1829 / 244 p. 7 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

und da jede Gastrolle mit 25 Rthlr. bezahlt wird, so kom⸗ men aus allen Gegenden Deutschlands Singvoͤgel bei uns an. Das neue Franzoͤsische Ministerium ist hier den Kauf⸗ leuten und Beamten verhaßt, denn die Zeit, wo es hier noch Loobredner der Franzoͤsischen Regterung gab, ist voruͤber; alle hier anwesende Fremden, besonders die Franzosen, sprechen mit hoher Achtung von unserm Staate und die Nachbar⸗ schaft Belgiens, wo man weit mehr Steuern bezahlt, als in unserm Preußischen Vaterlande, ist auch eben nicht geeignet,

ddie sieche, blinde Franzosensucht wieder in Schwung zu obringen.“

Wissenschaftliche Nachrichten.

(Fortsetzung des gestern Herefes des juͤngern lerrn Champollion. E Dieser ven uͤbrigens eine nach einem großen Miaaßstabe in den Felsen eingehauene Hoͤhle und von Seso⸗ stris dem obersten Gotte Amon⸗Ra und dem Phré, dem 8 Geiste der Sonne, geweiht, den man unter dem Namen Rhamses anbetete, weil er der Schutzgott des Eroberers und seines ganzen Geschlechts war. Hieraus erklaͤrt es sich, warum man auf den Denkmaͤlern von Ibsambul, Girscheé, Derri, Sebua u. s. w. den Koͤnig Rhamses dargestellt findet, wie er dem Gorte, der gleichfalls den Namen Rhamses fͤhrt, copfert oder ihn anbetet. Es waͤre eine falsche Vermuthung, daß er diesen Cultus sich selber darbringe. Rhamses war einer der tausend Namen des Sonnengottes Phré und diese Basreliefs beweisen hoͤchstens eine Schmeichelei der Priester gegen den lebenden Koͤnig, indem sie dem Gotte des Tempels den Namen und zuweilen sogar die Gesichtszuͤge des Kant 8 odder der Koͤnigin gaben, wesche den Tempel gestiftet hatt 9 D Dies laͤßt sich selbst in Philaͤ in dem von Ptolomäus wer. ladekphus erbauten Theile des großen Isis⸗Tempels erke Phi⸗ Dort sind alle Isis⸗Bilder Portraite der Koͤnigin unnd haben eine entschiedene Griechische Gesichts⸗Bilrundn Noch auffallender ist dies bei den aͤltern Pharaonisch g. Denkmaͤlern, auf denen alle Koͤpfe der Fürsten Portraite 15 5 Am 18ten Abends landeten wir bei Amada wo wir bis um 20sten Nachmittags blieben. Hier hatte ich den Genuß 1 S Tempel aus der guten Epoche gemaͤchlich und I. Leugierigen genießen zu koͤnnen. Dieses vom Sande sehr 8.3 8 egkmal benehrzunaͤchst aus einer Art Vortempel; dies gal, der von 12 viereckigen mit Skulpturwerken be⸗ neesin. dselüern und von vier Saͤulen getragen wird, die egae ee sh nennen kann, weil sie offenbar der Grund⸗ orischen Saͤule sind. Sonderbar genug finden

sich dieselben nur in den aͤlte 7 e sten Aegyptischen Denkmaͤlern 8 aads in den Hypogaäen von Henes aeschen, in Amada,

en wo sich die neuesten Monumente seines Vaters 8 n g- 2 Zeit des Sesostris und Thuthmosis III. (Möris) gegränder, 3ehe dhe wadanist. an Heiligthume und die Weihschrift beweisen, welche letztere auf den beiden Grundmauern der innern Thuͤten ich lasse hier eine woͤrtliche Uebersetzung sehen . eine Vorstellung von den Weihschriften der uͤbrigen

zu geben, die ich alle sorgfaͤltig gesammel thaͤtige Gott, Herr der Welt, der Könes Stützpunkt des Weltalls), der Sohn der Sonne (Thuth⸗ mosis), Handhaber der Gerechtigkeit, hat seine Andacht ge⸗ zen seinen Vater, den Gott Phré, den Gott der beiden Berge, verrichtet, und ihm diesen Tempel aus in errichtet; er hat es gethan, um ewig zu leben.“ menopht 12½ dem Bau dieses Tempels; sein Nachfolger vier Sals Il setzte das begonnene Werk fort, und lieg die wie Rechten und 8 Zeüllgtbums, so 3351“ des vorangehenden Saales, aushoͤhlen. ggeheueren (S o ses Köͤnigs sind einzeln auf einer un⸗ Ainien enthäͤlt, die gegeben, welche eine Inschrift von 20 end zans copirt habe. Sein Nachfolger, gte den Tempel, indem er die Vor⸗

KChuthmosis IV., b

dbhealle und die Pfeil⸗

1 8 feiler Die Architrave sind ganz Eine derselben ist

mit Weih⸗ und Los. Bchafigte

4 2 rift en 6b

28 Pender sagiite. Handechetzt aafcgsalln⸗ sie lautet: „Fol⸗ f andern Goͤttern, wei er der goͤttlichen Worte, herbei, und betrachtet diese großen hyri thronen: Kommt

der Koͤnig Thuthmosis (TV.) für und reinen Opfer, welche

pels seinem Vater, dem Götte Phee Erbauung dieses Tem⸗ großen Gotte, der sich am Firwan,

rgebracht hat, dem Stulptur des Tempels in Amermamente offenbart!“ Die der Aegyptischen Kunst an, un

N.

gehoͤrt der schoͤnen Epoche

ad ist der von Derri, ja selbst

2

hat.

werke sind aber groͤßtentheils nicht mehr zu erkennen, weil

dem Basrelief in Ibsambul vorzuziehen. 2 mittags verließen wir Amada va- 2 g2 dem Nubischen Dorfe Korosko hinab, wo wir den trefflich!n Lord Prudhoe und den Major Felix trafen, welche im B griff waren, den Nil bis nach Sennaͤr hinaufzusch sften 92 sich von dort durch Abyssinien, Arabien und Perslen⸗ um Indien zu begeben. Unser kleines Geschwader hielt an wir schwatzten einen Theil der Nacht hindurch von vollbrach⸗ ten Arbeiten und von Plaͤnen fuͤr die Zukunft. Ich trenade mich mit großer Besorgniß von diesen unerschrockenen Freun⸗ den der Wissenschaften, denn sie reisen in sehr vorgeruͤckter Jahreszeit. Gott nehme sie in seinen Schutz! Am 1sten waren wir in Wadi⸗Essebua (dem Loöͤwenthale), das die⸗ sen Namen von den vor dem Tempel liegenden Sphinxen Der Temvel selbst ist eine halbe Hoͤhle, naͤmlich halb aus Quadersteinen aufgefuͤhrt, halb in den Felsen eingehauen; er ist die schlechteste Arbeit aus der Zeit Rham⸗ ses des Großen, und uͤber die mit Moͤrtel ausgefuͤllten Zwi⸗ schenraͤume hatte man die sehr mittelmaͤßigen Skulptur⸗Werke fortgefuͤhrt. Sesostris weihte diesen Tempel dem Gotte Phre und dem Herrn der Gerechtigkeit, Phtha; vier den b darstellende stehende Kolosse bilden den Anfang und das Ende der zwei Reihen von Sphinxen, aus denen der Eingang be⸗ steht. Zwei historische Bilder, auf welchen der Pharao die Voͤlker des Nordens und Suͤdens schlaͤgt, bedecken die aͤu⸗ ßere Seite der beiden Sockel der Pforte; diese Skulptur⸗

der Kitt oder Moͤrtel, uͤber welchen dieselben fortgesetzt wa⸗ ren, abgefallen ist, wodurch eine Menge von Luͤcken in dem Bilde und noch mehr in den Inschriften entstanden sind. Dieser Tempel ist uͤbrigens fast ganz vom Sande verschuͤt⸗ tet. Der Tag des 22sten ging uns ganz verloren, weil ein heftiger Nordwind uns noͤthigte, ans Land zu gehen und bis zum Sonnen⸗Untergang ruhig am Ufer zu bleiben. Bei eingetretener Windstille erreichten wir Meharrakah, dessen Tempel wir bei der Hinabfahrt gesehen hatten; er enthaͤlt keine Skulpturen und war deshalb von keinem Interesse fuͤr mich, der ich nur die hadjar-maktub (die beschriebenen

Steine) suche, wie unsere Araber sagen. Am 23sten fand uns die aufgehende Sonne in Dakkeh, dem Pselkis der Al-⸗— ten. Die erste hieroglyphische Inschrift, die mir in dem —2 tigen Tempel in die Augen fiel, belehrte mich, daß ich mich an einem heiligen, dem Gotte Thoth, Herrn von Pselk, ge⸗ weihten Orte befand. Ich bereicherte meine Karte von Nu⸗-⸗— bien um einen neuen hieroglyphischen Stadtnamen, und bin

jetzt im Stande, eine Karte von Nubien mit den alten Na-“.,.,.“ men in heiligen Schriftzuͤgen herauszugeben. Das Denkmal von Dakkeh ist in mythologischer Hinsicht doppelt interessant; 8 es giebt hoͤchst schaͤtzbare Materialien, um die Natur und di Attributionen des Gottes Thoth (des zweimal großen Her:, mes) kennen zu lernen. Ein Reihe von Basreliefs enthaͤlt

die verschiedenen Transfigurationen dieses Gottes. Zuerst

fand ich ihn in Verbindung mit Har hat (dem großen H mes⸗Trismegistos), seiner urspruͤnglichen Form, von der Thoth

nur die letzte Umwandlung ist, naͤmlich seine Incarnation

auf der Erde neben Amon⸗Ra und Muth, die in Osiris und

Isis incarnirt sind. Thoth geht durch die Formen: Pahit⸗

nufi (dessen Herz gut ist), Arihosnofri oder Arihosnust (der

die harmonischen Gesaͤnge schafft) und Meui (der Gedanke 1 oder die Vernunft) bis zu dem himmlischen Hermes (Har⸗ hat) hinauf. Unter jedem dieser Namen hat Thoth eine bee— sondere Form und besondere Insignien, und diese Transfor⸗ mationen des zweiten Hermes sind es, welche die Waͤnde des Tempels in Dakkeh bedecken. Thoth erscheint hier als Aegype tischer Merkur, auch mit dem Kaduceus, um den sich zweil Schlangen und ein Skorpion winden. In historischer Hinsicht habe ich erkannt, daß der aͤlteste Theil dieses Tem⸗

pels, naͤmlich der vorletzte Saal, durch den beruͤhmtesten un⸗ 8— ter den Aethiopischen Koͤnigen, Ergamenes (Erkamen), erbaut ist, der, nach der Erzahlung des Diodor von Sicilien, Aethi⸗

pien von der theokratischen Herrschaft befreite, indem er alle Priester des Landes erwuͤrgen ließ. In Nubien verfuhr 1n er ohne Zweifel nicht so grausam, da er dort einen Tempel errichtete. Dieses Denkmal beweist, daß Nubien seit dem Sturze der Dynastie der Saften (XXVI.), welche von Cam-. byses entthront wurden, aufhoͤrte, Aegypten unterworfen zu seyn, und daß dieses Land bis zur Zeit der Eroberungen Pto⸗ lemaͤus Euergetes I., der es aufs Neue mit Aegypten ver⸗ band, unter das Joch der Aethiopen kam. Auch wurde der von dem Aethiopen Ergamenes begonnene Tempel von Dakkeh durch Euergetes I., seinen Sohn Philopator und seinen En⸗ kel Euergetes II. fortgesetzt. Der Kaiser Augustus hat die innere Skulptur fortgefuͤhrt, ohne sie zu beendigen. .ee(bFortsetzung folgt.)