1829 / 237 p. 5 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

St. Julian,

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zuladen, länger zu bleiben.

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Preußischen Staats⸗Zeitung Nr. 237.

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1 A. e Portuga bU-, Ecxpaeget Die in England eingelaufenen Privat⸗Berichte und Zei⸗ tungen aus Lissabon gehen bis zum Sten d., und melden unter Anderm Folgendes: „Der unguͤnstigen Nachrichten von den Azo⸗ rischen Inseln wegen werden noch mehrere Schiffe zu dem Angriff auf Terceirg ausgeruͤstet, naͤmlich eins von 74, eins von 8 ein altes Schiff von 68 Kanonen, das bisher zum Lazareth Sern ein großes, neulich in Poce⸗ Füen he he chiff und das Kriegs⸗Schiff „Lealdade“, da 1 sehr verfallen seyn soll. Alle diese Fahrzeuge 95 bessert, um fuͤr den Nothfall bereit zu seyn. 8 tionnellen sind dagegen in der besten Laune, 8* groͤßte Hoffnung auf den Grafen von Villa⸗Flor. Der neue General⸗Intendant der Polizei scheint nicht so grausam als sein Vorfahr zu seyn; er Z —— und befreite 25 Ge 2 2 rechtmaͤßiger Weise verhaftet hatte; es schmachten dort aber doch noch Hunderte von Unschuldigen. Wie es heißt, soll der unmenschliche bisherige Gouverneur des Forts, Telles Jordao, abgesetzt worden seyn und ein Ober⸗ Officier, Namens Salina, an seine Stelle kommen; auch spricht man von der Befreiung des ehrwuͤrdigen Mello⸗Brey⸗ ner. Jedes Packethoot nimmt Englaͤnder mit, die sich entweder in ihr Vaterland oder nach Cadix begeben; Fran⸗ zosen und andere Fremde verlassen gleichfalls Lissabon, das immer leerer von Fremden wird. Im Handel geht es sehr chlecht. Die Spanische Kriegs⸗Torverte „Fama“, die ier neulich angekommen war, ist wieder abgesegelt, wie —— sagt, um gegen die Amerikanischen Insurgenten zu reuzen. 1 Die Lissaboner Hofzeitung vom 6ten d. M. enthaͤlt in ihrem officiellen Theile einen Befehl Dom Miguels, zusolge dessen die Miliz⸗Regimenter vermindert werden undzͤkunf⸗ tig nur aus 614 Mann bestehen sollen. Freiwillige brauchen

enicht laͤnger als 14, und auf gewoͤhnlichem Wege Angewor⸗

bene nicht länger als 16 Jahre zu dienen.

„Dieselbe Zeitung giebt lange Auszuüge aus den Ur⸗ theilsspruͤchen des Alcade von Porto. Drei Personen sind ihrer Gefangenschaft entlassen worden, weil sich angegebener⸗ maaßen das Amnestie⸗Decret vom 18. Juni 1828 auf sie anwenden ließ; andere Personen mußten in Verhaft bleiben, weil sie sich am 10. Jult desselben Jahres nicht un⸗ terworfen hatten. Dem gewesenen Capitain Da Silva hat Dom Miguel die ihm zuerkaunte Todesstrafe erlassen; diese ist vom Alcade in lebenslangliche Verbannung aus Portugal verwandelt worden, wohin er bei Todesstrafe nicht wieder zuruͤckkehren darf. 5 Der

es hiesigen Alcade, die e uͤber 21 abwesen 2

nen vorzunehmen; zu diesen gehoöͤren unter 8

argnis von Palmella, der Graf von Sampayo und der Graf von Villa⸗Flor. Diese 21 Personen waren, wie es in jenem Beschluß heißt, im Juni v. J. mit dem Dampf⸗ schiff „Belfast“ von England in Porto angekommen, Einige von ihnen Theilnehmer der Rebellen⸗Junta, und Andere Befehls⸗ haber der rebellischen Truppen gewesen. Dasselbe Blatt theilt die Ankunft einer Portugiesischen, von Lissabon und Peniche in 20 Tagen angelangten Jacht mit 9 Gefangenen unter milirairischer Escorte mit, welche die Lissaboner Gefängnisse mit den hiesigen vertauschen sollen; unter ihnen befindet sich

auch die Wi —h die Wittwe Fonseca Mendez.

enthaͤlt den Beschluß

8 2-esen Saus Griechenland.

ie 7 en vom 8. A ird geschrieben: Durch die Guͤte des H August wird g 5 Hrn. d Brief⸗Auszuͤge aus Grieheniaad ward erhalten 8.e;

„Obrist Heydegger, der nothig hatte, seine Gesundheit wie⸗

der herzustellen, hat vom Koͤnig vo 2

ten, Griechenland zu verlassen Ba. Pabefne eann land schreibt bei dieser Gelegenheit: „Der gute und treffliche Obrist Heydegger hat in der That noͤthig, sein Vaterland wieder zu sehen, um fuͤr seine Gesundhei

- eit die täglich mehr lendet, Ich habe nicht den Zis6 "s6 n⸗

Ist er a hergestellt,

so hoffe ich, daß seine Anhaͤnglichkeit an Griechenland i zur Ruͤckkehr bestimmen wird. Ich werde in ve en 8.s die Kinder von Miaulis und Sachturis nach Muͤnchen ab⸗ reisen lassen, und bei dieser Gelegenheit werde ich zu den Fuͤßen des Koͤnigs von Baiern die Huldigung meines Danks fuͤr alle die Wohlthaten legen, mit denen er dieses Land uͤberhaͤuft. Die beiden Botschafter muͤssen in Konstantinopel angekom⸗ men seyn. Wir erwarten mit Vertrauen das Resultat ihrer Schritte, von der andern Seite werden wir aber auch seits unsre Pflichten erfuͤllen, wobei wir stets auf die Vorse⸗ hung zaͤhlen. Sie wird uns nicht verlassen. Stark durch diese Ueberzeugung thue ich Alles, was in meiner Macht steht, um endlich einen National⸗Congreß zu vereinigen. Die Provinzen, welche eingeladen wurden, ihre Bevollmaͤchtigten zu senden, haben mir damit geantwortet, daß sie mir das Buͤrgerrecht und ihre Vollmachten ertheilten. Ich bezeugte ihnen meinen Dank, bat sie aber zum zweitenmale um ihre Repraͤsentanten, und ich hoffe, daß diese sich gegen Ende des Monats Juni in Argos versammeln werden. Die Erklaͤrungen, welche der ‚er Marschall Maison und die Officiere seines Gefolges in aris uͤber den innern Zustand Griechenlands und uͤber die Muͤhe geben werden, welche sich die Regierung Griechenlands giebt, um demselben allmäaͤhlige Verbesserungen zu Theil werden zu lassen, werden, wie ich hoffe, einen schlagen den Gegensatz zu allen den Dingen bilden, die man uͤber jenen innern Zu⸗ stand und uͤber die Stellung der Griechischen Regierung in den Tag hinein geschmiert hat. Der Hr. Marschall, der bei seinem wohlwollenden Interesse fuͤr dieses Land alle unsre Leiden in der Naͤhe und ganz im Einzelnen sehen wollte, wird, wie ich hoffe, mit Erfolg unsere Sache bei seinem wohlwollenden Mo⸗ narchen vertheidigen.“ Mehrere Briefe von Privatperso⸗ nen geben interessante Details uͤber die Schulen, uͤber die Leich⸗ tigkeit, mit der die Kinder lernen, uͤber die allgemeine Intel⸗ ligenz der Einwohner Griechenlands, uͤber ihre unerhoͤrte Thäͤ⸗ tigkeit, und uͤber ihre Maͤßigkeit, die bei uns alten Nationen unbekannt ist. Andere Briefe sprechen von dem Praͤsidenten. Einer derselben, der von einem etwas kosmopolitisch gesinn⸗ ten Verfasser herruͤhrt, druͤckt sich uͤber ihn in solgender Weise aus: „Der Mann hoͤherer Art, dem fuͤr den Augen⸗ blick die Schicksale Griechenlands anvertraut sind, giebt die⸗ sem Volke die ersten Lektionen seiner politischen Erziehung. Der Praͤsident ist des Vertrauens und der allgemeinen Ach⸗ tung wuͤrdig, aber er wird vielleicht nicht von Jedermann nach Verdienst geschaͤtzt, weil er durch sein kaltes, wenig freundliches Benehmen beim ersten Anblick nicht fuͤr sich ein⸗ nimmt. Indessen erkennen Alle, die sich ihm naͤhern koͤnnen, in ihm den wahrhaft tugendhaften Mann, das Muster eines guten Buͤrgers. Graf Capodistrias ist von Grund des Her⸗ ens religioͤs, dies giebt ihm Geduld und gestigeelt, und be⸗ fondets eine große Resignation selbst bei den fuͤr seine Hoff⸗ nungen unguͤnstigsten Ereignissen. Ich habe ihn anklagen 35 daß er zu viel Partheilichkeit fuͤr die Russen zeige. ieser Vorwurf, den ich Anfangs theilte, erscheint mir jetzt als sehr ungerecht. Der Graf hat, durch ein sehr natuͤrliches Gefuͤhl des Dankes geleitet, die Russen, die er meist kennt, stets mit Auszeichnung behandelt; aber er ist zu sehr fuͤr sein Vaterland eingenommen, um je Russe zu werden, oder um je etwas Anderes zu seyn als Grieche. In diesem Au⸗ genblick beschuldigt man den Grafen Capodistrias, zu sehr Franzose zu seyn; ist es aber nicht natuͤrlich, daß der Präa⸗ sident seinen Dank gegen die Nation an den Tag legt, die am meisten Opfer fuͤr Griechenland gebracht hat? Um der Griechen willen wuͤnschte ich, daß nun auch die Englaͤnder an die Reihe kaͤmen, am besten behandelt zu werden; denn dies koͤnnte nur eine Folge und ein Beweis davon seyn, daß sie mehr Theilnahme mit diesem ungluͤck⸗ lichen Volke zeigen; bis jetzt haben die Englischen Agenten we⸗ nig Freundlichkeit in ihren Beruͤhrungen mit den Griechen sezeigt. Der Consul vollzieht mit Haͤrte die Befehle, die ihm 55 Regierung uͤbersendet, sehr verschieden hierin von den Franzoͤsischen und Russischen Agenten, die Alles aufsuchen, um den Griechen nuͤtzlich zu seyn, und dem Praͤsidenten die Bahn zu erleichtern. Die Uebergabe von Missolunghi, die fuͤr alle Griechen und alle Fremden ein Tag des Festes war, schien die Absichten der Englischen Agenten zu durchkreuzen. Manche Leute meinen, diese Dinge gehen blos von Einzelnen, nicht

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