1829 / 195 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

gestellt, doch hoffte man, daß ihre Verlegenheit nur tempo⸗ rair seyn werde. 1 Der heutig Courier sagt: „Demois. Sontag steht so hoch in der Ausbildung, daß keine Saͤngerin sich mehr mit ihr messen kann, wenn man zuvor Madame Malibran die Palme gereicht hat.“ Am Donnerstag Abend hat Herr Green seine 71ste Luftfahrt in Begleitung einer jungen Dame gehalten. Letztere hat dem Courier uͤber die Reise eine Be⸗ schreibung zugesandt. 10. Juli. Der Herzog von Cumberland stat⸗ tete gestern Sr. Majestaͤt dem Koͤnige einen Besuch in Windsor ab, und da die Abreise Sr. Koͤnigl. Hoheit nach Berlin taͤglich erwartet wird, so hat der Herzog, wie man vernimmt, von Sr. Maj. Abschied genommen. Vorher hatte Se. Koͤnigl. Hoheit das dritte Regiment der Garde zu Fuß in Hyde⸗Park inspicirt. des deneehens unbestaͤndigen Wetters haben die gewoͤhnlichen Wasserfahrten, die Se. Maj. sonst zu ma⸗ chen pflegen, in diesem Jahre noch nicht begonnen; dagegen machen Maj. zuweilen Exeursionen in Ihrem einfachen Phaeton, den Hewzönich einige Reiter Nach Briefen aus Honduras, vom 5. Mai, ist die Stadt Guatimala am 12. April von den San⸗Salvadoria⸗ n worden. nern Fürsdie Brafilianische Anleihe, ist wie man vernimmt, die Dividende fuͤr das Jahr 1831 in der Bank von Eng⸗ land bereits deponirt worden. Demunerachtet scheint man zu diesen Obligationen kein rechtes Vertrauen zu gewinnen. „Zu ganz besonderer Freude“, liest man im Courier, gereicht es uns, zu vernehmen, daß die amabilissima Son⸗ tag binnen Kurzem ein Conzert geben wird, dessen Ertrag sie ihren Landsleuten, den durch Wassersnoth verungluͤckten Schlesiern, widmen will. Wir zollen der Demois. Sontag unsern hoͤchsten Preis fuͤr ein so edles Unternehmen und ge⸗ ben ihr die Versicherung, daß, so viele Bewunderung auch ihre Talente erregen, sie doch den Englaͤndern dann i r am achtungswerthesten erscheint, wenn sie damit beschsftst ist, wohlzuthun und das Leiden des Armen zu lindern.“

Niederlande.

Bruͤssel, 10. Inli. Die von Sr. Maäjestaͤt dem Koͤ⸗ nige fuͤr Abfassung eines Gesetz⸗Entwurfes uͤber den oͤffent⸗ lichen Unterricht ernannte Commisston besteht aus folgenden Mitgliedern; dem Staats⸗Minister Membroͤde als Praͤsiden⸗ ten, den Mitgliedern des Staatsraths: van Pabst tot Bin⸗ gerden, Baron von Keverberg de Kessel, van Toͤrs, Mete⸗

2 p und Dotrenge, dem Administrator fuͤr den oͤffentli⸗ Len uterricht, die schoͤnen Kuͤnste und Wissenschaften im des Janern, van Ewyck, und dem Referendar er 1— im Staats⸗Rath, Macpherson, als Secretair. 8 Fi is entor Catholique zufolge sind die neuen Wah⸗ 1 Kammer der Generalstaaten in West⸗Flan⸗ e Weise ausgefallen: Die Herren Verrane⸗

des eha. n Langhe sind wieder erwaͤhlt, und der Praͤsident Stelle d Gerichtshofes in Bruͤgge, Herr Sandelin, an die

8 es Herrn von Meulenaͤre erwählt worden. 82 er Pair von Frankreich, Graf von Choiseul, ist aus den noͤrdlichen Provinzen der Niederlande hier eingetroffen.

Deutschland.

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Wuͤrzburg, 8. Juli. Der Postbote aus Franken shthalt Folgendes; „Waͤhrend um das Denkmal aller Deut⸗

9 if dem Schlachtfelde bei Leipzig so lange gestritten ist, bis Nichts herauskam, ist der Voͤlkerschlacht laͤngst den Vvar ganz still bei Salzburg ein Denkmal errichtet wor⸗ 12 Funß asselbe ist eine aus Ziegelsteinen aufgefuͤhrte, etwa cher Febebe Siule mit einer Nische, um welche in Deut⸗ Dankes urschrift geschrieben steht: „Denkmal Deutschen 3 Deutschlands Auferstehung 1813 1814.“ Man

urg fuͤr 8.2 fürstliches hohes Herz, das laͤnger in ses Dentmlal 8.78.Deutsche Sache schlug, und empfand, die⸗ Alus 288 8* errichten lassen.“ 2 man: „Heute in (im Unter⸗Mainkreis), 5. Juli, schreibt Ereigniß statt fand hier ein unerwartetes mereorologisches aus dem West⸗ Gegen die dritte Nachmittags⸗Stunde kam Auf einmal regenschwangere Wolke herangezogen. desselten nat erhob sich ein orkanartiger Wind. Der Gewalt ben rszens Blitesschnelle weichend, war die nun Verder⸗ the, und nie olke in wenigen Sekunden in unserm Zeni⸗ mäͤchtig —— sich in Wassersaͤulen und Kieseln, die der wieder em egen kaͤmpfende Wind jedoch mit aller Macht Wolkenb vorzuheben und zu zerstreuen suchte, aͤhnlich einem olken ruche, zu entladen. Durch die kleinsten der Fenster rann das Wasser, und die Wern schwoll ziemlich

friedlichste Gestalt, die sie seit 8 Tagen nicht hatte, annahm,

haben hier allgemeine Freude verbreitet, und unsre Hoffnun⸗

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an. Die Wirkung des Windes war es, der wir die gluͤck⸗ liche Aufloͤsung dieses Meteors verdanken. Das Barometer behielt seinen Stand (27⁄ 4, 35% bei 10⸗ Reaum.) und der Wäͤrmemesser zeigte, nachdem die eben tobende Natur die

in der Sonne bei fast wolkenlosem Himmel nur 168 Reaum.“ Aus Schweinfurt wird unterm 7. Juli gemeldet: „Mit dem vor wenigen Tagen beendigten Wollmarkte war man im Durchschnitte ziemlich zufrieden. Fast alle zu Markt gebrachten Vorraͤthe, beilaͤufig 250 Centner, sind um die vor⸗ jaͤhrigen Preise zu 50 bis 75 Fl. pro Ct. verkauft worden, waͤhrend auf andern auslaͤndischen Maͤrkten die Wollpreise dies Jahr uͤberall niedriger als im vorigen waren. Außer einigen Saͤchsischen und Voigtlaͤndischen Kaͤufern fanden sich blos einheimische ein.“ Bruchsal, 7. Juli. Gestern Abend trafen Ihre Ma⸗ jestaͤt die verwittwete Koͤnigin von Baltern nebst Ihrer K. K. der Prinzessin Marie, zum Besuche bei J. K. H. der Frau Markgraͤfin Amalie, von Muͤnchen hier ein. Im Ge⸗ folge Hoͤchstderselben befinden sich die Schluͤsseldame Graͤfin Lodron, die Hofdame Graͤfin Rothenhan, der Kammerherr Graf Yrsch und der Leibarzt Dr. Graf. 8 ““ Moldau und Wallachceit. Die Allgemeine Zeitung enthäͤlt folgende Schrei⸗ ben: „Jassy, 17. Juni. Die Nachrichten von den Sie⸗ gen der Russischen Truppen auf der rechten Donau⸗Seite gen auf eine baldige Beendigung des Kriegs neu belebt. Denn die Festung Schumla, welche noch vor einigen Wochen fuͤr uneinnehmbar galt, wird vielleicht nach der Niederlage des Groß ⸗Wesirs keinen langen Widerstand leisten, in sofern General Diebitsch die Absicht, hat sie anzugreifen, indem ihre Garnison jetzt nur aus 4000 Arnauten bestehen, und der waffenfaͤhigen Einwohner nicht mehr als 5000 seyn sollen. Man ist also hier in gespannter Erwartung hinsichtlich der weitern Operationen der Russischen Armee, deren Angriffe auf die Festungen Silistria und Rustschuk nunmehr gleich⸗ falls weniger Hindernissen unterworfen sind, und schmeichelt sich nach dem Falle von Schumla, der in Konstantinopel den groͤßten Eindruck machen muͤßte, den Frieden unterzeichnet zu sehen. Ja man spricht schon von einem Congresse, wel⸗ cher sodann stattfinden wuͤrde, um die freundschaftlichen Ver⸗ häͤltnisse der großen Hoͤfe wieder zu befestigen, und Europa einen dauerhaften Ruhestand zu sichern. Die Forderungen Rußlands an die Pforte sollen keinesweges uͤbertrieben seyn, 8 und weniger in einer von der letztern zu leistenden Schad⸗ 8 loshaltung bestehen, als auf der Basis des Vertrags von Akerman die groͤßtmoͤgliche Erleichterung und Sicherung des Russischen Handels auf dem Schwarzen Meere 7— Freilich wuͤrden wohl die von den Russen in Asien esetzten Tuͤrkischen Festungen und Haͤfen am Schwarzen Meere nicht zuruͤckgegeben werden. Die Fuͤrstenthuͤmer hingegen wuͤrden blos, wie man hier hofft, mehr Selbstständigkeit durch den Friedensschluß erhalten. Der Kaiser hat, wie allgemein ver⸗ lautet, sich bestimmt ausgesprochen, daß Rußland keine Ge⸗ biets⸗Vergroͤßerung in Europa verlange, und daß er Alles zu vermeiden wuͤnsche, was zu Contestationen Anlaß geben koͤnnte Doch ist wohl die ee, daß 2 Friedens⸗Unte andlungen angeknuͤpft seyen, zu voreilig. 3 5⸗ K b. vPba Die Nachricht, daß die Russen i dem jenseitigen Donau⸗Ufer bis Lomi vorgedrungen waͤ⸗ 8 FI e eral Geismar steht mit dem ren, bestaͤtigt sich nicht. Genera ar groͤßten Theile seines Corps noch in der kleinen Wallachei, und haͤlt Rachova nur duech seine Avantgarde besetzt.“

Inland.

Berlin, 15. Juli. Das Fest, welches vorgestern zur Hohen Geburtsfeier Ihrer Majestaͤt der Kaiserin von Ruß⸗ land im Neuen Palais bei Potsdam veranstaltet worden war, gehoͤrt zu den glaͤnzendsten und in seiner Art eigenthuͤmlich⸗ sten, welche bisher noch am hiesigen Allerhäͤchsten Hofe be⸗ angen worden sind. Schon Abends zuvor, so wie am fruͤ⸗ Morgen des feierlichen Tages selbst, hatte sich ein gro⸗ ßer Theil der Einwohner Berlins zu Wagen, zu Pferde und zu Fuß auf den Weg nach Potsdam gemacht, um dem Feste, in soweit dasselbe im Freien statt fand, beizuwohnen. Es gewͤͤhrte einen imposanten Anblick, den aäußern Hofraum des Neuen Palais, so wie die beiden großen Treppen des der Hauptfronte desselben gegenuͤber liegenden Gebaͤudes, mit Zuschauern uͤberfaͤet zu sehen. Das Fest selbst, welches den Namen: „Der Zauber der weißen Rose’“ faͤhrte, zerfiel