1829 / 291 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

hen werden. Diese Betrachtung ist es vornehmlich, worauf 79h bhe einstimmigen Wuͤnsche zur Erhoͤhung der Militair⸗ —Pensionen gruͤnden; aber auch in dem Interesse des Koͤnigli⸗ cCchen Dienstes ist eine solche Erhoͤhung wuͤnschenswerth, und ich be⸗ trachte sie als eine unumgaͤnglich noͤthige Einleitung zu der Orga⸗ nisation des Heeres, womit sich in diesem Augenblicke der oberste Kriegs⸗Rath beschaͤftigt. Durch die Vorschläͤge, welche ich Ew. Maj. mache, werden namhafte Verbesserungen eingeführt, und wenn Allerhoͤchstdieselben daher den beifolgenden Entwurf u genehmigen geruhen, so werden Sie durch diese neue Wohlthat der Armee einen glaͤnzenden Beweis Ihrer uner⸗ 8 schoͤpflichen Sorgfalt geben.“ Der betreffenden, von Sr. Maj. dem Koͤnige genehmigten Verorbnung, ist ein Pensions⸗ LCarif angehaͤngt, wonach von dem Tage der Bekanntma⸗ chung (10. Ockober) an, nach mindestens 30 jährigen effectiven Diensten, der General Lieutenant 4000 Fr., der General⸗Major 3000 Fr., der Oberst 2400 Fr., der Hherst⸗Lieutenant 1800 Fr., der Bataillons⸗ und Esca⸗ 8 drons⸗Chef, so wie der Major 1300 Fr., der Hauptmann S. und Rittmeister 1200 Fr., der Lieutenant 800 Fr., der Seconde⸗Lieutenant 600 Fr., der Sergeant 250 Fr., der Corporal 220 Fr. und der Gemeine 200 Fr.; und bei ei⸗ WLWE 50 jährigen Dienstzeit der General⸗Lieutenant 6000 Fr. der General⸗Major 4000 Fr., der Oberst 3000 Fr., dder Oberst⸗Lieutenant 2400 Fr., der Bataillons⸗ und Esca⸗ drons⸗Chef so wie der Major 2000 Fr., der Hauptmann 18000 Fr., der Lieutenant 1200 Fr., der Seconde Lieutenant 1000 Fr., der Sergeant 400 Fr., der Corporal 340 Fr. und der Gemeine 300 Fr. an Pension erhalten sollen. Der EGSeneral⸗Revuͤe⸗Inspector steht auf gleicher Stufe mit dem General⸗Lieutenant, der Revuͤe⸗Inspector und der Militair⸗ Intendant mit dem General⸗Major. 8 Die Gazette de France mißt den Umstand, daß der Ertrag der indirecten Steuern im Monat Juli d. J., im Bergleiche zu dem desselben Monats in den Jahren 1827 und 1828 geringer, in den Monaten August und Septem⸗

2 tember aber bedeutend höher als in den Jahren 1827 und I

der Kraft und Sicherheit darbiete. (Bekanntlich wurde das Miinisterium am Sten August veraͤndert.) Das Journal du Commerce schreibt dagegen den Ausfall im Monate Zuli allein den damaligen Besorgnissen von einer Verände⸗ rung im Ministerium zu, so daß sich aus jener Zusammen⸗ stellung weiter kein guͤnstiges Resultat fuͤr die jetzige Ver⸗ waltung ziehen lasse. 8 2 Der Cardinal und Groß⸗Almosenier Fuͤrst von Croi, welcher nach beendigter Pabstwahl noch eine Zeit lang in Rom verweilte, und demnaͤchst eine Reise in verschiedenen Theilen Italiens machte, ist vor einigen Tagen wieder hier eingetroffen. Gestern Mittag fanden in Gegenwart des Monarchen und der Königl. Familie, und unter dem Vorsitze des Mi⸗ nisters des Innern, die Wettrennen um den Dauphins⸗ und dden Köͤnigspreis statt. Den ersteren (eine 5— Vase im Werth von 1000 Fr., und 2000 Fr. baar) gewann die Martinette“ (bereits Siegerin im vorigen Jahre) eine fͤnf⸗ zaͤhrige Stute des Herrn Leconte, welche die Bahn, den szweimaligen Umkreis des Marsfeldes, das erstemal in 5 Mi⸗ 1 nuten 6 ¾ Sekunden, das zweitemal in 5 Minuten 20 ¾ Se⸗ kunden zuruͤckgelegt. Der Koͤnigspreis (eine silberne, ver⸗ goldete Vase von 1500 Fr., ein silberner Becher von 800

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rrigen Stute des Barons von Labastide zu Theil, welche die Buahn das erstemal in 5 Minuten 9 ¾ Sekunden, das zweite⸗ mal in 5 Minuten Sekunden durchlief. Zwischen beiden

Wettrennen fanden noch zwei Pripatrennen, ein jedes um die Summe von 100 Leakedeor, statt.

Großbritarien und Irland.

London, 10. October. Das Commando des ersten Leibgarde⸗Regiments war, wie ein Morgen⸗Blatt ver⸗ slichert, nach dem Tode des Grafen v. Harrington, dem Her⸗ ‧* . von Eumberland angeboten worden. Se. Köͤnigl. Hoh. dase eg sehoch aus dem Grunde ab, weil das Regiment, welches der Herzog jetzt commandirt, das Lieblings⸗Regiment 85 üür Köͤniglichen Vaters, Grorgs IIE, ge⸗ 8 er 8

2* rausce vn. eshalb das Commando desselben nicht ver⸗ ie Subscription, um dem Grafen v. Eldon ein An⸗ * zu stiften, Fae. An auf 7000 Pfd. Sterling.

8 be i Irland ist der ain Rock wieder auferstanden; b aufen von Band⸗Münnerm, Ir 1

Ain dem gefürchteten

MNam n dieses Partheigaͤngers, hat dei Rathleague mit ei⸗

1828 ansgefallen ist, lediglich dem jetzigen Ministerium bei, eeiner Verwaltung, wie sie sich ausdruͤckt, welche Buͤrgschaften⸗

Fr, und 3700 Fr. baar) wurde der „Vesta“, einer fuͤnssähen

nem Polizei⸗Detaschement einen Kampf bestanden, in wel⸗ ben mehrere Maͤnner von beiden Seiten gefallen seyn ollen.

Die Morning⸗Chronicle ist der Meinung, daß, wenn der Sultan jetzt nicht Friede gemacht haͤtte, die in Adrianopel befindlichen ehemaligen Janitscharen sich den Rus⸗ sischen Fahnen angeschlossen . wuͤrden; denn der Rus⸗ sische Befehlshaber habe sie so vortrefflich zu behandeln ge⸗ wußt, daß, wie ein Augenzeuge, der kuͤrzlich durch Adriano⸗ pel gekommen, versichert, die ganze Parthei der ehemaligen. Janitscharen sich laut und einmuͤthig fuͤr die Russen erklaͤrte. In Folge der Mittheilungen desselben Augenzeugen fuͤgt das genannte Blatt hinzu: „Wenn man der Russischen Armee Gerechtigkeit widerfahren lassen will, so muß man zugeben, daß ihre Mannszucht und ihr Benechmen in Adrianopel exemplarisch zu nennen sind; der Contrast, den ein solches Betragen darbietet, wenn man es mit den Ausschwei⸗ fungen der unruhigen und feigen Garnison, die mei⸗ stens aus Barbaren von entlegenen Astatischen Provinzen bestand, vergleicht, muß natuͤrlich die Russen ungemein popu⸗ lär machen; dies aber ist andererseits eine Erscheinung, die um so außerordentlicher wird, wenn wir uns erinnern, mit welchen fanatischen Vorurtheilen, und mit welcher Verach⸗ tung alle guten Muselmänner auf die Ungläaͤubigen bisher haben.“

asselbe Blatt sasgt in Bezug auf —2 der Griechischen Angelegenheit: „Der Botschafter von England, gemeinschaftlich wie wir glauben mit dem von Frank⸗ reich, enthielt sich zwar jeder Einmischung, so weit die Verhand⸗ lungen, die mit den Praͤliminarien von Adrianopel endigten, ausschließlich Rußland und die Turkei betrafen, doch hielt er sich nicht fuͤr verpflichtet, dieselbe Zuruͤckhaltung in Bezug auf die Griechische Frage zu beobachten. Es ist in dieser Hinsicht beschlossen worden, daß der Tractat von London die Grundlage zu den Bedingungen im Allgemeinen seyn soll, doch wird die urspruüͤnglich bestimmte Graͤnz⸗Linie bedeu⸗ tend etweitert werden. Sie wird jetzt das ganze eigentliche Griechenland umschließen, ferner einige Diseiehe des alten Epirus, so wie die Insel Negroponte, welche sowohl wegen ihrer geographischen Lage, als wegen ihrer Ausdehnung und Fruchtbarkeit, von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Die Natur des Verhaͤltnisses, das kuͤnftig zwischen Griechenland und der Türkei statt finden soll, ist noch nicht gehoͤrig ermit⸗ telt, und läßt daher auch noch keine genaue Erklärung zu; wir fuͤrchten jedoch, Griechenland duͤrfte sich Alles verbitten, was einem directen oder indireeten Einschreiten in seine in⸗ neren Angelegenheiten ähnlich ist. Unbezweifelt wird ein Tribut, oder eine andere Geld⸗Abfindung, einen Theil jener naͤheren Bestimmungen bilden.“

Im Sun liest man: „Die Erzaͤhlung eines Morgen⸗ Blattes, worin es heißt, daß der Französische und der Eng⸗ lische Botschafter in Konstantinopel gegen einen Theil des zwischen Rußland und der Pforte abgeschlossenen Tractates protestirt haͤtten, gewinnt in der City keinen Glauben, wie⸗ wohl die Fonds dadurch etwas gedruͤckt worden sind. Die „Bedingungen Rußlands werden zwar im Allgemeinen etwas streng genannt; wohlunterrichtete Leute meinen jedoch, daß, wenn das Cabinet von St. Petersburg vom Sultan erst die gebuͤhrende Genugthuung 2— habe, der Kaiser auch seine Großmuth undeschräͤnkt walten lassen, und so den Wuͤn⸗ schen der Franzoͤsischen und Englischen Regierung durch die Gewaͤhrung mäͤßigerer Bedingungen noch mehr entgegen kom⸗ men werde.“ .

Der beruͤhmte Jeremias Bentham hat in einem Schot⸗ tischen Blatte the Scotsman eine Art von politischem Glaubensbekenntniß abgelegt, das hier, als ein Urtheil des bejahrten Rechts⸗ und Staats Lehrers, viele Aufmerksamkeit erregt. Er erklärt näͤmlich darin mit vieler Freimuͤthigkeit, daß er von dem letzten Russisch⸗Tüͤrkischen Kriege die Hoff⸗ vung feß⸗ t habe, derselbe werde das christliche Europa ven der Türkischen Herrschaft vollends befreien, und nur mit Be⸗ dauern sehe er, wie die Englische Presse, getrieben von Eifer⸗ sucht gegen einen andern Staat, der Barbarei und der Un⸗ terdruückung von 7 bis 8 Millionen Christen das Wort rede.

An der hiesigen Voͤrse wollten einige Kaufleute aus Lissabon die Nachricht haben, daß man dafelbst erwarte, der Spanische Gesandte werde am 27. Sept. mit großem Pomp bel Hofe empfangen werden, und dann im Mamen seines Monarchen die Anerkennung Dom Miguels aussprechen.

Ein Dubliner Blatt warf vor einigen Tagen dem Herrn O'(Connell Inconsequenz vor, indem es behauptete, daß er zu gleicher Zeit ein Freund der Fe esfeen Libera⸗ len und der Irlaͤndischen Kathollken sey. Gegen diese An⸗ schuldigung vertheidigk sich nun Herr O'Connell in einem

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