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zur Allgemeinen Preußischen Staats⸗Zeitung Nr. 1.“ 0 1 5 1 i die Professoren Das Journal des Doöbats theilt di Ümg
Bei dem großen Gastmahle, zu welche welcher der Graf von la Bourdonna 1Reee mit, in 2
der verschiebenen Facultaͤten der Universitaͤt 8 der Preis⸗Vertheilung eingeladen werden, 82 fenden hoff, staunen der Gäste, welche den Baron Emweer 1e Frdene nhet ten, der neue Großmeister der Universitaͤt, H ¹
p die Honneurs. 5 ini
3¹ 27 Monthel hat gestern sein Amt als Minister
; oͤffentlichen Unterrichts angetreten. vn.
2 8 Pee dnene e⸗ nne macht unter d. nsg nne He Stillschweigen in der Politik“ folgende zu Ihren krie⸗ Fllborentiner gaben im Mittelalter das Sügeac. welche sie
gerischen Unternehmungen durch eine vuede einen gan⸗
Martinella- nannten. Diese Glocke inischen Heere ins een Monat vorher, ehe die Florengan . der Feind Zeit
Feld ruͤckten, unaufhoͤrlich geläutet⸗ “
haͤtte, sich zur Vertheidigung Sdeseeeee. Hinsicht nach
schrieene Mittelalter war wenigstens in e Dec em Ausdrucke Macchiavels eine Epoche der een un
Tugend. Unsere Liberalen möͤchteng troß. 8* neigung
gegen Ruͤckschritte, gern fuͤr einige Tage diese alte Unschuld es ritterlichen Kriegsgebraäuche e. 34 vefdsne Entzuͤcken wuͤrden sie die Toͤne einer ministeriellen Martinella vernehmen! Wie wuͤrde es sie begluͤcken, wenn sie die Plaͤne, in denen der Keim zum Gluͤcke der Monarchie enthalten ist, vffene da liagen säben, zum ihren Zorn, der aus Mangel an
Nahrung im Begriff iste, zu erloͤschen, aufs Neue anfachen
u koͤnnen. Aber Alles hat sich geaͤndert; auf die Barbarei zn die Aufklaͤrung, und auf die großmuͤthige Einfalt die List nd die Staatskunst gefolgt. Heute heißt es eine kluge und
Wtb That, wenn man seinen Feind unerwartet angreift. Auch dies sagt Macchiavel in seiner Florentinischen Ge⸗ schichte. Die liberalen Blätter moͤgen also dem gemäͤß ihren Entschluß fassen; denn wenn wir das Ministerium richtig beurtheilen, so wird es fortfahren, das Stillschwei⸗ gen zu beobachten. Es muß sogar bereits gemerkt haben, daß das Stillschweigen in der Politik gut, und sogar besser
ist, als gewisse Reden. Seit den acht Tagen, daß die Mi⸗
nister schweigen, befindet sich der Liberalismus in groͤßerer
Verwirrung, als er es in den achtzehn Monaten war, waͤh⸗
rend welcher Hr. v. Martignac ihn durch seine glaͤnzende
Beredsamkeit einzuschlaͤfern glaubte. Hierzu kommt, daß dieses magische Stillschweigen, welches unserm Ohr Frieden giebt, zugleich dem Ministerium Zeit läßt, seine Plaͤne zur 1“ olitlschen Verbesserung und Regeneration zur Reife zu brin⸗ — Jede Reform wird dann zu rechter Zeit kommen, ohne durch befreundete oder feindliche Stimmen vorher verkuͤndet, üund ohne durch die Einen uͤber das Maaß erhoben, noch 8 1 die Andern entstellt und getadelt worden zu e. Ist die Reform einmal geschehen, so 2 man immerhin schreien;
sie wird, als dem allgemeinen Wohl zutraͤglich, mit Segnun⸗ gen ausgenommen werden, und die Parthei wird dann in der Wuͤste predigen. Außerdem werden alle diese politischen Woeohlthaten mit um so groͤßerem Enthusiasmus empfangen werden, als man vorher nichts versprochen hat, und s sich dann ploͤtzlich ergiebt, daß der Koͤnig sich ernst⸗ lich mit dem Gluͤcke seines Volkes beschaͤftigt habe, waͤhrend unverschaͤmte Factionen ihr Geschrei bis zu ihm zu verbrei⸗
. ten wagten. Aber die Constitution: Nun wohl; die Consti⸗ ution sagt nicht, daß es verboten sey, zu schweigen. Je mehr man uͤber das politische Stillschweigen düa , 5. Umstaͤnden nachdenkt, desto mehr Garantieen f 2 60 einer vorsichtigen Verwaltung finden sich darin. Da 8 schweigen ist eine Tugend, welche aus dem Bewußtseyn er uns umgebenden Schwierigkeiten entspringt. Das unver⸗ siegbare Geschwaͤtz der Griechischen Republiken und unsrer constitutionnellen Staaten, welche nach dem Vorbilde jener Revpubliken gemacht sind, uͤberlegt nichts. Die 12— welche wir beredt nennen, sind fast immer nur die Werk . zur Aufregung der Völker, und erst dann, wenn die Ruhe dder gesunden Vernunft an die Stelle glänzender Improvisatio⸗ nen kritt, kehrt der Frieden in unsre modernen Staaten zuruͤck.“ Gestern erschienen der Geschaͤftsfuͤhrer des Journal des
Debats, Herr Bertin der Aeltere, und Herr Erienne Bec⸗
quey, der Verfasser des angeschuldigten Artikels dieses Blatts,
vor dem Zucht⸗Polizeigericht, und baten um einen Aufschub von acht Tagen, weil Herr Dupin der Aeltere, den sie zu ihrem Vertheidiger erwaͤhlt, gegenwaͤrtig nicht in Paris sey.
Das Gericht bewilligte das 4ö 8 .
in der Deputirten⸗Kammer einen Ge fung derjenigen entwickelte, welche sich an Napoleon, nach dessen Ruͤckkehr von Elba, angeschlossen hatten. Das ge; nannte Blatt sucht aus diesem Actenstuͤcke den Schrecken
zu rechtfertigen, den die Ernennung des Grafen zum Mini-⸗
ster verbreitet habe. Der Messager des Chambres will nach einem Schrei⸗
ben aus Toulouse, welches eine kurze Biographie des Herrn von 8 Montbel enthaͤlt, wissen, daß derselbe eigentlich Baron heiße, Waͤhrend der Reise des Koͤnigs von Neapel nach . 8
und erst spaͤter den Namen Montbel angenommen habe.
nien wird der Prinz von Salerno die Function eines Ge⸗ neral⸗Statthalters des Koͤnigreichs versehen. 4
Dem Aviso de la Mediterranse zufolge haben die Bombarden im Hafen von Toulon Befehl bekommen, sich auf den 15ten zur Abfahrt nach Algier bereit zu haltn.
= Mehrere von Algier in Toulon am 13. August eingelaufene 8 *
Schiffe, und namentlich die Briggs „Adonis“ und „Alerte’“”’,
haben die Nachricht mitgebracht, daß die mit dem Dey ane-,
geknuͤpften Unterhandlungen abgebrochen worden sind. Die
Conferenzen zwischen dem Dey und dem Befehlshaber
Blokade⸗Geschwaders begannen am 27. Juli und dauerten
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in einem Waffenstillstande zwischen beiden Staaten und ili der Sendung eines Bevollmaͤchtigten des Deys nach Parics,
Zugleich erhielt Hr.
um uͤber den Frieden zu unterhandeln. v. Labretonniére die Erlaubniß, mit seinen Schiffen die Bay) zu verlassen. Am 3. August Mittags ging daher die Brigg „Alerte“ unter Segel und passirte die 8
Eine Stunde darauf ging auch das Linienschiff „Provence“, auf welchem sich der Befehlshaber des Geschwaders be⸗ fand, mit einer Parlamentair⸗Flagge in See; als es in die Schußweite der Forts gekommen war, zab eine der Batterien am Leuchtthurme drei blinde Schuͤsse und augenblicklich eroͤffneten die Batterieen ein lebhaftes Feuer auf das Parlamentair⸗Schifs, und schleuderten sogar ei⸗ nige Bomben gegen dasselbe. Der Commandeur gab Be⸗ febt, die Fahrt fortzusetzen, obgleich die Kanoniere vor Un⸗ geduld brannten, die Beleidigung der Franzoͤstschen Flagge zu raͤchen. Einige Kugeln trafen das Schiff, ohne aber einen Matrosen zu verletzen. Der Dey hat sich wegen dieses un⸗ angenehmen Vorfalls entschuldigen lassen, der nach seiner Erklaͤrung durch ein Mißverstaͤndniß herbeigefuͤhrt worden ist.
Nachrichten aus Navarin vom 17. Juli zufolge setz⸗ ten die Mitglieder der wissenschaftlichen Commisston ihre Forschungen thaͤtig fort. Dubois war mit seinen Gefaͤhrten in Patras; Blouet und seine Genossen wendeten sich nach Napoli di Romania und Aegina, wohin auch der Oberst Bory de Saint⸗Vincent in acht Tagen mit seiner Abthei⸗ lung kommen wollte. Sie hatten Arkadien durchwandert, wo sie beim General Kolokotroni gute Aufnahme fanden. Sie haben die Ruinen von Thuria und Gorthys besucht; von da gingen sie nach Sparta und folgten dem Lause des Eurotas; sie uͤberstiegen dann zum zweitenmale den Tayge⸗ tus an seinem suͤdlichen Abhange, und wanderten nach dem Vorgebirge Taͤenarum, wohin der General Sanctaki sie be⸗ gleitete, weil er den armen und deshalb raubsuͤchtigen Kaku⸗ vonioten nicht traute. Die Commission fand mehrere Doͤr⸗ fer im Aufruhr, der jedoch durch die Gegenwart des Gene⸗ rals bald beigelegt wurde. Die Reisenden wurden uͤberall gnr aufgenommen; man bot ihnen Schwarzbrodt und nach
ot der Sardellen eingesalzene Voͤgel, die einzigen Erzeugnisse v Eee. , * Die Commission dan dort een antiken gruͤnen Marmor gefunden, der, wi leicht zu gewinnen ist. 1 7 der, wis e ssr⸗
Die 212 de France widerlegt die Angabe eines Journals, daß der Courrier frangais uͤber 8000 Abonnenten
habe, waͤhrend sie selber nur 5500 zähle. Sie sagt, sie koͤnne versichern, daß die Anzahl ihrer Abonnenten betraͤchtlicher daß sie mehr Exem⸗ als der Figaro ihr
sey, als die des Courrier frangais, und plare nach den Departements abschicke, uͤberhaupt zuschreibe.
bis zum 2. August. An diesem Tage wurden die angebotenen — Bedingungen vom Dey zuruͤckgewiesen; dieselben ws
chußlinie der Forts.
e am 11. Nov. 1815 etz⸗Entwurf zur v98i5
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