1829 / 235 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

mehr in dem

Die Kaiserin von Brasilien kam

vorgestern in Gent an, wo sie gleich nach Ihrer Ankunft den Besuch des Herzogs von Qhchsen⸗Weimatk empfing. A. darauf beehrten Ihre Majestaͤt die Universitaͤt, die ehr, drale, die Gemaͤlde⸗Ausstellung und die sehenswerthesten Fag⸗ stalten der Stadt mit Hoͤchstihrer Gegenwart. In 82 befinden sich gegenwaͤrtig die Marquis * Ge dee zende, der Commandeur Goncalver, der Schwedische a-. 1 in den Niederlanden, Ritter d'Osson, und der des Kronprinzen von Schweden, Baron von Steding Reise kehrte der erg Gesandte von seiner Reis

nach dem Haag hieher zuruͤck.

Die Sdoagabch 8⸗ Baumwollenzeugen 12 in diesen Tagen bei Sr. Maͤjestaͤt eine Schi ,2 2 Baumwollen⸗Handels in unseren Ostindischen 42* 2 gereicht. Sie sagen darin, daß der bisher 8 8 e Zu⸗ stand unserer Fabriken immer mehr abnimmt; daß * 4 von Arbeitern Gefahr laufen, sich außer Brodt gesebe zusehen, wenn nicht wirksame Maaßregeln getroffen wuͤrden, die Natio⸗ nal⸗Erzeugnisse an unseren exotischen Maͤrkten zu bevorrechten. Als Beleg ihrer Behauptung fuͤhren sie an, daß weiße Baum⸗ wollen⸗Zeuge, die man vor einiger Zeit in Batavia noch zu 12 Fl. das Stuͤck leicht verkaufen konnte, jetzt bis auf und 8 Fl. gesunken, und in feinsten Gattungen gar nicht anzubringen sind, wovon der Grund in einer uͤbertriebenen Einfuhr dieses Artikels aus Bengalen und Coromandel, in den bestehenden Entrepots in Batavia, Anjer, Riouw, Sa⸗ marang und Surabaya, in der Zulassung von fremden Baum⸗ woll⸗Fabrikaten in den genannten Entrepots und in den au⸗ ßerordentlichen Anstrengungen der Englaͤnder zu suchen sey, die kein Opfer scheuen, um die Niederlaͤndischen Fabritoh⸗ von jenen Orten zu verdraͤngen, und sich zu Herren des Han⸗ dels in unseren Ostindischen Besitzungen zu machen. Die Bittsteller setzen darauf den in den Entrepots getriebenen Schmuggel⸗Handel weitlaͤuftig auseinander, und schlagen zu dessen Unterdruͤckung vor, die oͤstlich vom Cap der guten Hoffnung fabricirten Baumwoll⸗Waaren denselben Zoͤllen zu unterwerfen, wie sie bereits fuͤr die westlich von demselben fabricirten bestehen, und das Recht des Entrepots, wenig⸗ stens fuͤr Fabrik Gegenstaͤnde, voͤllig aufzuheben, wodurch, ih⸗ rer Ansicht nach, die Niederlaͤndischen Fabriken in diesen rei⸗ gegen alle Concurrenz fuͤr immer gesichert seyn

en.

Die Saͤngerin Madame ist hi hat ihre Ankunft gleich Die hier besindliche Deutsche Schauspieler⸗Truppe war naͤm⸗ lich durch die unerwartete Abreise ihrer vorzuͤglichsten Mit⸗ glieder in große Verlegenheit gerathen. Um dieser einiger⸗ maaßen abzuhelfen, hat Madame Schutz der Bitte derzelben, zu ihrem Benefiz in Tancred die Parthie des Tanecred 1 uͤbernehmen, gewillfahrt, und wird ihre gute Adbsicht mis durch eine lebhafte Theilnahme des Publikums bede, eeh⸗ ling sie schon von fruͤherer Zeit her ist

st, belohnt sehen.

Deutschland.

Kassel, 19. Aug. Se. Koͤnigl. Hoheit der Kurfuͤr t die landesherrliche Genehmigung zu er beß leihung mehrerer Stellen bei dem Dom⸗Kapitel in Fulda, na⸗ mentlich der Stelle eines DomDekans, an den bisherigen Dom⸗Capitular, General Vicar Freiherrn von Kempff daseldst,

ertheilt.

Karlsruhe, 17. Aug. Der Königl. Preußtsche Ge⸗ sandte, Hr. 857, v. Otrerstdt, ist gestern aus der Schweiz zuruͤckgekommen. b .

Hamburg, 21. Aug. Herr Bader, vom Koͤnigl. Hof⸗ Theaker in Berlin, ist dieser Tage auf unserer Stadrhuͤhne in zwei Rollen, als Joseph, in der klassischen Mehuͤlschen

Oper dieses sani tum⸗ Namens, und als Masaniello in der „S

Porrici“ mit großem Beifall aufgetreten. Als wußte er, selbst nach unserm Cornet, der neben Eindrucks Verdienste hier noch den Vortheil des ersten zu errin e für sich hatte, die Palme des allgemeinen Beifalls Helten 3 7 der von dem Danke, den die zahlreich versam⸗ mendes 8 chauer am Schlusse der Oper durch uͤbereinstim⸗ hofft um —, zu erkennen gaben, gekroͤnt wurde. Man ten Darstell mehr eine baldige Wiederholung dieser interessan⸗ ellung, als viele Hunderte diesmal keinen Platz uͤberfuͤllten Hause finden konnten.

Oesterreich. .

Wien, 19. Aug. Am 28. v. M. bra Ungar⸗ Hleu, 19. g. . v. M. in dem Un schen Bergslecken Jolsva Feuer aus, 4 Wünde

8

ö e“

1“

getrieben, sich schnell uͤber mehrere Straßen verbrei binnen einer Stunde uͤber 400 Haͤuser 8 Fürbretcebz nen zu Grunde richtete; drei Personen kamen dabei ums Leben

Am 30. v. M. Abends 5 ¼ Uhr verspuͤrte man in Neu⸗ sohl (Ungarn) ein Erdbeben, durch welches jedoch die Gebaͤude keinen Schaden erlitten. Der darauf folgende Tag zeichnete sich vom fruͤhen Morgen bis gegen Mittag durch schwere Gewit⸗ ter und ungewoͤhnlich starke Regenguͤsse aus.

Ein Schreiben vom 6ten d. M. aus Nagy⸗Käroly meldet, daß daselbst das Erdbeben vom 1. Juli am 2., 4., 7., 27. Juli und 4. August staͤrker oder schwaͤcher sich wiederholt und sehr bedeutende Zerstoͤrungen angerichtet hat.

Spanien.

Franzoͤsische Blaͤtter melden aus Madrid, vom 6. Aug.: „Die Regierung hat in Betreff Mexiko's die Ab⸗ sicht, den Plan, den Iturbide im Februar 1821 vorschlug, auszufuͤhren, naͤmlich einen Prinzen der Koͤniglichen Familie auf den Thron von Mexiko zu setzen. Der Koͤnig ist mit der ganzen Koͤnigliche Familie heute nach dem Escurial ab⸗ gegangen; von den Ministern begleitet nur Herr Colomarde Se. Maj. Der Finanz⸗Minister, Herr Ballasteros, ist noch seit einiger Zeit krank; der Marine⸗Minister, Herr Salazar, hat interimistisch das Portefeuille der Finanzen. In Folge der neuen Territorial⸗Eintheilung, welche bald beendigt seyn wird, sollen die General⸗Intendanten der Provinzen aufge⸗ hoben werden. Die Einziehung der Steuern wird dadurch, wie man versichert, weniger kostspielig werden als bisher.“

Portugal.

Das Journal des Debats schreibt aus Lissabon vom 1. August: „Die Infantin Donna Elisabeth Maria hatte vor Kurzem das schoͤne Landhaus des Marquis von Abrantes bei Bemfica gekauft; sie wollte sich mit einigen treuen Dienern dorthin zuruͤckziehen, um sich von dem tyran⸗ nischen Drucke ihres Bruders zu befreien. Dom Miguel hat dies aber nicht zugegeben. Seit mehreren Tagen erwar⸗ tet die Regierung ungeduldig directe Nachrichten von Ter⸗ ceira. In der Stadt sind eine Menge Druckschriften im Umlauf, welche die Proclamation des Grafen Villaflor und die andern von ihm getroffenen Maaßregeln enthalten. Der General⸗Polizei⸗Intendant hat befohlen, diese aufruͤhrerischen Schriften in Beschlag zu nehmen. Zum Ungluͤck hat aber ein Englisches Packet Boot eine Menge liberaler Englischer Zeitungen mitgebracht, welche jene Documente, mit Bemer⸗ kungen begleitet, enthalten. Einem Schreiben aus Porto vom 26. Juli zufolge sind zwei, polirischer Verbrechen An⸗ geklagte, Namens Cohelo und Texeira, von denen der Eine zum Tode, der Andere zu den Galeeren ver⸗ urtheilt war, begnadigt worden. Auf diese Nachricht brach die lauteste Freude unter den Gefangenen im Ker⸗ ker des Criminal⸗Gerichts⸗Hofes aus, deren uͤber 1000 sind. Bald fuͤllte die Volksmenge den Gerichtshof an, und von den Gefangenen, so wie von deren Anverwandten wur⸗ den Abends Racketen abgebrannt. Viele Haͤuser der Stadt und die Gefaͤngnisse waren erleuchtet; man hoffte schon auf eine allgemeine Begnadigung der Gefangnen. Die Migueli⸗ sten stoͤrten aber die oͤffentliche Freude und es kam von gro⸗ ben Schimpfreden zwischen beiden Partheien zu Thaͤtlichkei⸗ ten; nur die Wachsamkeit der Polizei verhinderte einen Volks⸗Aufruhr; jetzt ist Alles zur Ruhye zuruͤckgekehrt“.

Die hiesige Hofzeitung vom 25sten Juli enthält das, am 15ten Juni dieses Jahres in Rom bekannt gemachte Edict des Pabstes gegen geheime Gesellschaften.

Aus Porto schreibt man unterm 10. Juli: die Veral⸗ tungs⸗Junta der Allgemeinen Ackerbau⸗Gesellschaft von Ober⸗Duero habe offictell bekannt gemacht, daß in Folge ihrer am letzten Januar gemachten Vorstellung uͤber die Noth⸗ wendigkeit zu treffender Maaßregeln zur Rettung von Per⸗ sonen, die an der Kuͤste Schiffdruch leiden, von der Regie⸗ rung der Befehl ertheilt worden sei, fuͤr ein Rettungs⸗Boot und den dazu gehoͤrigen Apparat, so wie fuͤr ein gehoͤrig eingerichtetes Gebaude zur Aufnahme von Schiffbruͤchigen zu sorgen. Auch sollen ein Arzt und ein Chirurg angestellt werden, die sich in der Naͤhe befinden muͤssen, um in noͤthi⸗ gen Fallen gleich bei der Hand zu seyn, wo sie die Ver⸗

pflichtung haben, jeden Mogat die neuzuerrichtenden Anstal9.— ten zu besichtigen, und den etwa vorgefundenen Maͤngeln .

abzuhelfen. Londoner Blaͤtter theilen aus der Lissaboner Zeitung vom 2. August die Nachricht mit, daß die im Golf von

Guinea belegene Insel St. Thomas, und die Prinzen⸗Insel 8

die Autorität Dom Miguels anerkannt haben; auch melden

dieselben Blaͤtter, daß man am 19. Jult das nach Terceira—