8 Fonds hielten sich begehrt.
stsschen Anlehen zu Amsterdam ward von sschaͤftsleuten meist unbeachtet gelassen,
wenn sich bestaͤtigt,
dem zwar einige wenige der feinsten mit 26
neuer Pommerscher 296 Fl., 118pfuͤnd. Preußischer Roggen 154 Fl., 118pfuͤnd. Rigaer 150 Fl., 117 pfg̃nd. neuer Mech lenburger 143 Fl. Ruͤboͤl war Anfangs angenehm, ging spaͤter aber niedriger, und blieb pr. ord. 54 Fl., pr. Mai 50 ½.50.49 ⅞ Fl., Sept., Oct., Rov., Dec. 53 ¼. 54. 54 ⅞. 53 ¾ à ½ Fl. Leinöl 45 Fl. Hanföl 51 Fl.
Colonial⸗Waaren blieben flau und ohne erhebliche Ver⸗ änderung.
Deutschland.
Dresden, 5. Juli. Se. Köͤnigl. Maj. haben geruhet, das erledigte Ordinariat bei der Universitaͤt und Juristen⸗ Facultät zu Leipzig, nebst der damit verknuͤpften ersten Stelle unter den Doctoren im Ober⸗Hofgerichte und der ersten ju⸗ ristischen Professur, dem zeitherigen Beisitzer der gedachten Facultaͤt, Dr. Karl Friedrich Guͤnther, zu uͤbertragen.
Der diesjaͤhrige hiesige Wollmarkt stand in Ruͤcksicht der Menge der anhergebrachten Wollen eben so, wie es auch auf andern auswaͤrtigen Wollmaͤrkten der Fall gewesen ist, gegen den vorjaͤhrigen zuruͤck, indem der Gesammt⸗Betrag der zum Verkauf ausgestellten Wollen nicht uüber 21,500 Stein zu rechnen ist. Die Ursache hiervon liegt theils in der Verrin⸗ gerung des Bestandes der Heerden, besonders im benachbar⸗ ten Auslande, theils in der dem Wollmarkte vorhergegange⸗ nen unguͤnstigen Witterung, welche an mehreren Orten die Schafschur verzoͤgert hat, so daß manche Woll⸗Producenten den Markt gar nicht haben besuchen koͤnnen. Der Absatz vorhandener Wollen dagegen war verhaͤltnißmäaͤßig bedeuten⸗ der als im vergangenen Jahre, indem nicht mehr als 1657 Stein unverkauft wieder auspassirt sind. Diese letztern be⸗ standen hauptsaͤchlich in den feinern Wollen, welche die Ei⸗ genthuͤmer nicht fuͤr zu geringe Preise ablassen wollten, in⸗ - 8 Rthlr. bezahlt wurden, die Nachfrage nach den feinern Wollen uͤberhaupt aber nicht so stark war, auch deshalb das Gebot der Kauf⸗ lustigen auf dieselben gewoͤhnlich nicht uͤber 18 bis 20 Rthlr. anstieg, und sonach um 3 bis 5 Rthlr. geringer war als im Jahre. Groͤßeren Absatz fanden diesmal die Wollen mittler und geringerer Guͤte, welche im Vergleiche mit den vorsaͤhrigen Preisen im Durchschnitte nur um 1 bis 13 Rthlr. niedriger verkauft worden sind.
Karlsruhe, 2. Juli. Ihre Koͤnigl. Hoheit die Mark⸗ graͤfin Amalie ist heute, nach der Mittagstafel, mit Höchst⸗ Ihrem Hofstaate von hier nach der Sommer⸗Residenz in Bruchsal abgereist.
Frankfurt a. M., 5. Juli. Im Staatseffecten⸗Han⸗ del war es im Laufe der letzten Woche ziemlich lebhaft. Die uns von auswaͤrts zugekommenen Course waren theils un⸗ veraͤndert oder wenig weichend, wie die Wiener und Amster⸗ damer, theils steigend wie die der Franzoͤsischen Rente. Bei uns zogen die Oesterreichischen Fonds etwas an. Zwar blieb es am Tage vor dem Monats⸗Schluß im Boͤrsen⸗Verkehr auffallend still, und der Umsatz war um so geringer, als die Spekulanten auf's Steigen, wie ihre Gegner, mit den An⸗ stalten zur Liquidation beschaͤftigt waren, und sich behutsam uruͤckhielten. Am 30. Juni sielen die Resultate der Ultimo⸗ — befriedigender aus, als man erwarten konnte. Bei⸗ nahe alle Kaͤufe wurden pr. comptant geschlossen, und blieben die beiden, vornehmlich den Geschaͤfts⸗Verkehr belebenden Papier⸗ Sorten — Metalliques und Bank⸗Actien — in willigem Begehr. Anfangs merkte man wohl einige Besorgniß, der sich auf 4 ½ pCt. haltende Disconto moͤchte einen Urberfluß effectiver Stuͤcke an die Boͤrse bringen; allein es kam damit anders, als die Haussiers befuͤrchteten, die Baissiers hofften. Als gegen Ende der Boͤrse die Kuͤndigungen erfolgten, ergab sich naͤmlich, daß die Effecten etwas rar waren, so daß in Folge mehrerer ansehnlichen Ankaͤufe, welche darin gemacht wurden, die Course sich merklich besser stellten. Auch die ersten Tage des Mo⸗ nats Juli waren dem Geschaͤft ziemlich guͤnstig, und alle 9 Man darf diese Erscheinung noch in den starken Versendungen begruͤndet erachten, welche seit mehreren Wochen nach Wien gemacht worden sind, in⸗ dem sich dadurch die Vorraͤthe, besonders an Metalliques, sehr gemindert haben. Die Nachricht von dem neuen Rus⸗ unseren Haupt⸗Ge⸗ und äußerte daher Dage⸗
auch keine nachtheilige Wirkung auf unsere Course.
gen werden ohne Zweifel die Effecten noch hoͤher gehen, was gestern, als von Paris gemel⸗ Bank ihren Dis⸗ In allen Oesterreichi⸗ Metalliques und Bank,⸗Actien, ging im Laufe der Woche Course etwas steigend und
det, bekannt wurde, daß naͤmlich die conto von 4 auf 3 pCt. herabsetzen will. uͤbrigen Staatspapieren, als den obengenannten schen wenig um; doch hielten sich die
namentlich waren Preußische Staats Schuldscheine fortwaͤh⸗ rend angenehm. Im Wechselhandel herrschte Flauheit; Am⸗ sterdam, Hamburg, Paris aller Sichten waren aus eboten; dagegen zeigte sich Gesuch fuͤr Leipzig und Berlin 6 S. so wie fuͤr Bremen 2 Monatpapier.
Oesterreich.
Die Allgemeine Zeitung berichtet aus Wien vom
28. Juni: „Ueber das Befinden unsers verehrten Kronprin⸗ bnn dessen Gesundheits⸗Zustand im Laufe dieses Monats esorgnisse erregt hatte, lauten die Berichte aus Baden, wohin Sich Se. Kaiserliche Hoheit von Laxenburg begeben — befriedigend. Se. Kaiserliche Hoheit sind, bei der eit acht Tagen eingetretenen sehr schoͤnen und warmen Wit⸗ terung, oͤfters auf den dortigen Spaziergaͤngen erschienen. — Der vorgestern Abends hier angekommene Adjutant des Rus⸗ sischen Ober⸗Befehlshabers, Baron Budberg, welcher das Haupt⸗Quartier Madara am 14ten d. M. verlassen hatte, hat eine umstaͤndliche Relation uͤber die Schlacht bei Ku⸗ lewtscha am 11. Juni und die derselben vorangegangenen und gefolgten Ereignisse mitgebracht. Seit der Ankunft die⸗ ses Officiers verbreitet sich hier das Geruͤcht, Graf Diebitsch habe nach der Schlacht, und nachdem der Groß⸗Wesir bereits wieder in Schumla angekommen war, Hrn. Fonton als Par⸗ lamentair nach Schumla geschickt, umnm dem Tuͤrkischen Feld⸗ herrn Waffenstillstands, oder wie einige behaupten, Friedens⸗ Vorschlaͤge zu machen *). 883
Spanien. v.
Pariser Blaͤtter melden aus Madrid vom 22. Juni: „Das Resultat der Sitzung der Franzoͤsischen Deputirten⸗ Kammer vom 13ten d. M., in welcher die Poissonsche Bitt⸗ schrift in Betreff der Spanischen Rente zur Sprache kam, hat hier großes Aufsehen gemacht. Die Minister sind uͤber die zu treffenden Maaßregeln nicht einig; der Finanz⸗Minister, Herr Ballesteros, ist willens, das, schon im vorigen Jahre von dem verstorbenen Direktor der Tilgungs⸗Kasse, Goicor⸗ roeta, vorgeschlagene Mittel anzuwenden, naͤmlich die halb⸗ jäͤhrigen Zinsen von den Renten nur in Madrid zu zahlen, um die Masse der Spanischen Effekten an der Pariser Boͤrse
zu vermindern; die Regierung ist durch eine Bestimmung des
Anleihe⸗Vertrags zu diesem Schritte berechtigt. In ver⸗ schiedenen Zweigen des Staatsdienstes macht sich die finan⸗ zielle Verlegenheit füͤhlbar, da die besten Staats⸗Einnahmen
auf Jahre verpfaͤndet sind.“ Bü ni1 PFrtng.““
Pariser Blaͤtter melden unter Lissabon vom 17. Juni die Tages zuvor erfolgte Abfahrt des dritten Expedi⸗ tions⸗Geschwaders nach Terceira; dasselbe besteht aus den beiden Fregatten „Diana“ und „Amazone“ von 52 und 44 Kanonen, 2 Corvetten, 3 Briggs und 7 kleinern Fahrzeugen, im Ganzen also aus 14 Schiffen, an deren Bord sich eine Abtheilung Ingenieur⸗Truppen, zwei Bataillone Jaͤger, zwei Bataillone Linien⸗Infanterie und ein Artillerie⸗Park befin⸗ den. Dom Miguel hat seine ganze Seemacht aufgeboten, um Terceira zu unterwerfen. Vor der Jusel liegen bereits das Linienschiff „Joao VI.“ von 74 Kanonen, die Fregatte „Perola“ von 44 und die Brigg „Providencia““ von 18 Kanonen; diese Fabrzeuge setzten zu Anfang des Monat
Nai auf der Insel San Miguel 3 Bataillone ans Land, mit denen sich die auf dem letzten Geschwader befindlichen Truppen vereinigen werden: Die Constitutionellen auf Ter⸗ ceira ruͤsten sich ihrerseits zu einem hartnaͤckigen Wider⸗ stande. — Die Hofzeitung fordert die in Lissabon befind⸗ lichen Commandeure und Ritter der militairischen Orden auf, der Feier des Frohnleichnamsfestes in dem Dominikaner⸗Klo⸗ ster beizuwohnen; im entgegengesetzten Falle wuͤrden die Com⸗ mandeure das zweijährige Einkommen ihrer Commanderien verlieren, und die Ritter in eine Geldstrafe von 80 Krusa⸗ den verfallen.“ rrat n
Tuͤrkei.
Der Nuͤrnberger Correspondent enthaͤlt Folgen⸗ des aus Krajova, 18. Juni: „Nach der Besitznahme von Rachova sind die Russen nach Lomt (4 Meilen von Widdin) gedrungen, und haben dort einen Courier aufgefangen, wel⸗ cher gegen 400,000 Piaster an Baarschaften und Effecten nach Widdin bringen sollte. Rachova wird von den Rus⸗ sen in aller Eile befestigt.“
*) ‚Andere Reisende versichern, daß kurz nach der Schlacht vom i1ten Tuͤrkische Unterbaͤndler im Hanpt⸗Quartier des Ge⸗ neral Diebitsch angekommen waren.