1829 / 183 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Staats⸗Zeitung.

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Kronik des Tages.

Se. Koͤnigl. Hoheit der Großherzog und Ihre Kai⸗ serliche Hoheit die Großherzogin von Sachsen⸗Wei⸗ mar sind, von Warschau kommend, hier durchgereist.

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Bekanntmachung. .

Bei der Staatsschulden⸗Tilgungs⸗Kasse wird seit dem Jahre 1822 ein Civil⸗Pensions⸗Ruͤckstand des verstorbenen Masors von Marconnay von 325 Rthlr. Staats⸗Schuld⸗ scheinen nebst Zinsen vom 1. Juli 1818, und 12 Rthlr. 15 Sgr. haar, asservirt. -Da sich dessen Erben seither 24 Erhebung dieser Forderung nicht gemeldet haben, deren Aufenthalt auch nicht u ermitteln gewesen ist, so werden dieselben hiermit aufge⸗ soebert, sich uUnter Beibringung der zu ihrer Legitimation als Erben des ꝛc. von Marconnay erforderlichen Beweisstucke bei uns Behufs der Empfangnahme dieser Forderung zu melden.

Berlin, den 26. Juni 1829. 227

8 Haupt⸗Verwaltung der Staats⸗Schulden. Rother. v. Schuͤtze. Beelitz. Deetz. v. Rochow. Angekommen: Der Katserlich Russische General⸗Ma⸗ jor I2e. von Breslau. nühh 8 1— ereist: Der Regierungs⸗Pr. t von Rohr 8 aach 8.80.860G Reg 2 1⸗

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Zeitungs⸗Nachrichten. Ausland.

Frankreich.

Deputirten⸗Kam 1 u mer. Sitzung vom 25. Juni. Nachdem der Finanz, 1 8 Mürse von äͤrtlichem LöMinister verschiedene Gesetz⸗Ent⸗

üteresse vorgelegt hatte, wurden die Berathungen uͤber das Budget des Erins 8 Ministeriums

fortgesetzt. Für die Militair⸗Ind

. eendanturen werden in der 2ten Section etwe 1 ¾ Million verlangt, auf welche Summe Hr. Boissy d'Anglas eine Ersparniß —1 77,000 Fr. bei

der Garde⸗Intendantur in Antrag brachte. Der ts rath von Salvandy, Königl. ommissair, Intendantur des 8 sey bereits von

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22 Beamten w 2 ter In⸗ sie fruͤher be auf 1 Intendanten und 6 Un⸗

utendanten redueirt worden, woraus hinlaͤnglich hervor⸗ gene⸗ be die Regierung sich der moͤglichsten aus Bigez man duͤrfe nicht vergessen, daß die Koͤnigl. Garde stas, 2 Corps bestehe, daß sie einen betraͤchtiichen General⸗ sernen; v ebleeiche Cavallerie, viele Lazarethe und Ka⸗ aiore eigenen Reglements und ihren besonderen viele Arbeit vennd daß sonach die Verwaltung derselben mnaeunrsache; der Gegenstand stehe in einem ge⸗

wenhange mit der Reorganisation der gesamm⸗ welche die Kammmet „man sich gegenwärtig beschaͤftige, und eine Reduction in billig abwarten müͤsse, bevor sie irgend unerheblichen VBendieser Hinsicht vornehme. Nach einigen Grafen v. Sesmeafungen des n Demargay, des wurde der Rebucrtonns und des Kriegs⸗Ministers verworfen. Ein Gleich Berschlag des Hrn. Boissy d'Anglas 2te Section in Antrag Beschah mit den üͤbrigen auf die Vorschlag der Commis 8 Zebrachten Ersparnissen; selbst der messer eine Summe von auf das Gehalt der Kriegs⸗Feld⸗ Unterstuͤtzung, und die 2 B,900 Fr. zu fand 8 1 rde sonach unverkuͤrzt

Berlin, Sonnabend den 4ten Juli

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bewilligt. Die 3te Section enthaͤlt 3,140,000 Fr. für das mili⸗ tairische Haus des Koͤnigs. Der Oberst v. Jacqueminot ver⸗ langte eine Herabsetzung von beinahe 1 ½ Millionen, als derjenigen Summe, welche die Gardes du Corps kosten. Der Gra Lame⸗ zan widersetzte sich dem Antrage, wogegen der General amar⸗ que demselben beitrat. Letzterer stellte einige Betrachtungen uͤber die Gardes du Corps an, uͤber deren Privilegien er klagte. „Waͤhrend,“ aͤußerte er unter Anderm, „Alles in der Armee stationnair ist, waͤhrend die Officiere von der Linie, welche die ganze Last des Dienstes tragen und in Festungen oder kleinen Staͤdten ein Pflanzenleben fuͤhren, im Frieden auf kein Avancement zu hoffen haben, ruͤcken die Gardes du Corps allmaͤhlig immer hinauf und kehren oft nach den Li⸗ nien⸗Regimentern zuruͤck, um Denen zu befehlen, deren Ser⸗ eanten und Corporale sie fruͤher waren. Dieses rasche vancement bei den Gardes du Corps ist Schuld daran, daß es gegenwaͤrtig bei denselben nicht weniger als 6 Gene⸗ ral⸗Lieutenants, 18 General⸗Majors, 26 Obersten, 144 Oberst⸗ Lieutenants, 284 Capitains, und der Himmel weiß wie viele Lieutenants slebt⸗ Man wird mir vielleicht einwen⸗ den, daß alle diese Officiere nie zu einem Commando gelangen werden. Warum aber, frage ich, befoͤrdert man sie denn? Wo ist die Nothwendigkeit, fuͤr das Heer, wie fuͤr die Kirche Dignitare in partihus zu haben? (Geläͤchter.) Warum belastet man Frankreich unnütz mit hohen Gehaͤltern und Wartegeldern? Fuüͤr jenes Corps privilegirter Officlere zahlt der Staat oder die Civil-Liste jährlich uͤber 6 Millio⸗ nen Fr., nnd fuͤr dieses Geld wuͤrde Frankreich 7 vollstän⸗ dige schoͤne Cavallerie⸗Regimenter errichten koͤnnen. eder Garde du Corps kostet im Durchschnitt jaͤhrlich 5See Mein Wunsch ware demnach, daß man sowohl durch Aussterbungen als durch eine schnellere Versetzung in die Linien⸗Regimenter allmaͤhlig ein Corps eingehen ließe, das mit unserm gesellschaftlichen Zustande nicht mehr im Ein⸗ klange steht, und das fuͤr das Heer, wie fuͤr die Finanzen des Staats, in gleichem Maaße lͤstig ist.“ Auch die Garden wollte der Redner vermindert wissen; er erinnerte daran, daß im Jahre 1804, wo das Heer aus 498,000 Mann bestand, die Garde nur 3,454 im Dienste ergraute Infanteristen, 1762 Veliten, 1948 Cavalleristen und 581 Elite⸗Gensdarmen gezaͤhlt, und mit Einschluß des Generalstabes des Pallastes, der 8 Adjutanten des Kaisers, des besonderen Stabes der Garde, der Artillerie, der Mame⸗ lucken und der Lazarethe noch nicht die Haͤlfte der Summe gekostet habe, welche jetzt auf die Garde verwendet werde. amals habe die Garde aber auch noch nicht den ö0sten Theil der Armee ausgemacht, wogegen sie jetzt den 7ten Theil bilde. Nach einigen Gegenbemerkungen des Kriegs⸗Mi⸗ nisters, und nachdem auch noch Hr. Mauguin seine Mei⸗ nung uͤber den Gegenstand abgegeben hatte, wurde der obgedachte Reductions⸗Vorschlag des Hrn. von Jacqueminot verwor⸗ fen, und die 3te Section unverkuͤrzt bewilligt. In der 4ten Section werden 15,849,000 Fr. füͤr die Gensdarmerie verlangt. Der Oberst von Laidet irug auf die Absetzung einer Summe von 4372 Fr. fuͤr den Feldprediger der Eliten⸗Gensdarmerie an, so wie er denn uͤberhaupt die Abschaffung saͤmmtlicher Feldprediger begehrte, da die Pfarrer und deren Stellvertre⸗ ter in den Sraͤdten, wo sich eine Garnison befindet, zur Ver⸗ richtung des Gottesdienstes hinreichend waͤren. Der Mar⸗ quls von Pina widersetzte sich diesem Antrage. Es sey nicht immer moͤglich, bemerkte er, daß die Pfarrer den Sol⸗ daten ihren geistlichen Biistand liehen; oft haͤtten sie nicht Zeit dazun; auch koͤnnten sie den Truppen nicht auf das

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Schlachtfeld folgen, und es lohne sich daher, um einer elen,.

den Summe von einigen Tausend Franken willen nicht, daß man den Soldaten mehr oder weniger des Beistandes der Kirche

beraube. Der Kriegs⸗Minister bemerkte, die Feldpredi-

ger seyen schon deshalb den verschiedenen Truppen⸗ Corps