nern und des Pater Roothaan zu erwarten; diesem fuͤgte man einen Brief des Herrn von Montbel hinzu, worin der⸗ selbe angeblich versichert, daß die Jesuiten zurüͤckkehren wuͤr⸗ den, wenn das Ministerium keine revolutionaire Kammer mehr zu bekampfen, und wenn diese das Budget bewilligt heaßben wuͤrde. Dieser Brief ist aber rein erfunden. Ein Miinister wuͤrde zuverlaͤssig in einem andern Style geschrie⸗ ben und am wenigsten wuͤrde Pater Roothaan eine Copie jenes Briefes dem Courrier francais zugefertigt haben. Wir bbeegreifen nicht, wie eine Parthei, die fuͤr gewandt und stark gelten will, nicht bessere Gruͤnde fuͤr ihre Sache auffinden kann, als Unwahrheiten, welche auch den Leichtglaͤudigsten kaum eine Woche lang taͤuschen koͤnnen.“ Der Messager des Chambres und der Courrier frangaais ziehen dagegen wieder mit großer Bitterkeit gegen die Minister zu Felde. Das letztere Blatt sagt am Schlusse seines Aufsatzes: „Das Ministerium sieht sich also iinn doppelter Beziehung außer Stande zu handeln; es kann deas Gute nicht thun, denn es ist seiner Natur nach boͤse; es kann aber auch das Boͤse nicht thun, denn die Nation heat sich bei Zeiten gewappnet, um dem Boͤsen eine unüͤber⸗ steigliche Schranke entgegenzustellen.“ .* Das Journal du Commerce enthaͤlt einen ausfuͤhr⸗ lichen Artikel, worin es zu beweisen sucht, daß das, von den Bewohnern der Bretagne geschlossene Buͤndniß den Landes⸗ Gesetzen nicht zuwiderlaufe, und daß man also auch keinem
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Foffentlichen Blatte ein Verbrechen daraus machen koͤnne, woeenn es eine solche Maaßregel zur Kenntniß des Publikums
bringe und init lobenden Bemerkungen begleite. Das Journal des Dobats tadelt es, daß man die
Mene der Maͤnner, welche ihre Meinung uͤber die Lehr⸗ Vportraͤge der Herren Villemain, Cousin und Guizot abgeben soollen, nicht öffentlich bekannt macht.
5 Ihre Durchl. die Frau Fuͤrstin Wilhelmine von Nassau⸗ Saarbruͤcken, verwittwete Marquise von Soyecourt und Großmutter der Herzogin Decazes, ist am 21sten d. M. auf dem, dem Herzoge zugehörigen Schlosse la Grave bei Vor⸗ deaux, welches sie seit zwei Jahren bewohnte, in den Armen
eit ihrer Enkelin mit Tode abgegangen.
In Marseille ist ein kostbares Manuscript vorhanden, das in Briefform die Erzaͤhlung der Ereignisse in Versailles, 2 vpoon dem Tode Karls II., Koͤnigs von Spanien, bis zur Ab⸗ reeise Philipps, Herzogs von Anjou, und die ausfuͤhrliche Be⸗ scchreibung der Reise des Letzteren enthaͤlt, als er, begleitet von seinen Bruͤdern, den Herzoͤgen von Burgund und von Berry, nach Spanien ging, um von der Krone Besitz zu nehmen. Der Verfasser, ein Guͤnstling der Frau von Main⸗ 4 tenon, hatte den Auftrag, die Prinzen zu begleiten, um den Hof von allen Einzelnheiten der Reise zu unterrichten, und Fierdurch erhalten seine Briefe einen halboffieiellen Cha⸗
Der zum Spanischen Gesandten bei der Pforte ernannte Fe— Villalba, bisheriger Botschafts⸗Secretair am hiesigen SHoofe, ist von hier nach Italien abgereist, um sich in einem 8 8 der dortigen Haͤfen nach seinem Bestimmungsorte einzuschiffen. 8* *85 Nach Briefen aus Madrid vom 16ten d. . unter⸗ hannddelt die Spanische Regierung mit dem nach Bruͤssel gefluͤch⸗ eteten Joseph Machado, der unter der Cortes⸗Regierung Spani⸗ 1 8 General⸗Consul in Paris war, und auf dessen Auslieferung
Spanien vergebens angetragen hatte. Jetzt soll derselbe darin 1 gewilligt haben, alle in seinem Besitz befindlichen Fonds, vwelche von den kraft der Vertraͤge von 1815 und 1816 von Frankreich an Spanien gezahlten Summen herruͤhren, und ddie sich in baarem Gelde und in Papieren auf 7 Millionen Franken belaufen, zuruͤckzuzahlen.
— * Aus Neapel schreibt man unterm 13ten d. M., daß dort viel Geld mit dem Bildnisse des Koͤnigs und der Prin⸗ zessin Christine, kuͤnftigen Koͤnigin von Spanien, geschlagen wird. Es sollen schon 200,000 Dukaten gepraͤgt worden seyn. Es war entschieden, daß der Minister von Medicis
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nicht mit nach Spanien gehen und daß der Prinz Leopold, Bruber des Köͤnigs, in der Abwesenheit Sr. Maj. die Re⸗
gentschaft fuͤhren sollte. „ D5is Franzoͤsische Akademie hat in ihrer vorgestrigen r das bevorstehende Quartal Herrn Briffaut zum — 8 1— Herrn Laya zum Kanzler gewaͤhlt. — 8 ist setzt hier eine neue Art von beweglichem Diorama unter dem Namen Peristrephorama in der ₰ der Pa⸗
noramen aufgestellt, in welchem die Gemäͤlde auf einander
folgend dem Zuschauer vorgefuͤhrt w 1 woartig 8 8 welche . ₰ * — IJanina, so wie die acht von Navarin in 3
denen Momenten darstellen. in fuͤnf verschie⸗
Mit dem heute erschienenen Blatte der G
. 11“ 1
ist zugleich die confiscirt gewesene Nummer vom 12te nach dem Auslande versandt worden.
d. M.
Großbritanien und Irland.
London, 26. Sept. Am vorigen Dienstage hatte Lord Holland in seinem Hotel ein glaͤnzendes Gastmahl veranstal⸗ tet, dem die meisten Minister, so wie viele andere ausgezeich⸗ nete r76 beiwohnten. 8
n der Weekly Dispatch heißt es: „Man will bestimmt wissen, daß Sir Edward Codrington eine Schil⸗ derung seiner Angelegenheit nebst seinem Briefwechsel mit der Admiralitaͤt oͤffentlich bekannt machen wolle. Man kann daher mehr Licht uͤber die naͤheren Umstaͤnde in einer Sache erwarten, die bisher in einen sehr verdächtigen Schleier ge⸗ huͤllt war. Das Aufdecken des obwaltenden Geheimnisses duͤrfte unserer Meinung nach den Rathgebern und Befoͤrde⸗ rern einer Maaßregel nicht sehr willkommen seyn, deren au⸗ genscheinliche Unpolitik, in so weit man bis jetzt daruͤber urtheilen kann, durch keine Nothwendigkeit veranlaßt wer⸗ den konnte.“ 8
Man spricht seit einigen Tagen wiederum viel davon, daß die Regierung mehrere Transportschiffe miethen wolle, und viele Anfragen deshalb habe machen lassen. „Wir glau⸗ ben“, heißt es im Globe, „daß an diesem Geruͤüchte ektwas sey, doch nicht so viel, als die Fonds⸗Spekulanten gern ha⸗ ben moͤchten: die Transport⸗Fahrzeuge sollen naͤmlich, wie wir hoͤren, ein Regiment von Cork nach Korfu bringen.“
Ein Tory⸗Blatt kuͤndigt mit vielem Pomp an, daß am 5. November in der London⸗Tavern ein großes „protestan⸗ tisches Diner“, woran die ausgezeichnetsten Personen Theil nehmen werden, statt finden wird. Das Blatt bemerkt da⸗ bei: „Wer den Praͤsidenten⸗Stuhl bei dieser wichtigen Gele⸗ genheit einnehmen wird, das wissen wir zwar, doch sind wir nicht befugt, es jetzt schon zu sagen.“ — Der Globe macht dazu die ironische Anmerkung, das Diner werde so praͤchtig seyn, daß die bekannte Prozession nach Windsor, als man den Koͤnig bitten wollte, die Emancipations⸗Bill nicht zu bestaͤtigen, dadurch werde in den Schatten gestellt werden. „Praͤsidiren wird unstreitig entweder der ehrwuͤrdige Herr Isaacson, oder der ehrwuͤrdige Herr Crosbie (Mäanner, die bei jener Prozession eine Rolle spielten); welcher von Beiden aber, das wissen wir zwar, doch sind wir nicht befugt, es jetzt schon zu sagen.“
In Liverpool gaben vor Kurzem die Mitglieder des hie⸗ sigen zur Befoͤrderung des freien Handels mit Ostindien ein⸗ gesetzten Ausschusses dem Parlamentsgliede Herrn Whitmore ein großes Mittagsmahl. Nachdem die gewoͤhnlichen Toasts —— worden waren, trank man auf das Wohl des Gastes, der nach abgestattetem Dank eine lange Rede hielt, in welcher er unter Anderm bemerkte, daß seit 1814, wo der Ostindische Handel theilweise frei gegeben wurde, dieser um das Vierfache zugenommen habe; daß China 150 Millionen Bewohner zaähle, wir aber durch ein Monopol von allen Handels⸗Interessen mit diesem Reiche ausgeschlossen seyen, und daß er nicht daran zweifle, daß der Kanzler der Schatzkam⸗ mer sein Versprechen, diese Angelegenheit in der naͤchsten Parlamentssitzung zur Sprache zu bringen, halten werde.
In einer General⸗Versammlung von Actionairen der Ostindischen Compagnie, die am 23sten d. statt fand, wurde unter Anderm die erfreuliche Mittheilung gemacht, daß in Ostindien die sogenannten Suttihs (Verbrennungen von Witt⸗ wen mit der Leiche ihres Mannes) jetzt bei Weitem nicht mehr so haͤufig vorkommen, als fruͤher, und daß die Regie⸗ rung geeignete Maaßregeln getroffen habe, um von den lla⸗ staͤnden, die mit jedem Falle dieser Art verbunden sind, ge⸗ nau unterrichtet zu werden.
Man sagt, daß Herr Cobbett einen großen Antheil an dem Morning⸗Journal gekauft habe, und daß davon die Rede sey, diese Zeitung mit Herrn Cobbett's Political⸗Re⸗ gister zu Senigen. Sie Actley E
Die „Vorlesungen r ep Coopers“, des berüͤhmten Wundarztes, sind so eben im Druck erschienen und sollen von außerordentlichem Interesse seyn.
Auf dem Markte von Slempfor⸗ verkaufte am vori — ein gewisser Phillips seine Frau, die als ein huüͤbse 8* andmädchen vor wenigen Jahren erst an ihn verheirathet worden war, an einen Mann, Namens Brown. In einem 8 Wirthshause war man vorher uͤber den Preis uͤbereingekom⸗ men, der in 2 Shill. und einem Auart Dier bestand; als⸗ dann fuͤhrte der Mann seine Ehehäͤlfte nach dem Markt, zog ihr einen Strick um den Hals, und überlieferte die „Waare““, indem er das eine Ende des Stricks seinem Kaͤu⸗ fer einhaͤndigte. „Ich wuͤnsche Euch,“ sagte er, „Freude an dem Juwel, und mache Euch zugleich ein Geschenk mit dem