1829 / 291 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Amtliche Nachrichten. Kronik bes Tages. Des Kövigs Majestät haben geruhet, den Land⸗ un Stadtgerichts⸗Direktor Baumeister zu Hieschberg zugleich zum Kreis⸗Justiz Rath des Hirschderger Kreiseezn Landes Seine Köͤnigliche Majestaͤt haben den 5 zu Ma⸗ richts Rath Carl Julius Ferdinand n Duͤssel⸗ rienwerder zum Procurator bei dem es c dorf, mit Beibehaltung seines Chara ters uhet 3 Ober⸗Landesgerichts⸗Rath, zu ernennen geruhet.

—’- 1 2 Angekommen: Der Fürst Paul Galitzin, von St.

3 ö der Ober⸗Burg raf und Hof⸗Marschall Sr.

Se. f . lal. ringen Wishelm (Bruder Sr. Majestaͤt 8ena,99 Saf „pn der Gröben, von Hirschberg.

Zeitungs⸗Rachrichten.

Ausland.

KAEI

Pera bei Konstantinopel, 26. Sept. So eben verbreitet sich die Nachricht, daß heute fruͤh der Sultan den am 14. Sept. zu Adrianopel abgeschlossenen Friedens⸗ Tractat ratificirt hat. Einer seiner Adjutanten, Achmed⸗Aga, soll noch heute abgehen, um die Ratisication nach Adriano⸗ pel zu bringen. Die beiden mit dem Preußischen Gesand⸗ ten hieher gekommenen Russischen Ofsiciere, werden nun un⸗ verzuͤglich nach ihren respecttoen Bestimmungen abgehen, um die Nachricht vom Abschlusse und der Ratisfication des Frie⸗ dens, der Eine an den Grafen Paskewitsch⸗Eriwansky, der Andere nach den Dardanellen zu bringen. Die Ratification wäre schon weit früher erfolgt, haͤtten nicht die, nach Orien⸗ talischem Gebrauche dabei unerläßlichen kalligraphischen Ver⸗ zierun en einen bedeutenden Zeit⸗Aufwand erfordert. Cha⸗ süePasche von 3 Roßschweifen ist zum außerordentlichen Bot⸗ chafter nach St. Petersburg ernannt worden *), und seine ldige Abreise wird bei der Pforte sehr eifrig betrieben. Redgib⸗Efendi, fruͤher Tshausch Bascht, jeßt mit dem Range eines Geheimen Raths bekleidet, soll ihn begleiten, und au⸗ perdem glaubt man, daß ihm noch mehrere Officiere von Rang nstgegeben werden sollen. Chalil⸗Pascha ist wegen seines augenehmen Aeußeren, seines einnehmenden Wesens, und eines, wie man behauptet, ausgezeichneten, loyalen, von allen, den Tuürken gewoͤhnlich vorgeworfenen Fehlern, freien Charakters hier allgemein beuebt und geachtet, und man ist allgemein der Ueberzeugung, daß nicht leicht eine bessere Wahl hatte getroffen werden kuͤnnen.

Smyrna, 20. September. Deg hiesige Courter mel⸗ det; „Der Großbritanische Consut füͤr unsere Stadt ist hier angekommen, und hat unmittelhar seine Functionen ange treten. Der Niederländische General⸗Consul hieselbst, Herr van Lennep, hat von seinem Monarchen den Delgischen Lö⸗ wen⸗Orden erhalten. Zwei Türkische Soldaten, von den ieregulairen Truppen, welche eine Karawane auf der Straße von Guselissar angefallen haben, sind von der Polizei er⸗

riffen, und 4 worden. Ihre Käpfe sind seit zwei en an der Pforte des Goupernemente⸗Pallastes ange⸗ deßer. In Caraissar und Ushac ist die Pest ausgebrochen, und richtet große Verheerungen an. In der letzteren Stadt

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Berlin, Dienstag den 20 eõ’ Hetober

n xP. tern wurde in der Kapelle der hiesigen

Geschwader liegt bei Tenedos neben dem Russischen vor An-⸗

werden die Teppiche verfertigt, welche hier einen bedeutenden h“ *) Eiche die geftrige Meshung aus Adrianopel.

Absatz⸗Artikel bilden. Seit einigen Tagen befinden sich zwei Franzoͤsische Officiere, die Herren Thevenin und Mag⸗

nier hier, welche die Absicht hatten, sich in der Tuͤrkischen

Armee anstellen zu lassen. Beide haben unter Napoleon ge.,.— dient; der letztere stand bei dem Generalstabe des Marschall— Ney, und hat uͤber den jetzigen Russisch⸗Tuͤrkischen Krieg in—

Paris mehrere Broschuͤren zu Gunsten der Pforte heraucss.,.“ gegeben. Die Nachricht von dem nahe bevorstehenden Ab: schlusse des Friedens hat ihre Weiterreise unterbrochen Die Hollaͤndische Brigg „Echo““ ist nach Konstantinopel ab⸗; geßangen, um den Niederlaͤndischen Botschafter von dort ab5es;. zuholen, welcher von seiner etsren Urlaub erhalten hat. Der Ritter Testa wirh in seiner Abwesenheit den Posten— eines Geschaͤftstraͤgers bekleiden.“ . 8 4 Dasselbe Blatt berichtet Folgendes: „In der Nacht

vom 14. auf den 15. ist der Admiral Rosamel auf dem Li-«... nienschiffe „Trident“ mit allen auf der Rhede von Smyrna befindlichen Fahrzeugen nach Tenedos abgesegelt. Das aus 14 Schiffen (worunter 6 Linienschiffe) bestehende Englische

ker. Die Amerikanische Brigg „Hope“ bringt Nachri ten aus Konstantinopel vom 14. Septbr. ve 2 folge Mehemet⸗Chosrew⸗Pascha in einer geheimen Conferenz dem Großherrn die Verhaͤltnisse zu den fremden Maͤchten unverholen als bedenklich dargestellt und bemerkt hatte, daß man auf keine Uneerstuͤtzung von ihrer Seite rechnen dürfe Die oͤffentliche Meinung in Europa sey gegen die Tuͤrken, und man koͤnne nur mit der Zeit hoffen, diese Meinung eisxs8 nes andern zu belehren. Der Großherr uͤberzeugte sich von dieser Abneigung Europas, an die er bisher nicht glauben 8 wollte, und gab einem der Großwuͤrdentraͤger des Reichs Befehl, sich ohne Verzug mit unbeschraͤnkten Vollmachten nach dem Russischen Hauptquartier zu begeben, um uͤber den Frieden zu unterhandeln.“ In einer Nachschrift heißt es: 8 „Die Nachricht von dem Friedensabschlusse ist durch Briehfe der Admirale von Frankreich und England aus Tenedos vom 17. hier angekommen. Am 15. waren zwei Tartaren und der Mehter⸗Baschi (erster Kammerdiener) Sadick⸗Effendi's, des ersten Tuͤrkischen Bevollmaͤchtigten von Adrianopel, in Rodosto angekommen, und hatten diese Nachricht dem Milik-x.. tair⸗Gonverneur von Rodosto, Ibrahim Pascha mitgetheilt, *

der sich beeilte, den Capitain der dort vor Anker liegenden Englischen Brigg „Rifleman“ davon in Kenntniß zu setzen.“”²9)

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Frankreich. 8

Paris, 12. Oct. Die Herzogin von Berry hat heute die Reise nach Grenoble angetreten. -b Kaiserl. Ruse.

sischen Gesandtschaft, auf Anlaß des mit der Pforte abgt.. schlossenen Friedens, ein feierliches Te Deum abgesungen. Mittags gab der Kaiserl. Russische Botschafter, zur Feier jenes erfreulichen Ereignisses, ein großes Mittagsmahl, wel⸗ chem die Minister und das gesammte diplomattsche Corps beiwohnten. Abends war das Gesandtschafts⸗Hotel festlich

beleuchtet. . Der heutige Montreur enthält einen Bericht, womit der Kriegs⸗Minister Sr. Maj. dem Könige eine Verordnung wegen 1 Erhöhung der Milltair⸗Pensionen vorgelegt be Es heißt darin im Wesentlichen: „Die gegenwaͤrtigen ensions⸗Caͤte aͤhlen kaum 15 Jahre, und doch wird ihre Unzulaͤnglichkeit mit edem Tage einleuchtender. Hieran ist der Umstand scud, 5

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baß wir üns von der Kriegs⸗Periode je mehr und mehr ent

fernen, und daß demnach der Pensions⸗„Satz in dem Maaße 4 bübece ausfaͤllt, als die Militairs mit jedem ahre 14 8 eldzüge fuͤr sich geltend machen koͤnnen. Man dar

f sich daher auch nicht verhehlen, daß je langer der jetige Friedens⸗ stand dauert, desto mehr auch die Hensicben 382 Lebensbe⸗ duͤrfnissen der entlassenen Militalrs im Mißverhältnisse ste

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