1829 / 287 p. 6 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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unguͤnstig lauteten.

lande üͤbersteigt also nur mit 16 bis 17,000 Rthlrn. die Summe, welche im Jahre 1807 fuͤr dieselben angeschlagen worden war; und in Betracht des Steigens aller Waaren⸗ preise und Lebensmittel, welches seitdem in allen Europaͤtschen Hauptstaͤdten statt gefunden, duͤrfte eine solche Erhöͤhung der Anschlagssumme keinesweges Uberfluͤssig genannt werden. Schließlich bemerkte der Redner, daß diese vom Staats⸗Aus⸗ schusse vorgeschlagene Erhoͤhung von 16,666 Rthlrn. 32 Schill. Banco keinesweges ein erhoͤhter Anschlag, sondern das Re⸗ sultat einer veraͤnderten, auf ungleichem Course beruhenden Vorschlags⸗Berechnung sey, hielt um die Proposition des Landmarschalls fuͤr die Beistimmung zum 9ten Punkte des Gutachtens des Staats⸗Ausschusses an, und druͤckte sein Leid⸗ wesen daruͤber aus, daß der Minister der auswaͤrtigen An⸗ gelegenheiten, Graf v. Wetterstedt, durch Unpäͤßlichkeit verhin⸗ dert waͤre, die obigen Darlegungen zu bekraͤftigen.

In einem neulichen Plenum des Bauernstandes verlas Anders Danielson eine umständliche Denkschrift, worin er alle seine Collegen auffordert, sich jeder Erhoͤhung von Ge⸗ halten der Staatsbeamten aufs Nachdruͤcklichste zu wider⸗ setzen.

1 Auf dem Reichstage des Jahres 1809 wurden die Staats⸗ ausgaben auf 3 ¾ Million festgezetzt, und auf dem Reichs⸗ tage von 1823 beliefen sie sich auf 8,100,000 Rthlr. Der Staatsausschuß hat gegenwaͤrtig auf eine fernere Erhoͤhung derselben um 600,000 Reichsthaler angetragen, woruͤber der Repraͤsentant des Bauernstandes, Nils Maͤnson, in einer neulichen Sitzung desselben die Bemerkung machte, er koͤnne nicht begreifen, welches Ende dies Alles nehmen werde, und wolle sich nur auf die Frage beschraͤnken, ob die Regierung sich auf solchem Wege die Liebe der Volkes erwerben koͤnne?

Einer unsrer ausgezeichnetsten Dichter, Hr. Nicander, ist kürzlich aus Italien hicher zurüͤckgekehrt.

Deutschland. 8—

Wuͤrzburg, 9. Oct. Gestern traf hier der Heidelber⸗ ger Postwagen mit Schnee bedeckt ein, und die Passagiere erzählten, daß es einige Stunden von hier ziemlichen Schnee gegeben habe. Daher haben wir auch seit einigen Tagen un⸗ gewoͤhnliche Kälte, so daß schon hie und da geheäzt wird.

Freiburg, 8. October. Diesen Vormitrag schneit es in der Stadt, nachdem am Morgen, nach 2ög— stuͤr⸗ mischen Nacht, die nahen Berge mit Schnes bedeckt erschie⸗ nen. Der Herbst in der Ehene hat hier schoen begonnen, aber welch ein Herbst mit faulen und halb reifen Trauben! Auch ist der Preis des Mostes darnach, indem die Fahrt (2½ Saum) um 5 und 6 Fl. verkauft wird.

Frankfurt a. M., 11. Oct. Die Einwirkung der friedlichen Nachrichten aus dem Orient auf die Ansichten un⸗ serer Spekulauten und den Stand der Staats ⸗Effecten hat sich erst seit einigen Tagen entschieden gezeigt. Zu Anfang der Woche hielten sich die Course noch fast unveraäͤndert. Von Wien, Amsterdam und Paris waren keine steigenden Noti⸗ rungen gekommen, obschon die Handels⸗Verichte keinesweges Unter diesen Umständen war der Um⸗ satz beschraͤnkt, und ergab sich nur eine geringe Schwankung in den Coursen der Haupt⸗Effecten⸗Sorten. Dabei ließ sich aber doch beobachten, daß unsere bedeutenden Geschaͤftsleute

8* mitunter beträchtliche Ankäufe machten, und dadurch die Rich⸗

aan der Börse.

tung zum Steigen einen festen Halt bekam. Am 7. Oct. war Juͤdischer Feiertag, und in dessen Folge gänzliche Stille Es ging in keiner Gattung von Staats⸗Pa⸗ pieren etwas Namhaftes um. Alle Course blieben nominal. Dagegen verbreitete sich vom 8. bis 10. Oct. neues Leben im Effecten⸗Handel, und wir erfuhren ein rasches Steigen. Oesterreichische Papiere jeder Art waren in anhaltendem, star⸗ ken Gesuch. Diese Conjunctur dewahrte sich so entscheidend,

daß, zum Schrecken unserer wenigen, noch auf das Fallen

spekulirenden Boͤrsenmaͤnner, von 100 ¾ auf 101¼,

8 DBank Actien von 1422 auf 1455, Partial von 129 ¾⅞ auf 131 ½, 100 Fl. Loose von 171 ½ auf 174 ¼ stregen, und so verhaͤltniß⸗ maäͤßig auch die uͤbrigen Oesterreichischen Fonds. Als naͤchste

8 5 Platz. 1 24 22 pCt., und fuͤr 2 ½ Ctige 52 pEt.

anische Obligationen (die 72 stehen), 21p Etshe Stat 3 und Domestical- Obligationen sind in ar .

8 neuen Oesterreichischen Anl 25 pCt. Zinsen erhielt, so 88

Veranlassung zu diesem starken Aufschwunge darf man die boehen Norken 6

8 gelten lassen.

en, welche pr. Estaffette von Wien einliefen, 8 Beigetragen hat wohl auch, daß man auf glei⸗ chem Wege die Nachricht von einem im Werke stehenden Milltonen Fl. zu 4 hielt, so wie die Notiz, daß die Bank den Disconto von 5 auf 4 pEt. herabsetzen werde. Für Veth⸗ mannische und Gollsche Obligarionen ist fortdauernd Geld Für 1pCtige MeralltauesObligationen bietet man

Auch Jp Ctige

gehr. Polnische und Badische Loose halten sich in steigendem Cours. Die 5pCtigen Metalliques pr. comptant stehen 72 pCt. hoͤher, als pr. ultimo Oct. Dagegen kann man Bank⸗Actien pr. comptant um 1 Fl. pr. Stück, und Par⸗ tial ½ pCt. billiger haben, als auf Lieferung zu Ende dieses Monats. Preußische Staats⸗Schuldscheine sind à 99 ¾ ge⸗ sucht, und werden nun auch pari notirt. Comptante Stuͤcke halten sich in allen Effecten Sorten ziemlich rar. Bei Nie⸗ derlegung von Staats⸗Papieren werden 41 bis 4 ½ pCt. Zin⸗ sen fuͤr's Jahr bezahlt. Unsere Kapitalisten und bedeutende Geschäftsmänner halten ihre Effecten fest, und zeigen vorerst keine Neigung, selbst zu den hohen Coursen, zu verkaufen. Der Platz Discen o ist 4 pCt., und zeigt sich dazu wenig gutes Papier. Wechsel auf Berlin k. S. sind in Folge des steigenden Begehrs nach Polnischen Loosen merklich begehrt. Auch waren Hamburg, London, Paris aller Sichten und Augsburg k. S. im Laufe der Woche ziemlich gesucht. Am- sterdam war etwas ausgeboten. 9 Hamburg, 13. Oet. Anfangs unserer Boͤrse waren die Fonds animirt und die Course hoch, doch da einige be⸗ deutende Verkaͤufer auftraten, so wurde es matter, und es endigte selbst zu niedrigern Coursen mit mehr Geber als Nehmer. Oesterr. Metalliq. 100 ½ Geld. Bank⸗Actien 1220 Geld. Engl. Russ. Auleihe 100 gemacht, endigte 99 ½. Russ. Metallig. 95. Dan. 3pCt. Anleihe 70 ¾ gemacht, endigte 70 ½. 70. Oblig. der Polnischen Anleihe pr. 1. November

106 Geld. Disconto 5 ½ pCt. steigend. Rom, 1. Oct. Gestern Nachmittag kam Se. K. H.

der Prinz von Salerno mit einem Gefolge von 7 Wagen hier an, und stieg im Hotel von Zerni ab, es heißt Se. K. H. werde nach Wien gehn. Morgen wird Se. 7 der Koͤnig von Neapel mit J. Majestat der Koͤnigin seiner Ge⸗ mahlin und der zukuͤnftigen Koͤnigin von Spanien erwartet. Die hohen Herrschaften werden im Pallaste von Lucca am Venetianischen Platze, und nicht in dem Neapel zugehoͤrigen Pallaste Farnese wohnen. Jetzigem Vernehmen nach wird der Köͤnig, was früͤher bezweifelt ward, doch die Reise bis Madrid machen. Hier sind mancherlei Festlichkeiten, wie Wetrrennen, Kuppel⸗Beleuchtung und Girandola zur Feier der Gegenwart so hoher Gaäͤste angeordnet. Der heilige Va⸗ ter ist nicht wie fruͤher im Plane war auf's Land nach Castel ög Von der im Fruͤhjahre hier eingezo⸗ genen Gesellschaft von Carbonari sind zwei Individuen zum Tode und mehrere andere zur Galeerenstrafe verurtheilt wor⸗ den; bis jetzt ist die indessen noch nicht publicirt. Parma, 29. Sept. estern Abend sind Ihre Maj. die Frau Erzherzoginn Marie Louise, Herzogin von Parma ꝛic. von Ihrer nach Genf unternommenen Reise im erwuͤnsch⸗ testen Wohlseyn wieder in hiesiger Residenz eingetpoffen.

Spanien.

Franzoͤsische Blatter enthalten (außer dem gestern von uns mitgetheilten Köͤniglichen Decrete) folgende Nach⸗ richten aus Madrid vom 28. Sept.: „Se. Mas. der Köͤnig und der Hof verweilen noch immer im Escurtal, und werden wahrscheinlich erst nach dem 1. November hierher zuruͤckkeh⸗ ren, so, daß die Ceremonie des Handkusses, welche am 11. October als an dem Geburtstage des Koͤnigs hr, . wahrscheinlich in jener Residenz geschehen wird. Der Koͤnig erreicht an dem angegebenen Tage das 45ste Jahr. Die Ver⸗; waltung ist eifrig damit beschaͤftigt, sich die noͤthigen Documente zur Unterstuͤtzung der noch vor dem 30. Decbr. an Frankreich zu machenden Gegensorderungen zu verschaffen. Man giebt den Betrag dieser Forderungen auf 40 Millionen Realen (10 Millionen Fr.) au, wodurch also die von Spanten aner⸗ kannte Schuld von 80 Millionen Fr. auf 70 Mill. reducirt werden wuͤrde. Die Tilgungs⸗Kasse nimmt fortdauernd Wech⸗ sel auf Paris, um Rimessen an den Banquier Aguado zur Bezahlung der im Januar fälligen Dividende zu schicken. Das erste Halbzahr der Englischen Rente ist am 1. Sept. von dem Spantschen Banquier in London punktlich bezahlt worden. Die Verbindungen mit Lissabon sind sehr lebhaft; seit einigen Tagen sind vier Couriere an den diesseitigen Agenten in Lissabon, Herrn d'Acosta de Montealegre, a fertigt worden.“

Aus Barcelona wird unterm 25. Sept. geschrieben, daß der Spanische Oberst⸗Licutenant Voltel, ein gehorner Schweizer, auf Befehl des Grasen von Espana verhaftet, und nach dem Fort Monzt⸗Jout abgefuͤhrt worden sey. Die Ursachen seinee Verhaftung waren unbekannt.