auf kurze Zeit vorbehalten sind. Durch 677 Gemeinheits⸗ theilungen sind 1,812,678 Morgen Land, worunter 487,215 Morgen Forsten, von verschiedenartigen Servituten befreiet woorden. Die mittelbaren Folgen dieser Auseinandersetzungen sind uͤberall in zweckmaͤßiger Kultur der Landereien, Ver⸗ besserung des Viehstandes, Verminderung der Productions⸗ Kosten bemerkbar, und unter andern in der Errichtung von 123 neuen Vorwerken, 31 neuen Bauerhoͤfen und 691 neuen Familien⸗Wohnungen hervorgetreten. Auch sind, bei Gelegenheit der Auseinandersetzungen, 337 Schulstellen mit 1285 Morgen Land, welche zum Theil zu Baumschulen und zum Betriebe des Seidenbaues bestimmt sind, 84 Rthlr. jaͤhrlicher Rente und 160 Kuhweiden ver⸗ bessert worden.
Artikels.
Daß die Juden unter der gleichen Anzahl von Lebenden uͤberall weniger Geborne haben, als die Christen, beruht of⸗ fenbar auf der geringern Anzahl und Verspaͤtung der Heu⸗ rathen unter ihnen. Es wurden naͤmlich im preußischen Staate neue Ehen geschlossen
. insbesondere zwischen Maͤn⸗
in den uͤberhaupt nern unter 45 und Frauen
Jahren unter 30 Jahren bei d. Christen bei d. Juden beid. Christen bei d. Juden
1820 108,564 1,061 79,871 731
1821 105,042 958 78,129 77
1822 105,140 1,020 79,627. 726
182⅔ 318,746 3,039 237,627 2,124
1823 101,226 1,021 76,402 713
1824 106,431 1,041 80,634 764
1825 111,180 991 84,875 791 8
b üh aes 318,837 3,053 241,911 2,268 1827 105,221 1,01 ³6 29, 89 Hi 1828 103,714 1,074 77,13 3 182½ 319,891 3,166 241,962 — 2,446 1828 957,474 9,258 721,500 6,848
Hiernach kamen durchschnittlich auf jedes Hunderttau⸗ send der zu Anfange eines dreijaͤhrigen Zeitraums lebenden Menschen waͤrend desselben neugeschloßne Ehen in den drei⸗ insbesondere zwischen Maͤn⸗ 8 jaͤhrigen uͤberhaupt nern unter 45 und Frauen unter 30 Jahren
5 Zeitraͤumen b. d. Christen b. d. Juden b. d. Christen b. d. Juden
bbeeen 2s 2,170 1,585 b * 182 ½ 727766 2,109 2,100 1,567 .8 1825 2,643 2,060 1,999 1,592 Summe 8,322 6,427 6,269 4,744
einjaͤhr. Durchsch. 925 714 697 527
Diesen Erfahrungen gemaß werden bei den Juden beinahe nur drei neue Ehen unter denselben Verhaͤltnissen geschlossen, unter welchen bei den Christen viere vorkom⸗ men, und demohngeachtet sind bei den Juden noch nicht ein⸗ mal ganz in dem Maaße, wie bei den Christen, nur wenig uͤber drei Viertheile dieser neuen Ehen solche, wobei der Braͤutigam das 45ste, die Braut das 30ste Lebensjahr noch nicht uͤberschritten hatte.
Sehr beachtenswerth ist, daß bei diesen Verhaͤltnissen unter den Juden viel weniger uneheliche Kinder gezeugt wer⸗ den, als unter den Christen. Es wurden nämlich im preußi⸗ schen Staate uneheliche Kinder geboren in den Jahren unter den Christen 33,787
unter den Juden
Fortsetzung des gestern abgebrochenen statistischen
Jahren 182 zusammengenommen
Hiernach kamen durchschnittlich auf jedes Hunderttausend der zu Anfange jedes dreijaͤhrigen Zeitraums Lebenden un⸗
eheliche Kinder “ in den Triennien bei den Christen bei den Juden 8 EA11“ 963 . 4199 180 ¼ 1“ 930 99 *b Summe 2,738 589
einjaͤhriger Durchschnitt aus diesen neun Jahren.. 304 65
Das ist in kleinern Zahlen, unter derselben Menschen⸗ zahl wurden bei den Christen vierzehn, bei den Juden aber nur drei uneheliche Kinder geboren.
Die geringere Sterblichkeit der Juden wird gewöͤhnlich daher geleitet, 8 sie kaum Feee Gewerbe treiben, bei welchen lebensgefaͤhrliche Unfaͤlle vorkommen, wie z. B. Schiffahrt, Bauhandwerke, Muͤllerei. Allein es ist doch im⸗ mer nur ein sehr kleiner Theil des Volks, der üͤberhaupt solche Gewerbe treibt, und der große Unterschied in der Sterblichkeit, welcher durchschnittlich fuͤr den ganzen Staat beinahe 23 Prozent betraͤgt, läßt sich daraus allein bei wei⸗ tem nicht herleiten. Allgemeiner wuͤrkt wahrscheinlich daß
der Misbrauch der starken Getraͤnke bei den Juden sehr viel
seltner ist, als bei den Christen.
Unerwartet in Erwaͤgung der kuͤmmerlichen Lebensweise der meisten Juden, und dennoch auf klaren Beweis durch zuverloͤßige Zahlen gegruͤndet, ist endlich die Bemerkung, daß die Juͤdinnen von den Kindern, welche sie gebaͤren, verhäͤlt⸗ nißmäßig sehr viel weniger in der Geburt und im ersten Lee bensjahre verlieren, als die christlichen Muͤtter. 1
Es wurden im preußischen Staate uͤberhaupt ge⸗ davon kamen todt starben im ersten
boren zur Welt Lebensjahre in den bei den bei den bei den bei den bei den bei den Jahren Christen Juden Christen Juden Christen Juden 1820 478,879 5,519 15,108 116 74,034 589 1821. 498,709 5,451 15,633 126 75,925 605 1822 497,546 5,416 16,240 116 84,090 658 1823 493,540 5,146 15,847 122 81,006 633 1824 499,777 5,561 16,706 149 80,686 677 1825 518,025 5,628 17,419 151 84,751 631 1826 519,776 5,817 17,7213 134 92,504 253 1827 485,193 5,482 16,614 116 87,291 728 1828 493,9418 5,559 16,818 109 84,713 293 Summe 4,485,393 49,609 148,0908 1,139 775,000 6,077
Demnach hatten in diesen neun Jahren zusammen durch⸗ schnittlich unter hunderttausend Neugebornen die Christen
Trbesborne ü 1 3,302
nach der Geburt im ersten Lebensjahre Ge⸗ serbne. 1111—4“ 16,609
Sie verloren also uͤberhaupt davon vor Ab — 5 lauf des ersten Jahres .. . . . . . . ... 19,911.
Dagegen hatten auf hunderttausend Neugeborne die Juden .
Todegeborne ..2 2. 2,296
nach der Geburt im ersten Lebensjahre Ge⸗ storbns . . 12,250
Sie verloren also uͤberhaupt davon vor Ab⸗ lauf des ersten Jahres .. 14,546.
Das ist, die Christen verloren beinahe ein volles Fuͤnftheil, die Juden aber nur sehr wenig uͤber ein Diedentheil der neu⸗ gebornen Kinder vor Ablauf ihres ersten Lebensjahres: und die Juden im preußischen Staate wuͤrden in den neun Jah⸗ ren 182 ½ — 2,662 mehr Sterbefaͤlle gehabt haben, wenn die Sterblichkeit unter ihren 49,602 waͤrend dieses Zeitraums neugebornen Kindern eben so groß gewesen waͤre, als gleich⸗ zeitig unter den Christenkindern. Die Judenfrauen verrich⸗ ten selten schwere Handarbeit, und arbeiten besonders f niemals um Lohn außer ihren Wohnungen: sie können sie daher als Schwangere und Saͤugende mehr schonen, u dürfen ihre kleinen Kinder seltner verlassen. Nur hier scheint die Erklarung dieser Thatsache, und zugleich ei treffende Erinnerung an die Pflichten gegen Schwangere u Saͤugende im Allgemeinen zu liegen. 5 Zur ——v der Frage: „ob die Juden im Durch⸗ schnitte laͤnger leben als die Christen?“ duͤrften folgende Er⸗ fahrungen dienen. Im Preußischen Sta
ate sind in den neun g *