— ggehoͤrten.
lesung uͤber die Literatur des achtzehnten Jahrhunderts, un⸗ ter dem lebhaftesten Beifalle des Auditoriums, einige Stellen aus „Moses“, der neuesten Tragoͤdie des Vicomte von Cha⸗ teaubriand, vor. W1—
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Großbritanien und Irland. 1
London, 4. Juli. Die Herzogin von Clarence, der Herzog und die Herzogin Bernhard von Sachsen⸗Weimar beehrten vorgestern Abend im Opernhause die große Vorstel⸗ lung, die zum Benesiz des Herrn Laurent, des Unternehmers der Italiaͤnischen Oper aus Paris, statt fand.
Ganz unerwartet erschien gestern der Herzog von Wel⸗ lington bei der in der letzten Zeit so viel besprochenen Lon⸗ don⸗Bruͤcke, und besichtigte den Plan zu den vorgeschlagenen neuen Zugaͤngen derselben. Wiewohl er allein und zu Fuß ankam, erkannte ihn doch das ihn umringende Volk, welches seine Freude daruͤber aussprach, daß Se. Gnaden an der Bau⸗Angelegenheit ein so thaͤtiges Interesse nehme.
An demselben Tage hielt der Londoner Gemeinde⸗Rath uͤber diese Bau⸗Angelegenheit, und zwar zum Erstenmale, eine oͤffentliche Sitzung. Unzaͤhlige Menschen waren 9722 estroͤmt, weil man schon vorher wissen wollte, daß die edlen Lords, welche sich im Oberhause der auf die Bruͤcke 35 haben⸗ den Bill widersetzt hatten, in der heutigen Debatte scharf mit⸗ genommen werden duͤrften. Wirklich geschah dies auch; Hr. Jones, der Vorsitzer des Ausschusses, stattete zunaͤchst der Versammlung seinen Gluͤckwunsch deshalb ab, daß die Bill mit Huͤlfe des Herzogs von Wellington, ungeachtet einer der verwerflichsten Oppositionen, die jemals gegen eine ach tbare Corporation stattgefunden habe, durchgegangen sey. Er fuͤgte hinzu, daß er sich uͤber diese Opposition um so mehr habe wundern muͤssen, als einer der edlen Lords (Londonderry) ihm, dem Vorsitzer des Ausschusses, fuͤr gewisse Indulgenzen persoͤnlich verpflichtet sey. — Alderman Wood sagte, die ganze Opposition habe man nur zweien Lords zu verdanken gehabt, die so gern im Steinkohlen⸗Handel ein Monopol haben moͤchten. Früͤher habe sich das Einkommen, das jeder dieser beiden Lords von seinen Kohlen⸗Gruhben bezoͤge, jährlich auf 30,000 Pfd. belaufen; seitdem haͤtten sie es durchgesetzt, daß die Kohlen⸗-Zoͤlle zum Theil abgeschafft wurden, aber den armen Consumenten sey, dies nicht etwa zu gut gekommen, son⸗ dern lediglich den Lords, die nun jährlich 60,000 Pfd. Jeder gewoͤnnen, und aus Furcht daruüͤber, daß sie durch den, zur Bestreitung des Bruͤcken⸗Banues, wofuͤr bereits 350,000 Pfd. verwandt worden seyen, vorgeschlagenen Zoll etwas zu kurz kommen koͤnnten, der ganzen Maaßregel auf jede moͤgliche Weise sich widersetzten. In gleicher Art sprachen sich auch noch zwei andere Mitglieder des Gemeinde⸗ Rathes, Alderman Waithman und Herr Tickner, aus, wor⸗ auf die Versammlung beschloß, ihrem fruͤher bereits zu diesem Zwecke ernannten Ausschusse die fernere Leitung der Anggele⸗ genheit zu uͤbertragen. — 2
General Miller, einer von denjenigen, die am meisten zur Erkaͤmpfung der Suͤd⸗Amcrikanischen Unabhängigkeit bei⸗ getragen haben, und der sich in der letzten Zeit in seinem Vaterlande Kent aufhielt, hat sich vor einigen Tagen einge⸗ scchifft, um sich wieder nach dem suͤdlichen Theile der neuen Welt zu begeben.
Niederlande.
Brüssel, 5. Juli. Se. M. der Koͤnig werden Sich in der Mitte d. M. nach dem Haag begeben.
JJ. MM. der Koͤnig und die Köͤnigin nebst J. K. H. der Prinzessin Martanne beehrten gestern die siebzehnte Vorstellung der „Stummen von Portici“ mit Höchstihrer Gegenwart.
Neulich sogen Fischer in der Bay von Hondequoits mit dem Netze einen hermetisch verschlossenen Krug ans Land, in welchem sich unter mehreren mit Theer bestrichenen Tuͤ⸗ (chern ein beschriebenes Pergamentstuͤck befand; dasselbe ent⸗ hielt in Franzöͤsischer Sprache einen detaillirten Bericht uͤber eine Abtheilung von Franzosen und Indianern, die zu
eeiner von La Morton im J. 1654 befehligten Expedition
von Montréal nach dem Fort Frontenac (jetzt Niagara)
Danemark.
. Kopenhagen, 4. Juli. Seine Majestaͤt der Koͤnig sind in Begleitung des Prinzen Frederik und Hoͤchstdessen
Gemahlin heute Morgen um 11 Uhr, von der Insel Moen kbommend, mit dem Dampfschiffe „Kiel“ im erwünschtesten Wohlseyn hier eingetrossen.
8 Am Sten d. wird sich der Hof, dem Vernehmen nach nach der Seeee. dem Lustschlosse Frederiksberg,
Durchl. 88
ilhelmine Friederike, mit Tode
Heute ist leider die juͤngste Tochter Sr. Herzogs von Augustenburg, abgegangen.
Das Dampfschiff „Caledonia“ kam vorigen Sonntag (am 28sten v. M.) von Malmd mit beinahe 300 Schweden
an; unter diesen auch Schwedens großer Dichter, der
Bischof Tegnér, der neulich unseren Oehlenschlaͤger, als dieser bei einer Magister⸗Promotion in Lund anwesend war, mit dem Lorbeer feierlich bekraͤnzte. Nach vorgaͤngiger Ein⸗ ladung versammelten sich die Schwoden Abends 7 Uhr in Bellevue, wo sich eine große Anzahl Daͤnen eingestellt hatte, um die gastfreundliche Aufnahme zu erwiedern, die so vielen unserer Landsleute, besonders in den beiden letzten Jahren, von unseren Schwedischen Nachbaren zu Theil geworden ist. Das Zusammentreffen der beiden groͤßten Dichter des Nor⸗ dens auf Daͤnischem Grund und Boden trug besonders zur Verherrlichung des angeordneten Festes bei. Selbst von der nicht zum Feste gehoͤrigen, sehr zahlreichen Versammlung wurde der Bischof auf einem Spaziergange, den er durch den Thiergarten machte, wiederholt mit den lautesten Freu⸗ dens⸗Bezeugungen begruͤßt. Gegen 10 Uhr kehrte das Dampf⸗ schiff mit den fremden Gaͤsten nach Malmoö zuruͤck.
Der Professor, Ritter R. Nyerup, Bibliothekar der Universitaͤts, Bibliothek, ein fleißiger, allgemein geachteter Gelehrter, ist am 28sten v. M., 71 Jahr alt, mit Tode ab⸗ gegangen. Er wurde am 2ten d. M. mit sehr großem Ge⸗ folge feierlich beerdigt. Gegen 200 Studenten hatten sich vereinigt, um die Leiche abwechselnd zu Grabe zu tragen.
Der K. Niederländische Geschaͤftstraͤger am K. Schwe⸗
dischen Hofe, Graf v. Hemricourt, ist mit dem Kieler Dampf⸗ 1
schiffe am 26. v. M. hieselbst eingetroffen. Ueber den schlechten Ausfall der diesjaͤhrigen Herings⸗ Fischerei im Liimfjord wird sehr geklagt. Waͤhrend im vo⸗
rigen Jahre vom 1. April bis zum 14. Juni 1001 Last 10
Tonnen Heringe ausgefuͤhrt wurden, beträgt die Ausfuhr
in diesem Jahre waͤhrend derselben Zeit 461 Last 7 ½ Ton⸗
nen; außerdem hatte man im vorigen Jahre am 15. Juni noch bedeutende Vorraͤthe, waͤhrend jetzt fast gar keine Lager⸗ Vorraͤthe vorhanden sind.
Deutschland.
Munchen, 5. Juli. Die Regierung des Rezatkreises beabsichtigt die Verbesserung der in Fuͤrth bestehenden Tal⸗ mudschule, welche in 2 Klassen fuͤr die kuͤnftigen Religions⸗ Lehrer und fuͤr die Rabbiner bestehen wird. Der fuͤr diese Anstalt entworfene Schulplan ist von dem Innern bestaͤtigt worden. Sie erfordert einen Aufwand von 3500 Gulden, wovon die Lokalmittel hoͤchstens 1000 liefern.
Zur Deckung des Uebrigen wird eine Umlage auf die israe⸗
litischen Gemeinden im Reiche angeordnet, und es soll eine Subscription zu jaͤhrlichen freiwilligen Beitraͤgen von Israe⸗ titen eroͤffnet werden. 1
Kassel, 6. Juli. Der Verkehr auf dem diesjährigen Wollmarkt war im Vergleich mit dem vorjaͤhrigen ziemlich lebhaft; die aufgestellten Wolle⸗Vorraͤthe haben das im vori⸗ gen Jahre eingebrachte Auantum um 2537 Stein uͤberstie⸗ gen, und es sind von allen Vorraͤthen uͤberhaupt mehr nicht als 736 Stein unverkauft geblieben. In den gemachten Prei⸗ sen wurde, was die feinere Wolle betrifft, ein Heruntergehen von zwei bis fuͤnf pCt. bemerkt, obwohl auch einzelne Par⸗ thieen zu den vorjaͤhrigen Preisen verkauft worden sind; da⸗ gegen ader stellte sich der Preis fuͤr Mittelwolle im Allge⸗ meinen um 5 bis 8 pCt. und fuͤr geringere Wollen fast durch⸗ gäͤngig gegen 5 bis 10 pCt. hoͤher, als im verwichenen Jahre.
.2793, 4. Juli. Seit dem Anfang nates haben die Bauarbeiten in der hiesigen St. Johannis⸗ kirche, zur Herstellung derselben fuͤr den evangelischen Got⸗ tesdienst, begonnen, und werden nun eifrigst fortgesetzt. Da die Kosten zur anstaͤndigen Einrichtung dieses alten Gebaͤu⸗ des, welches mehr als 30 J tend sind, solche aber groͤßtentheils von der Gemeinde, und da diese aus eigenen Mitteln es nicht vermag, durch milde Beitraͤge, welche hier und auswaͤrts dermalen gesammelt wer⸗ den, aufgebracht werden muͤssen: so wurden die Herzen der hiesigen evangelischen Glaubensgenossen zur dankbarsten Freu⸗ de geruͤhrt, als sich dieser Tage die Nachricht verbreitete und bestaͤtigte, daß Seine Mazestae der Koͤnig von Preußen zum Bchaß des Ausbaues der gedachten Kirche eine Summe von
drei tausend Thalern allerhuldreichst zu schenken geruhet habe.
Frankfurt a. M., 6. Juli. Ihre Koͤnigliche Hohei⸗ ten der Großherzog und die Großherzogin von. Mecksen⸗ burg⸗Strelitz haben gestern Rumpenheim verlassen, um Ihre Reise nach der Schweiz fortzusetzen.
ist
Ihre Kaiserliche Hoheit die Prinzessin von Oranten
gestern nach Weir
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durchgereist.
Ministerium des
des vorigen Mo⸗
ahre leer gestanden, sehr bedeu⸗
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