1829 / 223 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Prazͤmien in Geld oder in

von ihrem Geistlichen erbeten

rastlosem Eifer und gutem praktischen Blicke. Gegenwaͤrtig in Patras. 4tes Bataillon. Noch unbesetzt. ll. Cavallerie: iste Escadron. DDr. Tito, eifriger junger Piemonteser, fruͤher in Italienischen Diensten. Gegen⸗ waͤrtig in Argos. 2te Esradron. Noch unbesetzt.

III. Artillerie; Diese ist gegenwaäͤrtig in einzelnen De⸗ taschements zum Feld⸗ oder Garnison⸗Dienst vertheilt, welche Vertheilung einen besondern Arzt fuͤr dieselbe uͤberfluͤssig macht.

Das Invaliden⸗Depot zu Metana wird von einem nicht in der Linie stehenden Griechischen Arzte besorgt.“

Vereinigte Staaten von Nord⸗Amerika.

New⸗York, 8. Juli. Unser nach Paris bestimmter Gesandte, Herr Rives, befindet sich, dem Vernehmen nach, gegenwaͤrtig in Washington, er erwartet dort seine Depeschen, und gedenkt hier zu der Zeit einzutreffen, wenn das Schiff „Constellation“ im hiesigen Hasen angekommen seyn wird, um ihn und unsern nach London bestimmten Gesandten, Hrn. M. Laue, mit ihren Familien, so wie den bei der Pariser Gesandschaft angestellten Secretair Hrn. Harper, nach Frankreich zu fuͤh⸗ ren. Wie man sagt, sind beiden Gesandten keine Privat⸗ Secretaire bewilligt worden.

Im Baltimore Patriot liest man Folgendes: „Eng⸗ land wird jederzeit der gefaͤhrlichste Feind, oder der nuͤtzlichste Verbuͤndete des großen Amerikanischen Freistaats seyn, des einzigen Nebenbuhlers, der im Stande ist, es mit der Koͤ⸗ nigin des Oceans aufzunehmen. Daß es unser gefaͤhrlichster Feind ist, wird ein Jeder zugeben, und daß es in Hinsicht unsers Handels zu unsern besten Kunden gehoͤrt, beweisen die officiellen Eingaben auf das hinlaͤnglichste. Im Jahre 1821, wo sich unsere Gesammt⸗Ausfuhr auf 63 Millionen Dollars belief, sandten wir nach Großbritanien und seinen Besitzungen fuͤr 27 Millionen, und fuͤhrten von ebendaher für den Werth von 30 Millionen wieder ein. Es scheint indessen, daß es den Bewohnern der Vereinigten Staaten nicht allgemein bekannt ist, daß Großbritanien das Schicksal des vierten Theils des menschlichen Geschlechts bestimmt; daß es in Amerika an Flaͤchen⸗Inhalt eben so viel, oder viel⸗ leicht mehr besitzt, als die Vereinigten Staaten, wenn dieser auch an Fruchtbarkeit den Besitzungen der letzteren nicht gleich kommen duͤrfte; daß es in Australien Colonieen hat, und dort Anspruͤche auf einen Flaͤchenraum macht, der dem von Europa gleich kommt, und ihn an Fruchtbarkeit uͤber⸗ trifft; daß es in Indien eine Masse von 124 Mill. Menschen und ein Reich beherrscht, das schon zu Moses Zeiten, seiner Erzeugnisse wegen, beruͤhmt war. Wir sind gewohnt, Ruß⸗ land als das ausgedehnteste und China als das volkreichste der modernen Reiche zu betrachten, und doch moͤchten sc beide Meinungen bezweifeln lassen. Die Briti⸗ schen Besitzungen naͤmlich duͤrften ausgedehnter als die Russischen und volkreicher als die Chinesischen seyn, und was Industrie, Macht und Reichthum betrifft, so hat es einen unhestreitbaren Vorrang vor beiden Staaten. Canada, die Hudson's⸗Bai, Neu⸗Schottland u. s. w. sind beinahe so groß als Sibirien, fast eben so stark bevoͤlkert, und wahr⸗ scheinlich mehr geeignet, eine groͤßere Menschenzahl zu ernäͤh⸗ ren; und Ostindien zaͤhlt wenigstens eben so viel Bewohner als China.“

„Die neuesten Nachrichten von Buenos⸗Ayres,“ heißt es in einem hiesigen Blatte, „so traurig sie auch lauten, koͤnnen Niemanden unerwartet seyn, der dem Laufe der dor⸗ tigen politischen Ereignisse gefolgt ist. Schrecklich in der That ist der Preis, füͤr den dort die Freiheit erkauft werden muß; diese wird indessen dennoch zuletzt den Sieg behalten,

2 und Ersatz fuͤr alle ausgestandenen Leiden gewäͤhren.

In der letzten vierteljährigen Versammlung des hiesigen Vereins zur Aufmunterung treuer Dienstboten wurden 55 huͤbschen Octav⸗Bibeln mit golde⸗

ner Inschrift vertheilt, wobei es erfreulich zu sehen war, deaß die meisten Dienstboten, die noch keine Blbel hatten, ddiese dem Geldgeschenk vorzogen. Unter diesen waren meh⸗ rere Katholiken, von denen eine Frau die Erlaubniß dazu erhalten hatte. Die Praͤ⸗ Bibel oder 2 Dollars; im

mien sind im erst 27 8 ersten i 2ten 3 4£2 folgenden Jahre 10 D.; dabei werden Zeugnisse ausgestellt Der Verein beschäftigt sich auch mit Anstellung Ureussfladen ner Dienstboten, und hatte im Laufe des letzten Jahres von 31897 Personen, die sich dazu gemeldet harten, 1531 zu An⸗ stellungen verholfen, unter denen sich Individumn verschiede⸗ ner Amerikanischer und Europaͤischer Nationen, namentlich auch 21 Deutsche befanden. g.82

imn Iten 5 D.; im 4ren 10 D.; und in jedem

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um bien 8 eber die letzten Differenzen zwischen Columbien und Peru, die fuͤr die meisten Zeitungsleser noch etwas dunkel geblieben sind, ertheilen Englische Blaͤtter jetzt folgende Aufschluͤsse: „Waͤhrend des Krieges zwischen Columbien und Peru, der mit der Schlacht von Torqui sich endigte, wurde der Hafen Guayaquil an die Peruaner durch eine Capitula⸗ tion uͤbergeben, die allen Einwohnern, sie mochten nun fuͤr oder Columbien gesinnt gewesen seyn, Schutz fuͤr Per⸗ on und Eigenthum verlieh. Diese Capitulation sollte erst binnen 10 Tagen in Vollzug kommen, waͤhrend welcher Zeit keine Schlacht zwischen den kriegfuͤhrenden Armeen vorfallen durfte, widrigenfalls sie fuͤr null und nichtig erklart war. Eine Schlacht siel nicht vor: der Hafen wurde daher de 3 uͤbergeben. Der Sieg bei Tarqui, den späͤter di olumbier erfochten*), legte indessen den Peruanern die Nothwendigkeit auf, sich Friedens⸗Bedingungen zu unterwer⸗ fen, in deren Folge sie alle durch den Krieg sich erworbenen Vortheile wieder aufgaben. Ein Artikel lautete auch dahin, daß Guayaquil, welches auf dem Gebiete der Columbier liegt, den Letzteren wieder herausgegeben werden soll; da jedoch die Peruanische Regierung mit einer fast beispiellosen Perfidie unter nichtigen Vorwaͤnden sich weigerte, j Frie⸗

jenen dens⸗Tractat zu erfuͤllen und somit auch im Besitze von Guayaquil geblieben ist, werden die Feindseligkei⸗ ten wieder beginnen; Bolivar hat zu diesem Endzwecke Bo⸗ gota verlassen und das Commando der Columbischen Armer uͤbernommen. Oberst Pinto, der im Departement Guaya⸗ quil Peruanischer Commandant ist, begehrte vom General Illingrot, dem Befehlshaber der Columbischen Truppen in jener Gegend, einen Waffenstillstand von 45 Tagen, der je⸗ doch verweigert wurde. Der Befreier ist entschlossen, die Erfuͤllung des Tractates zu erzwingen, und ans seinem Hauptquartier in Quito hat er (wie letzthin bereits gemela⸗ det worden) unterm 1. April die Regierung aufgefordert, die Armee zu unterstuͤtzen, koste es auch, was es wolle, da ihre Subsistenz in einem so verwuͤsteten Lande unmoͤglich sey, wenn nicht ein Succurs von Geldmitteln ihr zu Huͤlfe komme. Spaͤter hat Bolivar folgende Proclamation an die Armee erlassen; „Hauptquartier in Quito, 3. April 1829. Colum⸗ bier! Nach der Friedens⸗Herstellung von Pasto, dem Siege von Torqut und der Convention von Jiron, wuͤnschte ich Euch Gluͤck dazu, daß Ihr jene großen Krisen uͤberstanden, welche damals die Republik in Aufregung gebracht. Bege⸗ benheiten so gluͤcklicher Art durften uns wohl mit schmeichel⸗

haften Hoffnungen auf den erhaben National⸗Convent er⸗ fuͤllen, der fuͤr den 2. Januar zusammen berufen worden ist. Ihr werdet dort alle Cule Rechte, alle Eure Interessen zur Discusston bringen, und in Uebereinstimmung mit Euren eigenen Wuͤnschen eine neue Regierung einsetzen, die im Stande ist, die Freiheit und Unabhaͤngigkeit Colum⸗ biens zu behaupten. Um ein solches Vorrecht zu genießen, ist jedoch vor Allem erst nöͤthig, die Leidenschaften zu be⸗ schwichtigen und Maͤßigung im Streite zu zeigen. Die Convention von Jiron ist von Seiten Peru’'s nicht erfuͤllt worden; die Vorwände zur Nichtvollziehung derselben dienen diesem Reiche nun auch dazu, neue Beleidigungen auf Co⸗ lumbien zu haͤufen. Wir werden uns gezwungen sehen, Ge⸗ walt zur Erlangung des Friedens anzuwenden; wenn uns jedoch auch nur Rahm aus neuen Kaͤmpfen entstehen kann, so würden wir doch Alles der Ruhe Amerika’'s zum Opfer bringen, besonders aber der der suͤdlichen Departements, deren harte und grausame Leiden uns hauptsaͤchlich bewogen haben, die feindliche Invaston zu vertreiben. Wir werden Gua⸗ yaquil wieder besetzen, blos damit die eeec des mit Peru abgeschlossenen Friedens erfuͤllt werden. wer⸗ den jedoch, außer zu unserer Selbstvertheidigung, nicht eher einen Schwerdt⸗Streich fuͤhren, als bis unsere Gebuld ganz erschöpft ist und wir vergebens unsere unbestreitbaren Rechte in Anspruch genommen haben. Ja, wir werden noch weiter gehen. Wenn die Peruaner und die Factionen Guayaquils von uns vertrieben worden sind, so wollen wir bei dem Bestegten Frieden nachsuchen; dies soll die Natur unserer Rache seyn. Ein so gemäͤßigtes Verfahren wird, im Angesichte der ganzen Welt, die Anklagen Laͤgen strafen, die uns der Eroberungssucht und eines nicht zu befriedigenden Ehrgeizes beschuldigen. Sollten sie jedoch, nach solchen Be⸗ weisen der Uneigennutzigkeit und Großmuth, immer noch uns anfeinden, verlaͤumden und in dem Urtheile der Weit zu

I.

*) Nach andern b. von uns mitgetbeilten richten schreiben bekanntlich auch die Peruaner si der Sasage⸗ bei Tarqul 1ö1151“ ditbeibc h 2