1829 / 212 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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üsik begleite

EE1 1“ ten Toͤne einer heiligen i ssich um die Ehre, seinen Gensdarmen Erfrischungen und Be⸗ sohnungen zu reichen kurz, nie veranlaßte ein Ereigniß keeine so rauschende Freude. Was Jedermann besonders

aauffiel, waren die großen Backenbaͤrte der Verbrecher; man

heatte bis jetzt keinen eignen Namen fuͤr solche Backenbaͤrte;

mman koͤnnte sie kuͤnftig Backenbaͤrte à la Capozzoli nennen.“ Von Galotti erwaͤhnt dieses Blatt nichts.

Spanien. WW —— Madrid, 14. Juli. Aus Murcia wird laut Briefen vpom 4. Juli Folgendes gemeldes: „Am 28. Juni, gegen 8 Uhr Abends, fand in San Pedro del Pinatar ein starkes Erdbeben statt. Auch sagt man, daß die Erderschuͤtterungen ssiich wiederum in Orihuela einfinden. Die durch den Regen 3 F. Pfingst Sonntage uͤberschwemmten Laͤndereien bieten eine ddoͤchst seitsame Erscheinung dar. Das Getreide, welches scchon geschnitten war, ehe die Regengase ihren Anfang nah⸗ men, wurde durch eine unglaubliche Menge Schlamm, wel⸗ Ichher nach der Ueberschwemmung zuruͤckgeblieben war, ganz be⸗ deckt und nun sieht man aus diesem Schlamm aufs Neue Getreide hervorschießen, welches in ganz kurzer Zeit Vara vHoch gewachsen ist, und aͤußerst z steht. Es ist keinem ggweifel unterworfen, daß es zur hoͤchsten Vollkommenheit 8 gelangen und bedeutend viele Köͤrner geben wird, wodurch sich die außerordentliche Fruchtbarkeit unsers Bodens aufs Meue bethaͤtigt.“

Der Marquis von Santa Cruz wird, dem Verlauten zu⸗ colge, von Sr. Majestaͤt nach Neapel gesandt werden, um die Koͤnigliche Braut uͤber Barcelona nach Madrid zu be⸗

gelleiten. Der Freihafen von Cadix nimmt zusehends an Bevoͤlke⸗ 8 rung zu, besonders siedelt sich daselbst ein sehr Theil 8 1

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ten ihn.

der fruͤher in Gibraltar ansässig gewesenen Kaufleute an. MWie bedeutend der fruͤher von Gibraltar aus in das Innere von Spanien betriebene Schleichhandel gewesen seyn mag, geeht aus einem durch Zufall bekannt gewordenen Umstande hervor, wozu das im verslossenen Jahre in Gibraltar erschienene gelbe Fieber Veranlassung gegeben hat. Da rmoͤge des Pest⸗Cordons näͤmlich es unmoͤglich wurde, von Gibraltar aus mit Spanien zu verkehren, so wurde folglich der unerlaubte Handel mit Cigarren und Taback in Blaͤttern (beides streng verbotene Artikel) gehemmt, wodurch der Ab⸗ satz der Koͤnigl. Tabacks⸗Fabrik in Sevilla dergestalt zunahm, daß waͤhrend der Monate September bis December eben so viel Cigarren und Taback verkauft wurde, als die, Fabrik sonst im Laufe von bezahlen in Spanien, selbst die von Havana kommenden, einen sehr bedeutenden Zoll, so daß man ein Pfund gute Cigarren nicht unter 6 ½ Plaster (9 ½ Rthlr. Preuß. Cour.) kauft. Fuͤr die Provinz Madrid soll ein Corps des Resguardo von zweitausend Mann eingerichtet werden, und scheinen solche außer ihrer eigentlichen Bestimmung als Zoll⸗Soldaten auch noch bestimmt zu seyn, auf den Heerstraßen zu patrouil⸗ liren, welches besonders gegenwäͤrtig um so wünschenswerther *seyn duͤrfte, da vor wenig Tagen, in einer ganz geringen Entfernung von einem der Stadt⸗Thore Madrids, am Ende eines unter der Benennung las Delicias bekannten, und täͤg⸗ (ich besuchten Spazierganges, ein ziemlich bedeutendes Schar⸗ muͤtzel zwischen einer Anzahl Straßen⸗Rzuber und mehreren wohlbewaffneten Maulthier⸗Treibern, welche Kaufmanns⸗ üter nach Madrid brachten, statt gefunden hat. Es wur⸗ den viele Flintenschuͤsse gewechselt, und einer der Raͤuber ist sschwer verwundet auf dem Kampfplatze liegen geblieben. 22* Der Direktor der Philtppinischen Handels⸗Gesellschaft, nr Sacz, ist nach Cadix gereist, um daselbst die Ankunft er, Compagnie⸗Schiffes „Santa Ana“, welches aus Ma⸗ int, und eine sehr reiche Ladung an Vord hat, abzuwarten.

v Portugal. * vm, 11. Juli. Funfzehn Officiere, unter wel⸗ g. e. a Ogerdenanfth 29 befinden, Meinungen 15 Monate im Gefäͤngniß haben, wurden am verflossenen Dienstage durch die von der Regierung zur Untersuchung und Bestrafung von der⸗ Verbrechen ernannte Commission aus Mangel an erichtlichen Beweisen fuͤr unschuldig erklärt, und sollten ent⸗ lassen werden. Nachdem aber das Urtheil publicirt worden war, erhielt die Commission von Seiten des Justiz⸗Mini⸗ 822 In Weisang. daß es der Regierung nicht seenaeee ne Officiere in Frei t sie fuͤr unschul⸗ dig erklärt 12 zu sezen, ungeachtet si Zwoͤlf Personen, unter denen sich Damen von Rang

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Man stritt

zwei zass⸗ absetzt hatte. Die Cigarren

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und Vermoͤgen befinden, haben plöͤtzlich das hie . niß verlassen, und sich am Bord e 8 298 Porto einschiffen muͤssen, um durch die dortige Commission erichtet zu werden. Man soll ihnen nicht einmal Zeit ge⸗ assen haben, sich die noͤthigen Lebensmittel zu verschaffen

Eine Fregatte, eine Corpette und eine Brigg werden ausgerüistet, um frische Truppen nach St. Michel zu senden Es scheint, daß die daselbst vorhandene See⸗ und andmacht b55 hinlaͤnglich ist, um einen Angriff gegen Terceira zu

agen.

Man spricht hier allgemein von einer Veraͤnder Ministerium, und wenn man nach der als offiziell SS teten Nachricht von der Ernennung eines neuen Polizei⸗ Intendanten urtheilen soll, so scheint es, daß die gemäßigte Parthei den Sieg davon getragen hat.

„Evs scheint unzweifelhaft, daß der Graf Villa⸗Flor mit seinem Generalstabe am 13. Juni in Terceira gelandet ist, so wie auch, daß das Linienschiff „Dom Joao Fl.“ großen Schaden durch das Feuer jener Insel erlitten hat, indem der

Se hagehes desselben sich dem Lande zu sehr genaͤhert ha⸗ een soll.

Tuͤrkei.

Nachrichten aus Konstantinopel vom 11. Juli zufolge hat Hr. Rob. Gordon am 6ten seine feierliche Audienz bei der Pforte 2 wobei er mit den groͤßten Ehren⸗Bezeu⸗ zungen empfangen wurde. Am 13ten sollte dessen Audienz dei dem Großherrn, und zwar im Lager bei Therapia, statt finden. Am 9. Jult haben die ; der beiden Botschafter mit dem Reis⸗Effendi begonnen.

Die Allgemeine Zeitung enthaͤlt folgendes Schreiben aus Semlin, 12. Juli: „Nach Briefen aus Konstantinopel soll ein Kiatib (Secretair) des Groß⸗Wesirs aus dem Lager von Schumla daselbst eingetroffen seyn, um Friedens⸗Vor⸗ schlaͤge von Seiten des Russischen Ober⸗Generals zu uͤberbrin⸗

een, und die Befehle des Sultans fuͤr den Groß⸗Wesir des⸗ balt einzuholen. General Graf Diebitsch soll nämlich dem Groß⸗Wesir angezeigt haben, daß er von seinem Souverain mit den noͤthigen Vollmachten versehen sey, um in Friedens⸗ Unterhandlungen einzugehen, sobald die Pforte sich geneigt zeigte, den Graͤueln des Krieges ein Ende zu machen. Der Groß⸗Wesir soll hierauf geantwortet haben, daß wenn die Bedingungen Rußlands zum Frieden annehmbar waͤren, er nicht zweifle, die Einwilligung des Sultans zur Einleitung der Friedens⸗Unterhandlungen zu erhalten, nur muͤßte er vor Allem die Bedingungen kennen, die von Seiten Rußlands als Basis zu einem Friedens⸗Vertrage aufgestellt werden moͤchten. Ein Russischer und ein Tuͤrkischer Commissair sollen hier⸗ auf in dem Lager bei Schumla zusammengekommen seyn, um sich uͤber die einzuleitenden Unterhandlungen zu be⸗ sprechen. Es heißt, daß von Russischer Seite der Vertrag von Akerman, und späaͤter zu bestimmende Fee gen, welche die Pforte fuͤr die Kriegskosten zu leisten haͤtte, als Grundlage zu foͤrmlichen Friedens⸗Unterhandiungen ver⸗ langt wuͤrden. Man zweifelt jedoch in Konstantinopel, daß die Pforte ohne eine genaue und vollstäͤndige Kenntniß der Bedingungen, welche der Kaiser von Rußland zur Einstel⸗ lung der Feindseligkeiten mache, Commissarien ernennen werde⸗ um üͤber den Frieden zu unterhandeln. Der Fall von Sili⸗ stria war zu Konstantinopel am 6ten d. M. bekannt/ hat aber dort keinen besondern Eindruck gemacht, da man laͤngst darauf gefaßt war. Ueberhaupt scheint es, daß 28 ihre Lage nicht fuͤr so mißlich halte, als man vermuthe 8 . und daß der Sultan darauf bedacht ist, der fe dei⸗ lichen Invasion allen moͤglichen Widerstand entgegen zu stel⸗ r wieder in das Schwarze len. er Kapudan Pascha wa alf komm d Meer ausgelaufen, um Sarsae zu Hi Sennn mmen, das von der Russtschen Escadre bedroht wird.

Nachrichten aus Griechenland.

einem Schreiben aus Korfu, vom 27. Juni (in

der 1188, befn. Zeitung) geht das Geruͤcht, daß der Vice⸗Admiral Miauli zum Praͤstdenten der neuen National⸗ Versammlung von Griechenland gewählt worden, und Tom⸗ bast demselben im Commando der „Hellas“ gefolgt ist. Athen ist noch immer in den Haͤnden der Türken, welche am 9. Juni einen Ausfall auf die unter Vasso bei St. Gio⸗ vannt gelagerten Griechen machten, aber mit Verlust von 80 Mann in Unordnung sich in den Platz zuruͤckziehen mußten. Der Courrier frangais enthält folgendes Schreiben aus Modon vom 21. Juni: „Der National⸗Congreß wird den 8. Juli eroͤffnet; die Verhandlungen werden baterasga seyn. Bekanntlich war der Proͤsident von mehreren Staͤd⸗ ten zum Deputirten gewaͤhlt worden, er fuͤhlte aber, daz eine