1829 / 286 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Peair erhoben wurde, und der Marquis von Lagoy mit Tode bgegangen ist. die gesetzliche Bestimmung, wonach bei Erlediaung einer Stelle

in der Deputirten⸗Kammer, das betreffende Wahl⸗Collegium,

Stelle in der Franzoͤsischen Akademie, haben sich vier Can⸗

Möge Frankreich sich diese gegenseitigen Beweise der Liebe und Achtung je mehr und mehr zur Gewohnheit machen; es wird darin, nicht minder wie in den Gesetzen, die Buͤrgschaft seiner Freiheit und das Pfand des Ruhmes und der Wohl⸗ fahrt finden.“

Es ist bereits fast 2 Monate her, daß Herr Ravez zum

Der Constitutionnel erinnert daher an

ehufs der anderweitigen Besetzung derselben, innerhalb zweier

Monate zusammenberufen werden muß.

Zu der durch den Tod des Grafen Daru erledigten

didaten gemeldet: die Herren Lamartine, Salvandy, Ponger⸗ ville und der Herzog von Bassano. Letzterer war bereits un⸗ ter Buonaparte Akademiker, wurde aber im Jahre 1815 vesaa mit den Herren Arnault und Etienne, von der kademie ausgeschlossen. Diese beiden sind jetzt aufs Neue aufgenommen worden, und dies mag wohl der Grund seyn, warum auch der Herzog von Bassano sich wieder auf die Candidaten⸗Liste stellt. Das Journal des Débats be⸗ werkt inzwischen, daß er nicht gleiche Anspruͤche wie jene gel⸗ tend machen koͤnne, und raͤth daher dem Herzoge von der Candidatur abzustehen. Das Monument, welches den bei Quiberon gefallenen Royalisten auf dem dortigen sogenannten Champ ’des⸗Mar⸗ tyrs errichtet worden ist, wird am 15ten d. M. feierlich ein⸗ geweiht werden.

Zwei Algierische Raubschiffe, wahrscheinlich die naͤmlichen, deren beahsichtigtes Auslaufen der Befehlshaber des Geschwa⸗ ders vor Algier unlaängst dem Marine⸗Commissair in Mar⸗ . angekuͤndigt hatte, sind an den Kuüͤsten Spaniens signa⸗ isirt worden.

Cangvas Gruppe der Grazien ist von dem Dr. Clarke u Philadelphia in der Absicht gekauft worden, der dortigen

kademie der schoͤnen Kuͤnste ein Geschenk damit zu machen. Die Transportkosten dieses Meisterwerkes lassen sich allein auf 11,000 Fr. auschlagen.

Die Allgemeine Zeitung theilt ein Privat⸗Schret⸗ den aus Paris pom 2. Oct. mit, worin es unter Anverm heißt: „Das Ministerium enthält sich jeder Art von Hand⸗ lungen; man moͤchte glauben, es wolle zugleich Frankraich und der Congregation Genuͤge leisten, und doch gelingt es ihm weder mit dem einen noch mit dem andern. Der Mi⸗ nister des Innern hat Rundschreiben über Randschreiben er⸗ lassen, um den Eifer der Präͤfekten anzusporuen, damit diese den Wahl Operationen alle Aufmerksamkeit widmen. Einige dieser Praäfekten haben ihren Abschied genommen. Die Mit⸗ glieder des Cabinets scheiuen uͤber viele politische Fragen un⸗

einig; auch wollen Viele die Unkenntniß in der Geschäfts⸗

Behandlung bei mehreren Ministern tadeln. Die einfluß⸗ reichen Familien der Hauptstadt sind noch auf dem Lande, so daß man die Phystognomieen der Pariser Salons noch nicht genau aufnehmen kann. Erst im Novemher lassen sich See bestimmte Zuͤge auffassen. Der Einfluß gewisser Ge⸗ ellschaften war bekanntlich in Frankreich immer sehr groß. Gegenwaͤrtig sind von eigentlichen Politikern nur wenige in Paris aulwesend. Man spricht von einer nahe bevorstehen⸗ den Reise des Koͤnigs. Bekanntlich ward nach der Sitre des alten Hofes eine Veränderung des Ministeriums immer auf einer solchen Reise vorgenommen; diese Gewohnheit ist indessen nicht in unsere constitutionnellen Sitten uͤbergegangen. Daß das Ministerium am, Ende entlassen werden wird, un⸗ terliegt kaum einem Zweifel, denn so wie die Kammern zu⸗ sammenberusen sind, werden sich auch die politischen Leidenschaf⸗ ten in einem solchen Grade erhitzen, ste werden so sehr zusammen⸗ wirken, daß das Ministerium wahrscheinlich außer Stande seyn wird, länger zu widerstehen. Mittlerweile werden ei⸗ nige kleine Intriguen gespielt, die eine Modification im Sinne der- Mäßigung bezwecken. Man spricht viel von den Herren Mounier und Portal, die waͤhrend der letzten Ses⸗ 8v graßen Einfluß hatten, und, obgleich sie sich gleichfalls emühten, das Ministerium der rechten Seite zuzuwenden, in Vergleich mir Herrn von la Bourdonnaye doch sehr ge⸗ mäaßigt seyn wurden. Herr von Montbel sucht Alles zu Gun⸗ sten der Jesuiten eiazurichten; daher hauern die Untersuchun⸗ gen gegen die Professoren Vilemain, Cousin und Guizot zur Zeit noch sort. Diese Herren werden zulett genöthigt seyn, shren Abschied zu nehmen, wann sie sich nicht eine beschrän⸗ kende Censur gefallen lassen wollen. Al⸗ Facultaͤten bei der Universitaͤt sind jetzt der strengsten Peasang unterworfen, was in Deutschland, wo auf den Universität große Lehr⸗ Freiheit herrscht, wohl auffallen wuͤrde. ü

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Ah.a. und Irland.

London, 6. Oct. Se. Majestaͤt sahen im Laufe die⸗ ser Woche den Fuͤrsten Esterhazy bei sich in Windsor, wo auch der Herzog von Cumberland einige Tage verweilte, und mit dem Koͤnige gemeinschaftliche Excursionen machte.

Die Botschafter und Gesandten der großen Europäischen Maͤchte haben, wie unsere Blaͤtter bemerken, gegenwärtig sehr haͤufige Unterredungen mit unserm Minister der aus⸗ Angelegenheiten und dem Herzoge von Wellington.

an weiß dereirs seit gestern hier, daß der Feiede in Adrianopel am 14. Sept. abgeschlossen worden; dem Cou⸗ rier zufolge hat jedoch die Regierung bis heute noch keine amtliche Anzeige davon erhalten.

Die Admiralitaͤt hat eine Koͤnigliche Yacht und ein Regierungs⸗Dampfboot nach Dieppe gesandt, um beide dort zur Verfuͤgung des Herzogs von Clarence zu halten.

Am vergangenen Donnerstag 8S5 die Herzogin von Northumberland einen glaͤnzenden Ball im Pallaste des Vice’ Koͤnigs zu Dublin. Unter den anwesenden Gaͤsten bemerkte man den Lord⸗Kanzler, den Ober Befehlshaber der Armee in Irland, den General⸗Anwald, und Lord Plunkett.

Dem Globe wird Folgendes aus Dublin vom 4ten dieses geschrieben: „Ein immer mehr sich verbreitender Stoff fuür die Unterhaltung ist hier die wieder in Anregung gekom⸗ mene Frage uͤber die Aufhebung der zwischen Großbritanien und Irland bestehenden Union; die Heftigkeit, mir der diese Frage bereits aufgenommen wird, duüͤrfte, füͤrchten wit, un⸗ serer augenblicktichen polttischen Ruhe bald wieder ein Ende machen. Dem Englaͤnder wird dieser Gegenstand immer als ein verwerflicher erscheinen; nichts destoweniger duͤrfte es je⸗ doch nicht ohne Interesse für ihn seyn, die hier in Bezug auf diese Frage sich gelrend machende oͤffentliche Meinung kennen zu sjernen, besonders da die Erstere wohl noch vor Ablauf des gegenwärtigen Monats in einer ernsten Gestalt dem Publikum vorgelegt werden moͤchte. Der katholische Geist schien, der politischen, durch den langen Kampf um Emancipation entstandenen Aufregung ungeachter, nachgerade schon ganz deschwichtigt zu seyn, als die unweise persöͤnliche Ausschlleßung des Hrn. O'Connell noch einmal die Elemente der Zwietracht in Bewegung setzte. Die Prozessionen im Nor⸗ den Irlands, die Anklagung zweier Richter, die Verhandlun⸗

gen, die aus der Begebenheit in Vorris kane entsprangen

alles trug dazu bei, ein Gefühl von Mißtrauen, in vie Maaßregeln der Regierung und den allgemeinen Glauben hervorzubringen, daß die Gesetze, zwar der Theorie nach gleich, in der That aber, sobald sie zur Ausfuͤhrung gebracht werden sollen, von den Machthabern nach ihrem Gutduün⸗ ken gebraucht werden. Unter der katholischen Parthei that sich, in Folge dieser Ereignisse, das Verlangen und das Beduͤrfniß kund, etwas zu thun, wodurch die häusliche Ruhe mehr gesichert werde, und auch viele Protestanten, die nicht mehr, wie fruͤher, von polttischem Uebergewichte, oder von der Herrschaft der Katholiken traͤumen, falls diese ihre buͤrgerliche Freiheit erhalten sollten, sind jetzt bereit, mit Jenen, zur Verfolgung solcher Maaßregeln, die das beider⸗ seitige Beste bezwecken, gemeinschafrliche Sache zu machen. Die Corporations⸗ Parthei, die am Mristen unter der Union leidet, weil ihr staͤdtisches Eigenthum dadurch ent⸗ werthet worden, ist auch nicht abgeneigt, sich ihren ehemalt⸗ gen politischen Feinden anzuschließen, damit jene Akte zu⸗ ruͤckgenommen werde, und Herr O Connell, der, wie es scheint, eine Hauptrolle in dem uns bevorstehenden politischen Drama spielen wird, betrachtet auch schon die protestantische Corporatton als seinen großen Alltirten in der Sache. Drei Partheien, von verschiedenen Ansichten und mit verschiedenen Erwartungen ausgehend, sind bereit, den Gegenstand zu betrei⸗ ben. Die eine Parthei, die aus den alten „Agitators“ besteht, ist so sanguinisch in ihren Hoffnungen, daß sie an rine foͤrm⸗ liche Zuruͤcknahme der Unions⸗Akte, wodurch ihr eine locale und einheimische Legislatur verliehen werden wuürde, denkt; die andre Parthei sagt, eine sörmliche Zuruͤcknahme würde sich zwar nicht ins Werk setzen lassen, allei es sey nothwen⸗ dig, danach zu verlangen, damit die Regierung dadurch be⸗ wegen werde, Irland die wesentlichen Wohlthaten der Eman⸗ ciparion wieklich zu perleihen. Die dritte Parthet endlich hofft dadurch eine Erweiterung der Wahl Fretheit zu erhal⸗ ten, und die Irländischen Vertreter im Parlamente vermehrt ju schen. Das sind zwar, in der That, sehr von einander abweichende Ansichten, doch duͤrfte es keine schwere Aufgabe seyn, sie zur Durchsetzung eines gemeinschaftlichen Princips, mit einander zu verbinden. Herr O. Connell hat im Lause des letzten Mogats verschiebene Briefe von politischen An⸗ hängern in Dabüün erhulten; sie dringen alle in ihn, Derri⸗