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Berlin, Donnerstag den 15ten October
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Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
meanasirae. 4 at aben geruhet, den Hofrath und — 88, e Se zfoeg zu Hels zum Justiz⸗ racth Bn eehas anb dgns haben v,e 89- Kcevppich Fabeikalien Ludwig 19998 ¼ er das Praͤ⸗ dicat eines Hofsleferanten beulezen geruhet. n,
Seine Mauestat der König haben * nterbe kenten Gutjahr bei der Koͤniglichen ofkuͤche das Allgemeine Eh⸗ renzeichen zweiter Klasse zu verleihen geruhet.
Bekanntmachung.
3 Alle Diejenigen, welche sich, ohne nach den be ehenden GSesetzen immatrieulattonsfaͤhig zu seyn, dem chirurgischen oder pharmaceutischen Studium bei der hiesigen Untversität wid⸗ men, oder das schon begonnene fortsetzen wollen, werden hier⸗ durch aufgefordert, sich noch vor Beginn des bevorstehenden neuen Studien⸗Semesters bei Unterzeichnetem (Franzöͤsische Straße Nr. 42, in den Morgenstunden von 8 — 10 Uhr) mit Beibringung der uͤber ihre Schulkenntnisse oder bereits gehörte Vorlesungen sprechenden Zeugnisse zu melden, und, wenn sie hiernach oder nach einer erforderlichen Falls noch zu veranlassenden weiteren Vorpruͤfung geeignet befunden werden, die auf einem anderen Wege nicht mehr gestattete Zulassung und nähere Anleitung zum betreffenden Studium zu gewärtigen. 8 Eben haben Diejenigen, welche das gedachte Stubium, ohne immatriculirt gewesen zu seyn, hier bereits absolvirt
heaben, dei Unterzeichnetem ein Abgangs Zeugniß daruͤber ein⸗ 8 zuholen, ohne welches ihre Zulassung zu den von ihnen etwa
absichtigten Staats⸗Pruͤfungen nicht ferner gestattet wer⸗
wird.
ü Berlin, den 10. October 1829.
Der ctor des chirurgischen und pharmaceutischen Stu⸗ 1 diums bei hiesiger Universität. “ en: Seine Excellenz der Koͤniglich Hannd⸗ 9.7 822 Smehen, außerordentliche Gesandte und be⸗ vollmächtigte Minister am hiesigen Hofe, Freiherr von
Ned92, den Pe⸗e porn Friedrich zu Carolath, nach Leipzig.
Zeitungs⸗Nachrichten. Ausland.
„p Frankreich. Len „Parig, 7. Oct. rzog und die Herzogin von DOlrleans befinden sich 5226,20 S3enbisc noch in Randan, werden indessen diesen Schloß in wenigen Tagen verlassen, um JJ. MM. dem Könige und der Königin von Neapel entgegen zu reisen. Zu gleichem Behuse wird, wie verlautet, die in von Berry am näͤchsten Montag (12 en) diese Ha t verlassen, und mit Ihrem Erlauchten Vater am l16ten in Grenoble zusammentreffen. Von Grenoble, wo die
sich wahrscheinlich nur einen Tag n b die Reise üͤber 1., wane nach Spa⸗ nlen. Auf der Flssreise werden JIJ. MM., wie man sich s.chmeichelt, längere Zeit in Paris verweilen, und den Pallast Eissee Deurdon
en. Die Herzogin dan Sam Fernando und Quiroga, Grande
von Spanien und, als Tochter des Infanten Don Ludwig von Bourbon, Tante Ferdinands VIlI., wird sich ebenfalls in die⸗ sen Tagen nach Madrid begeben, um den Vermaͤhlungs⸗Feier⸗ lichkeiten daselbst beizuwohnen.
Der Fuͤrst von Polignac hat sich heute fruͤh zum Kö⸗ nige nach Compiègne verfuͤgt. Das Geruͤcht, als ob der⸗ selbe binnen Kurzem zum Praͤsidenten des Minister⸗Rathes werde ernannt werden, wird von der Gazette de France zu den Tages⸗Luͤgen gezählt.
Das Journal des Déebats enthält einen Aufsatz, worin es die Regierung in doppelter Hinsicht tadelt, einmal, daß sie nicht die authentischen Bedingungen des zwischen Rußland und der Pforte abgeschlossenen Friedens zur Kenntniß des Publikums gebracht, und zweitens, daß sie chon jetzt die gaͤnzliche Raͤumung Morea's von den Franzoͤsischen Truppen angeordnet hat. In ersterer Beziehung macht die Gazette de France dem Journal des Debats eemerklich, daß die Ge⸗ sandten bei dergleichen wichtigen Ereignissen in der Regel erst die Thatsache selbst in aller Eil melden, die amtlichen Actenstuͤcke aber spaͤterhin einreichen, und daß mithin die Regierung in diesem Augenblicke den Text des betreffenden Tractates vielleicht selbst noch nicht kenne. .
Die Oppositions⸗Blätter geben uͤbrigens insgesammt ihre Unzufriedenheit mit den Friedens⸗Bedingungen, wie solche bisher bekannt geworden sind, zu erkennen, wogegen die Ga⸗ zette de France und die Quotidienne, ziemlich in denselben Worten, ihren Beifall daruͤber äͤußern. Das erstere Blat sagt unter Anderm: „Der Krieg im Orient ist beendigt. Unsere Truppen sind aus Morea zuruͤckberufen. Das Tuüͤr⸗ kische Reich bleiht im Europaͤtschen Gleichgewichte, und die 8* nungen, welche die Liberalen auf die Verlängerung des
rieges gegruͤndet haben, sind verschwunden. So fallen alle Taͤuschungen, denen der Journalismus sich hinsichtlich der großen Orientalischen Angelegenheit uͤberlassen hatte, in sich selbst zusammen, und die Ereizgnisse haben die ganze auswaͤr⸗ tige Polttik der revolutionnatren Parthei in Verwirrung ge⸗ bracht. Eine kurze Zeit noch, und es wird mit ihrer inne⸗ ren Politik derselbe Fall seyn.“
Der Courrier frangais beantwortet die Ausfaͤlle der Gazette de France auf den Herzog von Choiseul (siehe das vorgestrige Blatt der Staats⸗Zeitung) in folgender Art: „Die groͤbste Unkenntniß unsers gesellschaftlichen Zustandes und unserer Verfassung ist der unterscheidende Chakakter der
arthei, deren Organ die Gazette ist. Dieses Blatt waͤhnt ch immer selbst, und uns mit, um ein halbes Jahrhundert zuruͤck. So bringt z. B. die Sprache, die der Herzog von Choiseul, den Buͤrgern von Gray gegenüͤber, fuͤhrt, die Ga⸗ zette ganz außer sich; alle Klassen der Gesellschaft, ruft sie aus, haben ihren Standpunkt veraͤndert; der Gyps⸗Fabri⸗ kant und der Maͤller stehen oben, der große Herr aber unten an. Die schaamlose Verachtung, welche das ministerielle Blatt fuͤr die Einwohnerschaft einer arbeitsamen Stadt beweist, zeigt uns deutlich, zu welchem Systeme man uns zuruͤckfuͤh⸗ ren will; es soll aufs Neue eine dauerhafte Schranke zwi⸗ schen den großen Herrn und jenem Poͤbelhaufen errichtet werden, der sich die Nation nennt und zu nichts weiter taugt als die Steuern zu zahlen, und Beleidigungen zu empfan —8 Die Contre⸗Revolution verfolgt unablaͤssig ihr Vemüen. die nuͤtzlichen Klassen der Gesellschaft zu demuͤthigen, sie ₰ höheren laͤcherlich zu machen, bei dem Volke jeden National⸗ Sinn zu unterdruͤcken, und alle Bande zu it 1 zerreißen, welche der Patriotismus unter den Stäͤnden eines gemeinsamen Va⸗ 9 zu knuͤpfen pflegt. Doch dieser Plan wird nicht gelingen. Jeder, der sich heutiges Tages uͤber seine Mitbuͤt⸗ er erhebt, begreift sehr wohl, daß der — Ruhm des taatsmannes darin besteht, dem Lande naüͤbilch zi seheh⸗ und daß die Huldigung, die ihm das Land fuͤr seine Bems⸗ hungen um dessen Wohl bringt, sein schbaster Lohn ist.
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