 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Heute vor acht Tagen fand zu Carrik⸗on⸗Suir in Irland ein schrecklicher Kampf zwischen einer Abtheilung des 65sten und einem Theile des Fösten Regimentes statt, wobei die Einwohner fuͤr dnebetzteren Parthei nahmen. Die Erstere war am Morgen in die Stadt geruͤckt, und ein Soldat derselben fragte einen Tambour vom anderen Regi⸗ mente, was fuͤr Leute in der Stadt wohnten? Es sind ver⸗ fluchte Papisten! war die Antwort. Kaum waren die Worte ausgesprochen, so schlug ihn der Soldat, der selbst ein Ka⸗ tholik war, zu Boden, und dies fuͤhrte zu einem Kampfe, in welchem ein Mann und zwei Weiber toͤdtliche Sünpen. den erhielten. Auch der protestantische Pfarrer und 8-. Polizei⸗Soldat sind gefaͤhrlich verletzt worden; jec durch Zufall, indem sie in der Eile und 88 2 tig gegen einander ritten, daß beide mit ihren Pferden zu Boden stuͤrzten.

Zum Benefiz des Herrn Bochsa wird am naͤchsten Mon⸗

tage folgende Darstellung im Opernhause statt finden: Zn⸗ A8 ein See cis und Galathea⸗“ die Saͤnger Braham, Paton und worin den; alsdann: Zingarellt's „Romeo und Giu 4 lleu uͤber⸗ Mad. Malibran und Dlle. Sontag die Hauptroll ischuͤtz” nommen haben. Zunaͤchst der zweite Akt . 7,5 in deutscher Sprache, worin Dlle. Henr. Sontag die Den 858 und Dlle. Nina Sontag „Aennchen“ geben wird. Darauf: Beethovens Pastoral⸗Symphonie, als Ballet. (“) End⸗ lich wird sich Hr. Braham auch noch in einer Phantasie auf assen. 8 12 . 89 in Bow hat kuͤrzlich einen Dampf⸗ wagen erfünden, der in den letzten vierzehn Tagen eaͤglich zwischen Fulham und Brompton mit 8 Personen gefahren ist, und 12 englische Meilen in einer Stunde zuruͤckgelegt hatte.

In diesen starb der bekannte hiesige Banquier und Daͤnische Consul, Herr Thomas Wilson.

Am 1sten d. M. wurden in Hackwood zwei Leute, die zusammen nicht weniger als 143 Jahre alt waren, ehelich mit einander verbunden. Was diese Verbindung noch merk⸗ wuͤrdiger macht, ist der Umstand, daß die beiden Leute vor 50 Jahren sich geliebt hatten, und mit einander versprochen waren. Damals wollte es jedoch ihr Geschick, daß Beide sich an Andere verheiratheten, und erst jetzt ist das alte Verspre⸗ chen zum Vollzug gekommen.

Die Witterung ist fortwaͤhrend trocken, abwechselnd kalt und warm mit fast bestaͤndigem Ostwinde; auch hoͤrt man her, und fuͤrchtet man, daß

schon haͤufig Klagen vom Lande sowohl die Heu, als Getreide⸗Aerndte schlecht ausfallen werde. Auch fangen die Getreide⸗Preise wieder an zu steigen. Nachrichten aus Barbadoes und Antiqua zufolge leiden diese Inseln an einer ganz ungewoͤhnlichen Duͤrre, seit beinahe 9 Monaten ist kein Tropfen Regen dort gefallen. alle und fuͤrchten die Ein⸗ wohner ganz besonders fuͤr ihren Vi 3 ter 85 ve⸗ gebricht. ren Viehstand, dem es an ut⸗ in Handel zeigt sich wieder mehr Geld, und bald wird 5 haͤufiger vorhanden seyn, indem die Zeit heranruͤckt, & r die Staatspapiere die fälligen Dividenden ausgezahlt N. ten. Aus den Fabrik⸗Bezirken lauten indessen die Kachrichten noch immer nicht sehr guͤnstig; obgleich es an einigen Orten etwas besser geht, so dauert doch im Allgemei⸗ nen . Geschaͤftslosigkeit und der Geldmangel noch fort. Ssn au2 78 von einheimischem Weizen war vorgestern sehr viel H ehr geringe, dagegen aber wurde vom Inlande

1 aser an Markt geb . Wei war de 8 gebracht. Von fremdem Weizen scheinlichkene rach groß, und da man mit ziemlicher Wahr⸗ 0 Sch erwartete, am naͤchsten Markttage den Zoll auf

aͤußerst wens⸗ Euce bherabgesetzt zu sehen, fanden sich nur linge enige Käufer, so daß die Preise um 1 bis 2 Schil⸗ kauft ward ger giengen, wozu üͤbrigens auch nur wenig ver⸗ Woche maäßtge each Hafer fand zu den Preisen von voriger war. An . grage statt, was auch mit Gerste der Fall ter Weizen, 2üe Lebracht wurden aus England: 2495 Quar⸗ Hafer; vom A⸗ erste, 5022 Q. Malz, 11,938 Q. gars⸗ 3211 8 8lgabe⸗ 25,286 Q. e, 8 ehl: rland: 3989 Q. Hafer; Die 6263 Säcke; Amerikanisches 7401 Pässer. und für gfüͤr Weizen 60 8 76 Schill., für Gerste

gestern Abend deeedane. Se Majestaͤt der Koͤnig sind 88 b roffen. den Sreeeens hat den Minister des Junern beauftragt, Gent die Acn und dem akademischen Senat der Universitaͤt

3 Allerhöͤchge Zufrledenheit uͤber den Empfang anzu⸗

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v.eFe. zeigen, den die dortigen Zoͤglinge Sr. Majestaͤt im großen Universitaͤts⸗Saale bereitet hatten. , Aus Antwerpen vom 16. d. M. wird gemeldet, daß die Se Anleihe zur Erbauung eines allgemeinen Entrepots in ee“ Stadt am Tage zuvor eroͤffnet worden sey, und daß die Sub⸗ seriptionen fuͤr dieselbe sich bald auf 36 Millionen en“] laufen haͤtten. Die zu dem Bau erforderliche Summe be⸗ 1“ traͤgt nur 700,000 Fl. 1“ Die aus der b „Samber“ von 46 Kanonen, . und den Corvetten „Dolphyn“ von 32 und „Hecla“ vom 26 Kanonen bestehende Niederlaͤndische Flotten⸗Diviston, welche in Toulon vor Anker gegangen war, ist am J. d. M. in Genua angelangt. * Aus Batavia sind Zeitungen vom 13., 15. und 11. Januar eingegangen; sie enthalten einen aus Ma ellang vom 6. Januar datirten Bericht des Gemeral⸗Statthalters von Kock uͤber die Errichtung von Verschanzungen, welche die befreundeten Ortschaften beschuͤtzen und den Truppen zu Stuͤtzpunkten dienen sollen; unsere Truppen hatten in meha

reren kleinen Gefechten mit den Rebellen stets die Oberhand behalten. *

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Deutschland. Ems, 18. Juni. Ihre Kaiserl. Hoheit die Großfuüͤrstium— eelene von Rußland, und Se. 8o. unser üfösss 1 Herzog und Herzogin Koͤnigl. Hoheiten, sind hier ein etroff rn. oͤchstdieselben werden uns waͤhrend des groͤßten Theils der * diesjaͤhrigen Badezeit mit Ihrer Gegenwart begluͤcken; auch stehen sicherem Vernehmen nach, unserem Kur⸗Ort noch die .. Besuche anderer hohen Herrschaften bevor. 1p Der Nuͤrnberger Correspondent enthält Nachste. hendes vom Niederrhein, 13 Juni: „Seit einigen Jah⸗ I11q”“ ren waren unsre Tuchfabriken nicht so beschaͤftigt, wie in diesem Sommer. Die Hauptveranlassung geben die starken B 8 Bestellungen, die daselbst füͤr die Itaͤlienischen Maͤrkte ge.— macht worden sind. Allein auch die Fabrikation fuͤr den 1 Bedarf der Levante ist wider alles Erwarten gestiegen; nur 31 fehlt dem Handel dahin noch einer seiner vorzuͤglichsten 11 bel, der Kredit näͤmlich, da, in Erinnerung fruͤherer Vor⸗ gaͤnge, die Geschaͤfte nach jenen Gegenden hin nur gegen 8 gleich baare Geldzahlungen betrieben werden. Unter J“ sen Umstaͤnden zeigen sich denn auch die Fabrikanten geneigt, b etwas hoͤhere Preise fuͤr die Wolle der diesjahrigen Schur * zu bewilligen, als sie noch vor Kurzem darauf anzulegen entt schlossen schienen. Auch zu Elberfeld, Barmen und an den 8 uͤbrigen Preußischen Fabrik⸗Orten herrscht viel vhüggah. 8 seitdem man daselbst den Abschluß gewisser E nicht mehr in Zweifel zieht. Im Handel mit Ruͤböͤl herrscht dermalen zu Koͤln und Antwerpen fast gänzliche Stille. Auch sind die Preise dieses Artikels, so wie des Leinoͤls, flau und nur nominell, da man einer mehr als G mittelmäßigen Aerndte in den Niederlanden entgegen sieht.

Griechenland.

Das Aviso de la Méditerranneée meldet aus Tou. 8 lon vom 11. Juni: „Die vorgestern hier eingelaufene Fre’- gatte „Maria Theresia“ hat Navarin am 21. Mai verlas⸗ sen. Am 2s8sten begegnete sie in den Gewaͤssern von Messina den Linienschiffen „Breslaw“ und „Revenge“, an deren Bord ch der Franzoͤsische und Englische Botschafter befanden. raf Gullleminot wird bei Navarin landen und von da— seine Reise nach Konstantinopel fortsetzen. Marschall Mail l* son hat sich am 30. Mai auf der Fregatte „Dido“ eingee...— schifft, um nach Malta zu gehen und dort seine —2u zu halten. Er verschiebt seine Abfahrt nur, um das Resul⸗

8 11“ tat des Griechischen National⸗Congresses zu erfahren. Oberst Fabier ist mit dem Marschall zu Lohisz gegangen. Beim

er „Maria Therestas hieß es, die Franzoͤsischen 12 General Schneider wuͤrden gegen Athen mar⸗ schiren. Diese Nachricht stimmt aber nicht mit dem 1“ schlusse Frankreichs uͤberein, die Graͤnzen Moreas nicht mu . überschreiten. Die Fregatte „Fleur, de⸗Lys“ hatte 80 Fran⸗ F 5 zoͤsische Unter⸗Officiere nach Napoli di Romania gebracht, 2 welche die Griechische Infanterie einuͤben sollen.“

2 Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 17. Mai. „Die Freunde der Coalition“ (die Anhaͤnger der vorigen Regierung), heißt es im Tele⸗ graph, „bieten Alles auf, um einer Reform vorzubeugen, und suchen unter Anderm den Praͤsidenten zu uͤberreden, daß er, seitdem er sein Amt angetreten, nicht noͤthig habe, lan ger auf den Willen der republikanischen Parthei zu achten, und seinen Edelmuth dadurch zeigen muͤsse, daß er seine po⸗; litischen Gegner in Besitz ihrer Aemter lasse, sie moͤgen ga 1

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